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    Dieselkraftwerk Cottbus
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2010 I 2009 I 2008 I

2010

Michael van Ofen
Der Abschied der Braut
2.5. - 25.7.2010


Michael van Ofen
Strickende Holländerin. 2005
Öl auf Leinwand
© Courtesy Sies + Höke Galerie, Düsseldorf


Michael van Ofen
SOhne Titel (Blechen). 2004
Öl auf Leinwand
© Courtesy Sies + Höke Galerie, Düsseldorf

Der Düsseldorfer Maler Michael van Ofen entwickelt seine Position in der Auseinandersetzung mit der Malerei des 19. Jahrhunderts, so mit Carl Blechen oder Ferdinand Georg Waldmüller. In neuerer Zeit beschäftigt ihn die Kunst des Hofmalers Anton von Werner, dessen pathetische Spuren er bis in die Studienblätter hinein verfolgt. In einer äußerst starken Reduzierung auf manchmal nur ein oder zwei Farbwerte und gestische Pinselschwünge erschafft der Künstler eine neuartige Sicht auf den herkömmlichen, teils antiquiert wirkenden Motivkreis und deren malerische Feinbehandlung. Dabei muten van Ofens Gemälde wie minimalistische Farbtafeln an. Ein charakteristischer Zug leuchtet auf und verliert sich zugleich als Bildgegenstand in einer anderen, abstrakten Welt. Bekannt geworden ist Michael van Ofen vor allem durch seine Landschaftsgemälde, deren Struktur und Tiefenraum sich durch sparsam gesetzte Farbzüge zusammenfügt, die zugleich aber immer das Konstruierte sichtbar belassen.


Michael van Ofen
Ohne Titel. 2008
Öl auf Leinwand
© Courtesy Sies + Höke Galerie, Düsseldorf


Michael van Ofen
Ohne Titel (Katalog). 2007
Öl auf Leinwand
© Courtesy Sies + Höke Galerie, Düsseldorf


Arno Fischer
Retrospektive
18.2. - 2.5.2010

Arno Fischer zählt zu den bedeutendsten deutschen Fotografen. In den 1950er Jahren arbeitete er in Ostberlin und reflektierte als Grenzgänger zwischen Ost und West die Situation der geteilten Stadt. Seine Fotografien für die legendäre ostdeutsche Zeitschrift "Sibylle - Zeitschrift für Mode und Kultur" gelten bis heute als stilprägend. Neben ausdrucksstarken Porträtaufnahmen sind es vor allem die eindringlichen Reisebilder aus der DDR, Polen, Indien, New York, Afrika, die Fischers scharfe Beobachtungsgabe und sein Talent als feinsinniger Geschichtenerzähler offenbaren.

Seit 1978 lebt Arno Fischer zurückgezogen auf dem Land. Während der vergangenen 30 Jahre dokumentierte er mit einer Polaroid-Kamera anscheinend zufällig entdeckte Stillleben und Details in seinem Garten. Mit diesen sehr privaten Bildern scheint der Fotograf sich selbst treu geblieben zu sein: "Man muss nicht komponieren, die Welt ist die Komposition". Die Retrospektive würdigte das außerordentliche künstlerische Lebenswerk des 1927 in Berlin geborenen Arno Fischer. Sie stellte seine wichtigsten Werkgruppen vor und umfasste rund 130 Aufnahmen, darunter zahlreiche Vintage-Prints.

Die Ausstellung, zusammengestellt vom Institut für Auslandsbeziehungen e. V., Stuttgart, wurde in Deutschland nur in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus präsentiert. Nach Cottbus geht die Retrospektive auf eine weltweite Tournee.


MARKierungen
Künstler sehen Brandenburg
31.1. - 11.4.2010

Verschiedenste Positionen mit landschaftsbestimmenden Momenten, dokumentarischen Ansätzen, historischen Überarbeitungen oder auch sozialkritischen Komponenten kamen zu einer spannungsvollen Ausstellung mit dem bewusst offen gehaltenen Titel "MARKierungen" zusammen. Allen lag eine Auseinandersetzung mit Gegebenheiten im Land Brandenburg zugrunde. Dies war auch initiiert, als sich das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus und der Brandenburgische Verband Bildender Künstler (BVBK e. V.)zu diesem Projekt zusammen taten.

Auf die Ausschreibung hin kamen exakt sechzig Einreichungen ins Haus, querbeet durch alle bildkünstlerischen Ausdrucksformen, wie Malerei, Plastik, Grafik, Fotografie, Performance, Installationen. Die aus beiden Institutionen besetzte Jury hat Arbeiten von zwölf Künstlern ausgewählt, die in ihrer Gesamtheit ein äußerst spannungsvolles Spektrum von "Markierungen" ergeben.


2009

mukk-Ausstellung SommerKunstWerkstatt 2009
27.11.2009 - 31.01.2010

Seit 17 Jahren bietet das Kunstmuseum, unterstützt vom Staatlichen Schulamt Cottbus, eine Lehrerfortbildung für Kunst- und Kulturpädagogen in der ersten Sommerferienwoche an. In diesem Jahr trafen sich Interessierte im Landschulheim Bademeusel, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten. Unter Anleitung der Cottbuser Künstler Bettina Winkler und Günther Rechn entstanden Collagen, Flachdrucke und Tiefdrucke (Aquatinta).
Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl der Ergebnisse dieses Workshops, ca. sechzig Arbeiten. Mit unterschiedlichsten Motiven und Techniken zeigen sie die Vielfalt künstlerischen Schaffens innerhalb einer sehr interessanten und arbeitsreichen Woche.


Voller Leben
Aus der Sammlung
6.3.2009 - 31.1.2010

Die rund 100 Gemälde, Fotografien und Plastiken aus den 1920er Jahren bis in die Gegenwart waren in dieser Präsentation in ein vierfarbiges Spektrum untergliedert: Markierungen an den Kunstwerken hoben die einzelnen Themen, quer durch die Ausstellungsräume, hervor.
Rot - in Farbe: Dafür stand A.R. Pencks düster-bedrohliches Gemälde "Nachtschattenacht" (1990).
Grün - im Stillen, wurde durch das klassische, ja zeitlos wirkende Stillleben "Brot und Tasse" (1958) des Dresdners Theodor Rosenhauer präsentiert.
Blau - in persona: Der Fotograf Thomas Florschuetz brachte in seinen Künstlerporträts aus den 1980er Jahren mit hart auf den unteren Bildrand gesetzten Köpfen prägnant Individualität zur Anschauung.
Und letztendlich als größte Gruppe: Gelb - mittendrin. Eines der Lieblingsbilder des Publikums rückte hier ins Zentrum: Clemens Gröszers "Café Liolet" (1986) entfaltet seine exotisch-weibliche Aura in der Nische eines Ostberliner Szenecafés.


Die Erinnerung ist oft das Schönste.
Fotografische Porträts von Romy Schneider
18.10.2009 - 17.1.2010

Von kaum einem anderen Star existieren so viele verschiedene und so widersprüchliche Bilder. Romy Schneider wurde tausendfach fotografiert - und doch ist sie immer rätselhaft geblieben.
Ein besonderer Schatz sind die teilweise bis heute unveröffentlichten Aufnahmen der neun international renommierten Fotografen Werner Bokelberg, Peter Brüchmann, Roger Fritz, F.C. Gundlach, Helga Kneidl, Robert Lebeck, Herbert List, Will McBride und Max Scheler. Sie trafen nur einmal auf Romy - Herbert List etwa hielt den Teenager um 1954 auf bisher unbekannten Bildern fest - oder begleiteten sie durch ihr Leben, wie Robert Lebeck, der seit den 1950er Jahren bis kurz vor ihrem Tod beeindruckend persönliche Aufnahmen schoss. Romy als junges Mädchen, in ihren Filmrollen, an der Seite von Alain Delon, in inniger Umarmung mit ihren Kindern, scheinbar unbeobachtet im Alltag oder in Posen und Verkleidungen, fröhlich oder nachdenklich, verführerisch schön oder verletzlich: Die Momentaufnahmen lassen den Mythos Romy lebendig werden - und machen zugleich die Vergänglichkeit des Daseins auf eindrückliche Weise sichtbar.
Die Ausstellung zeigte über 140 Fotografien in Schwarzweiß und Farbe aus den Jahren 1950 bis 1981.
Das ausstellungsbegleitende Buch (Verlag Hatje Cantz) sowie das Plakat zur Ausstellung sind bereits ausverkauft.
Darüber hinaus ist ein Plakat zur Cottbuser Ausstellung (3,00 EUR) mit einem Motiv von Helga Kneidl erhältlich.


Wendezeiten. 20 Jahre danach
Aus der Sammlung Plakat
08.10.2009 - 17.1.2010

Plakate reflektieren die ästhetischen und gesellschaftlichen Prozesse ihrer Zeit. Gebunden an politische, ökonomische und kulturelle Strukturen ist ihr tiefer Sinn stets einem bestimmten Zweck verhaftet.
Die Ausstellung ging anhand verschiedener künstlerischer Positionen der Frage nach, welchen Einfluss zwanzig Jahre deutsche Einheit auf die Arbeit der Künstler aus Ost und West genommen haben, welche neuen inhaltlichen und formalen Ansätze es gibt. Es ist zu beobachten, dass Plakate, die soziale Themen zum Inhalt haben, stärker in Erscheinung treten. Die Probleme haben sich angeglichen. Themen wie Arbeitslosigkeit, Solidarität, Rechtsradikalismus und die Suche nach der eigenen Identität stehen dabei an erster Stelle.
Zu sehen waren Plakate, die bei den jährlichen Wettbewerben "Die 100 besten Plakate" ausgezeichnet wurden. Als Teil unseres visuellen Alltags dokumentierten sie unter gestalterisch-ästhetischen Gesichtspunkten das kulturelle, politische und soziale Geschehen in Deutschland von der Systemwende bis heute.


Förster. Heisig. Metzkes. Stötzer
im Land Brandenburg
12.7. - 4.10.2009

Vier klangvolle Namen, die lange schon für Qualität und Kontinuität, aber auch für die Streitbarkeit figurativer ostdeutscher Kunst standen und stehen, vereinigten sich zu einer ungewöhnlichen Begegnung. Vermutet man doch zunächst kaum, dass sich diese Künstler, deren Schaffen mit entscheidenden kulturellen und geistigen Räumen in Verbindung gebracht wird, gerade das Flachland Brandenburg, teils seit längerem schon, als Arbeitsort und oder Rückzugsraum auserwählt haben. Bei näherer Betrachtung bleibt die eine oder andere Spur im Werk der vier Altmeister zu entdecken, die direkt oder indirekt auf Märkisches verweist.
Ausgehend von den eigenen Sammlungsbeständen kamen zwanzig Jahre nach der Wende insbesondere Arbeiten aus den letzten beiden Jahrzehnten von den Malern Bernhard Heisig (geb. 1925) und Harald Metzkes (geb. 1929) und von den Bildhauern Wieland Förster (geb. 1930) und Werner Stötzer (geb. 1931) zusammen. Rund achtzig Kunstwerke, Malerei und Skulptur, entfalteten in den drei Räumen des Maschinenhauses ein spannungsvolles figürliches Panorama.
Der ausstellungsbegleitende reich bebilderte Katalog (72 Seiten) erschien im be.bra.verlag Berlin.


Arno Schmidt. Der Schriftsteller als Fotograf
Fotografien von Arno und Alice Schmidt aus drei Jahrzehnten
Arno Schmidt. Vier mal vier. Fotografien aus Bargfeld - SchwarzWeißAufnahmen
14.6. - 13.9.2009

Arno Schmidt (1914-1979) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Moderne. Die norddeutsche Landschaft inspirierte Schmidts fotografische Arbeit ebenso wie sein literarisches Schaffen. Hier sind die Romane "Kaff auch Mare Crisium" (1960) und "Zettel's Traum" (1970) angesiedelt, in denen traditioneller Erzählstil und avantgardistische Schreibtechnik einmalig kombiniert wurden.
In den farbigen Landschaftsaufnahmen Arno Schmidts, publiziert in "Vier mal Vier", wechselten stille Detailbetrachtungen mit flächigen Kompositionen aus Waldrändern, Kornfeldern und Wolkengetümmel. Das Kompendium "SchwarzWeißAufnahme" zeigt dagegen frühere Bilder Schmidts, die ihre Wirkung aus einer unendlichen Skala von Grautönen und der Ausgewogenheit der bildnerischen Mittel von malerischer Fläche und grafischem Lineament ziehen.
Aus den beiden Konvoluten stellte das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus einen aussagekräftigen Querschnitt zusammen, der in ausgewählten Textpassagen eine entsprechende Ergänzung fand. Seinen Bezug zur Lausitz beschrieb Schmidt in einem autobiografischen Fragment. Ausschnitte aus dem Radioessay „Der Waldbrand“ verdeutlichen Schmidts Beziehung zu Leopold Schefer (1784-1862), dem Dichter, Komponisten, Naturphilosophen und Gutsverwalter von Hermann Fürst Pückler in Muskau.
Die Ausstellung wurde durch die Arno Schmidt Stiftung Bargfeld unterstützt.


Humor.
Plakate aus aller Welt
8.4. - 28.6.2009

Lachen ist gesund, sagt der Volksmund, aber nicht alle können über das Gleiche lachen. Humor ist in allen Kulturen, auf allen Kontinenten und in allen Entwicklungsstufen einer Gesellschaft anzutreffen. Er hat etwas Urmenschliches, wird aber entscheidend vom kulturellen Nährboden, in dem man aufwächst, beeinflusst.
Humor hat viele Facetten. Wir lächeln aus Verlegenheit, witzeln über eine nicht komische Realität, übertönen Angst mit Galgenhumor. Er kann aber auch Ausdruck einer allgemeinen Lebensfreude sein. Studien haben gezeigt, dass der Mensch geradezu begierig auf Humor ist. Mit Humor kann Witz gemeint sein, jene geistreiche Überspitzung, die zum Lachen reizt. Diese wird auf Grund ihrer komprimierten Form - etwas mit Witz sprichwörtlich auf den Punkt bringen - häufig im Plakat verwendet, denn Humorvolles bleibt nachgewiesenermaßen nachhaltiger in der Erinnerung haften.
Die Ausstellung, die rund 150 Plakate von Künstlern aus Brasilien, China, Hongkong, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Israel, Japan, Mexiko, den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und den USA umfasst, zeigte Heiteres, Hintergründiges und auch Schwarzhumoriges. Zu sehen waren internationale Plakate aus den letzten 30 Jahren, darunter Plakate aus Wirtschaft, Kultur, Politik und dem sozialen Bereich.


Voller Leben
Aus der Sammlung
6.3. - 7.6.2009

Die Sammlungspräsentation unter dem Titel "Voller Leben" folgte der Idee der Museumspädagogik, einmal die facettenreichen, bunten Aspekte des menschlichen Daseins auszubreiten, wie sie sich vielgestaltig in den Museumsbeständen wieder finden.
Mit rund 100 Gemälden, Fotografien und Plastiken aus den 1920er Jahren bis in die Gegenwart entstand ein besonders Spektrum: Vom „Strandleben“ (Hans Vent) zum "Besuch im Atelier" (Horst Leifer), von "Live im Keller" (Johannes Heisig) bis zum "Zirkus" (Heinz-Karl Kummer) , von poetischen Momenten "Im Garten" (Carl Marx) bis zum "Café Liolet" (Clemens Gröszer) reichte die Auswahl.
Darin kamen auch zum Teil selten oder noch nie gezeigte Werke ans Tageslicht und spannungsvolle Begegnungen waren im Nebeneinander unterschiedlicher Handschriften vorprogrammiert. Farbige Markierungen an den Kunstwerken hoben vier Gruppen, quer durch die Ausstellungsräume, hervor: Rot - in Farbe, Grün - im Stillen, Blau - in persona und Gelb - mittendrin.


Mit Abstand - Ganz nah.
Fotografie aus Leipzig
25.1. - 29.3.2009

Obwohl man Leipzig im Kunstbereich häufig zuerst mit traditionsreicher Malerei verbindet, war und ist die Stadt schon immer ein Ort, an dem die Fotografie als künstlerische Disziplin wie als akademisches Lehrfach eine wichtige Rolle spielt.
Die Ausstellung gab mit Werken von 25 Künstlern, die alle an der Hochschule für Grafik und Buchkunst ein Studium absolviert haben, einen Überblick zur Leipziger Fotografie seit den späten 1970er Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart hinein.
Ausgehend von der Sammlung Fotografie des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus wurden markante Werke ostdeutscher Fotokunst vorgestellt (Tina Bara, Christian Borchert, Klaus Elle, Thomas Kläber, Werner Mahler, Jens Rötzsch, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter, Gundula Schulze Eldowy, Maria Sewcz) und exemplarische Arbeiten der nachrückenden Künstlergeneration(en) seit 1990 gezeigt (Viktoria Binschtok, Yvon Chabrowski, Ulrich Gebert, Göran Gnaudschun, Matthias Hoch, Susanne Huth, Bertram Kober, Ricarda Roggan, Adrian Sauer, Andreas Schulze, Grit Schwerdtfeger, Esperanza Spierling, Anett Stuth, Albrecht Tübke, Tobias Zielony).
Die kritische Distanz zur Wirklichkeit, sowohl unter den Perspektiven privat-alltäglicher wie öffentlicher, globaler Zusammenhänge markiert bis heute einen wesentlichen Bestandteil der Leipziger Fotografie. Es erschien ein Katalog im Kerber Verlag, Bielefeld/Leipzig.
Die Ausstellung wurde gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Künstlerliste:
Werke vor 1989 aus der Sammlung Fotografie des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus:
Christian Borchert, Klaus Elle, Thomas Kläber, Werner Mahler, Jens Rötzsch, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter, Gundula Schulze Eldowy, Maria Sewcz, Tina Bara

Werke nach 1990 bis 2008:
Viktoria Binschtok, Yvon Chabrowski, Ulrich Gebert, Göran Gnaudschun, Matthias Hoch, Susanne Huth, Bertram Kober, Ricarda Roggan, Adrian Sauer, Andreas Schulze, Grit Schwerdtfeger, Esperanza Spierling, Anett Stuth, Albrecht Tübke, Tobias Zielony
Projektpartner:
Kunstsammlungen der Städtischen Museen Zwickau
Museum der Stadt Ratingen


2008

Neulanderkundung
Stipendiaten für Bildende Kunst des
Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur
des Landes Brandenburg
2006 / 2007 / 2008
9.11.2008 - 8.2.2009

In den Räumen des Schalthauses fügte sich die Stipendiaten-Ausstellung, seit 1999 kontinuierlich vom Kunstmuseum veranstaltet, bestens mit ihren unterschiedlichen Werkaspekten ein. Auffällig erschien diesmal eine hohe Qualität, insbesondere der fotografischen Beiträge, so von Ingar Krauss, der unter dem Titel "Zugvögel" eine Bildnisfolge osteuropäischer Wanderarbeiter in klassischem Schwarz-Weiß zeigte und von Göran Gnaudschun, der mit "Neue Portraits" vertreten war, die durch ihre Offenheit uns Betrachter als Gegenüber unmittelbar herauszufordern. Daneben standen prononcierte Beiträge von Daniel Klawitter, der im faszinierenden Zusammenspiel von Organoidem und Konstruktivem seine Formsprache entfaltete sowie Jan Beumelburg, mit aberwitzigen Forschungen zur Welt der Käfern. Die drei Stipendiatenkataloge von 2008 liegen in einem neuen, individuelleren Outfit vor.


Jan Wawrzyniak
Zeichnerische Aporien
17.10.2008 - 11.1.2009

Jan Wawrzyniak Zeichnerische Aporien Noch bis 11.1.2009 Jan Wawrzyniaks aktuelle Arbeiten, die eigens für die Cottbuser Ausstellung entstanden, suggerieren leere Innenräume. Die großformatigen Kohlezeichnungen führen den Betrachter an unbestimmte, nicht benennbare imaginäre Orte. Gekonnt gesetzte Linien und Flächen evozieren zwar ein perspektivisches Sehen, aber insgesamt entsteht bei der Betrachtung dennoch kein plausibles Gesamtgefüge. Das räumliche Sehen wird einmal durch die Verwendung geometrischer Formen angeregt, gleichermaßen aber auch irritiert, da sich das bildlich Gezeigte für den Betrachter nicht als real denkbarer dreidimensionaler Raum erschließt und auch nicht von einem solchen abgeleitet zu sein scheint. Die Unmöglichkeit, eine perspektivische Eindeutigkeit durchzuhalten, drückte sich auch im Titel der Ausstellung aus. Gewissheit stellt sich nicht ein.
Es erschien ein 68-seitiger Katalog mit einem Textbeitrag von Prof. Karen van den Berg.


day by day
Amerikanische Fotografie
aus der Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung
17.10.2008 - 11.1.2009

Die Ausstellung präsentierte aus der bedeutenden Sammlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung eine Reihe wegweisender Positionen der amerikanischen Fotografie seit den 1960er Jahren. Sie zeigte einen prägnanten Querschnitt aus dem Schaffen von Robert Adams, Stephen Shore, Judith Joy Ross, Garry Winogrand, William Eggleston, Lee Friedlander, Diane Arbus, Nicholas Nixon und William Christenberry. Die Fotografen, die allesamt in Serien arbeiten, verbindet eine dokumentarisch registrierende Haltung. Indem die Künstler auf fotografische Effekte verzichten, nähern sie sich der Realität direkt und unverstellt. Die Bilder sind politisch, symbolisch, stets subjektiv, aber nie ideologisch oder vordergründig auf Sensation bedacht.
Die Ausstellung vermittelte ein aufmerksames und vielschichtiges Bild von Zuneigung und Vertrauen in die Menschen, sich der Chancen des Lebens und des Reichtums der Natur immer wieder bewusst zu werden. Das zeigte sich u.a. in den überraschenden Alltagsnotizen bei Garry Winogrand, in den Impressionen der Farben des Westens bei Stephen Shore, in den Familienporträts bei Nicholas Nixon und in Bildern nationaler Trauer am Vietnam-Memorial in Washington bei Judith Joy Ross.


Vorhang auf!
Zum 100. Geburtstag des Staatstheaters Cottbus
Aus der Sammlung Plakat
9.9. - 26.10.2008

Das Staatstheater Cottbus beging am 1. Oktober 2008 seinen 100. Geburtstag.
Aus Anlass des 100. Geburtstages des Staatstheaters Cottbus wurden aus der Sammlung des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus Theaterplakate zu ausgewählten Inszenierungen gezeigt. Die Ausstellung umfasste vorwiegend Plakate von Grafikern, die für das Staatstheater Cottbus gearbeitet haben. Dazu gehören Walter Böhm, Meinhard Bärmich, Rudolf Sittner, Andreas Wallat und Andreas Klose.
Die Auswahl der Plakate, die im Kunstmuseum zu sehen waren, erfolgte ausschließlich nach künstlerischen bzw. gestalterischen Kriterien.
Etwa zeitgleich präsentierte sich das Stadtmuseum Cottbus mit einer Dokumentation über die Baugeschichte des Cottbuser Theaters im Gebäude der Stadtverwaltung. Diese Ausstellung wurde mit Dokumenten der Zeitgeschichte erweitert.


Paco Knöller
Schnitte. Riskante Euphorien
8.5. – 22.6.2008

Für die Institution Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus war die Ausstellung von Paco Knöller die erste Einzelpräsentation eines zeitgenössischen Künstlers im restaurierten und zum Museum umgebauten Industriegebäude Dieselkraftwerk.
Paco Knöller gehört zu den wichtigsten Künstlern, die in den achtziger Jahren begannen, sich mit dem traditionsreichen Medium Holzschnitt neu auseinanderzusetzen und in ihm schließlich ein Ausdrucksmittel fanden. Knöllers kraftvoll leuchtende Arbeiten sind Holzschnitte, die großflächig organisiert sind. Eine spezifische Verschmelzung des fragilen Lineaments mit den impulsiven Farbsetzungen ist charakteristisch für die Bildsprache des Künstlers.
In dem neuen acht Meter hohen Raum M 1 des Maschinenhauses waren Blätter aus der Werkgruppe der "Riskanten Euphorien" (2001-2003) in Kombination mit der "Meerischen Arbeit II", einem Monumentalblatt aus dem Jahr 2001, zu sehen.


Paco Knöller
Yuán. Das neue Südportal

Die neu geschaffene Eingangssituation liegt auf der Südseite des Gebäudes. Mit einem auf Glas gedruckten Werk des Berliner Künstlers Paco Knöller kündet das vierflüglige Südportal nun auch in den Außenraum von der Nutzung des Gebäudes durch die Kunst - wenn es nicht sogar auf dem besten Wege ist, zum Zeichen oder Symbol für das Cottbuser Museum zu werden.
Die Transparenz des Werkes veranschaulicht die Wechselwirkung zwischen Innen und Außen sowie Kunst und Realität. Yuán ist das chinesische Wort für Quelle und bezieht sich hier auf das Fließen der Farben. Dass diese farbig überraschende Installation dauerhaft gesichert werden konnte, verdankt sich einer Initiative des Vereins der Freunde und Förderer des Museums sowie vor allem der großzügigen Unterstützung durch die envia M Gruppe un d die Kulturstiftung der Länder.


Angelandet
Die Sammlung im neuen Haus
8.5. – 24.8.2008

Die erste Präsentation unter der Headline "Angelandet. Die Sammlung im neuen Haus" zeigte Hauptwerke der Sammlung, Werke des älteren Teils der Sammlung (1977-1990) sowie des neueren Lebensabschnitts des Museums unter der Verantwortung des Landes Brandenburg (seit 1991). Künstler, die im Land Brandenburg leben und arbeiten oder Landstriche in Brandenburg thematisieren, sind im besonderen Interesse des Museums. In diesem Sinne sind aus der ersten Präsentation im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus die Werke von Johannes Geccelli, Cornelia Schleime, Clemens Gröszer, Werner Stötzer u.a. zu nennen.
Unter den Erwerbungen und Schenkungen der letzten Jahre sind einige Arbeiten in den Sammlungspositionen noch nicht zu sehen gewesen, darunter Fotografien von Barbara Klemm, Andreas Gefeller, Marc Räder, Malerei von Norbert Schwontkowski, Thomas Hartmann u.a. Der Themenbereich von Landschaft und Raum, Natur und Umwelt bestimmt den weitaus größeren Teil der ausgestellten Werke.
Unter dem Titel "Spannungsfelder" wurde eingedenk des Ortes (Kraftwerk) jedem ausgestellten Plakat im Schaltraum S 2 Raum gegeben, seine eigene Magie zu entfalten.
Inhaltlich spiegelt sich der Stand der Sammlung des Hauses im neu erschienenen Museumsführer wider - möglich geworden durch eine Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg und der Sparkasse Spree-Neiße - ein Handbuch, das sich in die bewährten Museumsausgaben des Prestel-Verlages einreiht (9,90 EUR).

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