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    Dieselkraftwerk Cottbus
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RÜCKBLICK

2011 I 2010 I 2009 I 2008

Wahlverwandtschaft
Stipendiaten für Bildende Kunst des Ministeriums für Wissenschaft,
Forschung und Kultur des Landes Brandenburg 2009/2010/2011
Kooperation mit dem MWFK
19.11.2011 - 15.1.2012

In die aktuellen Kunstentwicklungen im Land Brandenburg kann die Ausstellung mit Beiträgen der neun Stipendiaten spannende Einblicke gewähren.

2009: Frank Gaudlitz zeigt von seinen südeuropäischen Streifzügen Aufnahmen aus dem Porträtzyklus "Warten auf Europa". Mit der Werkfolge "grenznah" provoziert Annette Paul durch spielerisch verfremdende Eingriffe das Erscheinen von Alltagsdingen. Die Malerin Seltmann entspannt einen Weltbogen aus dem brandenburgischen Landleben unter dem Thema "Klabund".

2010: Kathrin Harder erkundet in der Blattfolge "sine loco et anno" mit landschaftlicher und rhythmischer Abstraktion neue Verwebungen. Ingeborg Bachmanns Dichtungen haben Mona Höke zu großformatigen skriptural-ornamenthaften Malereien inspiriert. Steffen Mühle arbeitet mit Fotoirrläufern, die er durch digitale Manipulation in verblüffend neue Bildrealitäten hebt.

2011: Indem Jan Beumelburg der Frage nachgeht: "Sind Pflanzen die besseren Tiere?", durchlöchert er den starren Wirklichkeitsrahmen mit Witz, Satire und Ironie. Frauke Danzer reflektiert mit ihren Körperabguß-Installationen kritisch die Reproduzierbarkeit bzw. Genmanipulation von Leben. In seiner fotografischen Arbeit "MARK/SCHNITTE" untersucht Fred Hüning das brisante Thema Unfalltod auf Brandenburgs Straßen.


Ostzeit
Geschichten aus einem vergangenen Land
29.9.2011 - 8.1.2012

Bilder, die beobachten statt behaupten. Geschichten, die sich an den Verhältnissen reiben, ihren Protagonisten aber stets zugewandt bleiben. Fotografie, die zeigt was ist: Angehaltene Zeit.
Sibylle Bergemann, Ute Mahler, Werner Mahler, Harald Hauswald und Maurice Weiss - alle Mitglieder der Agentur OSTKREUZ - zeigen in ungeschönten und zugleich sensiblen Bildern den Alltag und die Menschen in der DDR jenseits der offiziell propagierten Darstellungen. Durch ihre Offenheit und persönliche Sichtweise ermöglichen die Fotografien, die in den 1970er und 1980er Jahren entstanden, einen authentischen Blick auf den Osten Deutschlands. Sie sind eine Auseinandersetzung mit einer Realität, die bis in die Gegenwart nachwirkt.

In den Bildern der insgesamt 13 Themenkomplexe werden Geschichten von einem Land erzählt, das nicht mehr existiert, aber in diesen Bildern konserviert wurde. Mehr als 160 Schwarzweißfotografien ermöglichen eine Zeitreise und zeichnen ein facettenreiches Bild des Lebens in der DDR. So stehen neben Sibylle Bergemanns vielfach ausgezeichneter Fotodokumentation zur Entstehung und Montage des Marx-Engels-Denkmals ihre unerreicht menschlichen Bilder von "Clärchens Ballhaus" sowie eine weniger bekannte Serie der Fotografin. 1974 erkundete sie in einer konzeptionellen Arbeit den Wohnungstyp P2 in Ostberliner Plattenbauten.

Werner Mahler präsentiert in der Ausstellung eine Dokumentation über Steinkohlearbeiter in Zwickau, Milieustudien der Berliner Fußballszene und Bilder aus seiner Diplomarbeit - Alltagskonstellationen, die er im thüringischen Dorf Berka beobachtete. Des Weiteren wird sein Langzeitprojekt über eine Abiturientenklasse aus Oranienburg vorgestellt, das Mahler bis heute weitergeführt hat.

Ein fotografischer Essay Harald Hauswalds erzählt von der Tristesse und versteckten Komik des DDR-Alltags, während in seinem Themenblock "Am Rande der Republik" Künstler, Punker und Oppositionelle im Mittelpunkt stehen. Ute Mahler zeigt Modefotos, die für die Zeitschrift "Sibylle" entstanden sowie ganz unmittelbare Aufnahmen der Teilnehmer der Berliner Maiparade von 1980. Außerdem wurde die Serie "Zusammen leben" ausgewählt, in der Ute Mahler über Jahre hinweg in sensiblen Bildern Menschen in ihrem privaten Umfeld porträtierte.

Ein Dank für die freundliche Unterstützung der Ausstellung geht an die Vattenfall Europe AG und an OSTKREUZ - Agentur der Fotografen GmbH.


An Geschenken wachsen
13.09. - 08.01.2012

In den beiden Räumen der Ausstellung hielten Werke Zwiesprache, die über verschiedenste Anlässe ins Haus gekommen sind, als Geschenke aus Künstler- oder Sammlerhand oder als Wunschkandidaten der kunstwissenschaftlichen Abteilung. Mit eigenen Mitteln waren sie nicht zu erwerben, so sind sie vielfach über kulturelle Stiftungen und private Kunstanhänger gesponsert worden, insbesondere auch durch den Freundes- und Förderkreis, der sich explizit um das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus schart. Die Präsentation zeigte eine Vielzahl von Kunstwerken aus den Werkgruppen und Konvoluten, die in den letzten 17 Jahren so ans Haus gekommen sind.

Eine Ausstellung zum Cottbuser Themenjahr 2011: Wirtschaft und Ehrenamt
Mit KM DKW Freunde und Förderer e.V.


Damm & Fiedler. Plakate
4.9. - 6.11.2011

In den 1970er Jahren zeigte sich ein spürbarer Aufschwung in der Plakatkunst der DDR. Zu diesem Zeitpunkt profilierten sich die meisten heute noch für die Sammlung des Museums wichtigen Plakatgestalter, zu denen auch die Leipziger Jutta Damm-Fiedler und Jochen Fiedler zählen. Beide gehören zu der Generation, die das Bild des DDR-Plakates mitprägten. Hervorgetan hat sich Jutta Damm-Fiedler insbesondere mit einfühlsamen Bildkompositionen in ihren Musik- und Theaterplakaten. Das Plakat zum "III. Internationalen Bachfest der DDR" aus dem Jahre 1975 fand Aufnahme in die jährliche Ausstellung des Art Directors Club New York und mit der Verleihung des 1. Preises beim Wettbewerb der besten Plakate markiert es den Beginn eines beachtlichen Aufschwungs im Leipziger Plakatschaffen. Jochen Fiedler gestaltete u. a. für die ersten Ausstellungen des neu gegründeten Cottbuser Museums eine Reihe von Siebdruckplakaten, die einen unerwarteten und ungewöhnlichen Blick zeigten.
Neben seiner Auftragsarbeit befasst er sich immer auch mit selbst gewählten Themen, meist zu Politik, Gesellschaft und Umwelt. Fiedler entwirft Plakate im eigenen Auftrag, die er im Siebdruck realisiert. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Für eines seiner jüngsten Plakate "Weil mein Schatz ein Jäger ist …" erhielt er den Grand Prix der Internationalen Triennale für Eco Plakate in Charkow (Ukraine).


Der Funke springt über
3. Werkstattausstellung
25.08. - 2.10.2011

Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus ist in der glücklichen Lage, Besuchern nicht nur interessante Ausstellungen zu bieten, sondern ihnen auch die Möglichkeit zu geben, sich aktiv mit Kunst in verschiedenen Kursen auseinanderzusetzen. Nun schaut das mukk. - museum.kreativ.kraftwerk. - auf ein intensives und spannendes Kursjahr 2011 zurück. Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten sich in den verschiedenen Kurssystemen künstlerischen Welten im eigenen Tun angenähert und dabei so manchen Schweißtropfen gelassen. Die Ergebnisse beflügeln und wecken Lust auf Neues.
Die 3. Werkstattschau dieser Art mit dem Titel "Der Funke springt über" hat sowohl anderen Einblicke in die kreativen Prozesse geben, als auch Mut gemacht, es selbst zu versuchen.


Max Uhlig, Claus Weidensdorfer
Arbeiten auf Papier
8.7. - 14.9.2011

Zwei namhafte Altmeister ostdeutscher Kunst, Max Uhlig (Jg. 1937) und Claus Weidensdorfer (Jg. 1931), präsentierte das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus mit seiner Sommerausstellung. Gut 100 Arbeiten auf Papier, hauptsächlich aus den letzten drei Schaffensjahrzehnten, zeigten die beiden Dresdner Künstler. Mit ihrer ausgeprägt individuellen Handschrift haben sie frühzeitig das landläufige Bild von der Kunst in der DDR mit verändert.
Max Uhlig entwickelte seine Formensprache seit Mitte der 60er Jahre souverän von der Linie her. In den direkt vor der Landschaft geschaffenen Bildern bleibt die webende Kraft der Natur unmittelbar spürbar. Die figürlichen Arbeiten von Claus Weidensdorfer schreiben auf eigenwillige, melancholische Weise Dresdner Zeichentradition fort. Hier begegneten uns skurrile oder sinnfrohe Momente, so auf der Bühne beim Jazz-Konzert oder im Netz zwischenmenschlicher Verstrickungen. Nach der Wende waren beide Künstler als Professoren an der Hochschule der Bildenden Künste in der Elbemetropole tätig.
Nachhaltigkeit und die Ressourcen nutzen, dies wird zurzeit überall diskutiert. Im Seminar mit Studentinnen und Studenten des Wintersemesters 2009/2010 vom Diplom / Master Studiengang Architektur und Stadtplanung wurde versucht, durch Herstellung von Plakaten über das Siebdruckverfahren Strategien zu entwickeln und Ideen umzusetzen, welche das Ziel beinhalten, mehr Umweltbewusstsein zu vermitteln.
Die Ergebnisse dieser studentischen Arbeit wurden in einer Ausstellung dem Museumspublikum vorgestellt. Ergänzt wurde diese Schau mit Plakaten, die anlässlich des 20-jährigen Geburtstages der BTU Cottbus entstanden sind. Mitwirkende:
Norman Basler, Sindy Bieler, Olivia Eble, Amelie Gauthier, Antje Günther, Janine Heinemann, Julia Herfurth, Stefan Kleybrink, Victor Macker, Moritz Maikämper, Vanessa Pointet, Meike Puschmann, Roman Röhrig, David Schwarzkopf, Franziska Seidel, Deborah Seifert, Markus Wehlke, Todor Nöler

Lehrstuhl Plastisches Gestalten, Prof. Jo Achermann / Fakultät 2, Studiengang Architektur und Stadtplanung

Mit freundlicher Unterstützung durch den Umweltbeauftragten Dr. Norbert Kopytziok, Barbara Martin / Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus sowie Christian Schlimok / Novamondo Design.


The Best of Papa Jo's
Von Skulptur bis Video.
Kooperation mit der BTU Cottbus
10.4. - 26.6.2011

Zu einem außergewöhnlichen Parcours vereinen sich neun aktuelle Positionen, die veranschaulichen, wie weitläufig Bildhauerkunst und plastische Gestaltung heute aufgefasst wird. Das reicht von den klassischen Materialien und Motiven des Genres, über Objektkunst und Installation bis zur Videokunst. Ein Grundzug tritt zutage, wo in den Arbeiten von Jo Achermann, Katrin Günther, Heike Klussmann und Ingo Vetter der Raum - als Um- oder Stadtraum - zum aktiven Bestandteil des Kunstwerkes selbst gehört. Eine spielerische und zugleich verfremdende Annäherung an Alltagsobjekte eröffnet sich in den Beiträgen von Nora Fuchs, Marcus Jansen und Heinrich Weid. Indes hinterfragen Gert Bendel und Yvonne Wahl auf unterschiedliche Weise den Umgang mit kunstgeschichtlichen "Ikonen". Im Ganzen zeigt Kunst sich hier als Grenzgängerin, zumal sie partizipatorisch den Betrachter und seine Aktivitäten integriert.
Den Anstoß zur Ausstellung bildet sowohl die Tatsache, dass der Bildhauer Jo Achermann seit 1994 die Professur für Plastisches Gestalten an der Brandenburgischen Technischen Universität innehat, als auch das 20-jährige Gründungsjubiläum der BTU Cottbus im Juni. Der aus der Schweiz stammende Künstler holte sich immer wieder jüngere künstlerische Kräfte an seinen Lehrstuhl, der einen Teil der Grundausbildung der Architekturstudenten betreut. Mehrere der Assistenten blieben bis zu sechs Jahre in Cottbus. Und - erstaunlicherweise - für fast alle war es gewissermaßen ein Zwischenstopp, bevor sie selbst als Lehrende ihre Kunstauffassungen andernorts auszubreiten begannen.


Hans-Christian Schink
Fotografie
23.1. - 27.3.2011

Die Ausstellung gab einen exemplarischen Überblick über verschiedene Werkgruppen des Fotografen Hans-Christian Schink seit Mitte der 1990er Jahre. Sie begann mit einer repräsentativen Auswahl aus der Serie "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" (1995 - 2003), die national wie auch international große Beachtung fand. Die großformatigen Bilder der umfassenden Fotoserie zeigen menschenleere Landschaften mit Autobahnen, Gleistrassen oder skulptural monströs wirkende Brückenbauten. Schinks hochästhetische Aufnahmen dokumentieren gewalttätige Eingriffe in Umgebung und Natur und prägen eine neue Sicht auf die radikalen Veränderungen der ostdeutschen Landschaften.
Ein Stipendienaufenthalt in Los Angeles weckte 2002 Schinks Interesse, sich auch mit dem Phänomen der Kulturlandschaften anderer, ferner Länder auseinanderzusetzen. Die farbigen Fotografien, die während seines Aufenthalts in Peru (2004) entstanden, bildeten die zweite Gruppe der Ausstellung. Sie bringen eine Erweiterung des thematischen Spektrums mit sich, das sich auch auf historische Stätten in ihrer heutigen Erscheinung oder reine Landschaftsaufnahmen erstreckt.
Der dritte Schwerpunkt waren Aufnahmen aus Schinks Langzeitprojekt "1 h", das den Fotografen in den letzten acht Jahren beschäftigte. Für die Serie macht sich Schink den Effekt der so genannten "echten Solarisation" zunutze. Extreme Überbelichtung verursacht eine physikalisch-chemische Umkehrreaktion, wodurch eine Lichtquelle im Bild, in diesem Fall die Sonne, nicht weiß, sondern schwarz abgebildet wird. Inspirationsquelle für dieses Projekt war das Foto "Black Sun" des amerikanischen Fotografen Minor White aus dem Jahr 1955. Ein Zufall - der kurzzeitig wegen starker Kälte eingefrorene Kameraverschluss - führte dazu, dass die Sonne im Bild als schwarzer Punkt erschien. Hans-Christian Schink setzt diesen Effekt gezielt und mit einer wesentlich längeren Belichtungszeit ein. Der scheinbare Lauf der Sonne über den Zeitraum von exakt einer Stunde erscheint als schwarzer, fremdartiger Streifen mit je nach Breitengrad und Jahreszeit unterschiedlichem Neigungswinkel. Die Landschaften, dem starken Gegenlicht ausgesetzt, wirken auf den Silbergelatineabzügen unwirklich und statisch. Es entstehen Bilder, die eine besondere Realitätswahrnehmung durch die Fotografie vermitteln.


2010

Himmelweiter Unterschied
Plakat
5.6.2010 - 6.2.2011

Wie die Präsentation der Sammlung Landschaft, Natur, Raum, Umwelt folgte auch die Plakatsammlung unter dem Titel "Himmelweiter Unterschied" dem Prinzip der Gegenüberstellung. Die Plakate zur Nord-Süd-Problematik von Nous Travaillons Ensemble und Klaus Staeck weisen durch die Aufteilung des Blattes in ein Oben und Unten Analogien auf, ganz unterschiedlich ist jedoch die Wahl ihrer Mittel. In den Plakaten der Ausstellung ging es um thematische Bezugspunkte, die von unterschiedlichen gestalterischen Positionen aus behandelt wurden. Das waren Plakate zu Natur und Umwelt, und es waren kulturelle Plakate, die das thematische Spektrum gleichermaßen berührten bzw. in der Wahl des Bildmotivs einen Bezug zu Landschaft, Natur, Raum, Umwelt herstellten. Unterschied und Ähnlichkeit zeigten sich in Farbe und Form, in den Handschriften, im Einsatz der künstlerischen Mittel, häufig auch in einem anders gearteten gedanklichen Ansatz. Darüber hinaus assoziierte der Begriff "himmelweit" Weltumspannendes. Dieser Gedanke verwirklicht sich im Gegenüber der Nationalitäten, hierin lag auch ein besonderer Reiz der Ausstellung.

Himmelweiter Unterschied
Landschaft/Natur/Raum/Umwelt
23.5.2010 - 6.2.2011

Vielleicht wohnt der Begegnung zwischen dem Gemälde „Das Matterhorn in frischem Schnee“ aus dem Jahre 1910 von Eugen Bracht (1842-1921) und der großformatigen Farbfotografie „Maloja“ (1989) von Andreas Gursky (Jg. 1955) etwas Ungewöhnliches inne. Ganz unbeabsichtigt war das nicht, wie der Titel „Himmelweiter Unterschied“ der neuen Sammlungspräsentation schon andeutete. Die Hängung in den drei Schalthausräumen folgte diesmal einem Prinzip der Gegenüberstellung. Und um die Besucher anzuregen, im Vergleich der Bildpaare Unterschiede und Ähnlichkeiten zu entdecken, wurden, wie im Falle der beiden genannten Kunstwerke, jeweils einige Stichworte mitgeliefert:
- Das alpine Motiv in Pathos, Erhabenheit und Größe.
- Wir werden als Betrachter, wie die Menschen bei Gursky, jeweils klein.
- Bracht bietet majestätische Entrückung, Gursky aber scheinbar eine Freizeitszene.
- Beide Bilder lassen die Frage nach dem Naturumgang aufkommen.


Schräg gegenüber. Plakate
Helmut Brade, Erhard Grüttner, Heinz Handschick, Günther Kieser, Uwe Loesch, Holger Matthies, Volker Pfüller, Gunter Rambow
7.11.2010 - 9.1.2011

In dieser Ausstellung wurde das Werk von acht Künstlern aus Ost und West gewürdigt, die ab den 1960er Jahren Bahnbrechendes auf dem Gebiet der Plakatgestaltung geleistet haben und zu deren spürbaren Aufschwung beitrugen. Sie zählen zu jenen Grafikern, die sich etwa zu diesem Zeitpunkt profilierten und für die Sammlung des Museums wichtig wurden.
Der Brandenburger Erhard Grüttner und der im Spreewald geborene Heinz Handschick sind Plakatgestalter, die sich besonders im Bereich des Filmplakates verdient gemacht haben. Gemeinsam mit Helmut Brade aus Halle und Volker Pfüller aus Berlin (beide als Grafiker und Bühnenbildner tätig) brachten sie neue und eigenwillige Sehweisen in die Plakatgestaltung der DDR ein. Sie trugen mit Kreativität und Engagement dazu bei, dass die bis dahin eher uniformen Plakate an Ausdruck gewannen. Neue Akzente setzten auch Grafiker, wie Uwe Loesch aus Düsseldorf, Holger Matthies aus Hamburg und der heute in Güstrow lebende Gunter Rambow, ebenso Günther Kieser aus Frankfurt am Main, der als einer der wichtigsten deutschen Grafikdesigner von Jazz- und Rockplakaten gilt. Der Reiz der Ausstellung lag in der Gegenüberstellung der unterschiedlichen künstlerischen Positionen dieser acht Plakatgestalter.


Weihnachtspräsentation
Fotografie
16.10.2010 - 9.1.2011

Vom 16. Oktober 2010 bis 9. Januar 2011 präsentierten die beiden Cottbuser Künstler Thomas Kläber und Hans-Georg Wagner Ausschnitte aus einigen Werkgruppen ihrer jüngsten Arbeitsprozesse. Der Fotograf Kläber wählte hierfür Bilder aus der Serie "Kopfgeburten" und dem umfangreichen Landschaftsthema "Nutzland" (Arbeitstitel) aus. Hans-Georg Wagner, der Bildhauer, zeigte ausgesuchte Bronze- und Holzskulpturen. Die Werkschau verstand sich als kleine Verkaufsausstellung und regte zum Kauf eines dauerhaft begeisternden Weihnachtsgeschenkes an. Die Initiative hierzu ging auf den Verein der Freunde und Förderer des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus zurück, der im Jahr 2010 auch Atelierbesuche bei den beiden Künstlern organisiert hatte.


Träume finden in der Vergangenheit statt / Sny o przeszlosci
Aktuelle Polnische Videokunst
VideoArt zum 20. FilmFestival Cottbus - Festival des osteuropäischen Films
2.11. - 21.11.2010

Längst ist die Video-Art zu einem integralen Bestandteil der zeitgenössischen Kunst geworden. Als Brückenschlag zwischen Filmkunst und Bildender Kunst eröffnet sich hier ein experimentelles Spannungsfeld. Zusehends verwischt die digitale Revolution mediale Grenzen und so spricht man inzwischen von "Medienkunst" oder "digitaler Kunst". Aus der kleinen Schwester des Films ist längst ein kaum überschaubarer Kosmos von technischen Möglichkeiten erwachsen. "VideoArt" wird als Gemeinschaftsproduktion des FilmFestival Cottbus, des Polnischen Institut Berlin und des Kunstmuseum Dieselkraftwerk ins Leben gerufen und findet alljährlich im Rahmen des Filmfestivals des osteuropäischen Films in Cottbus statt. Die erste Präsentation mit sieben Videoarbeiten aus dem Nachbarland wurde gemeinsam mit der Galerie Zak | Branicka, Berlin, vorbereitet. In der Black Box und im Schalthausraum S 3 wurden Werke von Olaf Brzeski, Pawel Ksiazek, Robert Kusmirowski, Agnieszka Polska, Joanna Rajkowska, Iwo Rutkiewicz und Konrad Smolenski gezeigt.


Agnieszka Polska
DECADES
12.09.2010 - 21.11.2011

Seit Eröffnung des Kunstmuseum Dieselkraftwerk im Mai 2008 wurde der Raum M 1 im Maschinenhaus wiederholt von Künstlern auf sehr eigene Weise "bespielt". Dieses Mal nun warte die junge polnische Medienkünstlerin Agnieszka Polska (Jg. 1985) mit einem Ensemble aus Fotoarbeiten und Videoprojektionen in räumlicher Verschränkung auf. Das übergreifende Thema ihrer jüngsten Werke lässt sich vielleicht als eine besondere Kunst des Erinnerns umschreiben. Wobei es der Künstlerin vor allem um das Kommunizieren von Kunstwerken geht oder besser deren Präsenz in den verschiednen Medien und als Bildergedächtnis in unseren Köpfen. Und zwar beschäftigt sie jener Umschlagpunkt, wenn Kunstäußerungen hinter dem Horizont der Aktualität verblasst sind und sich deren Kontexte aufgelöst haben. So zielen ihre Interventionen auf zweierlei ab: Sie hinterfragt die scheinbar so gewichtige, ja oftmals als Werk begründende Kategorie der Aktualität genauso, wie den überbordenden Hang zur Erklärungsbedürftigkeit von Kunstwerken. Es ist eine gewisse Skepsis, die sich im spielerischen Auflösen und Neuzusammenfügen bekundet, die aber auch einen neuen Blick auf die Kunstgeschichtsschreibung der letzten Dekaden, etwa der letzten 50 Jahre eröffnet.
Mit Slow-Motion-Bildern und befremdlichen Animationen steuert Agnieszka Polska in ihren Videoarbeiten gegen die Schnelllebigkeit unserer Zeit. Dabei bedient sie sich der Schwarz-Weiß-Ästhetik und Grobkörnigkeit alten Bildmaterials. Sie treibt ein aberwitziges, teils paradoxes Spiel mit den Werken und Wirkungen, mit den Reproduktionen und Strukturen - sie löst dergestalt das scheinbar feste System der Wahrnehmungs- und Kunstvermittlung auf. Die Künstlerin sagt dazu: "Wie ein lebendiger Organismus lebt und verändert sich das Archiv unablässig, endlos multipliziert es Bilder seiner selbst. Elemente, die während des Archivierungsprozesses verneint oder abgelehnt werden, treten später als schwarze Materie unseres Unterbewusstseins wieder hervor". Damit stellt sie die These von André Malraux’ "imaginären Museum", das in unserem Bewußtsein recht statisch existieren soll, in Frage, bzw. bette diese in einen ganzheitlich gesehenen Kontext wieder ein. Die einstmals als "Klassiker" gesetzten Werke entwickeln ein neues, absurdes Eigenleben und werden zu belastungsfreien Spielzeugen. Wie etwa im Video "Meine Lieblingssachen" (2010). Wobei sich hier kunstgeschichtlich hochgradig "kontaminierte" Objekte - wie das "Fahrradrad" von Marcel Duchamp - und Alltagsdinge bunt durcheinander mischen.


Farbwelten. Von Monet bis Yves Klein. Werke der klassischen Moderne aus den Kunstmuseen Krefeld
15.8 - 24.10.2010

Seit mehr als einhundert Jahren sammelt das Krefelder Kaiser Wilhelm Museum Werke der jeweils zeitgenössischen Kunst. 1897 wurde Friedrich Deneken (1857-1927) als erster Direktor des Museums von der rheinischen Stadt Krefeld berufen. Konsequent und behutsam führte er das Museum seither mit der Erwerbung von Kunstwerken aus Frankreich in die Moderne. 1907 kaufte er Monets Gemälde "Das Parlament. Sonnenuntergang" und von wohlhabenden Unternehmern ließ er sich Werke von Rodin für seine Sammlung schenken. Mit seinen Ankäufen modernster französischer Werke löste Deneken damals einen Skandal aus. Auf Beschluss der Stadtverordneten wurde er 1909 gezwungen, künftig auf Ankäufe und Ausstellungen "fremdländischer und moderner Bilder" zu verzichten.
Doch die Begeisterung für die Moderne hielt an: Seine Nachfolger im Amt, Max Creutz und Paul Wember, setzten in den zwanziger Jahren die avantgardistische Ankaufspolitik fort und erwarben Werke der expressionistischen und ungegenständlichen Kunst. In Krefeld ist somit eine exquisite Sammlung entstanden, die ihresgleichen sucht. Sie umfasst Spitzenwerke von Claude Monet und Auguste Rodin, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, Laszlo Moholy-Nagy, Piet Mondrian und Yves Klein, die teilweise zu den frühesten Arbeiten gehören, die von diesen Künstlern in ein Museum gelangt sind.
Zugleich markieren diese Werke den Triumph und die Emanzipation der Farbe in der Malerei: von Monets impressionistischer Farblandschaft an der Themse, über die kraftvollen Farben des Expressionismus bis zu der Autonomie der Farbe in den Werken Piet Mondrians und Yves Kleins. Konsequenterweise bildet eine Reihe monochrom weißer Bilder, von Piero Manzoni, Antoni Tàpies und Lucio Fontana, die Paul Wember in den 1950er und 1960er Jahren für die Sammlung erworben hat, die Coda der Ausstellung und den Übergang zum Informel.

Anlässlich der Renovierung des Kaiser Wilhelm Museums gingen dessen Hauptwerke der Moderne aus sechs Jahrzehnten erstmals auf Reisen. Während dieser Ausstellungstournee wurde die einzigartige Sammlung der Krefelder Kunstmuseen 2009/2010 in Bremen, Erfurt, Würzburg, Freiburg, Rotterdam und auch in Cottbus zu Gast sein. Erstmalig wurde eine Ausstellung von so zahlreichen hochkarätigen Kunstwerken im Cottbuser Kunstmuseum am neuen Standort präsentiert, der nun die optimalen Rahmenbedingungen für eine solche Ausstellung der Superlative anbieten kann.


Johannes Geccelli
COTTBUSGRÜN. Die Entwicklung einer Farbe
30.5. bis 29.8.2010

Johannes Geccelli, der 2010 seinen 85. Geburtstag feierte, ist einer der bedeutendsten Farbfeldmaler in Deutschland. In der ländlichen Abgeschiedenheit seines Ateliers in Jühnsdorf entstehen Bilder, die ein sinnliches Eigenleben besitzen. Sie leben von der Totalität und der Musikalität der Farbe und ihrer Verlebendigung durch das Licht.
Bei seiner Entscheidung für die Farbe eines Bildes lässt sich Johannes Geccelli oft von farbigen Objekten anregen. Schon bevor das Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus zum Museum umgebaut wurde, faszinierte ihn bei einer Begehung auf der Baustelle das Türkis, das für den zwei Meter hohen Fliesenspiegel im Innenraum des Maschinenhauses ausgesucht worden war. Architekt Werner Issel wählte damals Spaltviertel aus Ullersdorf.
Die glasierten türkisfarbenen Fliesen wurden für den Maler Geccelli nun zum Auslöser für eine intensive Beschäftigung mit dieser Farbe. Er beschreibt seine Begeisterung mit folgenden Worten: "In dieser Farbe sprang mich etwas an, das gemalt werden wollte. Das Türkis ist schwebend hell, kaum zu bestimmen, durch eine Glasur fast entmaterialisiert. Die Farbe transzendiert die Stofflichkeit der recht massiven Fliese. Farbe als Licht befreit sich vom Objekt. Das ist mein Thema! Dieses Türkisgrün hat mich aufgefordert, durch mich in eine Bildlichkeit gebracht zu werden." So realisierte der Künstler seit 2008 in sorgfältiger Arbeit mehrere Bilder, die sich durch feinste, für das Auge kaum wahrnehmbare Farbabstufungen auszeichnen. Diese wurden in dieser Ausstellung mit zahlreichen Farbstudien und Skizzen - in unmittelbarer Nähe zu den Fliesen - präsentiert.


Michael van Ofen
Der Abschied der Braut
2.5. - 25.7.2010

Der Düsseldorfer Maler Michael van Ofen entwickelt seine Position in der Auseinandersetzung mit der Malerei des 19. Jahrhunderts, so mit Carl Blechen oder Ferdinand Georg Waldmüller. In neuerer Zeit beschäftigt ihn die Kunst des Hofmalers Anton von Werner, dessen pathetische Spuren er bis in die Studienblätter hinein verfolgt. In einer äußerst starken Reduzierung auf manchmal nur ein oder zwei Farbwerte und gestische Pinselschwünge erschafft der Künstler eine neuartige Sicht auf den herkömmlichen, teils antiquiert wirkenden Motivkreis und deren malerische Feinbehandlung. Dabei muten van Ofens Gemälde wie minimalistische Farbtafeln an. Ein charakteristischer Zug leuchtet auf und verliert sich zugleich als Bildgegenstand in einer anderen, abstrakten Welt. Bekannt geworden ist Michael van Ofen vor allem durch seine Landschaftsgemälde, deren Struktur und Tiefenraum sich durch sparsam gesetzte Farbzüge zusammenfügt, die zugleich aber immer das Konstruierte sichtbar belassen.


Arno Fischer
Retrospektive
18.2. - 2.5.2010

Arno Fischer zählt zu den bedeutendsten deutschen Fotografen. In den 1950er Jahren arbeitete er in Ostberlin und reflektierte als Grenzgänger zwischen Ost und West die Situation der geteilten Stadt. Seine Fotografien für die legendäre ostdeutsche Zeitschrift "Sibylle - Zeitschrift für Mode und Kultur" gelten bis heute als stilprägend. Neben ausdrucksstarken Porträtaufnahmen sind es vor allem die eindringlichen Reisebilder aus der DDR, Polen, Indien, New York, Afrika, die Fischers scharfe Beobachtungsgabe und sein Talent als feinsinniger Geschichtenerzähler offenbaren.

Seit 1978 lebt Arno Fischer zurückgezogen auf dem Land. Während der vergangenen 30 Jahre dokumentierte er mit einer Polaroid-Kamera anscheinend zufällig entdeckte Stillleben und Details in seinem Garten. Mit diesen sehr privaten Bildern scheint der Fotograf sich selbst treu geblieben zu sein: "Man muss nicht komponieren, die Welt ist die Komposition". Die Retrospektive würdigte das außerordentliche künstlerische Lebenswerk des 1927 in Berlin geborenen Arno Fischer. Sie stellte seine wichtigsten Werkgruppen vor und umfasste rund 130 Aufnahmen, darunter zahlreiche Vintage-Prints.

Die Ausstellung, zusammengestellt vom Institut für Auslandsbeziehungen e. V., Stuttgart, wurde in Deutschland nur in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus präsentiert. Nach Cottbus geht die Retrospektive auf eine weltweite Tournee.


MARKierungen
Künstler sehen Brandenburg
31.1. - 11.4.2010

Verschiedenste Positionen mit landschaftsbestimmenden Momenten, dokumentarischen Ansätzen, historischen Überarbeitungen oder auch sozialkritischen Komponenten kamen zu einer spannungsvollen Ausstellung mit dem bewusst offen gehaltenen Titel "MARKierungen" zusammen. Allen lag eine Auseinandersetzung mit Gegebenheiten im Land Brandenburg zugrunde. Dies war auch initiiert, als sich das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus und der Brandenburgische Verband Bildender Künstler (BVBK e. V.)zu diesem Projekt zusammen taten.

Auf die Ausschreibung hin kamen exakt sechzig Einreichungen ins Haus, querbeet durch alle bildkünstlerischen Ausdrucksformen, wie Malerei, Plastik, Grafik, Fotografie, Performance, Installationen. Die aus beiden Institutionen besetzte Jury hat Arbeiten von zwölf Künstlern ausgewählt, die in ihrer Gesamtheit ein äußerst spannungsvolles Spektrum von "Markierungen" ergeben.


2009

mukk-Ausstellung SommerKunstWerkstatt 2009
27.11.2009 - 31.01.2010

Seit 17 Jahren bietet das Kunstmuseum, unterstützt vom Staatlichen Schulamt Cottbus, eine Lehrerfortbildung für Kunst- und Kulturpädagogen in der ersten Sommerferienwoche an. In diesem Jahr trafen sich Interessierte im Landschulheim Bademeusel, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten. Unter Anleitung der Cottbuser Künstler Bettina Winkler und Günther Rechn entstanden Collagen, Flachdrucke und Tiefdrucke (Aquatinta).
Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl der Ergebnisse dieses Workshops, ca. sechzig Arbeiten. Mit unterschiedlichsten Motiven und Techniken zeigen sie die Vielfalt künstlerischen Schaffens innerhalb einer sehr interessanten und arbeitsreichen Woche.


Voller Leben
Aus der Sammlung
6.3.2009 - 31.1.2010

Die rund 100 Gemälde, Fotografien und Plastiken aus den 1920er Jahren bis in die Gegenwart waren in dieser Präsentation in ein vierfarbiges Spektrum untergliedert: Markierungen an den Kunstwerken hoben die einzelnen Themen, quer durch die Ausstellungsräume, hervor.
Rot - in Farbe: Dafür stand A.R. Pencks düster-bedrohliches Gemälde "Nachtschattenacht" (1990).
Grün - im Stillen, wurde durch das klassische, ja zeitlos wirkende Stillleben "Brot und Tasse" (1958) des Dresdners Theodor Rosenhauer präsentiert.
Blau - in persona: Der Fotograf Thomas Florschuetz brachte in seinen Künstlerporträts aus den 1980er Jahren mit hart auf den unteren Bildrand gesetzten Köpfen prägnant Individualität zur Anschauung.
Und letztendlich als größte Gruppe: Gelb - mittendrin. Eines der Lieblingsbilder des Publikums rückte hier ins Zentrum: Clemens Gröszers "Café Liolet" (1986) entfaltet seine exotisch-weibliche Aura in der Nische eines Ostberliner Szenecafés.


Die Erinnerung ist oft das Schönste.
Fotografische Porträts von Romy Schneider
18.10.2009 - 17.1.2010

Von kaum einem anderen Star existieren so viele verschiedene und so widersprüchliche Bilder. Romy Schneider wurde tausendfach fotografiert - und doch ist sie immer rätselhaft geblieben.
Ein besonderer Schatz sind die teilweise bis heute unveröffentlichten Aufnahmen der neun international renommierten Fotografen Werner Bokelberg, Peter Brüchmann, Roger Fritz, F.C. Gundlach, Helga Kneidl, Robert Lebeck, Herbert List, Will McBride und Max Scheler. Sie trafen nur einmal auf Romy - Herbert List etwa hielt den Teenager um 1954 auf bisher unbekannten Bildern fest - oder begleiteten sie durch ihr Leben, wie Robert Lebeck, der seit den 1950er Jahren bis kurz vor ihrem Tod beeindruckend persönliche Aufnahmen schoss. Romy als junges Mädchen, in ihren Filmrollen, an der Seite von Alain Delon, in inniger Umarmung mit ihren Kindern, scheinbar unbeobachtet im Alltag oder in Posen und Verkleidungen, fröhlich oder nachdenklich, verführerisch schön oder verletzlich: Die Momentaufnahmen lassen den Mythos Romy lebendig werden - und machen zugleich die Vergänglichkeit des Daseins auf eindrückliche Weise sichtbar.
Die Ausstellung zeigte über 140 Fotografien in Schwarzweiß und Farbe aus den Jahren 1950 bis 1981.
Das ausstellungsbegleitende Buch (Verlag Hatje Cantz) sowie das Plakat zur Ausstellung sind bereits ausverkauft.
Darüber hinaus ist ein Plakat zur Cottbuser Ausstellung (3,00 EUR) mit einem Motiv von Helga Kneidl erhältlich.


Wendezeiten. 20 Jahre danach
Aus der Sammlung Plakat
08.10.2009 - 17.1.2010

Plakate reflektieren die ästhetischen und gesellschaftlichen Prozesse ihrer Zeit. Gebunden an politische, ökonomische und kulturelle Strukturen ist ihr tiefer Sinn stets einem bestimmten Zweck verhaftet.
Die Ausstellung ging anhand verschiedener künstlerischer Positionen der Frage nach, welchen Einfluss zwanzig Jahre deutsche Einheit auf die Arbeit der Künstler aus Ost und West genommen haben, welche neuen inhaltlichen und formalen Ansätze es gibt. Es ist zu beobachten, dass Plakate, die soziale Themen zum Inhalt haben, stärker in Erscheinung treten. Die Probleme haben sich angeglichen. Themen wie Arbeitslosigkeit, Solidarität, Rechtsradikalismus und die Suche nach der eigenen Identität stehen dabei an erster Stelle.
Zu sehen waren Plakate, die bei den jährlichen Wettbewerben "Die 100 besten Plakate" ausgezeichnet wurden. Als Teil unseres visuellen Alltags dokumentierten sie unter gestalterisch-ästhetischen Gesichtspunkten das kulturelle, politische und soziale Geschehen in Deutschland von der Systemwende bis heute.


Förster. Heisig. Metzkes. Stötzer
im Land Brandenburg
12.7. - 4.10.2009

Vier klangvolle Namen, die lange schon für Qualität und Kontinuität, aber auch für die Streitbarkeit figurativer ostdeutscher Kunst standen und stehen, vereinigten sich zu einer ungewöhnlichen Begegnung. Vermutet man doch zunächst kaum, dass sich diese Künstler, deren Schaffen mit entscheidenden kulturellen und geistigen Räumen in Verbindung gebracht wird, gerade das Flachland Brandenburg, teils seit längerem schon, als Arbeitsort und oder Rückzugsraum auserwählt haben. Bei näherer Betrachtung bleibt die eine oder andere Spur im Werk der vier Altmeister zu entdecken, die direkt oder indirekt auf Märkisches verweist.
Ausgehend von den eigenen Sammlungsbeständen kamen zwanzig Jahre nach der Wende insbesondere Arbeiten aus den letzten beiden Jahrzehnten von den Malern Bernhard Heisig (geb. 1925) und Harald Metzkes (geb. 1929) und von den Bildhauern Wieland Förster (geb. 1930) und Werner Stötzer (geb. 1931) zusammen. Rund achtzig Kunstwerke, Malerei und Skulptur, entfalteten in den drei Räumen des Maschinenhauses ein spannungsvolles figürliches Panorama.
Der ausstellungsbegleitende reich bebilderte Katalog (72 Seiten) erschien im be.bra.verlag Berlin.


Arno Schmidt. Der Schriftsteller als Fotograf
Fotografien von Arno und Alice Schmidt aus drei Jahrzehnten
Arno Schmidt. Vier mal vier. Fotografien aus Bargfeld - SchwarzWeißAufnahmen
14.6. - 13.9.2009

Arno Schmidt (1914-1979) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Moderne. Die norddeutsche Landschaft inspirierte Schmidts fotografische Arbeit ebenso wie sein literarisches Schaffen. Hier sind die Romane "Kaff auch Mare Crisium" (1960) und "Zettel's Traum" (1970) angesiedelt, in denen traditioneller Erzählstil und avantgardistische Schreibtechnik einmalig kombiniert wurden.
In den farbigen Landschaftsaufnahmen Arno Schmidts, publiziert in "Vier mal Vier", wechselten stille Detailbetrachtungen mit flächigen Kompositionen aus Waldrändern, Kornfeldern und Wolkengetümmel. Das Kompendium "SchwarzWeißAufnahme" zeigt dagegen frühere Bilder Schmidts, die ihre Wirkung aus einer unendlichen Skala von Grautönen und der Ausgewogenheit der bildnerischen Mittel von malerischer Fläche und grafischem Lineament ziehen.
Aus den beiden Konvoluten stellte das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus einen aussagekräftigen Querschnitt zusammen, der in ausgewählten Textpassagen eine entsprechende Ergänzung fand. Seinen Bezug zur Lausitz beschrieb Schmidt in einem autobiografischen Fragment. Ausschnitte aus dem Radioessay „Der Waldbrand“ verdeutlichen Schmidts Beziehung zu Leopold Schefer (1784-1862), dem Dichter, Komponisten, Naturphilosophen und Gutsverwalter von Hermann Fürst Pückler in Muskau.
Die Ausstellung wurde durch die Arno Schmidt Stiftung Bargfeld unterstützt.


Humor.
Plakate aus aller Welt
8.4. - 28.6.2009

Lachen ist gesund, sagt der Volksmund, aber nicht alle können über das Gleiche lachen. Humor ist in allen Kulturen, auf allen Kontinenten und in allen Entwicklungsstufen einer Gesellschaft anzutreffen. Er hat etwas Urmenschliches, wird aber entscheidend vom kulturellen Nährboden, in dem man aufwächst, beeinflusst.
Humor hat viele Facetten. Wir lächeln aus Verlegenheit, witzeln über eine nicht komische Realität, übertönen Angst mit Galgenhumor. Er kann aber auch Ausdruck einer allgemeinen Lebensfreude sein. Studien haben gezeigt, dass der Mensch geradezu begierig auf Humor ist. Mit Humor kann Witz gemeint sein, jene geistreiche Überspitzung, die zum Lachen reizt. Diese wird auf Grund ihrer komprimierten Form - etwas mit Witz sprichwörtlich auf den Punkt bringen - häufig im Plakat verwendet, denn Humorvolles bleibt nachgewiesenermaßen nachhaltiger in der Erinnerung haften.
Die Ausstellung, die rund 150 Plakate von Künstlern aus Brasilien, China, Hongkong, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Israel, Japan, Mexiko, den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und den USA umfasst, zeigte Heiteres, Hintergründiges und auch Schwarzhumoriges. Zu sehen waren internationale Plakate aus den letzten 30 Jahren, darunter Plakate aus Wirtschaft, Kultur, Politik und dem sozialen Bereich.


Voller Leben
Aus der Sammlung
6.3. - 7.6.2009

Die Sammlungspräsentation unter dem Titel "Voller Leben" folgte der Idee der Museumspädagogik, einmal die facettenreichen, bunten Aspekte des menschlichen Daseins auszubreiten, wie sie sich vielgestaltig in den Museumsbeständen wieder finden.
Mit rund 100 Gemälden, Fotografien und Plastiken aus den 1920er Jahren bis in die Gegenwart entstand ein besonders Spektrum: Vom „Strandleben“ (Hans Vent) zum "Besuch im Atelier" (Horst Leifer), von "Live im Keller" (Johannes Heisig) bis zum "Zirkus" (Heinz-Karl Kummer) , von poetischen Momenten "Im Garten" (Carl Marx) bis zum "Café Liolet" (Clemens Gröszer) reichte die Auswahl.
Darin kamen auch zum Teil selten oder noch nie gezeigte Werke ans Tageslicht und spannungsvolle Begegnungen waren im Nebeneinander unterschiedlicher Handschriften vorprogrammiert. Farbige Markierungen an den Kunstwerken hoben vier Gruppen, quer durch die Ausstellungsräume, hervor: Rot - in Farbe, Grün - im Stillen, Blau - in persona und Gelb - mittendrin.


Mit Abstand - Ganz nah.
Fotografie aus Leipzig
25.1. - 29.3.2009

Obwohl man Leipzig im Kunstbereich häufig zuerst mit traditionsreicher Malerei verbindet, war und ist die Stadt schon immer ein Ort, an dem die Fotografie als künstlerische Disziplin wie als akademisches Lehrfach eine wichtige Rolle spielt.
Die Ausstellung gab mit Werken von 25 Künstlern, die alle an der Hochschule für Grafik und Buchkunst ein Studium absolviert haben, einen Überblick zur Leipziger Fotografie seit den späten 1970er Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart hinein.
Ausgehend von der Sammlung Fotografie des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus wurden markante Werke ostdeutscher Fotokunst vorgestellt (Tina Bara, Christian Borchert, Klaus Elle, Thomas Kläber, Werner Mahler, Jens Rötzsch, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter, Gundula Schulze Eldowy, Maria Sewcz) und exemplarische Arbeiten der nachrückenden Künstlergeneration(en) seit 1990 gezeigt (Viktoria Binschtok, Yvon Chabrowski, Ulrich Gebert, Göran Gnaudschun, Matthias Hoch, Susanne Huth, Bertram Kober, Ricarda Roggan, Adrian Sauer, Andreas Schulze, Grit Schwerdtfeger, Esperanza Spierling, Anett Stuth, Albrecht Tübke, Tobias Zielony).
Die kritische Distanz zur Wirklichkeit, sowohl unter den Perspektiven privat-alltäglicher wie öffentlicher, globaler Zusammenhänge markiert bis heute einen wesentlichen Bestandteil der Leipziger Fotografie. Es erschien ein Katalog im Kerber Verlag, Bielefeld/Leipzig.
Die Ausstellung wurde gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Künstlerliste:
Werke vor 1989 aus der Sammlung Fotografie des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus:
Christian Borchert, Klaus Elle, Thomas Kläber, Werner Mahler, Jens Rötzsch, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter, Gundula Schulze Eldowy, Maria Sewcz, Tina Bara

Werke nach 1990 bis 2008:
Viktoria Binschtok, Yvon Chabrowski, Ulrich Gebert, Göran Gnaudschun, Matthias Hoch, Susanne Huth, Bertram Kober, Ricarda Roggan, Adrian Sauer, Andreas Schulze, Grit Schwerdtfeger, Esperanza Spierling, Anett Stuth, Albrecht Tübke, Tobias Zielony
Projektpartner:
Kunstsammlungen der Städtischen Museen Zwickau
Museum der Stadt Ratingen


2008

Neulanderkundung
Stipendiaten für Bildende Kunst des
Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur
des Landes Brandenburg
2006 / 2007 / 2008
9.11.2008 - 8.2.2009

In den Räumen des Schalthauses fügte sich die Stipendiaten-Ausstellung, seit 1999 kontinuierlich vom Kunstmuseum veranstaltet, bestens mit ihren unterschiedlichen Werkaspekten ein. Auffällig erschien diesmal eine hohe Qualität, insbesondere der fotografischen Beiträge, so von Ingar Krauss, der unter dem Titel "Zugvögel" eine Bildnisfolge osteuropäischer Wanderarbeiter in klassischem Schwarz-Weiß zeigte und von Göran Gnaudschun, der mit "Neue Portraits" vertreten war, die durch ihre Offenheit uns Betrachter als Gegenüber unmittelbar herauszufordern. Daneben standen prononcierte Beiträge von Daniel Klawitter, der im faszinierenden Zusammenspiel von Organoidem und Konstruktivem seine Formsprache entfaltete sowie Jan Beumelburg, mit aberwitzigen Forschungen zur Welt der Käfern. Die drei Stipendiatenkataloge von 2008 liegen in einem neuen, individuelleren Outfit vor.


Jan Wawrzyniak
Zeichnerische Aporien
17.10.2008 - 11.1.2009

Jan Wawrzyniak Zeichnerische Aporien Noch bis 11.1.2009 Jan Wawrzyniaks aktuelle Arbeiten, die eigens für die Cottbuser Ausstellung entstanden, suggerieren leere Innenräume. Die großformatigen Kohlezeichnungen führen den Betrachter an unbestimmte, nicht benennbare imaginäre Orte. Gekonnt gesetzte Linien und Flächen evozieren zwar ein perspektivisches Sehen, aber insgesamt entsteht bei der Betrachtung dennoch kein plausibles Gesamtgefüge. Das räumliche Sehen wird einmal durch die Verwendung geometrischer Formen angeregt, gleichermaßen aber auch irritiert, da sich das bildlich Gezeigte für den Betrachter nicht als real denkbarer dreidimensionaler Raum erschließt und auch nicht von einem solchen abgeleitet zu sein scheint. Die Unmöglichkeit, eine perspektivische Eindeutigkeit durchzuhalten, drückte sich auch im Titel der Ausstellung aus. Gewissheit stellt sich nicht ein.
Es erschien ein 68-seitiger Katalog mit einem Textbeitrag von Prof. Karen van den Berg.


day by day
Amerikanische Fotografie
aus der Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung
17.10.2008 - 11.1.2009

Die Ausstellung präsentierte aus der bedeutenden Sammlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung eine Reihe wegweisender Positionen der amerikanischen Fotografie seit den 1960er Jahren. Sie zeigte einen prägnanten Querschnitt aus dem Schaffen von Robert Adams, Stephen Shore, Judith Joy Ross, Garry Winogrand, William Eggleston, Lee Friedlander, Diane Arbus, Nicholas Nixon und William Christenberry. Die Fotografen, die allesamt in Serien arbeiten, verbindet eine dokumentarisch registrierende Haltung. Indem die Künstler auf fotografische Effekte verzichten, nähern sie sich der Realität direkt und unverstellt. Die Bilder sind politisch, symbolisch, stets subjektiv, aber nie ideologisch oder vordergründig auf Sensation bedacht.
Die Ausstellung vermittelte ein aufmerksames und vielschichtiges Bild von Zuneigung und Vertrauen in die Menschen, sich der Chancen des Lebens und des Reichtums der Natur immer wieder bewusst zu werden. Das zeigte sich u.a. in den überraschenden Alltagsnotizen bei Garry Winogrand, in den Impressionen der Farben des Westens bei Stephen Shore, in den Familienporträts bei Nicholas Nixon und in Bildern nationaler Trauer am Vietnam-Memorial in Washington bei Judith Joy Ross.


Vorhang auf!
Zum 100. Geburtstag des Staatstheaters Cottbus
Aus der Sammlung Plakat
9.9. - 26.10.2008

Das Staatstheater Cottbus beging am 1. Oktober 2008 seinen 100. Geburtstag.
Aus Anlass des 100. Geburtstages des Staatstheaters Cottbus wurden aus der Sammlung des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus Theaterplakate zu ausgewählten Inszenierungen gezeigt. Die Ausstellung umfasste vorwiegend Plakate von Grafikern, die für das Staatstheater Cottbus gearbeitet haben. Dazu gehören Walter Böhm, Meinhard Bärmich, Rudolf Sittner, Andreas Wallat und Andreas Klose.
Die Auswahl der Plakate, die im Kunstmuseum zu sehen waren, erfolgte ausschließlich nach künstlerischen bzw. gestalterischen Kriterien.
Etwa zeitgleich präsentierte sich das Stadtmuseum Cottbus mit einer Dokumentation über die Baugeschichte des Cottbuser Theaters im Gebäude der Stadtverwaltung. Diese Ausstellung wurde mit Dokumenten der Zeitgeschichte erweitert.


[Märkischer] Sand
Spuren zwischen Sujet, Werkstoff und Landschaftsraum
5.7. - 5.10.2008

Aus dem Blickwinkel der modernen Kunst entpuppt sich der unscheinbare Stoff Sand als spannendes Material, was bislang wenig Beachtung fand. Rund 100 Kunstwerke - 50 Malereien, 30 Fotoarbeiten, 10 Objekte, 5 Installationen, 10 Arbeiten auf Papier und eine Videoarbeit - wurden aus namhaften Museen wie der Nationalgalerie Berlin, dem Sprengel Museum Hannover und dem Kunstmuseum Stuttgart, von Künstlern und Sammlern zusammengetragen, um gleichsam das aus der Region Berlin-Brandenburg erwachsene Thema in vielen Facetten erstmals auszubreiten. Neben landschaftlichen Motiven gilt dem Sand als Malstoff und in den Materialbildern genauso Beachtung, wie seine Verwendung bei Objekten, in der Aktionskunst und Land Art. Der kunsthistorische Bogen spannte sich von Carl Blechen über Heinrich Zille und Max Beckmann, zu Willi Baumeister und Ernst Schumacher, über Hermann Glöckner bis zu Günther Uecker und zur Gegenwart mit Thoralf Knobloch, Wolfgang Petrovsky und Moritz Götze. Ergänzt wurde das durch verschiedene Dokumente und geologische Sachzeugen.
Der reichbebilderte Katalog erschien im Verlag Koehler & Amelang, Leipzig, und enthält Beiträge zur Kunstgeschichte, Geologie, Technikgeschichte, Literatur und zu Projekten der Internationalen Bauausstellung Fürst Pückler Land (Preis 29,90 EUR).
Die Ausstellung fand vom im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2008 "Provinz und Metropole | Metropole und Provinz" statt.


Paco Knöller
Schnitte. Riskante Euphorien
8.5. – 22.6.2008

Für die Institution Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus war die Ausstellung von Paco Knöller die erste Einzelpräsentation eines zeitgenössischen Künstlers im restaurierten und zum Museum umgebauten Industriegebäude Dieselkraftwerk.
Paco Knöller gehört zu den wichtigsten Künstlern, die in den achtziger Jahren begannen, sich mit dem traditionsreichen Medium Holzschnitt neu auseinanderzusetzen und in ihm schließlich ein Ausdrucksmittel fanden. Knöllers kraftvoll leuchtende Arbeiten sind Holzschnitte, die großflächig organisiert sind. Eine spezifische Verschmelzung des fragilen Lineaments mit den impulsiven Farbsetzungen ist charakteristisch für die Bildsprache des Künstlers.
In dem neuen acht Meter hohen Raum M 1 des Maschinenhauses waren Blätter aus der Werkgruppe der "Riskanten Euphorien" (2001-2003) in Kombination mit der "Meerischen Arbeit II", einem Monumentalblatt aus dem Jahr 2001, zu sehen.


Paco Knöller
Yuán. Das neue Südportal

Die neu geschaffene Eingangssituation liegt auf der Südseite des Gebäudes. Mit einem auf Glas gedruckten Werk des Berliner Künstlers Paco Knöller kündet das vierflüglige Südportal nun auch in den Außenraum von der Nutzung des Gebäudes durch die Kunst - wenn es nicht sogar auf dem besten Wege ist, zum Zeichen oder Symbol für das Cottbuser Museum zu werden.
Die Transparenz des Werkes veranschaulicht die Wechselwirkung zwischen Innen und Außen sowie Kunst und Realität. Yuán ist das chinesische Wort für Quelle und bezieht sich hier auf das Fließen der Farben. Dass diese farbig überraschende Installation dauerhaft gesichert werden konnte, verdankt sich einer Initiative des Vereins der Freunde und Förderer des Museums sowie vor allem der großzügigen Unterstützung durch die envia M Gruppe un d die Kulturstiftung der Länder.


Angelandet
Die Sammlung im neuen Haus
8.5. – 24.8.2008

Die erste Präsentation unter der Headline "Angelandet. Die Sammlung im neuen Haus" zeigte Hauptwerke der Sammlung, Werke des älteren Teils der Sammlung (1977-1990) sowie des neueren Lebensabschnitts des Museums unter der Verantwortung des Landes Brandenburg (seit 1991). Künstler, die im Land Brandenburg leben und arbeiten oder Landstriche in Brandenburg thematisieren, sind im besonderen Interesse des Museums. In diesem Sinne sind aus der ersten Präsentation im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus die Werke von Johannes Geccelli, Cornelia Schleime, Clemens Gröszer, Werner Stötzer u.a. zu nennen.
Unter den Erwerbungen und Schenkungen der letzten Jahre sind einige Arbeiten in den Sammlungspositionen noch nicht zu sehen gewesen, darunter Fotografien von Barbara Klemm, Andreas Gefeller, Marc Räder, Malerei von Norbert Schwontkowski, Thomas Hartmann u.a. Der Themenbereich von Landschaft und Raum, Natur und Umwelt bestimmt den weitaus größeren Teil der ausgestellten Werke.
Unter dem Titel "Spannungsfelder" wurde eingedenk des Ortes (Kraftwerk) jedem ausgestellten Plakat im Schaltraum S 2 Raum gegeben, seine eigene Magie zu entfalten.
Inhaltlich spiegelt sich der Stand der Sammlung des Hauses im neu erschienenen Museumsführer wider - möglich geworden durch eine Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg und der Sparkasse Spree-Neiße - ein Handbuch, das sich in die bewährten Museumsausgaben des Prestel-Verlages einreiht (9,90 EUR).

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