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AUSSTELLUNG DER SAMMLUNG AKTUELL Himmelweiter Unterschied Die Sammlungspräsentation unter dem Motto "Himmelweiter Unterschied" folgt diesmalkeiner thematischen oder chronologischen Gruppierung, sondern dem Prinzip der Gegenüberstellung. Sie unternimmt den Versuch, durch zwei, unmittelbar - in Kontrast oder Analogie - aufeinander bezogene Arbeiten die mannigfachen Aspekte, die ein Kunstwerk charakterisieren, zur Entfaltung zu bringen. Farbgebung, Handschrift, Struktur, Perspektive, Thema oder Technik - alles kann zur spannungsvollen, facettenreichen Paarbildung beitragen. Unterschied und Ähnlichkeit: Sie sind dabei die polaren Werkzeuge der Kunstbetrachtung. Im Vergleich zeigt sich aber auch, dass scheinbar divergierende künstlerische Formen manchmal ganz ähnliche Ergebnisse zeitigen. Wie umgekehrt offenbar verwandte Stilmittel in andersartige Auffassungen münden. Der Museumsbesucher wird manch "altem Bekannten" die eine oder andere neue Lesart abgewinnen. Himmelweiter Unterschied Wie die Präsentation der Sammlung Landschaft, Natur, Raum, Umwelt folgt auch die Plakatsammlung unter dem Titel "Himmelweiter Unterschied" dem Prinzip der Gegenüberstellung. Die Plakate zur Nord-Süd-Problematik von Nous Travaillons Ensemble und Klaus Staeck weisen durch die Aufteilung des Blattes in ein Oben und Unten Analogien auf, ganz unterschiedlich ist jedoch die Wahl ihrer Mittel. In den Plakaten der Ausstellung geht es um thematische Bezugspunkte, die von unterschiedlichen gestalterischen Positionen aus behandelt werden. Das sind Plakate zu Natur und Umwelt, und es sind kulturelle Plakate, die das thematische Spektrum gleichermaßen berühren bzw. in der Wahl des Bildmotivs einen Bezug zu Landschaft, Natur, Raum, Umwelt herstellen. Unterschied und Ähnlichkeit zeigen sich in Farbe und Form, in den Handschriften, im Einsatz der künstlerischen Mittel, häufig auch in einem anders gearteten gedanklichen Ansatz. Darüber hinaus assoziiert der Begriff "himmelweit" Weltumspannendes. Dieser Gedanke verwirklicht sich im Gegenüber der Nationalitäten, hierin liegt auch ein besonderer Reiz der Ausstellung. LANDSCHAFT / RAUM
Das Kunstmuseum arbeitet und sammelt seit Mitte der neunziger Jahre verstärkt unter den Vorzeichen von Landschaft / Raum / Natur / Umwelt - ein Themenkomplex, der längst nicht nur regional - durch Fürst Pückler und seinen Landschaftspark, durch die industrielle Landvernutzung im Zuge des Braunkohleabbaus, durch das Biosphärenreservat Spreewald und die Internationale Bauausstellung - an Aufmerksamkeit gewonnen hat.
Die Kunst, die ihre Wurzeln im Land Brandenburg hat, ist auffällig durch die hiesige Landschaft geprägt. Das wird deutlich in der Kunst des Malers Walter Leistikow (1865-1908) wie bei seinem zeitgenössischen Schriftsteller-Kollegen Theodor Fontane, der neben seinen Schilderungen naturhafter und bürgerlicher Züge auch als beispielhafter Vertreter einer realistischer Reisebeschreibung („Die Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, 1862/82) hervorgetreten ist. Das ist bei Karl Friedrich Schinkel zu bemerken, der in jungen Jahren romantische Panoramabilder schuf, und schließlich bei Carl Blechen, dem 1789 in Cottbus geborenen Maler. Und dies gilt augenscheinlich bis in die Gegenwart hinein, wie etwa Werke von Thomas Kläber und Erika Stürmer-Alex bezeugen.
Das Motiv der Landschaft durchzieht seit der Renaissance die gesamte Kunst aller Jahrhunderte. Und auch wenn seit der stilistischen Feinarbeit Paul Cézannes die gattungsmäßige Bestimmung der reinen Landschaftsmalerei nicht mehr vollends greift, so müssen wir rund einhundert Jahre später dennoch feststellen, dass Landschaft nach wie vor oder eher wieder eines der beliebtesten Themen der Malerei und Fotografie ist. Der enge Landschaftsbegriff hat sich geöffnet, andere Diskussionsfelder außerhalb von Malmittel und perspektivischer Umsetzung werden in die Ästhetik einbezogen.
Die romantische Vorstellung von der idyllischen Landschaft als Rückzugsort musste mit der Industrialisierung dem zeitgenössischen Bild von den Veränderungen des ländlichen und urbanen Lebens weichen. Das Thema von Landschaft und Raum wird seitens des Künstlers, wie in früheren Zeiten auch, von distanziertem Interesse begleitet. Und in der Tat findet sich in der zeitgenössischen Kunst, insbesondere auch in der Fotografie, eine Vielzahl von Arbeiten, die um die Natur und Landschaft kreisen. Nachdem dies vor etwa zwanzig Jahren oft in ökologischem Kontext stand, so ist der Blick auf die Landschaft bis heute geschärft geblieben, durch alle Moden und Zeiten hindurch.
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