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  • dkw. Kunstmuseum
    Dieselkraftwerk Cottbus
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2016

Bilderlust.
Plakate, Theaterarbeit, Grafik und Malerei von Volker Pfüller
13.9. - 13.11.2016


Dem Werk des Illustrators, Plakatgestalters und Bühnenbildners Volker Pfüller war eine Einzelausstellung gewidmet, die alle drei Räume des Schalthauses bespielte.
Sie gab einen beeindruckenden Überblick über den Umfang seines künstlerischen Schaffens.

Volker Pfüller setzte Anfang der 1970er Jahre mit seinem individuellen Zeichenstil neue Akzente. Die kraftvolle Expressivität, die seinen Arbeiten innewohnt, wirkte nachhaltig anregend auf viele junge Künstler.
Als gefragter Bühnenbildner arbeitet er an zahlreichen Theatern weltweit.
Sein erster großer Auftraggeber war das Deutsche Theater in Berlin, dessen Gesicht er über viele Jahre prägte. Dort erlebte er 1981 seinen Durchbruch mit dem Bühnenbild zu "Dantons Tod". Seit etwa 25 Jahren entstehen immer wieder Plakate für das Theater 89, einem professionellen Freien Theater, das sich ein unverwechselbares Profil in der deutschen Theaterszene erspielt hat. Auch hier stärkte Volker Pfüller mit Kreativität und Engagement das Erscheinungsbild dieser kleinen Bühne.
Die Erarbeitung von Bühnenbildern und Kostümen macht die Grenzen der Genres fließend, lässt Theateratmosphäre auch im Plakat spüren. Man findet in seinen Arbeiten keine überhöhte Symbolik; Pfüllers pointierte Zeichnung vermag treffend zu charakterisieren. Durch die konzentrierte Ausdruckskraft und die im besten Sinne theatralische Verfremdung schafft er regelrechte Plakatinszenierungen, frisch, originell und intensiv.
Bei der Arbeit an Reprints für alte Plakate entdeckte Volker Pfüller für sich technische Möglichkeiten, die ein direktes Zeichnen auf Platten oder auf Film gestatten, eine Technik, die in ähnlicher Weise von Künstlern wie Toulouse-Lautrec meisterlich beherrscht wurde. Durch die direkte Vorlagearbeit bleiben Strich und Farbton in ihrer Ursprünglichkeit erhalten und erinnern in Frische und Weichheit der Farbtöne an Arbeiten von Klassikern der Plakatkunst. Mit dieser Vorgehensweise zieht sich die kreative Arbeit durch den gesamten Vorgang des Druckens.

Volker Pfüller, Die Ratten, 1977,Offsetdruck / Originallithografie, © Volker Pfüller
Volker Pfüller
Die Ratten, 1977
Offsetdruck / Originallithografie
© Volker Pfüller

Volker Pfüller ist ein hervorragender Porträtzeichner. Mit wenigen Strichen verleiht er einem Gesicht, einer Gestalt etwas Magisches, Suggestives, Direktes, manchmal sogar Zwingendes. Seine Zeichnungen sind überzogen, doch in ihrer Verfremdung nicht verschlüsselt, dabei ist der meist hintergründige Humor eine ganz wesentliche Seite seines Schaffens. Das zeigt sich ebenso in den Illustrationen für verschiedene Verlage und in den Linolschnitten aus Künstlerbüchern, die vom Lubok Verlag Leipzig herausgegeben wurden. In der Ausstellung erhalten zudem seine Szenenbilder, Figurinen und Bühnenbildmodelle, die er für verschiedene Theaterinszenierungen schuf, eine besondere Würdigung.

Im Staatstheater Cottbus gibt es ab 01. September eine Preview Einblicke in die große Volker Pfüller-Ausstellung BILDERLUST. Zu sehen ist diese, ebenfalls bis
13. November, im 2. Rangfoyer des Großen Hauses am Schillerplatz.


Jo Achermann. Von Außen nach Innen. Von Ort zu Ort.
Bis Mitte Oktober 2016


Eine einladende Ortsbestimmung mit seiner begehbaren, halbtransparenten Box im Goethepark am dkw. spricht der Bildhauer Jo Achermann aus. Sie baut sich einerseits gar als Wegsperre auf, kommt man von der Straße Am Amtsteich her. Und betont andererseits die Achse zur Ufertreppe selbst, als meditativ wirkende Linie auf die Wasserfläche hinaus…
Der künstlerische Ansatz basiert auf skulpturaler Markierung und Achsenbildung, auf ästhetischer Irritation und Blickverschiebung. Wie ein Magnet zieht die Holzskulptur die Blicke und Fragen auf sich, genauso, wie von ihm wiederum Verbindungslinien ausstrahlen, so zur Giebelstruktur des dkw.-Schalthauses oder zum Fachwerk der Gerberhäuser im Hintergrund. Das geometrische Gehäuse erweist sich als faszinierende Raum-Neuorientierung.
Dem Künstler ist wesentlich, dass sowohl der Prozess der Entstehung als auch der Genehmigung, mit entsprechenden Behördenterminen, und schließlich Aufbau und Alltagsnutzung zum ganzheitlich aufgefassten Werkcharakter dazugehören, was alles sich in einer Dokumentation niederschlagen soll. Und unauffällig wird das Kunstwerk selbst sich verändern, wird das Holz arbeiten, wird sich Schwund zeigen und werden sich ganz allmählich die Witterungseinflüsse und Benutzungsspuren neben den Bearbeitungsspuren einschreiben.


Roland Nicolaus. ZwischenWelten
16.7. - 25.9.2016


Die Einzelausstellung des Malers Roland Nicolaus (geb. 1954, lebt und arbeitet in Blumberg bei Berlin) fokussiert auf Werkreihen seit den 1980er Jahren.
Hierbei wird der Blick der Präsentation auf Themenkomplexe gelenkt, die das Werk des Künstlers konsequent durchziehen, aber mit formalen Brüchen durchzogen in unterschiedliche Bildsprachen gefasst werden. Ob mit Collagen, Gemälden, Materialbildern oder Skulpturen erzählt Roland Nicolaus Bildgeschichten, die sehr explizit auf die Kunsthistorie und ihren (kritischen) Bezug zur Gesellschaft verweisen. Doch deutlich wird in seinem gesamten Œuvre, dass Kunst - und vor allem die Malerei - immer als symbolischer und poetischer Raum begriffen wird, der die Möglichkeit zur Wirklichkeitsreflexion bietet, ohne doktrinäre Positionen und Handlungsanweisungen vorzugeben. Vielmehr wird die bildende Kunst als ein Feld ästhetischer Denkräume ausgeprägt. Fundstücke, die Spuren der Geschichte tragen wie auch Überreste urbaner Alltags- und Arbeitskultur sind ebenso Teile des ikonographischen Systems und des Bildprogramms, mit dem Roland Nicolaus die ironische Romantik als wehmütige - wohlgemerkt nicht nostalgische - Reflexion der Vergangenheit herstellt.

Das methodische Denken und die formalen Modalitäten der bildenden Kunst ermöglichen Roland Nicolaus eine kritische Distanz zur Wirklichkeit der Gegenwart, ebenso wie zu den Realitäten der Vergangenheit. Sein Werk eröffnet Räume zwischen unterschiedlichen Zeiten und Epochen sowie politischen und gesellschaftlichen Systemen, ist aber gleichermaßen an just jenen Schnittstellen angesiedelt.


Ulrich Wüst. In der Stadt. Aus der Sammlung des dkw
16.7. - 11.9.2016


Das Cottbuser Kunstmuseum beherbergt ein größeres Konvolut an Fotografien von Ulrich Wüst (Jahrgang 1949), die bisher nur selten gezeigt wurden. Die Ausstellung stellt nun zwei Werkgruppen des Fotografen aus den 1980er Jahren in den Mittelpunkt, die den Zustand ostdeutscher Städte zeigen und den Umgang mit Plakaten im öffentlichen Raum erkunden.
Ulrich Wüst, der etliche Jahre als Stadtplaner gearbeitet hatte ehe er sich Ende der 1970er Jahre gänzlich der Fotografie zuwandte, konzentriert sich in seinen Aufnahmen ausschließlich auf urbane Räume und überprüft diese auf ihre Qualität als Lebensraum für die Menschen. So beispielsweise in der dokumentarisch angelegten umfangreichen Serie "Stadt-Bilder" (1979 bis 1987). Mit klarem, nüchternem Blick fixiert der Fotograf seine Umwelt und entlarvt vielerorts architektonische Stupidität, Uniformität und Banalität, genauso den allmählichen Zerfall und die Vernachlässigung historischer Bausubstanz.

Während in Wüsts Bildern die Bewohner der Städte zumeist abwesend sind, richtet er in den Schwarzweißfotografien des Leporellos "Automat-Imbiss" seine Aufmerksamkeit gezielt auf die Menschen in einer Selbstbedienungsgaststätte. Mit wachem Auge spürt Wüst auch hier unterschiedlichste Konstellationen im Alltag auf und offenbart Brüche, Widersprüche und Unzulänglichkeiten der Gesellschaft.


Manfred Paul. Werkzyklen
28.5. - 28.8.2016


Manfred Paul (Jahrgang 1942) zählt zu den wichtigen Vertretern der DDR-Autorenfotografie. Er ist in den 1980er Jahren der Fotograf, der die Moderne der 1920er Jahre am deutlichsten reflektierte und dem durch seinen liebevollen und poetischen Blick auf die Welt immer wieder atmosphärisch-dichte Aufnahmen gelingen.
Von Anfang an setzt sich Manfred Paul in seinen Arbeiten mit den existentiellen Fragen des menschlichen Daseins auseinander. Die Darstellung des Subjektiven steht bei ihm stets stärker im Vordergrund als das Abbild einer objektiven Realität. Seine große Sensibilität und sein ausgeprägter Sinn für eine klassische Bildsprache bringen Bilder von Dingen, Menschen und Landschaften hervor, die in ihrer Intensität und Stille vollkommen zeitlos erscheinen.
Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl an Fotografien aus einzelnen Werkzyklen, die aus verschiedenen Schaffensjahren stammen und u.a. Pauls langjährige Beschäftigung mit Ostberliner Stadtlandschaften und Hinterhöfen im Prenzlauer Berg, Stillleben und Meereslandschaften belegen. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Stillleben, eines der bevorzugten Genres des Fotografen. Etliche der zwischen 1983 und 1985 entstanden Aufnahmen von Alltagsobjekten gehören neben vielen anderen Bildern des Künstlers seit seiner Einzelausstellung im Jahr 1985 zum Bestand des dkw.

Dem Zyklus der Stillleben widmet der Leipziger Verlag spector books eine Publikation, die zur Ausstellung erschienen ist.



David Lehmann. Die Menschen sind Teufel und leben im Kino.
Arbeiten auf Papier
28.5. - 28.8.2016


Der Titel der Ausstellung nimmt Bezug auf "Die acht Weltsätze" des Dadaisten Johannes Baader, der seinen 1918 veröffentlichen Text als neues Kapitel der "Göttlichen Komödie" ausweist und die Ordnung der Menschheit im Himmel mit dem Satz einleitet: "Die Menschen sind Engel und leben im Himmel".
In der Einzelausstellung von David Lehmann werden Papierarbeiten gezeigt, die auf Filme der Kinogeschichte des 20. Jahrhunderts verweisen: "Martha" von Rainer Werner Fassbinder, "Belle de Jour" von Luis Bunuel, "American Gigolo" von Paul Schrader, "Alien" von Ridley Scott etc. Jene Arbeiten beziehen sich auf die filmischen Ikonen des Kinos der 1960er-1990er Jahre. Jedes Bild für sich genommen zeichnet eine Art von Quintessenz eines bestimmten Filmes nach, während das Ensemble gleichsam ein Parforceritt durch die existentialistischen Tendenzen der Cinematografie abbildet. Be-/verhandelt werden die Basisthemen des menschlichen Lebens: Liebe, Sexualität, Geschlechterfragen, Exzess, Fremdheit und Vertrautheit, Schuld und Sühne.

David Lehmann konterkariert und verknüpft das in das kollektive Gedächtnis eingeschriebene Wissen des Massenmediums Film mit der Tradition der Malerei. Seine Werk ist formal und diskursiv an der Schnittstelle von Malerei und Zeichnung angesiedelt. Zwischen jenen Artikulationsformen oszillierend reflektieren seine Bilder nicht nur (klassische) Themen der Malerei und ihrer Verbindung zu anderen künstlerischen Gattungen, wie u.a. dem Kino. Vielmehr wird vor allem das Medium selbst ebenso wie auch dessen Möglichkeiten, aber auch seine Grenzen hinterfragt. Geradezu gedacht wie eine filmische Montage und formal entsprechend angelegt, bilden Überblendungen und motivische Überlagerungen ungewöhnlich tiefe Bildräume, die jenseits der Kategorien von "abstrakt" und "gegenständlich" angelegt sind, diese aber gleichermaßen zur Disposition stellen.
Analog zu den überzeichneten und ironischen Abhandlungen zum Weltall und der Menschheit des Oberdada Johannes Baader blickt der Maler David Lehmann auf das Verhältnis von Imagination, dem Kino als Projektionsraum und der menschlichen Existenz zwischen Realität und Fiktion.
Der Sandstein-Verlag hat aktuell zu den Arbeiten von David Lehmann eine Publikation herausgegeben mit dem Titel "Makula".


Endmoräne 25 ...und die wunderliche Welt dreht sich weiter
26.6. - 7.8.2016


Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens von Endmoräne e.V. - Künstlerinnen aus Brandenburg und Berlin e.V. - fand die jährliche ortsbezogene Sommerwerkstatt 2016 der Künstlerinnen in Kooperation mit dem Kunstmuseum dkw. im ehemaligen Naturkundemuseum, einem Industriebau aus dem 19. Jahrhundert, gegenüber dem dkw. statt.

Die Zusammenarbeit mit Endmoräne e.V. ist durch das virulente Interesse an zeitgenössischen und dennoch durch Traditionslinien geprägten künstlerischen Praktiken, in diesem Fall ortsspezifischen Interventionen, motiviert. Bestandteil der Zusammenarbeit, die ebenso die Schnittstelle von künstlerischer Selbstorganisation und öffentlicher Institution auslotet, ist ebenfalls die durch das dkw. organisierte museumspädagogische Vermittlungsarbeit, die im 25. Jubiläumsjahr erstmalig von Externen, also nicht ausschließlich durch die Künstlerinnen selbst gedacht und realisiert wird.

Die wechselvolle Historie des Gebäudes, die Stadt Cottbus und die umgebende Braunkohlenregion der Brandenburgischen Lausitz und nicht zuletzt die eindrucksvoll Umbrüche markierende Zahl "25" bildeten den Kontext und das Thema des diesjährigen Werkstatt- und Ausstellungsprojektes.
25 Künstlerinnen, darunter Gäste aus dem Ausland, hatten sich der vielseitigen Geschichte dieses Bauwerks angenommen und es temporär mit vielgestaltigen künstlerischen Interventionen zu neuem Leben erweckt. Das Arbeiten vor Ort in dem vorgeschalteten 14-tägigen Workshop mit den unterschiedlichsten künstlerischen Techniken bildete dabei den entscheidenden Schlüssel: Das Ergebnis blieb bis zur Eröffnung offen - gemäß der jeweiligen künstlerische Sparte und dem Entwickeln der Arbeiten direkt vor Ort, ob poetisch, politisch, sozialkritisch, partizipativ oder performativ - und auch im Dialog mit der historischen Industriearchitektur. Nach der Sommerwerkstatt waren Filme, Bilder, Skulpturen, Objekte, Installationen, Performances und Interaktionen entstanden, die der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert wurden.

Mit Arbeiten von Susanne Ahner, Kerstin Baudis, Ka Bomhardt, Claudia Busching, Monika Funke Stern, Gisela Genthner, Margita Haberland, Renate Hampke, Rotraud von der Heide, Masko Iso, Ingrid Kerma, Gunhild Kreuzer, Angela Lubic, Annette Munk, Dorothea Neumann, Patricia Pisani, Elke Postler, Antje Scholz, Erika Stürmer-Alex, Christiane Wartenberg und den Gästen: Barbara Müller, Varsha Nair, Karla Sachse, Gaby Taplick. special guest: Undine Giseke

Es fanden begleitende Veranstaltungen der Künstlerinnengruppe statt. Ergänzend war ein dokumentarischer Ausstellungsteil zu den Aktivitäten von Endmoräne im Foyer des dkw. zu sehen, die über ein Vierteljahrhundert ihre Spuren in der Region hinterlassen haben.
Zudem sind zur Ausstellung ein umfangreicher kunstwissenschaftlicher Katalog (25 Euro) sowie eine kostenfreie Infobroschüre erschienen.

Ausstellung vom 26.06. bis 07.08.2016 geöffnet dienstags bis freitags 15 bis 18 Uhr/samstags und sonntags 12 bis 18 Uhr


Daniela Comani. Eine glückliche Ehe. Teile der Fotoserie
28.06. - 19.07.2016

Anlässlich des Christopher Street Day 2016 in Cottbus zeigte das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus Teile der fotografischen Arbeit "Eine glückliche Ehe" der Künstlerin Daniela Comani.

"Wenn eines gewiss ist, dann ob man einen Mann oder eine Frau vor sich hat" - konnte Sigmund Freud in seinen Ausführungen zum Geschlecht noch Anfang des 20. Jahrhunderts behaupten. Einhundert Jahre später verblüfft solche Sicherheit in der Beurteilung einer äußeren Erscheinung, eines Bildes. Damals aber schien sie von Kleider- und Verhaltenscodes ebenso wie von den Wissenschaften garantiert. Wenn Daniela Comani in ihrer seit 2003 fortgesetzten Fotoserie "Eine glückliche Ehe" ein junges Paar im Alltag vorführt, dann meinen wir auf den ersten Blick auch, einen Mann und eine Frau vor uns zu haben, eben ein Ehepaar. Es läuft am Strand entlang, sitzt sich am Küchentisch gegenüber, liegt im Bett, ist schwanger, macht Urlaub in Japan.
Doch irgendetwas irritiert an der Symbiose. Auf den zweiten Blick wird deutlich, dass beide Figuren von derselben Person dargestellt werden, folglich das Paar eine Konstruktion ist - und das auf verschiedenen, materiellen wie ideellen Ebenen. Um das Kunstprodukt "heterosexuelle Beziehung" zu visualisieren, tritt Daniela Comani in mehrfacher Funktion auf. Zunächst zerlegt sie die antizipierte Zweiersituation in zwei Bilder. Mit anderen Worten, sie trennt das Paar, um die Szene mit je einem der Protagonisten aufzuführen. Die Momentaufnahmen aus "Eine glückliche Ehe" sind dann das Resultat von digitaler Montage und Nachbearbeitung.
(Textauszüge aus: Performing Show and Tell, von Hanne Loreck)


CLARA MOSCH 1977 - 1982. Kunst in der DDR zwischen Repression und Selbstbestimmung
19.4. - 3.7.2016


Mit der Ausstellung CLARA MOSCH wurden erstmalig Werke der in der DDR bis 1982 bestehenden Künstlergruppe CLARA MOSCH im dkw. präsentiert.

Der skurril anmutende Name der Karl-Marx-Städter Künstlergruppe entsprang aus den Anfangsbuchstaben der beteiligten Künstler Carlfriedrich Claus (1930-1998), Thomas Ranft (*1945), Dagmar Ranft-Schinke (*1944), Michael Morgner (*1942) und Gregor-Torsten Schade (*1948; heute Kozik). Ein engagiert wie lustvoll betriebenes Experiment künstlerischer Selbstorganisation war das für die Künstler, in einem durchorganisierten Staat, der dafür eigentlich keinen Platz vorgesehen hatte. Ein Zentrum der Aktivitäten bildete die gleichnamige Galerie CLARA MOSCH, die im Ortsteil Adelsberg von der Gründung 1977 bis zur Auflösung der Gruppe 1982 nonkonforme Kunst in 29 Ausstellungen präsentierte. Neben aktuellen eigenen Arbeiten waren das Werke von Künstlern wie Max Uhlig, Wolfgang Petrovsky, Gerhard Altenbourg oder Klaus Hähner-Springmühl. In wechselseitigen Reaktionen der Künstler aufeinander entstanden zahllose Serien und Tableaus, Ausstellungsplakate, Editionen und Mappenwerke, die ein beeindruckendes Panorama der Andersartigkeit entfalten. Neben Dokumenten und besonderen Gemeinschaftswerken zeigte die Ausstellung vor allem Druckgrafiken und Zeichnungen, aber auch Hörstücke, Mail-Art-Objekte, Filme und Fotografien.

"Clara Mosch war eigentlich eine ‚Notgruppe' angesichts der Situation qualitätlosen `Sozialistischen Realismus` in Karl-Marx-Stadt, ein Protest gegen Provinzialismus, wir hatten überhaupt kein Programm, sondern Mosch war ein Boot für alle, die nicht untergehen wollten." Michael Morgner (1989)

Die von Jeannette Brabenetz kuratierte Ausstellung wurde von den Städtischen Kunstsammlungen Albstadt übernommen und hatte ihre erste und einzige ostdeutsche Station im dkw.
Zur Ausstellung ist ein eigenes Begleitheft (40 Seiten) erschienen, das zum Preis von 5 Euro erhältlich ist und gegen Rechnung auch auf dem Postwege versandt werden kann.



Künstlerplakate aus dem Archiv Trümmel/Thomas Lehmann
27.2. - 15.5.2016


Die Ausstellung zeigte Künstlerplakate aus dem Archiv der in Cottbus ansässigen Druckerei Trümmel. Seit den 1980er Jahren produziert dort Thomas Lehmann in Zusammenarbeit mit Künstler/innen aus Brandenburg Künstlerplakate.
Durch die Präsentation seines Archives wird nunmehr offensichtlich, in welcher Weise im Produktionsakt die künstlerische Arbeit und die handwerkliche Arbeit ineinandergreifen und sich wechselseitig beeinflussen. Da die Kooperationen mit den Künstlern langfristig und andauernd sind, wird gleichermaßen sichtbar, wie sich über die Jahre innerhalb eines künstlerischen Bildschaffens Veränderungen nachvollziehen lassen.
Zu sehen waren Arbeiten der nachstehenden Künstlerinnenn und Künstler (in alphabetischer Reihenfolge):
Meinhard Bärmich. Ute Belkius. Cornelia Bischof. Paul Böckelmann. Eckhard Böttger. Kurt Buchwald. E.R.N.A. Ulrike und Olaf Degwitz. Alexander Gehmlich. Rainer Görß. Rainer Gottemeier. Erhard Grüttner. Manfred Grund. Thomas Herrmann. Jürgen Henker. Chris Hinze. Veit Hofmann. Andreas Klose. Matthias Körner. Dieter Ladewig. Inka Lumer. Jutta Mirtschin. Alfred T. Mörstedt. Siegried Noack. René Piekara. HMR Praetorius. Egon Pukall. Manfred Reuter. Otto Sander-Tischbein. Daniel Sambo-Richter. Hans Scheuerecker. Jürgen Schütze. Jürgen Schuft. Frank Seidel. Rainer Sioda. Rudolf Sittner. Eva-Maria Vieberg. Hans-Georg Wagner. Andreas Wallat. Bernd Winkler. Rainer Zille. Dieter Zimmermann


Bernhard Heisig. Gegenüber
30.1. - 3.4.2016


Ausgehend von zwei einander gegenübergestellten Werken ("Zeitungsleser", 1995 und "Fensteröffner", 1989) aus dem just dem dkw. übertragenem Dauerleihgabenkonvolut der Sammlung Vera Schreck versuchte die Einzelausstellung mit Werken von Bernhard Heisig (geb. 1925 in Breslau, gest. 2011 in Strodehne) der Frage nach Einschreibungen von Geschichte und Tagesgeschehen in der Portraitmalerei Heisigs nachzugehen.


Gerhard Altenbourg. Arbeiten auf Papier
30.01. - 3.4.2016


Ausgewählte Papierarbeiten aus allen Schaffensphasen des Künstlers Gerhard Altenbourg (geb. 1926 in Rödichen-Schnepfenthal, gest. 1989 in Meißen) stellten seine künstlerische Entwicklung seit den 1950er Jahren vor.
Durch die selten der Öffentlichkeit gezeigten Leihgaben der privaten Sammlung Brusberg wurden die Bildwelten des Ausnahmekünstlers Altenbourg in ihrer Genese seit dem Trauma des Zweiten Weltkriegs und der Orientierung an Paul Klee in der frühen Schaffensphase bis zu den enigmatischen Ich-Bildern und den - beizeiten humorvoll gebrochenen - Seelenlandschaften des späten Schaffens vorgestellt.


2015

Tragweite
Kunst-Förderpreisträger des Landes Brandenburg 2014 + 2015
Ina Abuschenko-Matwejewa, Ralf Hentrich, Andreas Hildebrandt,
Tom Korn, Susken Rosenthal, Anna Werkmeister, Jana Wilsky
12.12.2015 - 14.02.2016


Die sieben künstlerischen Handschriften entfalten in den Schalthausräumen ein breites Spektrum zwischen Arbeiten auf und mit Papier, Malereien, Videokunst sowie Installationen und Objektkunst. 2014 waren vier Kunstförderpreise vergeben worden: an die KünstlerInnen Ina Abuschenko-Matwejewa, Ralf Hentrich, Tom Korn und Jana Wilsky. Drei Förderpreise wurden 2015 den KünstlerInnen Andreas Hildebrandt, Susken Rosenthal und Anna Werkmeister zugesprochen.

Wenn in den sehr unterschiedlichen Herangehensweisen ein gemeinsamer Nenner herauszufiltern wäre, dann der in der Suche nach neuartiger Bildhaftigkeit. Das bewegt sich zwischen digitaler Auflösung (Werkmeister), grafischem Urgestrüpp (Hentrich) und malerischen Suchbewegungen (Hildebrandt, Wilsky) sowie unterschiedlichster objekthafter Erweiterung (Abuschenko-Matwejewa, Rosenthal, Korn) des Bildfeldes.

Zur Ausstellung sind Kataloge erschienen, jeweils im Set zum Preis
von 8,00 bzw. 6,00 €.


Konstellation III
Bonjour Tristesse. Klaus Killisch
21.11.2015 - 17.01.2016


Die Einzelausstellung von Klaus Killisch folgt der Logik einer ortsspezifischen Rauminszenierung, die unterschiedliche Einzelwerke inhaltlich und formal miteinander verknüpft. So werden Gemälde, Zeichnungen und Collagen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten entstanden sind, vermittels Wandmalerei und Bildtapeten installativ verbunden und behalten dennoch ihre Autonomie.

In den 1980er Jahren in der jungen Kunstszene des Prenzlauer Bergs verortet, zeichnet sich Klaus Killischs Malerei bis heute durch eine (t)rotzige, farbintensiv verhandelte Melancholie und das Arbeiten an der Schnittstelle von Bildender Kunst, Musik und Literatur aus. Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet eine Fotografie aus den 1950er Jahren, die die französische Schriftstellerin Francoise Sagan beim Musikhören zeigt. Wie ein roter Faden fächern sich, ausgehend von jenem historischen Foto, über die Malerei Wahrnehmungskorrespondenzen zwischen Musik und Literatur auf.
In seinem Essay, der in der Publikation, die anlässlich der Ausstellung im dkw. erscheinen wird, schreibt der Berliner Kunsthistoriker Christoph Tannert: "Killisch ist ein moderner Interpret von Sounds und Seelen-Texturen seiner Generation. Als Maler und Musiker verbindet er seine Geschichte mit der Pop- und Weltgeschichte. Er synchronisiert den eigenen Künstler- und Familienalltag mit Rockmusik und betreibt Spurensuche dort, wo es um das Zusammenwirken der Kulturindustrie, der Medien und um gesellschaftliche Dynamiken geht."


Mit Tusche sticken - mit Fäden zeichnen
Annemarie Balden-Wolff
21.11.2015 - 17.01.2016


Ebenso einfach wie originell ist die Bildwelt der Künstlerin Annemarie Balden-Wolff. Ihre fantasievollen Kompositionen in Tusche auf Papier sind mal poetisch, mal grotesk. Das dkw. zeigt in einer Einzelausstellung ausgewählte Zeichnungen der 1970 in Dresden verstorbenen Künstlerin. Ihr Œuvre, welches neben Zeichnungen, Collagen, Experimente auf Lack und Textilarbeiten umfasst, ist bis dato nur einem kleinen Kennerkreis bekannt.

Die Präsentation im dkw. ist eine erste Annäherung an ihr Schaffen. Zu entdecken gilt es nicht nur eine versierte Zeichnerin, sondern die von ihr erschaffene vielfältige Fantasiewelt, die ständig kippt zwischen Figuration und Abstraktion. Diese magisch-mystischen Kompositionen Balden-Wolffs, welche je durchzogen sind von realen Gefühlen, bieten Angebote zum Schauen. Nie sind sie eindeutig, nie fertig, sondern warten auf eine Fortführung durch die Einbildungskraft ihres Publikums.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


natürlich [n]a[c]kt
Paul Kother mit Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller,
Max Pechstein
03.10. - 06.12.2015

Unter dem Titel "natürlich (n)a(c)kt" stellt die Ausstellung einen Teil des Nachlasses des expressionistischen Künstlers Paul Kother ins Zentrum einer thematisch orientierten Schau und den direkten Bezug zu Werken von Künstlerkollegen seiner Zeit. In der Peripherie der Künstlergruppe "Brücke" angesiedelt, gehört Kother zur verschollenen Generation, deren Person und Werk durch Ausstellungsverbote während des Faschismus psychisch und künstlerisch gebrochen, geradezu dem Vergessen anheimgestellt wurden.
Im Fokus von "natürlich (n)a(c)kt" stehen Kothers Pastelle und Ölgemälde, die ein spezifisches Verhältnis von nacktem menschlichem Körper, Natur und Landschaft offenbaren. In der Ablösung klassischer Körperrepräsentationen, die den Prinzipien des Akademismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts folgen, sind jene Akte eine antibürgerliche, durch die Reformbewegung geprägte Darstellung.
Der Schritt aus dem Atelier, dem städtischen Umfeld und dem Alltagsleben in eine freizeitkonnotierte Landschaft bedeutet eine Grenzüberschreitung, die gleichsam zu einer Enthemmung hinsichtlich der Posen und Körperhaltungen zu führen scheint.
Die in der Ausstellung gezeigten Werke verorten die Akte häufig in Landschaften an der Ostseeküste sowie den Moritzburger Teichen. Vielfach erfüllt die Repräsentation der Natur einen eher phänomenologischen, geradezu kulissenhaften Zweck. Oftmals entstanden parallel zu den auf die Akte fokussierten Bildern Landschaftsansichten. Hierbei finden geradezu filmische Blickverschiebungen wie zwischen Nahaufnahmen und Totalen statt. Denn während die Akte aus einer geringen Distanz gezeigt werden, werden Landschaften mit einem geradezu panoramischen Blick eingeführt. Im Mittelpunkt von "natürlich (n)a(c)kt" stehen Fragen nach der Repräsentation von Nacktheit im Verhältnis zu Darstellungsmustern von Landschaft und Natur, doch finden exemplarisch auch einige jener Landschaftsbilder Eingang in die Ausstellung.


Alexander Rodtschenko
Fotografien aus der Sammlung des dkw.
21.06. - verlängert bis 29.11.2015

Parallel zur Ausstellung, die zahlreiche Werke der russischen Avantgarde präsentiert, werden in dieser Schau Bilder gezeigt, die 1981 nach einer Rodtschenko-Fotoausstellung in die Sammlung des Cottbuser Museums eingingen. Die fast 30 Werke aus den Jahren 1924 bis 1940 geben Einblick in das facettenreiche Schaffen Alexander Rodtschenkos (1891-1956), der mit radikalen Konzepten versuchte, die Utopie der russischen Revolution ästhetisch zu übersetzen. Er führte den Konstruktivismus in die Fotografie ein. Bahnbrechend für die Entwicklung dieses Mediums im 20. Jahrhundert waren seine Fotomontagen, seine Bildexperimente mit überraschenden Perspektiven, seine unkonventionellen Aufnahmen, die sich durch ungewohnte Bildausschnitte, extreme Nahsichten, kühne Auf- und Untersichten auszeichnen.


Mobiles Kino. Romana Schmalisch
30.10. - 15.11.2015

Das "Mobile Kino" der Künstlerin Romana Schmalisch, eine transportable Mischform zwischen Skulptur und Modell. Jene Struktur, die einen installativen Charakter trägt, dient gleichzeitig als Projektionsraum für Filme, die eine zeitgenössische Praktik der Bild- und Filmerzählungen mit starkem Rückbezug auf die sowjetischen Avantgarden repräsentiert.
Die Form dieses Präsentationsapparats ist aus Alexander Medwedkins Film
"Das neue Moskau" (1938) abgeleitet. Im Zentrum des Films steht ein Ingenieur, der auf seiner Reise nach Moskau an verschiedenen Orten seine Entwürfe und Visionen für die sowjetische Hauptstadt präsentiert. Der reale Raum wird durch eine Stadt aus Modellen ersetzt, die in dem Film für eine neue Realität stehen sollen. Für die Ausstellung "Mobiles Kino" hat die Künstlerin ein Programm aus eigenen, auf den Reisen, die sie mit ihrem Mobilen Kino seit dem Jahr 2007 unternommen hat, entstandenen Filmausschnitten zusammengestellt. In vielfältiger Weise reflektieren diese Filme die geplanten sowie die realen Veränderungen städtischer Räume und gesellschaftlich-utopischer Experimente der Jetztzeit. Der ebenfalls präsentierte Film "Preliminaries" (2011) von Romana Schmalisch und Robert Schlicht untersucht ausgehend von Vera Muchinas Statue "Arbeiter und Kolchosebäuerin" - entworfen für die Pariser Weltausstellung von 1937, später das Logo der Mosfilm-Gesellschaft - die stalinistische Film- und Realpolitik und rekonstruiert den Begriff einer bereits feststehenden Zukunft, in deren Licht die Gegenwart als lediglich vorläufig, als symbolisch bereits überwunden erscheint. Diese "lichte Zukunft", die heute Vergangenheit ist, war die Absicht des sozialistischen Realismus im Kino - zugleich konnte sie als Legitimation für die Schauprozesse dienen, die selbst eine präfigurierte Zukunft inszenierten. Auch in "Preliminiaries" geht es also um die Geschichtlichkeit des Kinos sowie um unbequeme Nähen zwischen kinematografischer Produktion und der Produktion von Ideologien.

Die filmische Installation "Mobiles Kino" wird zusammen mit Linolstichen aus der Grafikserie "Grafische Konstruktionen" (1918/19) von Alexander Rodtschenko aus der Sammlung des dkw. gezeigt.

Die Ausstellung "Mobiles Kino" findet im Rahmen des 25. Filmfestival Cottbus statt.


Natürliche Formen - Von Frauen, Füchsen und Lesern. Sharon Kivland
03.10. - 15.11.2015

Die Einzelausstellung "Natürliche Formen - Von Frauen, Füchsen und Lesern" von Künstlerin Sharon Kivland widmet sich Fragen nach Rollenzuschreibungen, Geschlechterkonstruktionen und Ökonomie.
Die Ausstellung setzt sich aus Porträts anonymer Frauen sowie der Präsentation ausgestopfter Tiere zusammen. Die großformatigen Vinylbilder zeigen Frauen in Negligés und Unterwäsche. Jene Bilder entstammen verschiedenen Modemagazinen der 1950er Jahre in denen neueste französische Damenunterwäsche vorgestellt wurde. Diese Frauen mögen jenen entsprechen, die Karl Marx in einer Fußnote im zweiten Kapitel in "Das Kapital" als "Frauen mit feurigem Körper" beschreibt, indem er - einen französischen Dichter des 12. Jahrhunderts zitierend - Frauen und Handelsgüter folgendermaßen miteinander verknüpft: "Im 12. [...] Jahrhundert, kommen unter diesen Waren oft sehr zarte Dinge vor. So zählt ein französischer Dichter [Guillot de Paris] jener Zeit unter den Waren, die sich auf dem Markt von Lendit einfanden, neben Kleidungsstoffen, Schuhen, Leder, Ackergeräten, Häuten usw. auch ‚femmes folles de leur corps' (‚Frauen mit feurigem Körper') auf."Insbesondere Werbebilder offenbaren, in welcher Weise standardisierte Inszenierungen des weiblichen Körpers stereotype Posen und Blickrichtungen nutzen, um über klischeehafte Verführungsmuster Begehren / Begehrlichkeiten herzustellen: Man(n) begehrt die Frau und das Produkt, für das sie steht gleichermaßen. In Verbindung mit den Abbildungen der Frauen werden ausgestopfte Tiere gezeigt. Einerseits tanzen in einer Vitrine Hermeline und Wiesel, die Jakobinermützen tragen auf Büchern von Sigmund Freud und Karl Marx. Andererseits stehen Füchse, die seidene Unterwäsche in ihren Mäulern tragen, auf Sockeln. Unklar bleibt, ob es sich hierbei um einen Gewalt- oder einen Befreiungsakt handelt. Denn Füchsen wird in der Mythologie nicht nur Schlauheit und Gerissenheit zugeschrieben, sie gelten auch als Fruchtbarkeitsdämonen und Symboltiere für Sexualität.


Konstellation II
Clemens Gröszer
12.09. - 15.11.2015

Dem Berliner Maler Clemens Gröszer (1951-2014) ist die zweite Ausstellung in der neueingerichteten Reihe "Konstellation" des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus gewidmet. Zum ersten Mal rückt ein grundlegender Schaffensaspekt ins Zentrum einer Ausstellung mit Gemälden des Künstlers. Sein umfangreiches Œuvre wird von Werkreihen durchzogen, die gewissermaßen dessen Rückgrat bilden.
Zum einen sind das Selbstbildnisse, die über die Jahre in kontinuierlicher Folge geschaffen wurden. Die Porträts "Rosa" treten diesen zur Seite, denn im Laufe der Zeit stand die Tochter des Malers manches Mal Modell. Zu beide kommen Malereien aus den programmatischen Bilderfolgen "Bildnis A.P." und "Marin á cholie". Sie widmet sich über längere Zeiträume demselben Individuum und dergestalt den unmerklichen Wandel des Lebendigen zugleich in Wandel und Kontinuität künstlerischer Auffassung. In den Fokus der Betrachtung tritt ebenso die körperliche Repräsentation mit ihren gesellschaftlich bedingten Einschreibungen in häufig ganzfigurigen Porträts, die Gröszer in schmalen Hochformaten aufrichtet.


Elsbeth Maschke in Crashland
Deutschland 2013, 30 Min.
Konzept: RP Kahl & Laura Tonke, Regie: RP Kahl
05.09 - 27.09.2015

Der Film zeichnet eine Reise in individuelle und kollektive Erinnerungsräume nach, die der aus Cottbus stammende Filmemacher RP Kahl mit der Schauspielerin Laura Tonke unternommen hat. Orte jener Recherche sind die Braunkohleabbaugebiete in der Lausitz. Auch Elsbeth Maschke (1905-1999), die Großmutter des Regisseurs, lebte fast ein Jahrhundert lang in der Region und hat die wechselvolle Geschichte dieser Gegend hautnah miterlebt. So verbinden sich ihre Erinnerungen an den 2. Weltkrieg, der 1945 an der östlichen Grenze Deutschlands besonders heftig zurückkehrte, mit der Zerstörung der Heimat, des eigenen Elternhauses, das aufgrund des Braunkohleabbaus in den 1990er Jahren abgerissen werden musste. Die historischen Aufnahmen der Zeitzeugin verbinden sich mit den Reisen von Kahl und Tonke in das Niemandsland der Braunkohleabbaugebiete, die historische Untersuchung trifft auf aktuelle Fragen zu Land und Identität.

Die dreiwöchige Präsentation der Installation im neugestalteten Foyer des dkw. wird durch einen Veranstaltungsabend mit essayistischen und dokumentarischen Filmen zum Thema "Braunkohle" eingeläutet.


Alexander Rodtschenko
Fotografien aus der Sammlung des dkw.
21.06. - 20.09.2015

Parallel zur Ausstellung, die zahlreiche Werke der russischen Avantgarde präsentiert, werden in dieser Schau Bilder gezeigt, die 1981 nach einer Rodtschenko-Fotoausstellung in die Sammlung des Cottbuser Museums eingingen. Die fast 30 Werke aus den Jahren 1924 bis 1940 geben Einblick in das facettenreiche Schaffen Alexander Rodtschenkos (1891-1956), der mit radikalen Konzepten versuchte, die Utopie der russischen Revolution ästhetisch zu übersetzen.
Er führte den Konstruktivismus in die Fotografie ein. Bahnbrechend für die Entwicklung dieses Mediums im 20. Jahrhundert waren seine Fotomontagen, seine Bildexperimente mit überraschenden Perspektiven, seine unkonventionellen Aufnahmen, die sich durch ungewohnte Bildausschnitte, extreme Nahsichten, kühne Auf- und Untersichten auszeichnen.


"Wir müssen den Schleier von unseren Augen reißen"
Fotografie und Zeichnung der russischen Avantgarde aus der Sammlung der Sepherot Foundation
21.06. - 20.09.2015

Bereits der Titel der Ausstellung, ein Zitat von Alexander Rodtschenko, verweist auf die Aufbruchsstimmung, die viele Künstler in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfasste. Sie gehen mutig neue Wege, reduzieren ihr Vokabular auf wenige geometrische Formen und entwickeln eine eigene ungegenständliche Darstellungsweise.
Die Ausstellung veranschaulicht, wie die aus der bildenden Kunst kommenden Impulse des Konstruktivismus und Suprematismus auch das Medium der Fotografie durchdringen und wie das fotografische Sehen gleichzeitig Niederschlag in den Werken der Avantgarde-Künstler findet. Verdeutlicht wird dies in der Gegenüberstellung von nahezu 100 Fotografien und Zeichnungen von 18 KünstlerInnen aus der Sammlung der Sepherot Foundation Liechtenstein, die sonst nicht der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Zu sehen sind u.a. Werke von Alexandra Exter, El Lissitzky, Kasimir Malewitsch, Ljubow Popowa, Alexander Rodtschenko, Olga Rosanowa, Nikolai Sujetin, Wladimir Tatlin und Nadeshda Udalzowa.


Konstellation I
Günther Friedrich
04.07. - 30.08.2015

Dem Cottbuser Maler Günther Friedrich (1930-1986) wird die erste Ausstellung der im dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus neu eingerichteten Reihe "Konstellation" gewidmet. Mit dieser soll ein wesentlicher Schaffensaspekt eines Künstlers in neue Kontexte gestellt und in spannungsreiche Konstellationen, etwa zu kunstgeschichtlichen Positionen gebracht werden. Die von Friedrich zum Ende seines Lebens verfaßte Werkliste für eine Idealausstellung vereinigt vor allem Stilllebenmalereien aus den letzten Schaffensjahren. Basierend darauf, werden sowohl weitere Werke des Künstlers, mithin Auftragsarbeiten aus dem Bestand des dkw., als auch Gemälde seines Lehrers Hans Grundig (1901-1958) und klassische Stillleben des Italieners Giorgio Morandi (1890-1964) der Künstlerauswahl gegenübergestellt.
Rund drei Jahrzehnte nach seinem Tod eröffnet die Ausstellung damit neue Perspektiven auf das Schaffen des Malers. Von Anbeginn liegt eine Stärke von Friedrich in der stilllebenhaften Behandlung der Bildstoffe. In seiner Entwicklung tritt zu Tage, wie ein Künstler in der DDR um seine Position ringt und im bewussten Rückzug, auf dem Höhepunkt des Schaffens, ganz eigene Kompositionen im Stillleben zu finden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


ausschnittsweise
ausschnittsweise I: Cristof Yvoré
04.07. - 24.07.2015
ausschnittsweise II: Martin Tiede
04.07. - 24.07.2015
ausschnittsweise III: Matthias Körner
26.07. - 21.08.2015)
ausschnittsweise IV: Martin Tiede, Cristof Yvoré
26.07. - 21.08.2015
ausschnittsweise V: Matthias Körner, Martin Tiede, Cristof Yvoré
01.09. - 21.09.2015


Die Ausstellungsreihe "ausschnittsweise" besteht aus drei Einzelausstellungen sowie zwei kleinen Gruppenausstellungen, die geradezu ineinander mäandern. Die Werke der drei beteiligten Künstler Cristof Yvoré, Martin Tiede und Matthias Körner stehen für unterschiedliche Auffassungen zeitgenössischer Stilllebenmalerei.

Die Gemälde des französischen Künstlers Cristof Yvoré zeigen in meist düsteren Farben flächig gemalte Alltagsgegenstände, die in einem abstrakten Bildraum, nicht aber in einem erkennbaren Alltagsraum verortbar sind. Sowohl Bildkomposition als auch Malweise verweisen auf die Flüchtigkeit des Moments, auf die Vergänglichkeit als einem klassischen Thema des Stilllebens.

Ebenfalls vor monochromen Hintergründen verlieren sich in Martin Tiedes Malereien die Gegenstände im Bildraum. Aus der Mitte gerückte, an den Rand oder gar darüber hinaus gedrückte Objekte verleihen den Bildern die Anmutung filmischer Sequenzen.

Matthias Körners Gemälde präsentieren einen fragmentierenden Blick auf leere, geradezu morbide Räume. Die bühnenhaft dargestellten Interieurelemente werden auf der Bildfläche gleichsam zu Raumstillleben (an)geordnet.


Ich möchte kein gefangener Vogel im Käfig sein
Annemirl Bauer
25.04. - 21.06.2015

Unter dem Titel "Ich möchte kein gefangener Vogel im Käfig sein" zeigt das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus die erste umfassende Museumsausstellung der Malerin Annemirl Bauer. In drei thematisch ausgerichtete Kapitel eingeteilt, zielt die Ausstellung darauf ab, das bis dato maßgeblich gesellschaftspolitisch eingeordnete Werk der Künstlerin kunsthistorisch zu reflektieren sowie dessen künstlerische Bildmodalitäten und Referenzen zu befragen.
Im ersten Kapitel der Ausstellung werden unter dem Begriff "Sehnsuchtsorte und Projektionsräume" Bildwerke vorgestellt, die mit formalen und inhaltlichen Verweisen auf die französischen Avantgarden des frühen 20sten Jahrhunderts den Mittelmeerraum ins Zentrum des Blicks rücken. Unter dem Titel "Öffentliche Handlungsräume" fokussiert das zweite Ausstellungskapitel auf Arbeiten, die das künstlerische Bild als kommentierten und kommentierenden, erweiterten Raum realen und symbolpolitischen Handelns postulieren. Das dritte Kapitel stellt unter dem Stichwort "Rückzugsräume" Werke vor, die parallel zur öffentlichen Sphäre eine geradezu idealtypische Privatheit festschreiben. Porträts ihrer Tochter Amrei Bauer, ihrer Mutter - der Malerin Tina Bauer-Pezellen - sowie von Freunden und Nachbarn stehen hier im Mittelpunkt. Doch auch hier wird offensichtlich, das dem Privaten das Politische immanent ist. Ihr Leben lang setzte sich Annemirl Bauer (1939-1989) gegen Militarisierung, für ein Reiserecht aller DDR-Bürger und Selbstbestimmung ein, protestierte gegen gewaltsame Ausbürgerung und Freikaufgeschäfte und lotete kritisch das Geschlechterverhältnis in modernen Gesellschaften aus. Ihre Haltung, die sie über ihre Kunst formulierte, manifestierte sich in der Konsequenz ihres künstlerischen Handelns. In ihren Bildern verknüpft sich ein präziser, kritischer Blick auf gesellschaftliche und politische Bedingungen mit poetischen, aber vielfach auch humorvollen Lebensentwürfen. Die Autonomie ihres Denkens und ihrer Bildsprache, von der jedes ihrer Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Objekte zeugt, hat Annemirl Bauer zu einer Dissidentin gemacht: Marginalisierung, Ausschluss und Isolation waren die Konsequenz. Das Werk Annemirl Bauers steht für ein politisches Verständnis von Kunst, die aktuell im Zeitgeschehen verankert eine eigene Formensprache fand, um einen kritischen (Bild-)Raum zwischen Wirklichkeitsreflexion und Utopieproduktion herzustellen. Ein Teil ihres Werks verhält sich explizit zu politischen und gesellschaftsrelevanten Themen der DDR und bezieht kritisch Positionen zu Fragen der öffentlichen Sphäre. Ein anderer Teil der Bilder Annemirl Bauers hingegen scheint geradezu eine private Parallelwelt zu reflektieren bzw. gar herzustellen, indem vielfach porträtierte Familienmitglieder und Freunde zu Stellvertretern eines (symbolischen) Frei-, Rückzugs- und Schutzraums werden.

Prologisch zur Einzelausstellung Annemirl Bauers im April 2015 im dkw. präsentierte das Museum bereits zwei kleine, komplementär angelegte Ausstellungen: im Landtag Brandenburg mit dem Titel "eingeschlossen / ausgeschlossen" (14.10. - 31.12.2014) und im dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus mit dem Titel "ausgeschlossen /eingeschlossen" (06.12.2014 - 18.01.2015).

Sämtliche Werke der Ausstellungen sind Leihgaben des Annemirl Bauer- Nachlassarchivs. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.


Gegen den Strich
Zeichnungen, Druckgrafik, Fotografie und Plakat
aus der Sammlung des dkw.
28.03. - 07.06.2015

Als Pendant zur Werkausstellung von Annemirl Bauer (Eröffnung 24. April) werden Arbeiten und Handschriften von Künstlern aus der DDR vereint, die dem kritischen Potential der Kunst auf sehr unterschiedliche Weise immer wieder Raum gaben. Ihre Arbeiten fielen entweder ganz aus dem kulturpolitisch vorgegebenen Rahmen oder verließen diesen oftmals unbemerkt, mit hintergründigen Anspielungen und dem Zwischen-den-Zeilen-Lesen, das der geübte DDR-Bürger beherrschte. Zudem wurde dem Experimentellen und Nichtgegenständlichen, wenn überhaupt, im Bannkreis des sozialistischen Realismus, nur eine Randexistenz zugebilligt. Jedoch lassen sich gerade in den 1980er Jahren mehr und mehr unkonventionelle, eben gegen den Strich "gebürstete" künstlerische Haltungen beobachten. Einerseits lenkten sie Perspektiven auf ungeschönte, "übersehene" Alltäglichkeit im Sozialismus und andererseits operierten sie mit ungewöhnlichen Blickwinkeln oder Materialien.

Zeichnung/Druckgrafik:
E.R.N.A., Michael Diller, Klaus Hähner-Springmühl, Bernd Schlothauer u.a.

Fotografie:
Gundula Schulz Eldowy, Matthias Leupold, Jens Rötzsch, Rudolf Schäfer u.a.

Plakat:
Manfred Butzmann, Lutz Dammbeck, Jürgen Haufe, Joseph W. Huber u.a.


Adelaide
Fotografien von Adelaide Ivánova
06.02.2015 - 26.04.2015

Die Fotografin Adelaide Ivánova, die im letzten Jahr ihr Studium an der Berliner Ostkreuzschule für Fotografie abschloss, arbeitet an der Serie "Adelaide" bereits seit 2006. Immer wieder hält die junge Brasilianerin ihre Großmutter, die in Recife lebt, mit der Kamera fest. Adelaide de Queiroz Silva, geboren 1921 in der brasilianischen Halbwüste "Sertão", die für ihre Ärmlichkeit berüchtigt war, hatte gewiss kein leichtes Leben. Sie brachte 16 Kinder zur Welt, von denen 14 das Kindesalter überlebt haben. Ihre Kinder hat sie weitgehend allein großgezogen, denn nachdem ihr Mann mit seiner Farm und einem kleinen Lebensmittelgeschäft Bankrott gegangen war und ihn dieser Verlust den Lebensmut nahm, entschloss sie sich allein mit ihren Kindern in die Hafenstadt Recife zu ziehen. Den Lebensunterhalt für ihre Familie verdiente sie, indem sie auf der Straße Kuchen verkaufte. Lange Zeit kämpfte Adelaide de Queiroz Silva in ihrem Leben gegen die Armut und vor allem dafür, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu sichern.
Dies ist ihr gelungen - die meisten von ihnen haben studiert und selbst Familien gegründet. Trotz großer Schwierigkeiten und des harten und entbehrungsreichen Lebens ist sie keine verhärmte oder bittere alte Frau geworden. Dies zeigen eindrücklich die Bilder von Adelaide Ivánova, die ihre Großmutter in privaten Situationen zeigt - beim Arztbesuch, wie sie sich pflegt, rasiert, schmückt oder körperlich fit hält. Immer noch ist die über 90jährige auf gutes Aussehen bedacht, geht ihren Beschäftigungen nach. Gern posiert sie vor der Kamera ihrer Enkelin, setzt sich bewusst in Szene. Selbstbewusst und stolz präsentiert sie sich als eigenwillige und starke Persönlichkeit. Die Porträts, die von großer Nähe und hohem Respekt zur Person zeugen, erscheinen wie eine Aufforderung, sich auch im fortgeschrittenen Alter den Herausforderungen des Lebens jeden Tag aufs Neue zu stellen.


Unsere Ausstellung Finde Mangan! Künstlergruppe Mangan 25 macht vom 27. Februar bis 6. April 2015 im Waschhaus Kunstraum Potsdam Station.


Weltenwechsel. Sammlung Seiz:
Figürliche Malerei aus dem letzten Jahrzehnt der DDR und heute
6.12.2014 - 15.02.2015 / 20.02. - 12.04.2015

06.12.2014 - 15.02.2015 Teil 1: Der Blick nach Außen
Hubertus Giebe, Clemens Gröszer, Rolf Händler, Bernhard Heisig,
Klaus Killisch, Konrad Knebel, Harald Metzkes, Roland Nicolaus,
Uwe Pfeifer, Stefan Plenkers, Wolfgang Smy, Heinrich Tessmer
21.02.2015 - 12.04.2015 Teil 2: Der Blick nach Innen
Lothar Böhme, Hartwig Ebersbach, Johannes Heisig, Peter Hoppe,
Walter Libuda, Werner Liebmann, Neo Rauch, Willi Sitte, Heinrich Tessmer,
Max Uhlig, Hans Vent, Jürgen Wenzel

Zum 25. Jahrestag von Mauerfall und Wiedervereinigung präsentiert das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus gemeinsam mit dem Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen und dem Kunstverein Reutlingen das Ausstellungsprojekt "Weltenwechsel".
Ausgewählte Werke aus der Sammlung Siegfried Seiz, Reutlingen, werden mit aktuellen Arbeiten aus den Ateliers bzw. Nachlässen der 23 Künstler verwoben. Die Sammlung selbst vereint Bilder, die den generationsübergreifenden Facetten-reichtum und das teils subversive Potenzial der Kunst in der späten DDR anhand von Werken der bedeutendsten Protagonisten von Bernhard Heisig über Klaus Killisch und Harald Metzkes bis zu Neo Rauch verdeutlicht. Die Ausstellung macht den persönlichen Blick des Reutlinger Sammlers Siegfried Seiz kenntlich und offenbart den auf gegenseitigem Vertrauen beruhenden spezi-fischen Charakter einer im Dialog aufgebauten Sammlung.
Insgesamt zielt die Präsentation darauf ab, durch Einbeziehung neuerer Malereien der Künstler, Entwicklungslinien aufzuspüren, die durch den gesellschaftspolitischen Wandel motiviert und/oder durch künstlerische Entwicklungen bedingt sind. Über zwei zeitlich aufeinander folgende Kapitel reflektiert die Ausstellung die beiden Themenschwerpunkte: "Der Blick nach Außen" und "Der Blick nach Innen".
Im ersten Teil wird die zeitkritische Dimension der Malerei reflektiert, mit ihrer differenzierten Wirkung in die vielfach dargestellten städtischen, mithin gesellschaftlichen Räume hinein. Symbolisch verdichtete Mauergemälde, so von Roland Nicolaus und Stefan Plenkers, stehen neben Bildern der Vorahnung und visionären Überhöhung, so von Clemens Gröszer oder Uwe Pfeifer.
Im zweiten Teil rücken die klassischen Malereimotive wie Stillleben, Interieur, Landschaft und Aktdarstellung in Gemälden von Johannes Heisig, Max Uhlig oder Jürgen Wenzel ins Zentrum der Betrachtung. Sinnliche Intensität oder existentielle Ausdrucksstärke bestimmen jene Formen der Rückwendung ins Private.

Die Ausstellung ist ab Mai 2015 im Städtischen Kunstmuseum Spendhaus und im Kunstverein Reutlingen zu sehen.


Am Ende der Zeit
Fotografien von Thomas Kläber
24.01. - 15.03.2015

Dem Bild des Menschen, einem der großen, emotionalen Kernthemen der Fotografiegeschichte, widmet sich Thomas Kläber seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn. Sein großes Interesse an seinen Mitmenschen und ihrem unmittelbaren Lebensumfeld wird auch in dem einfühlsamen Fotoessay "Am Ende der Zeit" deutlich, in dem die Hauptfigur Annemarie Jatzlauk ist.
Die Inhaberin der Cottbuser Bahnhofdrogerie stand fast sechs Jahrzehnte hinter dem Ladentisch ihres kleinen Geschäftes, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein schien. Mehr als sieben Jahre lang, bis zu ihrem Tod, begleitet Thomas Kläber sie mit seiner Kamera und versucht mit den Mitteln der Fotografie das Normale, das Besondere und das Einmalige ihrer Persönlichkeit zu begreifen und darzustellen.
Er erzählt in stillen, teilweise auch poetischen Bildern von einer Frau, die unter sehr einfachen Bedingungen ein genügsames und autarkes Leben führt. Stets spürt man das beidseitige Vertrauen, dass auf gegenseitiger Achtung und Wertschätzung beruht. Insbesondere die anrührenden, manchmal auch emotional aufgeladenen Bilder aus Annemarie Jatzlauks letzten Lebensjahren konnten nur durch dieses Vertrauen gelingen.


ex usu
Plakate und andere Arbeiten von Erhard Grüttner
24.01. - 15.03.2015

Der Ausstellungstitel "ex usu" (aus dem Gebrauch heraus) baut eine Brücke zum Grafikdesign, das seinem Wesen nach zweckbestimmt ist. Gezeigt werden Plakate zu Film, Theater und gesellschaftlichen Themen sowie Buchgestaltungen, Illustrationen und Fernsehgrafiken aus den letzten fünf Jahrzehnten.
Erhard Grüttner arbeitete nach seinem Studium zunächst als Mitarbeiter, danach als Leiter des Ateliers des Progress Film-Verleih Berlin. Das mag ein Grund gewesen sein, dass der Film für seine frühen Plakate bestimmend ist. In der biederen Plakatlandschaft Anfang der 1960er Jahre sind sie innovativ und neuartig. Später entstehen Plakate vor allem für verschiedene Theater und zu gesellschaftlichen Themen. Anfangs malerischer wandelt sich sein Stil, wird konzentrierter, expressiver. Träger dieser konsequenten Reduktion ist hauptsächlich die Zeichnung, die in seinem gesamten Schaffen ein wesentliches künstlerisches Mittel bleibt. Er beschränkt sich aber nicht allein darauf, sondern bedient sich der Mittel nach Maßgabe ihrer Wirkung im Sinne seiner Absicht. Manchmal zerreißt, durchsticht, verletzt er das Papier, das damit nicht mehr nur ein reiner Bildträger ist, sondern zur Aktionsfläche wird und auf diese Weise eine Ausdruckssteigerung erfährt.


2014

Annemirl Bauer
06.12.2014 - 18.01.2015

Prologisch zu einer umfassenden Einzelausstellung der Malerin und Zeichnerin Annemirl Bauer (1939-1989), die das dkw. für das kommende Jahr konzipiert, führen im Vorfeld zwei Präsentationen an zwei unterschiedlichen Orten, nämlich dem dkw. als Kunstinstitution und dem Landtag als politischen Raum ein. Weder als Künstlerin noch als politisch denkendes Subjekt passte Annemirl Bauer in das offizielle Bild der DDR. Ihr umfassendes Werk thematisiert mit unbändigem, expressivem Realismus gesellschaftliche Missstände, Militarismus, Geschlechterdifferenz und das Scheitern von Realpolitik. Ihre Arbeit steht für ein politisches Verständnis von Kunst, die im humorvoll pointierten Rückgriff auf Kunstgeschichte einen kritischen (Bild-)Raum zwischen Wirklichkeitsreflexion und Utopieproduktion herstellt.


Aktionsraum "Finde Mangan!"
Künstlergruppe Mangan25
22.11.2014 - 18.01.2015

Mangan25 ist eine interdisziplinäre Künstlergruppe, die als gemeinsame Arbeitsvoraussetzung bereisbare Erfahrungsräume aufsucht. Ungewöhnliche Landschaften, schwer zugängliche Habitate und Expeditionen im Grenzbereich stehen im Fokus. Die Künstlergruppe, im Jahre 2004 gegründet, besteht heute aus sieben Mitgliedern: Peter Adler (Maler), Kai-Uwe Kohlschmidt (Autor und Komponist), Gordon Adler (Fotograf und Designer), Wolfgang Wagner (Schauspieler und Übersetzer), Momo Kohlschmidt (Schauspielerin und Sängerin), Arta Adler (Schauspielerin und Ärztin) sowie Isabel Neyses (Kamerafrau). Mangan25 begibt sich immer wieder neu auf Spurensuche. Der Nanga Parbat (2004) und die Wüste Namibias (2012) gehören ebenso zu den bisherigen Zielen, wie der Regenwald Venezuelas (2010) und Spitzbergen im Arktischen Ozean (2009). Die Künstler waren auf den Spuren Ludwig Leichhardts in der australischen Simpsonwüste (2008) und auf Flussexpedition im Grenzland von Neiße und Oder (2013).
Wiederkehrende Reisemotive sind die selbstbestimmte Erfahrung unter erschwerten Bedingungen: Das "Sich-Aussetzen" im Material, die Empirie, die Studie geschichtlicher Themen. Dabei entstehen unterschiedlichste künstlerische Äußerungen in Malerei, Videoart, Fotografie, Text, Hörspiel und Feature. Die vielgestaltigen Arbeitsergebnisse des zehnjährigen Zusammenwirkens der Künstlergruppe Mangan25 werden aus eben diesem Anlass erstmalig in einem gemeinsamen Aktionsraum im dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus ausgebreitet. Eine dynamische Schau, die mit Installation, Malerei und Skulptur, Text, Fotografie und Equipment lebendige Einblicke in die gruppenspezifischen Prozesse gibt und sich zugleich im Ausstellungszeitraum verwandelt, in dem die Künstler als Akteure vor Ort die "Bewegungen im Raum" in unterschiedlichster Form aufnehmen und weiterführen werden.


Gemischtes Doppel III: Anne Heinlein, Katrin von Lehmann
Stipendiaten 2012 + Kunst-Förderpreisträger 2013
des Landes Brandenburg
22.11.2014 - 18.01.2015

Bei beiden Künstlerinnen, die diesmal in Dialog miteinander treten, steht am Anfang der Arbeit die Recherche von Prozessen, die im Vergangenen liegen.
So suchte die Fotografin Anne Heinlein für ihre Serie "Wüstungen" Orte an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze auf, an denen bis in die 1980er Jahre Dörfer existierten. Von den Häusern und Gehöften, die von den DDR-Behörden zu Zeiten des Mauerbaus und der Grenzverstärkung enteignet und dem Erdboden gleichgemacht wurden, ist nichts geblieben. Die geschliffenen Dörfer sind gänzlich verschwunden und die Bilder zeigen nun stille menschenleere Landschaften.


Sugar & Zint. Fotografien von Alexander Janetzko
Buchpräsentation und Ausstellung
12.11. - 28.11.2014

Die Arbeit "Sugar & Zint" ist eine offene Bildserie und experimentelles Tagebuch - über Gerdy Zint. Seit 2009 fotografiert Alexander Janetzko den Berliner Schauspieler im beruflichen und privaten Leben.
In der Ausstellung sowie im gleichnamigen Buch wird der Betrachter im Unklaren gelassen, welche Bilder inszeniert sind, welche Aufnahmen die filmische Wirklichkeit bzw. den privaten Alltag des Protagonisten zeigen. Mittels der Fotografie entsteht eine eigene Wirklichkeit.

Das Buch wurde von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung finanziert und erschien 2014 im Sandsteinverlag in der Reihe "Signifikante Signaturen".


Im Hinterhof, im Vorderhaus. Heinrich Zille
Armut und Sehnsucht in Zilles Fotografien und Zeichnungen
sowie populären Massenmedien des frühen 20. Jahrhunderts
13.09. - 23.11.2014

Die Ausstellung widmet sich einem der wohl bekanntesten Berliner Künstler des frühen 20. Jahrhunderts, dem Grafiker, Maler und Fotografen Heinrich Zille. In seinen "Milljöh"-Darstellungen, entstanden im Kontext der Industrialisierungszeit, setzt sich Zille mit den prekären Lebensbedingungen der damaligen Arbeiterschicht auseinander. Armut, harte Arbeit und miserable Wohnverhältnisse, aber auch damit einhergehende Sehnsüchte prägten deren Alltagsrealität.
Die Ausstellung verknüpft auf neuartige Weise Zeichnungen und Fotografien des Künstlers miteinander und zeigt auf, wie Tragik und Sozialkritik in beiden künstlerischen Medien reflektiert werden und welche Wechselwirkungen dabei zutage treten. Darüber hinaus sollen andere zeithistorische Dokumente verdeutlichen, wie sich in populären Medien - Film und Literatur - eine sozialkritische Auseinandersetzung äußerte.


Carl Blechen zu Gast im dkw.
Aus den Beständen der Sammlung Carl Blechen
in der Stiftung Fürst-Pückler-Museum
13.09. - 23.11.2014

Die Werke Carl Blechens befinden sich in vielen großen Museumssammlungen. Cottbus, seine Geburtsstadt, begann 1913 mit einer Sammlung, die heute im Schloss Branitz bewahrt wird. Zu den bedeutenden Gemälden gehören hier "Kreidefelsen auf Rügen", 1828 kurz vor seiner Italienreise entstanden, "Gebirgsschlucht im Winter" (1825) sowie das Gemälde "Felslandschaft mit einem Einsiedler".
Das erst 2010 erworbene Bild ist ein programmatisches der deutschen Romantik. Der Blechen Forscher Helmut Börsch-Supan hat das Bild entdeckt und die Zuschreibung nachgewiesen. Mit außergewöhnlichem Detailreichtum führt es wie kaum ein anderes Frühwerk in die Gedankenwelt Blechens ein. Das Gemälde - eine gedankliche Konstruktion - vereint Kunst- und Naturlandschaft voller Innigkeit, ehrfürchtiges Staunen und Erhabenheit. Ausgehend von diesem Gemälde zeigt die Ausstellung Kernstück Carl Blechens, die einerseits in der Romantik verankert sind und andererseits auf den beginnenden Realismus verweisen.


Transformationen.
Körper/Kunst/Medizin - Im Rahmen des Carl-Thiem-Jahres
Elena Acquati, Klaus Elle, Chris Hinze, Kathrin Karras,
David Lehmann, ORLAN, Zsu Szabó
30.08. - 26.10.2014

Zum 100-jährigen Jubiläum des Carl-Thiem-Klinikums präsentiert das dkw. eine Ausstellung, die sich Verwandlungen des menschlichen Körpers durch medizinische und künstlerische Bildverfahren widmet. Die Künstlerinnen und Künstler entwerfen Bilder des menschlichen Körpers jenseits analytischer Kategorien zur Optimierung oder zum Funktionserhalt. Sie gehen dabei der Frage nach, wie sich menschliche Identität(en), soziale Zuschreibungen, psychische Zustände und Bedingungen spezifizieren und darstellen lassen. Vielfach tasten die Bilder hierbei den menschlichen Körper geradezu ab, um die Grenze der Physis auszuloten und diese Grenze gleichermaßen auch über die Bildproduktion zu verschieben oder zumindest in Frage zu stellen.
In der Ausstellung treffen die Arbeiten signifikanter regionaler Künstlerinnen und Künstler sowie international renommierter Kunstschaffender aufeinander, ebenso sind die künstlerischen Positionen aber auch in drei unterschiedlichen Generationen verankert. Als historische Einschübe fungieren die fotografischen Arbeiten der Französin ORLAN, die seit den 1970er Jahren als Lebendskulptur international Aufsehen erregt. Zusammen mit den durch die Malerei geprägten Experimentalfotografien von Klaus Elle zeugen die Arbeiten von der Bildsprache einer Generation, die formale und inhaltliche Grenzüberschreitungen am eigenen Ich auslotet. Obschon die Arbeiten von Elena Acquati, Chris Hinze, Kathrin Karras, David Lehmann und Zsu Szabó großenteils von autobiographischen Motivationen durchzogen sind, steht hierbei nicht die individuelle Erfahrung im Vordergrund.
Die Fotocollagen von ORLAN sowie die Experimentalfotografien von Klaus Elle stammen aus den 1990er Jahren und sind Bestandteile der Sammlung des dkw. Eigens für diese Schau entstanden Malereien von Elena Acquati und David Lehmann, Skulpturen von Chris Hinze, Fotografien von Zsu Szabó und eine Videoarbeit von Kathrin Karras.

Mit freundlicher Unterstützung des Carl-Thiem-Klinikum Cottbus

Zudem wurde das Kunstwerk "Transformation" von Chris Hinze realisiert mit der Unterstützung der Building Trust SIKA AG, Betontransporte Tom Rasch und
Dr. sc. med. Wilfried Dschietzig

Unter folgendem Link gibt es Einblick in den Entstehungsprozeß der Arbeit "Transformation" von Chris Hinze, inklusive Transport und Aufbau im dkw.:
chrishinzeblog.tumblr.com


Gemischtes Doppel II: Rainer Gottemeier, Beate Rothensee
Stipendiaten 2012 + Kunst-Förderpreisträger 2013
des Landes Brandenburg
30.08. - 26.10.2014

Die Phänomene Licht und Dunkelheit, Zeit und Raum, Farbe und Klang, Bewegung und Ruhe, Schärfe und Unschärfe, Transparenz und Undurchsichtigkeit sind die augenfälligsten Merkmale und verbindenden Elemente in den konzeptionellen Arbeiten von Rainer Gottemeier. Seine Lichtinstallationen und Lichtobjekte, mit minimalistischen Mitteln inszeniert, sind poetische und strukturelle Bilder mit oftmals philosophischem Hintergrund.
Ein zentrales Thema im Werk von Beate Rothensee ist die Transformation vom Profanen zum Sakralen. Dazu verfremdet die Künstlerin Alltagsgegenstände, wie etwa Verpackungsmaterial. Es entstehen neue, überraschende Sichtweisen: auf den ersten Blick kostbare Ikonen, goldene Tempel, wertvolle Schreine. Vornehmlich ist daran die Frage geknüpft, wie sich das Gefühl für das Kostbare, das Heilige verändert hat.


Tschthinzscht. Urban.
I. 6.2. - 9.4.2014 / II. 18.4. - 24.6.2014 / III. 29.8. - 24.10.2014
Annemarie Balden-Wolff, Ursula Döbereiner,
Hermann Glöckner, Stéphanie Nava, Wilhelm Rudolph,
Gwen Rouvillois, Katharina Schmidt, Esther Stocker,
Albert Wigand, Eva-Maria Wilde, Willy Wolff


... I. 6.2. - 9.4.2014:
Das Faszinierende oder Irritierende einer Ausstellung ist nicht einzig in den Werken selbst zu entdecken, sondern ebenso sehr in dem Dazwischen. Die Ausstellungsreihe "Tschthinzscht" zeigt Zeichnungen und Collagen von Künstlerinnen der Gegenwart sowie eine Auswahl grafischer Arbeiten aus dem Bestand des dkw.. Diese konzentrierte Gruppierung versammelt unterschiedlichste Arten künstlerischen Ausdrucks, die sich vielfältig aufeinander beziehen. Alle sprechen sie die Sprache der Moderne, dies jedoch in verschiedenen Dialekten und Modulationen, die Fragen provozieren.
In diesem Sinn ist auch der Ausstellungstitel zu verstehen. In den 1910er Jahren mimt die Soubrette Liesl Karlstadt in einer Komödie mit Karl Valentin Herr Tschthinzscht, einen chinesischen Salonkomiker und singt auf Chinesisch. Tatsächlich verbindet sie Phantasiesprache und bayrischen Volksmund zu einem chinesisch anmutenden Sing-Sang. Das vermeintliche Kauderwelsch dieser Bühnenfigur verdeutlicht wie Sprache zwischen Prägnanz und Obskurität changiert. Die erste Edition - "Tschthinzscht. Urban" - widmet sich künstlerischeren Positionen, welche vor allem das Medium Zeichnung nutzen, um die Ausdrucksformen sprich das Vokabular städtischer Oberflächen zu untersuchen.
"Tschthinzscht" ist ein mehrteiliges Ausstellungsunternehmen, welches auf Initiative Eva-Maria Wildes hin entstand und weiterhin entsteht. Die Künstlerin unterrichtet am Lehrstuhl für Plastisches Gestalten der BTU Cottbus-Senftenberg Architekturstudierende im Zeichnen. Ein Anliegen des Projekts ist nicht nur die Kooperation zwischen Universität und Kunstsammlung zu stärken, sondern vor allem den Studierenden neben der praktischen Arbeit, die Möglichkeit zu geben an Originalen die Gestaltungsoptionen zeichnerischen Ausdrucks zu erfahren und darüber zu sprechen. Generell gilt für "Tschthinzscht", dass der Dialog vor den Werken unverzichtbar ist und im Rahmen eines Begleitprogramms, mit Filmabend, Künstlergespräch u.m., auf verschiedenste Weise initiiert werden soll.

... II. 18.4. - 24.6.2014:
Die Ausstellung in der Black Box geht weiter! Einfach ab- und wieder aufgebaut wird jedoch nicht. Im zweiten Teil der Präsentation transformieren die Künstlerinnen Eva-Maria Wilde und Ursula Döbereiner den Raum samt Ausstellung. Manche der bereits ausgestellten Werke werden entfernt, andere umgehängt und neue hinzugefügt. Zudem fertigen sie raumbezogene Wandarbeiten, arrangieren damit ein Gefüge für alle übrigen Werke und zeigen, dass Zeichnung auch jenseits von Papier existiert. Ziel ist es, Schnittpunkte und Abweichungen, im jeweiligen Umgang mit den Formsprachen der Moderne und Erfahrungen städtischen Lebens, erkennbar zu machen. Aus dem Bestand des dkw. sind Zeichnungen und Collagen von Annemarie Balden-Wolff, Hermann Glöckner, Albert Wigand, Willy Wolff und Hans Kinder zu sehen.

... III. 29.8. - 24.10.2014:
Annemarie Balden-Wolff, Christa Böhme, Kerstin Cmelka,
Sylvie Ungauer

Haben sich die ersten beiden Teile der Ausstellungsreihe unter dem Vorzeichen "urban" der Repräsentation von Stadt im künstlerischen Medium der Zeichnung gewidmet, so ändert sich inhaltlich die Perspektive für die dritte und abschließenden Präsentation von "Tschthinzscht". Der Mensch beziehungsweise der weibliche Körper steht nun im Zentrum der Betrachtung. Wie in den übrigen Ausstellungen der Reihe werden historische und zeitgenössische Positionen mit einem zeichnerischen Ansatz vorgestellt. Die skizzenhaften Aktzeichnungen von Christa Böhme und die feinen Tuschearbeiten von Annemarie Balden-Wolff verbildlichen je auf eine eigene Weise das Verhältnis zwischen Figur und Raum und verweisen in ihrer Unterschiedlichkeit auf die Qualität der anderen. Die Zeichnungen von Böhme sind bestimmt durch einen malerischen Einsatz der Kohle. Der Wechsel von Verwischungen und straken schwarzen Linien verleihen den Körpern eine plastische Wirkung. Balden-Wolff hingegen setzt ihre Körper-kompositionen filigran aus vielen kleinen Einzelstrichen zusammen. Die textil anmutenden Oberflächen wirken mal undurchlässig, mal weich.
Neben den Arbeiten der DDR-Künstlerinnen sind die zeitgenössischen Zeichnungen von Sylvie Ungauer und die Plakatarbeit von Kerstin Cmelka zu sehen. Die Filzstiftzeichnungen der Serie "Maisons" thematisieren prägnant das Verhältnis von Figur und der Architektur in der sie sich bewegt. Die Protagonistinnen bekannter Filme tragen hier die zentralen Häuser der Handlung auf dem Kopf. Die übrigen ausgestellten Arbeiten zeigen weitere Formen der Umhüllung von Körper. Ähnlich wie bei Böhme und Balden-Wolff geht es um Formen von Intimität, aber auch um Abgrenzung. Hingegen verweist Kerstin Cmelka mit ihrem Plakat darauf das Körper auch öffentliche Oberflächen sind und damit Reproduktionsflächen gesellschaftlicher Erwartungen. Beide Positionen belegen die Aktualität der Frage nach Stellung des weiblichen Körpers im gesellschaftlichen Raum. Wie verhalten sich diese Körper zu ihrem Umfeld, wie wird auf sie geschaut, wer schaut auf sie? Die alle Künstlerinnen nutzen das Medium Zeichnung um ebensolchen Fragen je andere Aspekte abzugewinnen.

Kuratiert von Eva-Maria Wilde und Ulrike Kremeier. Eine Ausstellung in Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg, Fakultät für Architektur, Bauingenieurswesen und Stadtplanung, Lehrstuhl für Plastisches Gestalten.


Zwischentöne. Malerei
Mona Höke
05.07. - 31.08.2014

Wie ein roter Faden zieht es sich von Anfang an durch das Werk der Cottbuser Malerin und Grafikerin Mona Höke (geb. 1971). Auf ihren Papieren und Leinwänden verschwistern sich Schreiben, Zeichnen und Malen auf eigentümliche Weise. Die Künstlerin durchstreift auf sehr verschiedenen Pfaden das Spannungsfeld zwischen Schriftbild und Malgrund, zwischen Zeichensetzung und Farbauftrag. Das hat ihre Kunst in den letzten Jahren zu einem Höhepunkt geführt. Einerseits bieten Dichtungen, wie die von Ingeborg Bachmann, reichlich Anregung, andererseits ist es immer wieder die literarische und kalligrafische Form des Briefes, die in Bildhaftes Übertragung findet.
Aus vielschichtigen Farbsetzungen und kritzliger Einschreibung kommen die jüngeren Malereien von Mona Höke hervor. Da begegnen sich große Pinselschwünge und kleine Malstrukturen. Sie verflechten sich und bilden mal ein wuchermildes ornamentales Gewebe, mal eine Lebensspur in Figurandeutungen. Träumerische Kurvaturen und spurhafte Andeutungen gewinnen eine Leichtigkeit, die weniger in spontaner Niederschrift, sondern vielmehr im sich überlagernden Wechselspiel zwischen intuitiver Formsetzung und sorgsamer Antwortsuche hervorwächst. Die Bilder bestehen häufig aus mehreren Schichten der Über-arbeitung, was sich als ein Grundprinzip der Kunstpraxis von Mona Höke herausschält. Reduzieren oder Abwaschen, Zerschneiden und Neuzusammenfügen offenbaren sich in diesem Prozess als wesentliche Schritte. So verdichten sich die Werke - nicht selten über einen längeren Zeitraum - zu lebendigen Schichtwesen.

Im Gegenüber mit Arbeiten von Künstlerinnen wie Hanna Darboven oder Miriam Cahn werden Bilder von Mona Höke in der parallel laufenden Ausstellung "Zwischenräume" spannungsvoll kontextualisiert und eingebunden.


Zwischenräume
Solveig K. Bolduan, Miriam Cahn, Hanne Darboven, Mona Höke,
Rosemarie Trockel
05.07. - 31.08.2014

Die Ausstellung "Zwischenräume" stellt Arbeiten von Künstlerinnen vor, die oft an der Schnittstelle von Zeichnung und Malerei oder Zeichnung und Performance angesiedelt, sich nicht darauf beschränken Räume abzubilden, sondern Räume herstellen. Monumental und doch subtil formulieren jene Künstlerinnen seit den 1970er Jahren Bild-Erzählungen und Bild-Welten, die die konventionellen Artikulationsformen umkodieren: der Bildraum wird zum Realraum.
Weder politischen noch ästhetischen Ideologien verschrieben, geben die Arbeiten dennoch einen (Ein-)Blick in den Abgrund der conditio humana. Denn insbesondere Themen, die gemäß tradierter Zuschreibungen in die weibliche Domäne fallen, werden über die Bilder vergegenwärtigt: Familie, Körper, häusliche Sphäre etc.


Der Funke spring über - Werkstattausstellung des mukk.
02.07.-24.08.2014

Nunmehr zum 6. Mal haben die zahlreichen Teilnehmer der Kunstkurse im mukk.-Atelier die Gelegenheit ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren. Im vergangenen Jahr fanden mehr Kurse denn je statt, und somit haben sich über 300 Kursteilnehmer der Jury gestellt. Aus der Fülle der eingereichten Arbeiten entsteht eine Werkschau mit Buchobjekten, Malereien, Zeichnungen, Drucken, plastischen Arbeiten von Kindern, Senioren, Erwachsenen und Menschen mit Handicap, die in den angebotenen, vielfältigen Workshops und Abendkursen, unter der Anleitung von Künstlern aus Cottbus, Berlin und Dresden, geschaffen wurden.
Eröffnet wird "Der Funke springt über" am 2. Juli, um 17 Uhr und ist bis 24. August kostenfrei im Veranstaltungsraum (ausgenommen 14.-18. Juli), in der BlackBox und im Café Ölschalter zu sehen.


Die kritische Kamera
Andrea Diefenbach, Alexander Janetzko, Robert Knoth
und Katharina Mouratidi
06.06 - 17.08.2014

Die Fotografinnen und Fotografen der Ausstellung widmen sich in konzentrierten Werkserien gesellschaftlichen Problemfeldern. Im Umgang mit sozialen Fragen finden sie je eine eigene Art künstlerischen Ausdrucks.
So hat Andrea Diefenbach in Moldawien Umfeld und Alltag von Kindern ins Bild gesetzt, deren Eltern als Arbeitsmigranten in Italien leben. In verdichteten Darstellungen präsentiert Alexander Janetzko seine Beobachtungen von seinen Reisen in Israel und Palästina. Mit seiner Reportage "Certificate no. 000358/" dokumentiert Robert Knoth in eindringlichen Aufnahmen die Folgen der atomaren Unfälle in Osteuropa. Schließlich setzt Katharina Mouratidi in ihren Porträts Trägerinnen und Träger des Alternativen Nobelpreises auf einen Thron und adelt mit ihrer Porträtserie individuelles Engagement, welches zu häufig übersehen wird.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Gesellschaft für Humanistische Fotografie.


Gemischtes Doppel I: Tina Flau, Ulrike Hogrebe
Stipendiaten 2012 + Kunst-Förderpreisträger 2013
des Landes Brandenburg
06.06. - 17.08.2014

Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus gibt den Arbeitsergebnissen der 6 Künstlerinnen und Künstler eine neuartige Ausstellungform, in der jeweils zwei Positionen miteinander in den Dialog treten. Tina Flau widmet sich einem breiten Spektrum an künstlerisch durchdrungenen Buchwerken. Ein Hauptaugenmerk liegt auf dem "Refugee"-Künstlerbuch: Es bezieht sich einerseits auf das Flüchtlingsthema, andererseits auf die Bohnensorte, die von den Hugenotten auf ihrer Flucht u.a. nach Brandenburg eingeführt wurde.
Die Malerin Ulrike Hogrebe arbeitet längerfristig an der Serie "Randnotizen". Es entstehen kleinformatige Gemälde, die den auffälligen und unauffälligen Dingen des Alltags eine besonders stille, kürzelhafte Präsenz verleihen.


Ich war's. Tagebuch 1900-1999
Daniela Comani
06.06.-17.08.2014

Die Künstlerin hat ein Tagebuch des 20. Jahrhunderts geschrieben - so, als wäre sie Urheberin weltgeschichtlicher Ereignisse oder zumindest so, als wäre sie daran beteiligt gewesen. Von einem zum nächsten Tag ist sie Frau bzw. Mann, wird sie von einem passiven Zeugen zu einer aktiv Handelnden, zu einem Opfer und gleich darauf zu einem Täter. Die Ereignisse sind weder chronologisch angeordnet, noch folgt die Auswahl den Kriterien offizieller Geschichtsschreibung. Durch die subjektive Wahl der Fakten entsteht eine Art Wirbel der Begebenheiten. Der/die Ich-Erzähler/in läuft fast wie außer Atem durch kollektive und individuelle Geschichte(n) eines Jahrhunderts, ihres Jahrhunderts.


Helikopter unter den Fingernägeln
Plakate, Comics und andere Drucksachen von Henning Wagenbreth
27.3. - 15.6.2014 (Eröffnung am 4.4.2014)

Henning Wagenbreth gehört zu den Vertretern der deutschen Comic-Avantgarde. Der Berliner Künstler ist bekannt für seine markanten, oft farbenfrohen Illustrationen. Unmittelbar vor dem Fall der Mauer gründete er in Ostberlin mit Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer und Detlef Beck die Gruppe "PGH Glühende Zukunft". Diese alternative "Produktionsgenossenschaft des Handwerks" sorgte nach der Wende auch im Westen für Furore - dank ihrer stilsicheren Verknüpfung von Elementen aus Comics, Illustration, Plakatkunst etc. zu überaus eigenwilligen und unverwechselbaren Bildsprachen.
Henning Wagenbreths Einflüsse sind mannigfaltig und reichen von den Comics aus Art Spiegelmans Avantgarde-Magazin RAW über sowjetische Plakat- und Propagandakunst, die neue Sachlichkeit, osteuropäische Illustratoren, Expressionismus und Underground bis hin zu den Möglichkeiten und Beschränkungen der Computergrafik. Aus diesen Einflüssen schuf Henning Wagenbreth einen unverwechselbaren Stil, der ihn bald zum begehrten Plakatgestalter und Illustrator machte. Sein Kinderbuch "Mond und Morgenstern" nach einer Erzählung von Wolfram Frommelt wurde 1999 als "Schönstes Buch der Welt" ausgezeichnet. Wagenbreths Stil ist vordergründig direkt, zugleich hintergründig verspielt und detailreich. Seine Figuren bewegen sich an der Grenze zur Abstraktion, die Linien sind klar und dick, die Farben dominant. Er spielt mit Klischees - und versucht herauszufinden, wie weit er sich vom Vertrauten entfernen kann und doch verständlich bleibt. Atmosphärische Zwischentöne und diffuse Zwischenräume fehlen ebenso wie Emotionen. Die einzelnen Bildelemente - Wagenbreth nennt sie "visuelle Begriffe" - sind immer gut erkennbar und leicht lesbar. "Illustration ist kein schmückendes Dekor" sagte Wagenbreth in der Zeitschrift Jitter (Magazin für Bildkultur), sondern müsse, "wie gute Kunst überhaupt, gesellschaftliche Relevanz haben. Illustration an sich ist uninteressant." Ihr Auftrag sei es, "ein Beitrag zur Streitkultur und zur gesellschaftlichen Willensbildung" zu sein. Die Ausstellung ist eine kompakte Präsentation des vielfältigen und erfindungsreichen Werkes von Henning Wagenbreth, sie umfasst Plakate, Comics und Illustrationen.

Henning Wagenbreth, 1962 in Eberwalde geboren, studierte Grafik-Design an der Kunst­hochschule Berlin-Weißensee. Er arbeitet freiberuflich als Illustrator, seit 1994 auch als Professor für Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin.


Atze und Mosaik
Das Geschichts- und Politikbild der Zeit von 1914 bis 1989 in DDR-Comics
05.04. - 22.06.2014

Die Ausstellung widmet sich der Vermittlung historischer Ereignisse vom Ausbruch des I. Weltkrieges bis zu den letzten Jahren der DDR in den Comiczeitschriften ATZE und MOSAIK. Die Präsentation umfasst Plakate, Bilderwelten, Spielzeug und andere Objekte. Seit 1955 beeinflussten ATZE und MOSAIK mit einer monatlichen Auflagenhöhe von 1/2 bzw. 1 Million als Teil des Systems der DDR-Kinder- und Jugendzeitschriften Gene­rationen von Lesern in einem prägenden Lebensabschnitt. Die Ausstellung zeigt, wie Geschichte in DDR-Medien als omnipräsente Metaerzählung die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umfasst.
Im Jahr 2014 gibt es eine Reihe historischer Ereignisse, darunter die Gründung von BRD und DDR vor 65 Jahren oder den Untergang der DDR vor 25 Jahren. Die geplante Ausstellung soll demonstrieren, wie sich diese historischen Ereignisse im Comic widerspiegeln. Je ein Kapitel beschreibt ein historisches Ereignis bzw. Phänomen. Vergrößerte Comicpanels, Sachbücher mit grafischen Vorlagen für die Comiczeichner und dreidimensionale Ausstellungsstücke wie z.B. DDR-Spielzeug unterstreichen das Anliegen und tragen zur größeren Anschaulichkeit bei.
Zum ersten Mal widmet sich eine Ausstellung auf der Grundlage von Archivstudien wissenschaftlich fundiert jenseits fantypischen oder nostalgischen Interesses explizit dem Phänomen Geschichte in diesem an Kinder und Jugendliche adressierten Medium der DDR. ATZE bot vor allem Bildergeschichten mit politischer Thematik. Sie musste neben der Stellungnahme zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft auch auf historische Ereignisse und Jubiläen reagieren. Bei MOSAIK handelt es sich um die einzige durchgängig von 1955 bis 1990 erscheinende Comicbook-Reihe der DDR. Im Unterschied zu ATZE mit jeweils mehreren Comics und redaktionellen Beiträgen präsentierte MOSAIK pro Heft jeweils eine in sich geschlossene Geschichte. Seine knollennasigen Helden, die Digedags, erleben über die Jahre die unterschiedlichsten Abenteuer, in denen bildungspolitische Ziele transportiert werden.

Die Präsentation beruht auf Forschungsergebnissen von Dr. Thomas Kramer (Berlin), dem die gesamte Konzeption, Bildauswahl und Autorschaft der Texte oblag. Er habilitierte sich 2001 an der Humboldt-Universität zum DDR-Comic MOSAIK und verfasste neben Monografien und Zeitschriftenpublikationen zu anderen kulturhistorischen Phänomenen (z.B. Karl May. Ein biografisches Porträt. Freiburg 2011) dazu mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze.

Kurator: Thomas Kramer

Ermöglicht aus Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.


Noch ein Leben. Ludwig Rauch
In Kooperation mit der Lyonel Feininger Galerie, Quedlinburg
05.04. - 25.05.2014

Das dkw. präsentiert die erste umfassende Einzelausstellung mit fotografischen Werken von Ludwig Rauch in einem Museum. Nach Jahrzehnten der künstlerischen Arbeit mit der Kamera, hat Ludwig Rauch ein reichhaltiges Werk entwickelt. Es bedarf der Räume eines Museums, faktisch wie ideell, um die Vielfalt der Aspekte dieser Arbeit sichtbar zu machen, d.h. eine vorläufige fotografische Position zu definieren sowie vielfältig zu diskutieren.
Die Installation der Arbeiten in den Räumen des Schalthauses des dkw. soll es den BesucherInnen ermöglichen, Bildräume zu betreten, die über die einzelnen Serien hinaus weisen und die inhaltlichen wie formalen Bezüge zwischen Fotografien wahrnehmbar machen. Die Ausstellung wird durch die drei Kapitel Bildwelten, Bildarchive und Bildgeschichte(n) strukturiert.
Den Ausgangspunkt bildet eine umfangreiche Fotokollektion, die Motive aus verschiedenen Projekten, wie "DDR", "Rentner", "Freunde", auf einer Wand im zentralen Ausstel­lungsraum des Schalthauses vereint. Umfänglich werden die Bildserien in weiteren Räumen des dkw. präsentiert. Weiterhin ist gegenüber der Bildwelten-Wand die Installation einer dreiteiligen Bildkomposition in einem Leuchtkasten geplant, die ein profundes Gegengewicht zur umfassenden Erscheinung der Bildkollektion bildet. Auch dieses Werk ist kein Einzelstück. In einem zusätzlichen Ausstellungsraum sind weitere durchleuchtete Bildkombinationen zu sehen, welche divergierende Impressionen parallelisieren und kontrastieren.

Die Werkschau entsteht in Kooperation mit der Lyonel-Feininger-Galerie, Stiftung Moritzburg die ihrerseits die Arbeiten zwischen dem 12.06. - 02.11.2014 in Quedlinburg präsentiert.


Im ersten Quartal 2014 widmet sich das Ausstellungsprogramm des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Landschaft(en), Natur und deren Nutzung. Über drei zueinander in Beziehung gesetzte Ausstellungen werden verschiedene Landschaftsbegriffe, deren gesellschaftliche und politische Hintergründe sowie ihre historischen Bedingungen reflektiert.
Darüber hinaus zielen die drei Ausstellungen darauf ab, das Medium Zeichnung in unterschiedlichen Formen und seinen Möglichkeiten auszubreiten.

Graben für den Sieg oder die Gärten des Überlebens.
Stéphanie Nava
25.1. - 23.3.2014

Die unter dem programmatischen Titel "Graben für den Sieg oder die Gärten des Überlebens" firmierende Einzelausstellung der in Paris und Marseille lebenden Künstlerin Stéphanie Nava stellt eine aus unzähligen Handzeichnungen bestehende, über den Zeitraum von mehreren Jahren entstandene Installation zweier Gärten vor: Nutz- und Schrebergärten und deren politische Geschichte seit dem 19. Jahrhundert werden ornamentalen Repräsentationsanlagen gegenübergestellt.
Seit rund sieben Jahren arbeitet die Künstlerin an ihren "Gärten des Überlebens" indem sie die Geschichte wirtschaftlicher, politischer und sozialer Betrachtungen über unterschiedliche Formen von Gärten in ihre Zeichnungen einfließen lässt und darüber (und damit) Räume baut.
Entstanden sind nicht nur physisch erfahrbare, dreidimensionale Gärten aus Zeichnungen / Papier, vielmehr fungieren diese vor allem als Erzählräume. Jene Erzählung(en) rekapitulieren die Geschichte von Kleingärten seit dem 19. Jahrhundert in Europa, bzw. verweisen auf die Zier- und Landschaftsgärten als Metapher gesellschaftlicher Ordnungen.
Die Handzeichnungen, die stilistisch botanische Druckgrafiken des frühen 19. Jahrhunderts aufgreifen, reflektieren nicht nur das Thema der Gärten, sondern loten auch das Medium selbst und seine Möglichkeiten aus.

lr-online.de vom 3. Februar 2014

Mit freundlicher Unterstützung des Bureau des arts plastiques - Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation


Von Land (und Leuten). Aus der Sammlung des dkw.
25.1. - 23.3.2014

Die Kollektion von gut 100 Werken aus der Sammlung des dkw. widmet sich dem Themenkreis von landwirtschaftlicher Nutzung und damit dem bäuerlichen Arbeitsmilieu und deren Einschreibung im Landschaftsbild. Diese großenteils bisher noch nicht gezeigten Fotografien und Arbeiten auf Papier von 25 Künstlerinnen und Künstlern stammen aus den Jahren 1927 - 1995. Interessanterweise zeigt sich in vielen Arbeiten eine kunsthistorische Prägung durch den Landschaftsbegriff des 19. Jahrhunderts. Dessen klassische Auffassung wird oftmals anverwandelt weitergeführt, was insbesondere für Kunstwerke aus der DDR zutrifft.
Zwei Positionen stechen nicht nur quantitativ, sondern vor allem durch ihren exemplarischen Charakter aus dieser Werkauswahl hervor.
Heinrich Riebesehl richtete in den 1970er Jahren seinen fotografischen Blick auf Felder, Weiden, Vieh, Nutzbauten und Landmaschinen in der norddeutschen Tiefebene. Bei den Schwarzweißaufnahmen seiner Serie "Agrarlandschaften" setzte der Fotograf bewusst auf eine spröde, karge Ästhetik und betont dadurch die Normalität.
In der DDR existierte wie für die Arbeiterdarstellung ebenso in der genossenschaftlichen Landwirtschaft eine Vorbildfunktion. Aber daneben trat auch der Ethos des Einfachen, Erdverbundenen, der schweren Arbeit, die zugleich als Würde aufgefasst wurde, wie das konsequent im Schaffen von Curt Querner hervorsticht.

lr-online.de vom 2. Februar 2014


Von Andeutungen und Landschaften.
Aus der Carl-Blechen-Sammlung -
Carl Blechen, August Wilhelm Schirmer
11.01. - 23.03.2014

"Von Andeutungen und Landschaften. Aus der Carl-Blechen-Sammlung" verknüpft Zeichnungen von Carl Blechen und August Wilhelm Schirmer. Hierbei werden zwei unterschiedliche Auffassungen von Landschaft und deren Abbild gegeneinander gestellt.
Die 38 Aquarelle und Bleistiftzeichnungen von A.W. Schirmer stehen linear in der Folge von Fürst Pücklers Schrift "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei" (1834). Sie sind bildlich formulierte Repräsentationen einer bezähmten Natur, die zur Inszenierung idealisierter Landschaft dient. Die Domestizierung der Natur ist ebenso wie ihre Darstellung Ausdruck eines klassenbewussten Gesellschaftsverständnisses und dessen öffentlich wahrnehmbarer Manifestation. Entsprechend zeugt Schirmers Bildsprache von einem Weltbild konstruierter, geschlossener Systeme.
Angesiedelt am Übergang von Romantik zu Realismus offenbaren die Papierarbeiten Carl Blechens eine andere Landschafts- und Bildauffassung. Jene Aquarelle und Bleistiftzeichnungen zeigen konkrete märkische Landschaften, fixieren einen spezifischen Moment von Natur und deren entropische Zustände. Der künstlerische Blick fragmentiert in seiner bildlichen Festschreibung nicht nur Landschaft und Natur, sondern steht gleichermaßen für die symbolische Befragung der Rolle des Menschen sowie dessen Verhältnis zu seiner Lebensumgebung.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz.

lr-online.de vom 17. Januar 2014


Von poetischen Allianzen und strukturellen Transformationen
Christine Hielscher / Stipendiatin der Ostdeutschen Sparkassenstiftung
25.1. - 16.3.2014

Die Malerin und Grafikerin Christine Hielscher hat mit dem Wechsel von der konturierten Figuration hin zu materialisierten Gesten ein verinnerlichtes, nicht dechiffrierbares Formenrepertoire entwickelt, das mit unvorhergesehenen Kombinationen und temperamentvoll aufgebrachten Pinselschlägen, Farbtropfen, Flecken oder Spritzern die Leinwände überzieht. Dies geschieht in mehreren Malschichten, in Vorgängen des Überlagerns und Veränderns, so lange, bis für die vibrierende Zeichenschrift aus fragilen Kürzeln, ein Abschluss gefunden wurde.
Die schwarzen, graubraunen oder lichthellen, reich strukturierten Bildräume scheinen dabei nicht die Leere zu versinnbildlichen, sondern in skizzenhaften Andeutungen vom ewigen Fluss der Dinge, oder von geballter Energie, die sich in Strömungsbildern entlädt, zu sprechen.


2013

Free Jazz in der DDR. Weltniveau im Überwachungsstaat.
Eine Wanderausstellung des Erinnerungslabors Berlin in Kooperation mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
22.11.2013 - 19.01.2014

Die DDR mit Mauer, Militär und lückenloser Überwachung durch SED, Stasi und Volkspolizei, diese Einheitsgesellschaft mit Einheitspartei, Einheitsgewerkschaft, ihren gleichgeschalteten Medien und den immer gleichen Plattenbauten bietet wenig Chance auf Individualität. Ausgerechnet in dieser geschlossenen Gesellschaft, in diesem gleichgeschalteten Land entsteht eine Musik, die an Individualität, Egozentrik, Spielfreude, Freiheitsdrang, Fantasie und Kreativität kaum zu überbieten ist:
der DDR-Freejazz.
Unter den Augen des Überwachungsstaates, mit Wissen des allzeit gut informierten Staatssicherheitsdienstes und des SED-staatlichen Kulturbetriebes wächst eine in vielen Farben und Schattierungen schillernde Subkultur heran. Das Entstehen dieser Szene kann nicht vordergründig den Einflüssen des „Klassenfeindes“ zugerechnet werden, deshalb zögert der Machtapparat, die erprobten Werkzeuge seiner Repression auszupacken: Überwachung, Verfolgung, Erpressung, Verlockung, Ausweisung, Einweisung oder Berufsverbot. Stattdessen reagiert der Staat wahlweise mit Unverständnis, Druck und immer wieder auch mit Förderangeboten. Schließlich erfolgt dann doch ein Verbot.
In der DDR der 1970er und 1980er Jahre entsteht und existiert eine kleine, eng vernetzte, hoch kreative und international gefragte Freejazz-Szene. Diese Szene lebt von begabten Musikern, die genau für diese Musik brennen. Und sie wird getragen von einem Netzwerk an Unterstützern und vor allem von einem für diese mutigen Ausflüge in neue Klangwelten bereites Publikum, das zu Experimenten ebenso bereit ist wie die Künstler. Ein Publikum, das den avantgardistischen Improvisationen vielleicht nicht immer folgen kann, aber einer gläubigen Gemeinde gleich versteht: hier geht es um einen Freiraum jenseits der offiziellen Einheitskultur. Tausende sind es in der DDR, die die Jazz- und Kulturklubs regelmäßig bevölkern, die den Protagonisten an die abgelegensten Orte hinterher reisen und kein Festival verpassen.
Im Zentrum der Ausstellung „Freejazz in der DDR. Weltniveau im Überwachungsstaat!“ stehen die Kraft, der Enthusiasmus, die Spiel- und Genussfreude und der über allem stehende leidenschaftliche Freiheitsdrang. Die Ausstellung versucht, die Wurzeln dieses kulturellen, künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Phänomens freizulegen. Und sie nimmt die Fährte auf, die erfolgreiche und international angesehene Musiker aus der DDR wie Ernst-Ludwig Petrowsky, Conny Bauer, Helmut Sachse, Ulrich Gumpert, Günter Sommer und viele mehr bis in unsere Zeit gelegt haben. Sie umreißt die eng vernetzte Musikerszene und lässt Musiker, Multiplikatoren, Veranstalter und Fans zu Wort kommen. Veranstaltungsorte wie Berlin, Peitz, Leipzig, Greifswald, Magdeburg, Dresden und Ilmenau werden dabei eine Rolle spielen.
Neben Hörstationen zeigt die Ausstellung dokumentarische Fotografien, Filme und Plattencover. Im dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus wird die Präsentation durch sammlungseigene Exponate wie Plakate und Druckgrafik erweitert.

Kuratoren: Albrecht Eckes, Stefanie Wahl

Nächste Station der Wanderausstellung ist das
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam (11.04. bis 05.10.2014).

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung

Im Rahmen der Eröffnung am 21.11.2013 findet um 20.00 Uhr ein Konzert von Helmut „Joe“ Sachse & Uwe Kropinski statt.

lr-online.de vom 25. November 2013


bildersuchlauf / à la recherche d’images.
Ostmoderne aus der Sammlung des dkw.
19.10.2013 - 5.01.2014

Im offensichtlichen Unterschied zur kritischen Auseinandersetzung mit der Moderne im Westen - als Postmoderne bezeichnet - herrschte in der DDR ein durchaus konservativer Geist, der sich zum Teil, lange Zeit auch gegen staatliche Doktrinen, der Traditionslinien der klassischen Moderne versicherte und auf das Bild als zentralem Dreh- und Angelpunkt vertraute.
Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, im Jahre 1977 als "Galerie Kunstsammlung Cottbus" entstanden, war eine der wenigen Museumsneugründungen in der DDR. Das Museum zeichneten sich dadurch aus, dass es im Gründungsschwung den Sammlungsgebieten Fotografie und Plakat einen gleichberechtigten Platz neben Malerei, Skulptur und Grafik einräumte. War der Kernbestand anfangs regional bestimmt, so wuchs das Museum schnell zu einer DDR-weiten Sammlung an.
Für die Ausstellung "Bildersuchlauf" werden erstmals alle Sammlungsbereiche gesichtet, um Entwicklungslinien der Kunst in der DDR an ausgewählten Einzelstücken nachzuzeichnen und zugleich ein Stück der eigenen Museumsgeschichte widerzuspiegeln. Die konzentrierte Auswahl umfasst rund 100 Gemälde, Fotografien und Plakate aus 40 Jahren ostdeutscher Kunstgeschichte (ca. 1950-1989). Diese Werke gewähren aufschlussreiche Einblicke: sowohl in das zunächst stark vom "sozialistischen Realismus" geprägte offizielle Bild, als auch in die Prozesse, in denen über die Jahre mehr und mehr kritische Perspektiven und ausgeprägt subjektive Handschriften hervortraten. Die oftmals noch als zu homogen und "staatsnah" begriffene Kunst aus der DDR beweist in der Cottbuser Sammlung eine spannungsvolle Vielschichtigkeit, die etliche Entdeckungen bereit hält.
Jenseits der Befragung der spezifischen Sammlung des dkw. und der Kunstgeschichtsschreibung im Zusammenhang mit Kunst aus der DDR generell geht die Ausstellung "Bildersuchlauf" der Frage nach Alltagsreflexion und -repräsentation durch künstlerische Bildproduktion nach. Die Ausstellung wird in verschiedene thematische Kapitel unterteilt, die die Darstellung von Alltagsrealitäten, wie Arbeit, öffentlicher/privater Raum, Familie und Subkultur, nachzeichnen.

lr-online.de vom 25. Oktober 2013


Irreguläre und andere Tage
Michael Schade, Arthur Zalewski
28.09.2013 - 05.01.2014

Vor kurzem ist es dem dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk gelungen, den Nachlass des 1964 in Cottbus geborenen Fotografen Michael Schade zu sichern. Michael Schade, der von 1990 bis 1998 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Arno Fischer und Astrid Klein studierte, hatte 1990 hier seine erste Einzelausstellung. Da die Arbeiten des damaligen Studienanfängers bereits durch eine eigene visuelle Sprache überzeugten, wurden aus der Ausstellung einige Fotografien für die Sammlung erworben.
Schade richtete seinen Blick auf alltägliche Konstellationen im urbanen Lebensraum, auf Menschen und Situationen, wobei gerade scheinbare Belanglosigkeiten seine Aufmerksamkeit fanden. Durch ungewöhnliche Perspektiven, radikale An- und Ausschnitte, unkonventionelle Blickwinkel erscheinen seine Befragungen der Realität wie en passant aufgenommene Bilder.
Auch die Bildausschnitte der Fotografien von Arthur Zalewski haben den Charakter des Zufälligen. Schwarzweißaufnahmen des 1971 in Polen geborenen Fotografen, der ebenfalls sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig absolvierte, werden in dieser Ausstellung in Bezug zu den Bildern von Michael Schade gesetzt. Für seine Serie "Somebody got to do it" reiste Arthur Zalewski 2007 durch die Ukraine und hielt mit journalistischem Gestus die urbane und soziale Wirklichkeit in Kiew und Odessa fest. Er dokumentierte sowohl die öffentlichen Plätze und Gebäude, Brachen und Monumente - Überreste eines untergegangenen Gesellschaftssystems, die allmählich verschwinden - als auch das hektische und geschäftige Treiben der Menschen, das sich nicht von dem in anderen europäischen Großstädten unterscheidet.

lr-online.de vom 3. Oktober 2013


Schaulager
zur Ausstellung bildersuchlauf / à la recherche d'images.
Ostmoderne aus der Sammlung des dkw.
21.9. - 6.10.2013

Erstmals richtet das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus im Maschinenhaus M1 ein "Schaulager" ein. Dieser Raum dient den Vorbereitungsarbeiten zur Ausstellung "bildersuchlauf / à la recherche d'images. Ostmoderne aus der Sammlung des dkw.", die am 18. Oktober in den drei Maschinenhausräumen eröffnet wird. Nach erfolgreicher Präsentation der ersten Ausstellungsvariante im Rahmen des Deutsch-Französischen Jahres: 50 Jahre Élysée-Vertrag, in der Kunsthalle Passerelle in Brest, sind die Bilder nun an ihren Ursprungsort zurückgekehrt.
Für diese Präsentation, die erstmalig Kunst aus der DDR in Frankreich vorstellte, sind die Sammlungen der Malerei, Fotografie und des Plakates zum ersten Mal unter der Frage nach Repräsentation des Alltags in der DDR und deren künstlerischer Reflexion gesichtet worden. Das aufschlussreiche Spektrum der gut 120 ausgewählten Kunstwerke gliedert sich in die Themenbereiche Arbeit, Stadt, Privatsphäre und Gegenkultur. So eröffnet diese Herangehensweise einen andersartigen Umgang mit den Beständen aus 40 Jahren Sozialismus und berücksichtigt durchaus ihre Souveränität als ästhetische Gebilde, ganz gleich ob sie als Auftragswerke vom Staat übereignet in die Sammlung kamen oder dem autonomen künstlerischen Prozess entsprangen und vom Kunstmuseum angekauft werden konnten. Die oft noch als homogen und "staatsnah" abgewertete Kunst aus der DDR erweist in der Cottbuser Sammlung eine spannungsvolle Vielschichtigkeit, die etliche Entdeckungen bereit hält.
Unter den ausgewählten Werken sind Malereien von Dieter Dressler, Günther Friedrich, Harald Metzkes, Willi Sitte und Doris Ziegler, Fotografien von Sibylle Bergemann, Thomas Kläber, Helga Paris, Manfred Paul, Evelyn Richter und Ulrich Wüst sowie Plakat von Manfred Butzmann, Lutz Dammbeck, Joachim Jansong und Volker Pfüller zu sehen.
Im Rahmen spezieller Führungen am Sonntag, dem 22. September mit Direktorin Ulrike Kremeier und am Donnerstag, dem 3. Oktober, mit Kustos Jörg Sperling, jeweils um 16 Uhr, kann das temporäre Bilderdepot besichtigt werden. So erhalten die Besucher die Möglichkeit, den Prozess der Vorbereitung der Kunstwerke und des Ausstellungmachens ein Stück hautnah mitzuerleben.


Ihr könnt euch niemals sicher sein
Fotograf/innen der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin
Louisa Bäcker, Sarah Swantje Fischer, Kevin Fuchs, Robert Funke, Jakob Ganslmeier, Aras Gökten, Nancy Göring, Adelaide Ivánova, Roman Kutzowitz, Jaeuk Lee, Katarzyna Mazur, Kilian Müller,
Julia Luka Lila Nitzschke, Sarah Walzer, Yana Wernicke,
Manuel Wetscher
31.08. - 06.10.2013

Die Ausstellung versammelt fotografische Arbeiten von Studierenden der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin, die sich im letzten Jahr mit dem Thema "Jugend" auseinandersetzten. Die Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsensein wird von den jungen Fotografinnen und Fotografen in ihren Bildern sowohl inhaltlich als auch formal auf vielfältige Weise reflektiert. Sie gehen in ihren fotografischen Serien unter anderem Fragen nach Geschlechterkonstruktionen und -verhältnis, Sexualität, Freizeit, Schule, individueller Verortung, Gruppenbildung und Normierungen nach.
Jugend ist in den üblichen Werbebildern als auch in künstlerischen Auseinandersetzungen in der Regel eine klischeehafte Projektionsfläche für Aufbruch, Hoffnung, Schönheit, Freiheit, Energie und Stärke. Jedoch steht Jugend auch für eine gewisse Unreife, Zerrissenheit, Launenhaftigkeit, Orientierungslosigkeit und Naivität - dafür, gleichzeitig Kind und Erwachsener zu sein, je nach Tageszeit und Situation. Jugend ist ein Prozess, eine Entwicklungsphase und kein festgeschriebener Zustand. Entsprechend breit gefächert sind die inhaltlichen Schwerpunkte und Perspektiven, die die Künstler/innen für die Ausstellung aufgegriffen haben. Ebenso mannigfaltig sind die formal-ästhetischen Ansätze, über die sich die künstlerischen Reflexionen artikulieren.


Choreografische Bilder im Feld
Videoinstallation von Kombinat (Paula E. Paul, Sirko Knüpfer)
31.08. - 15.09.2013

Die Filminstallation reflektiert unterschiedliche kommunitäre Zusammenhänge und deren Einschreibung in öffentliche Räume der Region.
In der Landschaft Brandenburgs begegnen sich Angehörige verschiedener Freizeitwelten: Menschen die zu einer bestimmten Gruppe, einem bestimmten Ort gehören, jedoch unter normalen Umständen nicht in ein und demselben Bild zusammen kommen würden. Auf dem freien Feld schafft Kombinat Gruppenportraits zeitgenössischer Paralelluniversen und bringt sie körpersprachlich in einen Dialog. In der Folge entsteht eine Art von Gesellschaftsportrait, aber auch eine Geschichts- und Landschaftsbetrachtung, die ästhetische Rekurse auf die Malerei des 19. Jahrhunderts in Preußen herstellt und mit einem Augenzwinkern Imagekonstruktionen und Werbebilder zeitgenössischer Massenmedien zitiert.
Das filmische Material wurde mit choreografischem Blick montiert und bietet als begehbare Mehrkanal-Installation einen ungewöhnlichen Rundblick in die Landschaft unserer Zeit.
Filmproduktion in Kooperation mit: Ketziner Jugendlichen vom "Wambo's Eck", Ketziner Havelklänge e.V., Preussen Chapter Potsdam Germany, Harley Davidson Biker, Cottbuser Jugendlichen auf Ferienfahrt mit JUKS e.V., Paretzer Liebhabertheater e.V., Tauchsportclub Filmstadt Babelsberg 1961 e.V.


HIN Schauen
Plakate von Frieder Grindler
28.06. - 15.09.2013

Mit dieser Ausstellung wird das Werk des international beachteten Künstlers Frieder Grindler gewürdigt, der seit Mitte der 1960er Jahre vorrangig für das Theater gearbeitet hat.
Der gebürtige Berliner studierte u. a. an der Hochschule für Bildende Künste Kassel, deren künstlerischer Schwerpunkt in der Plakatkunst und im Bereich Buch- und Zeitschriftengrafik liegt. Die Künstlergeneration dieser Schule, zu der auch Frieder Grindler gehörte, entwickelte eine eigene Bildsprache - ihr Stil wird sowohl mit Sachlichkeit und Klarheit umschrieben, aber auch mit "lapidarer Strenge" und Hintersinn. Die Verbindung von Fotografie und Plakat ist bestimmend im Werk von Frieder Grindler - Fotografie als Ausdrucksmittel im Kontext von Theater und Gesellschaftlichkeit.
Frieder Grindler geht es immer um das Sichtbarmachen inhaltlicher Zusammenhänge. Vor die künstlerische Gestaltung seiner Produkte, deren Mittel nicht unverrückbar durch eine bestimmte Handschrift vorgeprägt sind, setzt Grindler den analytischen Denkprozess. Das Ergebnis bestimmt dann die Form. Dabei bedient er sich der Bilderfahrung, die er zwischen Grafik und Fotografie gesammelt hat. Denkt er an das Plakat, denkt er zwangsläufig an die eine Auftrittsfläche, aber nicht notwendigerweise an ein einziges Bildmotiv. Sein vorausschauendes Planen lässt die Ableitung oder das Miteinander des einen aus dem anderen Bild zu.
Sein ganzes "Plakatleben" ist von Szene und Akt, vom Impuls der Autoren und Regisseure geprägt. Er hat dazu beigetragen, das Plakat von der Annonce weg hin zum ersten und letzten Bild des Stücks zu bewegen.
Mit der 2012 erfolgten Schenkung von 200 Plakaten Frieder Grindlers wurde die Sammlung um weitere bedeutende Arbeiten des Künstlers bereichert.


Der Funke springt über - 5. Werkstattausstellung im dkw.
12.06. - 12.08.2013

Bereits zum 5. Mal zeigt das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus die besten Werke seiner Kursteilnehmer. Mehr als 300 Kunstfreunde, darunter Kinder, Senioren, Erwachsene und Menschen mit Handicap, haben an den vielfältigen Workshops und Abendkursen teilgenommen und eine Fülle spannender Werke unter der Leitung Cottbuser, Berliner und Dresdener Künstler geschaffen. Klassiker wie Malereien, Grafiken, Kunststeingüsse und Keramiken werden diesmal ergänzt durch Holzskulpturen und Buchobjekte. Eine Auswahl wird bis 12. August im dkw. zu sehen sein.


Von der Secession in die Moderne
Aus Privatsammlungen und der Sammlung des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
Eduard Bargheer, Peter August Böckstiegel, Theo von Brockhusen, Hans Christiansen, Franz Heckendorf, Wilhelm Kohlhoff, Paul Kother, Bruno Krauskopf, Paul Kuhfuss, Hans Meyboden, Kurt Scheele, Heinrich Vogeler und andere
12.05. - 18.08.2013

Mit umfangreichen Leihgaben aus deutschen Privatsammlungen und Werken aus der Sammlung des Kunstmuseum Dieselkraftwerk spannt die Ausstellung "Von der Secession in die Moderne" einen faszinierenden Bogen von Jugendstil und Secession bis zu Expressionismus und Neuer Sachlichkeit. Sie versammelt einige der Hauptvertreter einer figurativ-gegenständlichen Kunst, die neben den Protagonisten des Expressionismus und der aufkommenden Abstraktion zu den gefragtesten und erfolgreichsten Künstlern ihrer Zeit in Deutschland gehörten. Als Mitglieder der Berliner, Münchner oder Dresdner Secessionen waren die meisten dieser Maler, Grafiker und Bildhauer unmittelbar an der Entwicklung der Moderne in Deutschland beteiligt bzw. haben in den Jahren zwischen 1900 und 1930 zukunftsweisende Ausstellungen mit ihren Werken geprägt.
Zahlreiche der Künstlerbiographien nahmen ihre Anfänge in der Boheme von München, Berlin und Dresden, den drei führenden deutschen Kunstzentren in der Zeit zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik. Prägend waren die dortigen Akademien mit namhaften Lehrern, wie z.B. Carl Bantzer, Franz von Stuck oder Oskar Kokoschka. Ebenso wichtig war für ein Gros der jungen deutschen Künstlerinnen und Künstler aber auch die Lehre an den Kunstgewerbeschulen in Hamburg, Berlin und Königsberg, in denen nicht wenige auch ohne eine akademische Zulassung ihre zeitgemäße künstlerische Ausbildung erfuhren. Wieder andere zog es ins Zentrum der modernen Kunst nach Paris, um an der dortigen privaten Académie Julien zu studieren.
In verschiedenen Gruppen und Zusammenschlüssen organisierten sich in den Jahrzehnten um 1900 die progressiven Kräfte dieser jungen Künstlergeneration und opponierten gegen akademische Erstarrung und künstlerische Konvention. Sie schlossen sich zu Secessionen zusammen, sie arbeiteten politisch, wie z.B. die Berliner Novembergruppe, oder widmeten sich, wie der sog. Klein-Kurener-Kreis in Nidden, ausschließlich der Plenair-Malerei. Die Erfahrungen des 1. Weltkriegs führten nach Jahren der Euphorie und des Erfolgs vielfach zu Ernüchterung und nicht selten zu einer deutlichen Veränderung der künstlerischen Arbeit. Einschneidende Kriegserlebnisse schlagen sich - wie z.B. bei Paul Kother und Heinrich Vogeler - in einer insgesamt veränderten Blickperspektive auf das gesellschaftliche Leben der 1920er Jahre nieder. Einige der ausgestellten Bilder zeugen überdies von einer ausgesprochenen Sehnsucht nach anderen Ländern und neuen Inspirationsquellen. Wieder einmal wird Italien zum bevorzugten Reiseziel der Künstlerinnen und Künstler, geraten südliche Landschaften - wie bei Theo von Brockhusen, Wilhelm Kohlhoff oder Bruno Krauskopf - zum Gegenentwurf sozialer Verhältnisse in Deutschland.
Der Nationalsozialismus stellte für die meisten eine deutliche Zäsur dar. Aufgrund ihrer expressiven Kunst und politischen Freigeistigkeit sowie der behandelten Themen wurden viele mit Arbeits- und Ausstellungsverboten belegt und als "entartet" verfemt. Einige überlebten die Zeit der Schreckensherrschaft nur mühsam mit Gelegenheitsaufträgen, andere wurden umgehend zum Kriegsdienst eingezogen oder gingen wie Heinrich Vogeler oder Bruno Krauskopf ins Exil. Wichtige Sammler- und Käuferkreise brachen weg, da die großenteils jüdischen Förderer und Auftraggeber emigrierten oder ermordet wurden. Ganze Lebenswerke und Ateliers fielen überdies den Kriegshandlungen in den Städten zum Opfer.
Nur wenige der Künstler fanden nach dem Ende des 2. Weltkriegs in ein normales Leben zurück. Sie lebten weitgehend isoliert und zurückgezogen in beiden Teilen Deutschlands. An die Erfolge vor der NS-Zeit konnte wegen vollkommen veränderter Bedingungen auf dem Kunstmarkt kaum einer von ihnen anknüpfen, ein großer Teil dieser sog. "Verschollenen Generation" fiel dem Vergessen anheim.
Erst in den 1990er Jahren wurden einige der vertretenen Künstler und ihre Arbeiten wieder entdeckt und erfahren seitdem zunehmende wissenschaftliche Aufarbeitung und steigende Wertschätzung beim Publikum und in Sammlerkreisen.


Experimente: zwischen Figur und Abstraktion
Portraits, Stillleben und Landschaften
Marta Hoepffner, Irm Schoffers
13.04. - 16.06.2013

"Die Fotografie als Darstellungskunst ist nicht eine einfache Naturkopie." Mit diesen Worten von Moholy-Nagy, dem Pionier der experimentellen Fotografie, lässt sich das künstlerische Anliegen der 1912 geborenen Marta Hoepffner (gest. 2000) in treffender Weise beschreiben. Marta Hoepffner hat mit ihren Arbeiten einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der bildschöpferischen Fotokunst geleistet. Bekanntheit erlangt die "grande dame" der experimentellen Fotografie vor allem durch ihre während der nationalsozialistischen Diktatur entstandenen Solarisationen, Relieffotografien und Negativbilder, durch ihre nach dem Krieg geschaffenen kameralosen Fotografien und abstrakten Arbeiten sowie durch ihre seit Mitte der 1960er Jahre konzipierten, die Grenzen der Fotografie überschreitenden, variochromatischen Lichtobjekte. Marta Hoepffner bewegte sich mit ihrer Arbeit zwischen der getreuen Wiedergabe von Realität und der Schaffung von artifiziellen Wirklichkeiten.
Irm Schoffers (1927-2008) Arbeit ist eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem fotografischen Experiment, ihr eigentliches Versuchsfeld ist die Dunkelkammer. Ausgangspunkt ihrer unablässigen Suche nach neuen Ausdrucksformen sind vorhandene, realitätsnahe Fotografien mit durchaus profanen Motiven, die sie weiterentwickelt oder umgestaltet. Die diffizile grafische Verfremdung demonstriert die in der Materialität des Mediums liegenden Ausdrucksweisen (Überblendung, Solarisation, Umkopierung, Relieftechnik) auf vielfältige Art. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln, wie Spiegelungen, schafft sie gegenstandslos wirkende räumliche Strukturen, die traditionelle Sehgewohnheiten irritieren. Vor allem mit ihren auf direktem Wege, d.h. ohne Einsatz der Kamera, belichteten Alltagsgegenständen erzeugt sie visuelle Innovationen. An die Grenzen der Fotografie stoßen ihre polarisierten kristallinen Farbfotogramme, deren Oberflächenformationen an mikroskopische Vergrößerungen erinnern.
Die Ausstellung im Kunstmuseum Dieselkraftwerk zielte darauf ab, spezifische Werkgruppen der beiden beruflich und privat fast 50 Jahre lang engstens miteinander verbundenen Künstlerinnen zu zeigen. Im Fokus steht hierbei der experimentelle fotografische Blick, der Landschaften sowie andere klassische Sujets der Malerei (Portraits und Stillleben) reflektiert. Die ausgewählten Werke stammten in weiten Teilen aus einer bislang (und wohl auch künftig) unzugänglichen Privatsammlung.


Clegg & Guttmann
Porträts - Modalitäten und Variationen
09.02. - 28.04.2013

Die Ausstellung stellt die seit den 1980er Jahren wichtigsten fotografischen Porträts des Künstlerduos Clegg & Guttmann vor. Die Zusammenarbeit zwischen Michael Clegg (geb. 1957 in Dublin) und Martin Guttmann (geb. 1957 in Jerusalem) begann 1980 während ihres gemeinsamen Studiums bei Joseph Kosuth an der School of Visual Arts in New York. Ihre großformatigen Einzel- und Doppelbilder sowie Gruppenbildnisse gehören bis heute zum Aufregendsten, was dieses Genre zu bieten hat. Die Ausstellung zeigt in vier Kapiteln Auftragsarbeiten, abgelehnte Aufträge, fiktive Porträts und Kollaborationen mit Künstlerkollegen, in denen Clegg & Guttmann den Pinsel durch die Kamera ersetzen und kritisch das klassische Porträt hinterfragen.
Die Bezugsrahmen dieser Bilder sind die ästhetischen Konventionen historischer Porträts und Gruppenbilder des 16. und 17. Jahrhunderts, u.a. der niederländischen Maler von Frans Hals bis Rembrandt und der Italiener von Tizian bis Caravaggio. Sie bilden das Referenzmaterial für einen Werkkomplex, der kulturelle, wirtschaftliche und soziale Hintergründe jener historischen Repräsentations- und Familienporträts inszeniert.


Kopf an Kopf
Porträts aus der Sammlung des dkw
09.02. - 31.03.2013


Die im Schalthaus angesiedelte Ausstellung versteht sich als reizvolles Pendant zur zeitgleich im Maschinenhaus gezeigten Exposition des Fotografenduos Clegg & Guttmann: "Porträts - Modalitäten und Variationen".
Die museumseigene Sammlung wurde erstmals unter einem solch kunsthistorisch spannenden Gesichtspunkt durchforstet. Rund 150 ausgewählte Gemälde, Fotografien und Plakate, die z.T. lange oder noch nie zu sehen waren, umfasst nun die aktuelle Sammlungspräsentation. Hinzugesellen sich zudem einige jüngste Erwerbungen. Die Ausstellung untergliedert sich in vier thematische Gruppen: Soziale Präsentation, Privater Raum, Künstlerbildnis und Metapher + Zeichen. Derart sollen für den Museumsbesucher einerseits Porträtauffassung und Stil, wie andererseits Wirkungsweise und Funktion in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten anschaulich werden.
Die Auswahl setzt zeitlich mit dem Klassiker der Sammlung, den Bildnissen des Spätexpressionisten Carl Lohse ein. Bei den Fotografien stammen die frühesten Bilder, die in der Ausstellung gezeigt werden, von Edmund Kesting, Fritz Eschen und Alexander Rodtschenko, die in ihrem Schaffen entscheidende Impulse für die Entwicklung des fotografischen Porträts gaben. Den überwiegenden Teil der Ausstellung bestreiten naturgemäß Porträtwerke aus der DDR. Hier verdeutlicht sich beispielhaft zum einen der sozialistisch-repräsentative Anspruch, wie ihn etwa Kurt Heinz Sieger formuliert. Zum anderen wird von Künstlern wie Clemens Gröszer oder dem Fotografen Manfred Paul Raum für Subjektivität erobert. Experimentelle Fotoarbeiten, so von Kurt Buchwald und Thomas Florschuetz, die den Vorgang des Porträtierens selbst befragen, stehen den Malereien gegenüber.
Ein weiterführender Aspekt dieser Ausstellung ist eine Auswahl an Plakaten. Der Bogen spannt sich von Porträtdarstellungen zu Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, über Gestalten aus Film und Theater - vorrangig von Volker Pfüller, in dessen Arbeit das Porträt im Mittelpunkt steht - bis hin zu Porträts mit sozialem Background wie von der Berliner Künstlergruppe Various & Gould. Der Kopf wird hier im übertragenen Sinne zur Darstellung der Physiognomie gesellschaftlicher und politischer Zustände verwendet.


Externe Ausstellungen 2013

Bildersuchlauf
Ostmoderne - Arbeiten aus der Sammlung des dkw.
Kunsthalle Passerelle, Brest (Frankreich)
22.03. - 31.05.2013


Choreografische Bilder im Feld
Videoinstallation von Kombinat (Paula E. Paul, Sirko Knüpfer)
Staatstheater Brest (Frankreich)
März 2013

Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus präsentiert das Künstlerduo Kombinat (Paula E. Paul, Sirko Knüpfer) aus Brandenburg im Rahmen des internationalen Tanz/Performance-Festival "dansfabrik" im Staatstheater Brest (Frankreich).


Es geht UM die WELT.
Internationale Plakate zu Natur und Umwelt
Schloss Wiligrad bei Schwerin
19.01 - 23.02.2013
Museum für Umwelt Ebersberg
März - Mai 2013

Die Plakatausstellung, die von Februar bis April 2012 im dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus zu sehen war, geht Anfang 2013 auf Reisen. Erster Ausstellungsort ist das Schloss Wiligrad bei Schwerin, im Anschluss daran wird die Ausstellung an das Museum für Umwelt Ebersberg in der Nähe von München weitergereicht.


2012

Helke Misselwitz – Werk und Wirkung
6.11. - 9.12.2012

Präziser Blick: Die Fotografin Helga Paris porträtiert Helke Misselwitz und ihre Arbeit.
Anlässlich des 22. FilmFestival Cottbus und der diesjährigen Retrospektive „Helke Misselwitz – Werk und Wirkung“ gab es eine Fotoausstellung mit Werken von Helga Paris im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus. 46 zum größten Teil Schwarzweiß-Fotografien, darunter Porträts von Helke Misselwitz sowie Standfotos von diversen Dreharbeiten, wurden gezeigt.
„Ihre Anwesenheit an den Drehorten, ihr präziser und zärtlicher Blick auf die Anwesenden, Schauspieler und jegliche Mitarbeiter, wirkte beruhigend“, beschreibt Helke Misselwitz die Besonderheit in der langjährigen Zusammenarbeit mit der bekannten Fotografin Helga Paris. Neben Selbstporträts von Helke Misselwitz waren Fotos der Familie Köster zu sehen, die die Filmemacherin gemeinsam mit Petra Tschörtner für einen Beitrag des Frauenmagazins NOVA beim ZDF verwendete. Weitere Fotografien der 46 Exponate entstanden während der Dreharbeiten zu den Spielfilmen HERZSPRUNG (1992) und ENGELCHEN (1996). Zum ersten Mal in der Öffentlichkeit waren Fotos aus Slonsk/Sonnenburg und vielen anderen Dörfern entlang der Odra, die im Zug des Dokumentarfilms FREMDE ODER/OBCA ODRA (2001) entstanden.


Jutta Mirtschin - Malerei, Plakat, Illustration
20.10. - 2.12.2012

Ab Oktober zeigte das Kunstmuseum ergänzend zur großen Übersichtsschau "Weltsichten" eine kleine Auswahl an Plakaten und Illustrationen von Jutta Mirtschin, in deren Arbeiten vielfach die aus ihrer Kindheit vertraute Landschaft der Lausitz eine Rolle spielt. Parallel dazu waren im Foyer des Piccolo-Theaters Cottbus rund 50 weitere Werke der Berliner Künstlerin zu sehen, darunter Malerei, Illustrationen, Kostümzeichnungen, Plakate. Beide Ausstellungen zeigten nur einen sehr kleinen Ausschnitt aus ihrem umfangreichen Schaffen. Jutta Mirtschin, die seit mehr als 35 Jahren als Illustratorin, Plakatgestalterin und Malerin bekannt ist, arbeitet außerdem als Bühnen- und Kostümbildnerin für Theaterproduktionen in Cottbus und Berlin.


ROAD ATLAS.
Straßenfotografie aus der DZ BANK Kunstsammlung
11.7. - 26.8.2012

Die Straße als Schauplatz des Alltags und als zivilisatorisches Merkmal übt von jeher eine besondere Faszination auf Fotografinnen und Fotografen aus. Die Ausstellung "ROAD ATLAS" vereinte in Cottbus 28 verschiedene Positionen zu diesem Thema. Die mehr als 100 Fotografien aus der DZ BANK Kunstsammlung zeigten Straßen rund um den Globus ab den 1950er Jahren bis heute.
Die Ausstellung führte den Betrachter in die Zentren von Metropolen und in dörfliche Landschaften, in dicht besiedelte und in karge Gebiete, in fruchtbare Landschaften und in dürre Wüsten. Im räumlichen und zeitlichen Wechsel wird deutlich, wie auf Wohlstandsgesellschaften Notstandszeiten folgen und wie Katastrophen friedvolle Phasen beenden können. Zugleich bestimmen ihre Bewohnerinnen und Bewohner das Bild der Straße: ihre Nöte und Wünsche, ihre Taten und Gefühle, ablesbar an den Aktionen, an Gesten und der Mimik. Stets spiegelt die Straßenfotografie die jeweiligen gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen wider.
Neben soziokulturellen Phänomenen spielten formale Kriterien eine entscheidende Rolle. Ob Kopfsteinpflaster oder Asphalt, Mittelstreifen oder Seitenlinie, Laterne oder Ampel, Straßen tragen durch ihre Formen, Markierungen und Begrenzungen eine Fülle von Gestaltungsmerkmalen in sich, die enorme kompositorische Kraft besitzen. Darüber hinaus lassen diese Details auch einen Rückschluss auf den konkreten Ort des Geschehens zu.
Mit über 6500 Werken von rund 600 Künstlerinnen und Künstlern zählt die DZ BANK Kunstsammlung zu den bedeutendsten Sammlungen, die sich mit dem fotografischen Bild auseinandersetzt. Die 1993 begonnene Sammlung legt ihr besonderes Augenmerk auf Fotografen, die sich in ihrer Arbeit sowohl kunsthistorischen Genres widmen als auch einer großen Materialvielfalt bedienen, was ebenfalls in dieser Ausstellung nachvollziehbar ist.


Dieter Zimmermann.
Der Grübelzwang
23.6. - 26.8.2012

Als im Jahre 2002 der Künstler Dieter Zimmermann eine Serie mit dem vielsagenden Titel "Der Grübelzwang" begann, hatte er eine überschaubare Anzahl von Malereien vor Augen. Doch schon 2 Jahre später wurde die Marke von 200 Bildern, in der Einheitsgröße von 40 x 50 cm, überschritten und zur Ausstellungseröffnung im DKW dürften es sogar ziemlich genau 620 Leinwände sein. Wenn auch in der Gegenwartskunst das serielle Prinzip vielfach Einzug gehalten hat, so lässt sich für die beinah ausufernde Form kaum Vergleichbares finden.
Seine Bilder folgen der immergleichen Aufteilung in 3 x 4 Segmente. Hier werden illustere Szenen auf dem Lande neben aberwitzigen Ausgeburten eingefangen, Alltagsdinge gehen mit abstrusen Traumgestalten seltsame Symbiosen ein. Malerisch umtriebig steht abstrakter Kritzel neben Figurenkürzel. Wieder und wieder gerät der Betrachter ins Grübeln: wie jene Teile sich zu einer Geschichte fügen könnten. Das Einzelstück, aus 12 Bildfeldern bestehend, geht letztlich in der Menge, in der raumausfüllenden Installation auf. Ein überwältigender Farbteppich spannte sich, einem unendlich wimmelnden Bilderkosmos gleich, auf.


Der Funke springt über - 4. Werkstattausstellung des mukk.
13.6.- 26.8.2012

Nunmehr zum 4. Mal präsentierte sich das mukk. - museum.kreativ.kraftwerk. - mit den besten Arbeiten aus den Kunstkursen des dkw. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren und Menschen mit Handicap nutzten das Kunstmuseum als Denk- und Kreativraum, manche von ihnen schon seit vielen Jahren. In 30 Kursen und Wochenendworkshops entstanden im vergangenen Kursjahr Malereien, Drucke, Zeichnungen, Kalligrafien, Keramiken und Glasperlen, die vom Umfang her die Wände in den Umläufen des Maschinenhauses mehrfach füllen würden. Zu sehen gab es eine kleine Auswahl an Arbeiten, die Einblick in das schöpferische Potenzial bietet, welches sich in der Werkstatt entfalten konnte.


Die ganze Heimatkunde
von Manfred Butzmann
12.5. - 19.8.2012

Im Herbst feiert der umtriebige Künstler - der seit den frühen 70er Jahren durch kritische Einsprüche die hiesige Kunstlandschaft nachhaltig mitprägt - seinen 70. Geburtstag. Dieser Umstand und dass er, der 1942 in Potsdam geboren wurde, seit 2007 wieder dort lebt, gaben Anlass zu einer Werkschau im Landeskunstmuseum. Sie hatte alle Schaffensfelder ausgebreitet: von der Malerei zum Plakat, von der Abreibung bis zur Buchillustration.
Butzmanns Kunst lebt vom Reibungswiderstand mit den gesellschaftlichen Realitäten, dem sehr präzise, alltägliche Beobachtungen zugrunde liegen. 1977 startet er seine legendäre Plakatserie mit "Bürger, schützt Eure Steige!". Das erste Plakat, im eigenen Auftrag gedruckt, eröffnet neue Wirkungsräume in der scheinbar festgezurrten DDR. Jener Aufruf zum Aktiv-Bürger (nicht Wut-Bürger!) hat bis heute kaum seine Aktualität eingebüßt. Als "Heimatkundler" verfolgt der Künstler unscheinbarste Kleinigkeiten, um ihnen ihren sozial-relevanten, symbolträchtigen Gehalt zurückzugeben.


Thoralf Knobloch.
Im Abseits
29.4. - 1.7.2012

Unzweifelhaft zählt Thoralf Knobloch (geb. 1962) zu jener namhaften Phalanx jüngerer Maler aus Dresden und Leipzig, die viel beachtete neue gegenständliche Positionen in die Gegenwartskunst setzen. Insbesondere das landschaftliche, vom menschlichen Eingriff dominierte Bild herrscht im Schaffen des Künstlers vor. Ausschnitthaftigkeit und Verstelltheit sind häufig so angelegt, dass sie sich scheinbar aus der Alltagsperspektive speisen und dergestalt das Bildinventar zu dingpräsenten Stillleben gerinnen lassen. Knoblochs Malerei, die von einer Tendenz zur abstrakten Formsetzung durchzogen ist, zeichnet sich durch experimentellen Farbauftrag aus.
Die Werkauswahl umfasste in Cottbus rund 30 Leinwandbilder aus der neuesten Schaffensphase. Punktuell waren dem Komplex Arbeiten aus früheren Jahren zugeordnet. Hier wurden erstmals Landschaften aus Amerika den Arbeiten aus der Region, dem Schwielochsee und dem Spreewald zu sehen.
Die erste große Museumsausstellung des Künstlers wurde gemeinsam mit der Städtischen Galerie Dresden realisiert.


Land - Stadt - Land.
Blicke auf Berlin und Brandenburg. Bilder aus der Sammlung des Rundfunk Berlin-Brandenburg
25.3. - 10.6.2012

Die Sammlung des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) spiegelt mit Motiven aus Brandenburg und Berlin in höchst unterschiedlichen Stilen, Techniken und Formaten die Vielfalt der Landschaftsmalerei wider. Die Ausstellung umfasst Bilder aus der Zeit des vorigen Jahrhunderts bis in die heutigen Jahre und regt zur Auseinandersetzung mit dem heimatlichen Umfeld an. Die Blicke auf Brandenburg haben Künstler wie Harald Metzkes, Arno Mohr, Rolf Händler und Susanne Hoppe verfasst. Berliner Stadtlandschaften stammen unter anderem von Karl Oppermann, Thomas Hartmann und Carla Fioravanti.
Der rbb unterstreicht mit dieser Ausstellung, die als Wanderausstellung konzipiert ist, die Bedeutung seines Kulturauftrages über das Programm hinaus.


Farbkeil. Stücke aus der Sammlung
24.1. - 1.5.2012

Der Farbe als einem Grundelement der Kunst galt in der diesjährigen Kollektion aus den Sammlungsbeständen das Augenmerk. Wie sie als Primärklang oder als entscheidender Impuls mit Wirkkraft dem Kunstwerk zu seiner Ausstrahlung verhilft, das war das Thema der Präsentation, die gut 35 Arbeiten aus allen Sammlungsgebieten zeigte. So vereinte die Ausstellung im Schalthausraum S 1 sowohl jüngste Neuerwerbungen, etwa von Johannes Geccelli, Claus Weidensdorfer und Max Uhlig, als auch Kunstwerke, die lange nicht mehr gezeigt wurden, wie Malereien von Hubertus Giebe, Hermann Glöckner und Hans-Hendrik Grimmling.


Deutschland, Deutschland...
Fotografien aus zwei Ländern von Rudolf Holtappel und Thomas Kläber
14.2. - 29.4.2012

Die Ausstellung in den Räumen S 2 und S 3 im Schalthaus versammelte über 100 Fotografien von Thomas Kläber (geb. 1955 in Beyern/Elbe-Elster-Kreis, Land Brandenburg) und Rudolf Holtappel (geb. 1923 in Münster/Westfalen). Sie ermöglichte einen Rückblick ganz eigener Art auf deutsch-deutsche Befindlichkeiten. Es wurden zwei fotografische Positionen gegenübergestellt, die eng mit verschiedenen Regionen Deutschlands verknüpft sind und diese in teilnehmender Beobachtung dokumentierten: Während die Fotografien Rudolf Holtappels Aspekte des Lebens im Ruhrgebiet der 1950er bis 1970er Jahre zeigen, halten die etwas später, in den 1970er bis 1990er Jahren aufgenommenen Bilder von Thomas Kläber vor allem Alltagskonstellationen in der ländlichen Umgebung Südbrandenburgs fest.
Bei aller Verschiedenheit von Sichtweise und Herkunft reflektieren beide Fotochronisten ihr jeweiliges Lebensumfeld mit empathischem und zugleich unbestechlichem Blick durch die Kameralinse. Die Menschen in den Fotografien - Bergleute, Bauern, Taubenzüchter, Jugendliche in der Dorfdisco, Kneipenbesucher oder auch elegant gekleidete Damen bei der Anprobe im Warenhaus - werden unverstellt, zuweilen auch mit leisem Humor, in ihrer Eigenart gezeigt, bewahren jedoch stets eine eigene Würde, die aus der intimen Verbundenheit der Fotografen mit dem abgelichteten Umfeld resultiert.
Die Ausstellung ist Teil einer Ausstellungstournee. Sie war bereits in der Stiftung Situation Kunst, Bochum, im Ulmer Museum und im Ludwig Museum in Koblenz zu sehen. Nach der Station in Cottbus wandert sie weiter in die Kunsthalle Rostock und danach in den Kunstverein Dillingen.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog.


ES GEHT UM DIE WELT.
Internationale Plakate zu Natur und Umwelt
5.2. - 15.4.2012

Nach heutigem Verständnis ist mit dem Begriff "Umwelt" weitgehend die Umwelt des Menschen gemeint: Der Mensch mit seinen Aktivitäten nimmt ständig Einfluss auf seine Umwelt und ist umgekehrt massiv deren Rückwirkungen ausgesetzt.
Bei dieser Ausstellung handelt es sich um Plakate zu Landschaft, Raum, Natur, Umwelt, also um genau den Themenkreis, dem sich das Museum seit etwa Mitte der 1990er Jahre in Ausstellungsbetrieb und Erwerbungspolitik verstärkt widmet. Die Ausstellung umfasst internationale Plakate etwa der letzten zwanzig Jahre. Obwohl Plakate ein schnelllebiges Medium sind, haben sie zum großen Teil nichts von ihrer Aktualität verloren - Stichworte sind Klimawandel, Energieverwendung, Ölpest, Luftverschmutzung durch Abgase etc., aber auch Migration und Integration, also soziokulturelle Faktoren spielen eine Rolle - ungelöste Themen, die die Welt bewegen.
Die Ausstellung setzt sich aus Arbeiten der Sammlung und zum größten Teil aus den Einreichungen angefragter Künstler zusammen. Eingeladen wurden rund einhundert Grafikdesigner aus Armenien, Australien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Iran, Israel, Japan, Mexiko, Österreich, Polen, Russland, aus der Schweiz, der Slowakei, aus Slowenien, Spanien, Südkorea, Taiwan, der Türkei und den USA. Die Plakatsprache der Künstler ist so vielgestaltig wie ihre Charaktere. Sie ist drastisch oder zurückhaltend, nachdenklich, sachlich, humorvoll oder satirisch und vor allem - betroffen und engagiert.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog.


Speak to Me.
Fotografien von Stefan Heyne
15.1. - 18.3.2012

In der zeitgenössischen Fotografie besetzt das Werk des Berliner Künstlers Stefan Heyne (*1965 in Brandenburg) eine unverwechselbare Position. Seine Arbeiten brechen radikal mit Konventionen und vertrauten Sehgewohnheiten des Mediums. Klassische Aspekte der Fotografie - Schärfe und Wiedererkennbarkeit - setzt er außer Kraft und macht damit den Weg frei, das Ungewisse zu erkunden. Heynes Bilder werfen Fragen nach dem Verhältnis von Optik und Rezeptionspsychologie, nach dem Erlernen von Lesbarkeit, dem Verhältnis zwischen Malerei und Fotografie - kurz: nach der Wahrnehmung des Bildes auf. Konsequent setzt er Unschärfe als Gestaltungsmittel ein und hinterfragt damit die Objekte seiner Bildproduktion. Nur schemenhaft taucht im Licht etwas auf, um in der angrenzenden Dunkelheit wieder zu verschwinden, die abgebildeten Gegenstände belässt Stefan Heyne im Unklaren, stattdessen wird die Leere sein zentrales Motiv.
Die Ausstellung zeigte eine Auswahl von Bildern, die in den letzten vier Jahren entstanden. Sie sind die bisher radikalsten Abstraktionen, die sein Oeuvre hervorgebracht hat. Die meist großformatigen Arbeiten offenbaren, dass die Fotografie, ihrer etymologischen Bedeutung gemäß, eine "Malerei mit Licht" ist, befreit vom Glauben an die objektive Reproduzierbarkeit der Realität, wie sie dem mit aufklärerischem Denken behafteten Medium bis heute eingeschrieben ist.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Hatje Cantz Verlag.


2011

Wahlverwandtschaft
Stipendiaten für Bildende Kunst des Ministeriums für Wissenschaft,
Forschung und Kultur des Landes Brandenburg 2009/2010/2011
Kooperation mit dem MWFK
19.11.2011 - 15.1.2012

In die aktuellen Kunstentwicklungen im Land Brandenburg kann die Ausstellung mit Beiträgen der neun Stipendiaten spannende Einblicke gewähren.
2009: Frank Gaudlitz zeigt von seinen südeuropäischen Streifzügen Aufnahmen aus dem Porträtzyklus "Warten auf Europa". Mit der Werkfolge "grenznah" provoziert Annette Paul durch spielerisch verfremdende Eingriffe das Erscheinen von Alltagsdingen. Die Malerin Seltmann entspannt einen Weltbogen aus dem brandenburgischen Landleben unter dem Thema "Klabund".
2010: Kathrin Harder erkundet in der Blattfolge "sine loco et anno" mit landschaftlicher und rhythmischer Abstraktion neue Verwebungen. Ingeborg Bachmanns Dichtungen haben Mona Höke zu großformatigen skriptural-ornamenthaften Malereien inspiriert. Steffen Mühle arbeitet mit Fotoirrläufern, die er durch digitale Manipulation in verblüffend neue Bildrealitäten hebt.
2011: Indem Jan Beumelburg der Frage nachgeht: "Sind Pflanzen die besseren Tiere?", durchlöchert er den starren Wirklichkeitsrahmen mit Witz, Satire und Ironie. Frauke Danzer reflektiert mit ihren Körperabguß-Installationen kritisch die Reproduzierbarkeit bzw. Genmanipulation von Leben. In seiner fotografischen Arbeit "MARK/SCHNITTE" untersucht Fred Hüning das brisante Thema Unfalltod auf Brandenburgs Straßen.


Ostzeit
Geschichten aus einem vergangenen Land
29.9.2011 - 8.1.2012

Bilder, die beobachten statt behaupten. Geschichten, die sich an den Verhältnissen reiben, ihren Protagonisten aber stets zugewandt bleiben. Fotografie, die zeigt was ist: Angehaltene Zeit.
Sibylle Bergemann, Ute Mahler, Werner Mahler, Harald Hauswald und Maurice Weiss - alle Mitglieder der Agentur OSTKREUZ - zeigen in ungeschönten und zugleich sensiblen Bildern den Alltag und die Menschen in der DDR jenseits der offiziell propagierten Darstellungen. Durch ihre Offenheit und persönliche Sichtweise ermöglichen die Fotografien, die in den 1970er und 1980er Jahren entstanden, einen authentischen Blick auf den Osten Deutschlands. Sie sind eine Auseinandersetzung mit einer Realität, die bis in die Gegenwart nachwirkt.

In den Bildern der insgesamt 13 Themenkomplexe werden Geschichten von einem Land erzählt, das nicht mehr existiert, aber in diesen Bildern konserviert wurde. Mehr als 160 Schwarzweißfotografien ermöglichen eine Zeitreise und zeichnen ein facettenreiches Bild des Lebens in der DDR. So stehen neben Sibylle Bergemanns vielfach ausgezeichneter Fotodokumentation zur Entstehung und Montage des Marx-Engels-Denkmals ihre unerreicht menschlichen Bilder von "Clärchens Ballhaus" sowie eine weniger bekannte Serie der Fotografin. 1974 erkundete sie in einer konzeptionellen Arbeit den Wohnungstyp P2 in Ostberliner Plattenbauten.

Werner Mahler präsentiert in der Ausstellung eine Dokumentation über Steinkohlearbeiter in Zwickau, Milieustudien der Berliner Fußballszene und Bilder aus seiner Diplomarbeit - Alltagskonstellationen, die er im thüringischen Dorf Berka beobachtete. Des Weiteren wird sein Langzeitprojekt über eine Abiturientenklasse aus Oranienburg vorgestellt, das Mahler bis heute weitergeführt hat.

Ein fotografischer Essay Harald Hauswalds erzählt von der Tristesse und versteckten Komik des DDR-Alltags, während in seinem Themenblock "Am Rande der Republik" Künstler, Punker und Oppositionelle im Mittelpunkt stehen. Ute Mahler zeigt Modefotos, die für die Zeitschrift "Sibylle" entstanden sowie ganz unmittelbare Aufnahmen der Teilnehmer der Berliner Maiparade von 1980. Außerdem wurde die Serie "Zusammen leben" ausgewählt, in der Ute Mahler über Jahre hinweg in sensiblen Bildern Menschen in ihrem privaten Umfeld porträtierte.

Ein Dank für die freundliche Unterstützung der Ausstellung geht an die Vattenfall Europe AG und an OSTKREUZ - Agentur der Fotografen GmbH.


An Geschenken wachsen
13.09. - 08.01.2012

In den beiden Räumen der Ausstellung hielten Werke Zwiesprache, die über verschiedenste Anlässe ins Haus gekommen sind, als Geschenke aus Künstler- oder Sammlerhand oder als Wunschkandidaten der kunstwissenschaftlichen Abteilung. Mit eigenen Mitteln waren sie nicht zu erwerben, so sind sie vielfach über kulturelle Stiftungen und private Kunstanhänger gesponsert worden, insbesondere auch durch den Freundes- und Förderkreis, der sich explizit um das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus schart. Die Präsentation zeigte eine Vielzahl von Kunstwerken aus den Werkgruppen und Konvoluten, die in den letzten 17 Jahren so ans Haus gekommen sind.

Eine Ausstellung zum Cottbuser Themenjahr 2011: Wirtschaft und Ehrenamt
Mit KM DKW Freunde und Förderer e.V.


Damm & Fiedler. Plakate
4.9. - 6.11.2011

In den 1970er Jahren zeigte sich ein spürbarer Aufschwung in der Plakatkunst der DDR. Zu diesem Zeitpunkt profilierten sich die meisten heute noch für die Sammlung des Museums wichtigen Plakatgestalter, zu denen auch die Leipziger Jutta Damm-Fiedler und Jochen Fiedler zählen. Beide gehören zu der Generation, die das Bild des DDR-Plakates mitprägten. Hervorgetan hat sich Jutta Damm-Fiedler insbesondere mit einfühlsamen Bildkompositionen in ihren Musik- und Theaterplakaten. Das Plakat zum "III. Internationalen Bachfest der DDR" aus dem Jahre 1975 fand Aufnahme in die jährliche Ausstellung des Art Directors Club New York und mit der Verleihung des 1. Preises beim Wettbewerb der besten Plakate markiert es den Beginn eines beachtlichen Aufschwungs im Leipziger Plakatschaffen. Jochen Fiedler gestaltete u. a. für die ersten Ausstellungen des neu gegründeten Cottbuser Museums eine Reihe von Siebdruckplakaten, die einen unerwarteten und ungewöhnlichen Blick zeigten.
Neben seiner Auftragsarbeit befasst er sich immer auch mit selbst gewählten Themen, meist zu Politik, Gesellschaft und Umwelt. Fiedler entwirft Plakate im eigenen Auftrag, die er im Siebdruck realisiert. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Für eines seiner jüngsten Plakate "Weil mein Schatz ein Jäger ist …" erhielt er den Grand Prix der Internationalen Triennale für Eco Plakate in Charkow (Ukraine).


Der Funke springt über
3. Werkstattausstellung
25.08. - 2.10.2011

Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus ist in der glücklichen Lage, Besuchern nicht nur interessante Ausstellungen zu bieten, sondern ihnen auch die Möglichkeit zu geben, sich aktiv mit Kunst in verschiedenen Kursen auseinanderzusetzen. Nun schaut das mukk. - museum.kreativ.kraftwerk. - auf ein intensives und spannendes Kursjahr 2011 zurück. Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten sich in den verschiedenen Kurssystemen künstlerischen Welten im eigenen Tun angenähert und dabei so manchen Schweißtropfen gelassen. Die Ergebnisse beflügeln und wecken Lust auf Neues.
Die 3. Werkstattschau dieser Art mit dem Titel "Der Funke springt über" hat sowohl anderen Einblicke in die kreativen Prozesse geben, als auch Mut gemacht, es selbst zu versuchen.


Max Uhlig, Claus Weidensdorfer
Arbeiten auf Papier
8.7. - 14.9.2011

Zwei namhafte Altmeister ostdeutscher Kunst, Max Uhlig (Jg. 1937) und Claus Weidensdorfer (Jg. 1931), präsentierte das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus mit seiner Sommerausstellung. Gut 100 Arbeiten auf Papier, hauptsächlich aus den letzten drei Schaffensjahrzehnten, zeigten die beiden Dresdner Künstler. Mit ihrer ausgeprägt individuellen Handschrift haben sie frühzeitig das landläufige Bild von der Kunst in der DDR mit verändert.
Max Uhlig entwickelte seine Formensprache seit Mitte der 60er Jahre souverän von der Linie her. In den direkt vor der Landschaft geschaffenen Bildern bleibt die webende Kraft der Natur unmittelbar spürbar. Die figürlichen Arbeiten von Claus Weidensdorfer schreiben auf eigenwillige, melancholische Weise Dresdner Zeichentradition fort. Hier begegneten uns skurrile oder sinnfrohe Momente, so auf der Bühne beim Jazz-Konzert oder im Netz zwischenmenschlicher Verstrickungen. Nach der Wende waren beide Künstler als Professoren an der Hochschule der Bildenden Künste in der Elbemetropole tätig.


The Best of Papa Jo's
Von Skulptur bis Video.
Kooperation mit der BTU Cottbus
10.4. - 26.6.2011

Zu einem außergewöhnlichen Parcours vereinen sich neun aktuelle Positionen, die veranschaulichen, wie weitläufig Bildhauerkunst und plastische Gestaltung heute aufgefasst wird. Das reicht von den klassischen Materialien und Motiven des Genres, über Objektkunst und Installation bis zur Videokunst. Ein Grundzug tritt zutage, wo in den Arbeiten von Jo Achermann, Katrin Günther, Heike Klussmann und Ingo Vetter der Raum - als Um- oder Stadtraum - zum aktiven Bestandteil des Kunstwerkes selbst gehört. Eine spielerische und zugleich verfremdende Annäherung an Alltagsobjekte eröffnet sich in den Beiträgen von Nora Fuchs, Marcus Jansen und Heinrich Weid. Indes hinterfragen Gert Bendel und Yvonne Wahl auf unterschiedliche Weise den Umgang mit kunstgeschichtlichen "Ikonen". Im Ganzen zeigt Kunst sich hier als Grenzgängerin, zumal sie partizipatorisch den Betrachter und seine Aktivitäten integriert.
Den Anstoß zur Ausstellung bildet sowohl die Tatsache, dass der Bildhauer Jo Achermann seit 1994 die Professur für Plastisches Gestalten an der Brandenburgischen Technischen Universität innehat, als auch das 20-jährige Gründungsjubiläum der BTU Cottbus im Juni. Der aus der Schweiz stammende Künstler holte sich immer wieder jüngere künstlerische Kräfte an seinen Lehrstuhl, der einen Teil der Grundausbildung der Architekturstudenten betreut. Mehrere der Assistenten blieben bis zu sechs Jahre in Cottbus. Und - erstaunlicherweise - für fast alle war es gewissermaßen ein Zwischenstopp, bevor sie selbst als Lehrende ihre Kunstauffassungen andernorts auszubreiten begannen.
Nachhaltigkeit und die Ressourcen nutzen, dies wird zurzeit überall diskutiert. Im Seminar mit Studentinnen und Studenten des Wintersemesters 2009/2010 vom Diplom / Master Studiengang Architektur und Stadtplanung wurde versucht, durch Herstellung von Plakaten über das Siebdruckverfahren Strategien zu entwickeln und Ideen umzusetzen, welche das Ziel beinhalten, mehr Umweltbewusstsein zu vermitteln.

Ergänzt wurde diese Schau mit Plakaten, die anlässlich des 20-jährigen Geburtstages der BTU Cottbus entstanden sind. Mitwirkende:
Norman Basler, Sindy Bieler, Olivia Eble, Amelie Gauthier, Antje Günther, Janine Heinemann, Julia Herfurth, Stefan Kleybrink, Victor Macker, Moritz Maikämper, Vanessa Pointet, Meike Puschmann, Roman Röhrig, David Schwarzkopf, Franziska Seidel, Deborah Seifert, Markus Wehlke, Todor Nöler

Lehrstuhl Plastisches Gestalten, Prof. Jo Achermann / Fakultät 2, Studiengang Architektur und Stadtplanung

Mit freundlicher Unterstützung durch den Umweltbeauftragten Dr. Norbert Kopytziok, Barbara Martin / Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus sowie Christian Schlimok / Novamondo Design.


Hans-Christian Schink
Fotografie
23.1. - 27.3.2011

Die Ausstellung gab einen exemplarischen Überblick über verschiedene Werkgruppen des Fotografen Hans-Christian Schink seit Mitte der 1990er Jahre. Sie begann mit einer repräsentativen Auswahl aus der Serie "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" (1995 - 2003), die national wie auch international große Beachtung fand. Die großformatigen Bilder der umfassenden Fotoserie zeigen menschenleere Landschaften mit Autobahnen, Gleistrassen oder skulptural monströs wirkende Brückenbauten. Schinks hochästhetische Aufnahmen dokumentieren gewalttätige Eingriffe in Umgebung und Natur und prägen eine neue Sicht auf die radikalen Veränderungen der ostdeutschen Landschaften.
Ein Stipendienaufenthalt in Los Angeles weckte 2002 Schinks Interesse, sich auch mit dem Phänomen der Kulturlandschaften anderer, ferner Länder auseinanderzusetzen. Die farbigen Fotografien, die während seines Aufenthalts in Peru (2004) entstanden, bildeten die zweite Gruppe der Ausstellung. Sie bringen eine Erweiterung des thematischen Spektrums mit sich, das sich auch auf historische Stätten in ihrer heutigen Erscheinung oder reine Landschaftsaufnahmen erstreckt.
Der dritte Schwerpunkt waren Aufnahmen aus Schinks Langzeitprojekt "1 h", das den Fotografen in den letzten acht Jahren beschäftigte. Für die Serie macht sich Schink den Effekt der so genannten "echten Solarisation" zunutze. Extreme Überbelichtung verursacht eine physikalisch-chemische Umkehrreaktion, wodurch eine Lichtquelle im Bild, in diesem Fall die Sonne, nicht weiß, sondern schwarz abgebildet wird. Inspirationsquelle für dieses Projekt war das Foto "Black Sun" des amerikanischen Fotografen Minor White aus dem Jahr 1955. Ein Zufall - der kurzzeitig wegen starker Kälte eingefrorene Kameraverschluss - führte dazu, dass die Sonne im Bild als schwarzer Punkt erschien. Hans-Christian Schink setzt diesen Effekt gezielt und mit einer wesentlich längeren Belichtungszeit ein. Der scheinbare Lauf der Sonne über den Zeitraum von exakt einer Stunde erscheint als schwarzer, fremdartiger Streifen mit je nach Breitengrad und Jahreszeit unterschiedlichem Neigungswinkel. Die Landschaften, dem starken Gegenlicht ausgesetzt, wirken auf den Silbergelatineabzügen unwirklich und statisch. Es entstehen Bilder, die eine besondere Realitätswahrnehmung durch die Fotografie vermitteln.


2010

Himmelweiter Unterschied
Plakat
5.6.2010 - 6.2.2011

Wie die Präsentation der Sammlung Landschaft, Natur, Raum, Umwelt folgte auch die Plakatsammlung unter dem Titel "Himmelweiter Unterschied" dem Prinzip der Gegenüberstellung. Die Plakate zur Nord-Süd-Problematik von Nous Travaillons Ensemble und Klaus Staeck weisen durch die Aufteilung des Blattes in ein Oben und Unten Analogien auf, ganz unterschiedlich ist jedoch die Wahl ihrer Mittel. In den Plakaten der Ausstellung ging es um thematische Bezugspunkte, die von unterschiedlichen gestalterischen Positionen aus behandelt wurden. Das waren Plakate zu Natur und Umwelt, und es waren kulturelle Plakate, die das thematische Spektrum gleichermaßen berührten bzw. in der Wahl des Bildmotivs einen Bezug zu Landschaft, Natur, Raum, Umwelt herstellten. Unterschied und Ähnlichkeit zeigten sich in Farbe und Form, in den Handschriften, im Einsatz der künstlerischen Mittel, häufig auch in einem anders gearteten gedanklichen Ansatz. Darüber hinaus assoziierte der Begriff "himmelweit" Weltumspannendes. Dieser Gedanke verwirklicht sich im Gegenüber der Nationalitäten, hierin lag auch ein besonderer Reiz der Ausstellung.

Himmelweiter Unterschied
Landschaft/Natur/Raum/Umwelt
23.5.2010 - 6.2.2011

Vielleicht wohnt der Begegnung zwischen dem Gemälde „Das Matterhorn in frischem Schnee“ aus dem Jahre 1910 von Eugen Bracht (1842-1921) und der großformatigen Farbfotografie „Maloja“ (1989) von Andreas Gursky (Jg. 1955) etwas Ungewöhnliches inne. Ganz unbeabsichtigt war das nicht, wie der Titel „Himmelweiter Unterschied“ der neuen Sammlungspräsentation schon andeutete. Die Hängung in den drei Schalthausräumen folgte diesmal einem Prinzip der Gegenüberstellung. Und um die Besucher anzuregen, im Vergleich der Bildpaare Unterschiede und Ähnlichkeiten zu entdecken, wurden, wie im Falle der beiden genannten Kunstwerke, jeweils einige Stichworte mitgeliefert:
- Das alpine Motiv in Pathos, Erhabenheit und Größe.
- Wir werden als Betrachter, wie die Menschen bei Gursky, jeweils klein.
- Bracht bietet majestätische Entrückung, Gursky aber scheinbar eine Freizeitszene.
- Beide Bilder lassen die Frage nach dem Naturumgang aufkommen.


Schräg gegenüber. Plakate
Helmut Brade, Erhard Grüttner, Heinz Handschick, Günther Kieser, Uwe Loesch, Holger Matthies, Volker Pfüller, Gunter Rambow
7.11.2010 - 9.1.2011

In dieser Ausstellung wurde das Werk von acht Künstlern aus Ost und West gewürdigt, die ab den 1960er Jahren Bahnbrechendes auf dem Gebiet der Plakatgestaltung geleistet haben und zu deren spürbaren Aufschwung beitrugen. Sie zählen zu jenen Grafikern, die sich etwa zu diesem Zeitpunkt profilierten und für die Sammlung des Museums wichtig wurden.
Der Brandenburger Erhard Grüttner und der im Spreewald geborene Heinz Handschick sind Plakatgestalter, die sich besonders im Bereich des Filmplakates verdient gemacht haben. Gemeinsam mit Helmut Brade aus Halle und Volker Pfüller aus Berlin (beide als Grafiker und Bühnenbildner tätig) brachten sie neue und eigenwillige Sehweisen in die Plakatgestaltung der DDR ein. Sie trugen mit Kreativität und Engagement dazu bei, dass die bis dahin eher uniformen Plakate an Ausdruck gewannen. Neue Akzente setzten auch Grafiker, wie Uwe Loesch aus Düsseldorf, Holger Matthies aus Hamburg und der heute in Güstrow lebende Gunter Rambow, ebenso Günther Kieser aus Frankfurt am Main, der als einer der wichtigsten deutschen Grafikdesigner von Jazz- und Rockplakaten gilt. Der Reiz der Ausstellung lag in der Gegenüberstellung der unterschiedlichen künstlerischen Positionen dieser acht Plakatgestalter.


Weihnachtspräsentation
Fotografie
16.10.2010 - 9.1.2011

Vom 16. Oktober 2010 bis 9. Januar 2011 präsentierten die beiden Cottbuser Künstler Thomas Kläber und Hans-Georg Wagner Ausschnitte aus einigen Werkgruppen ihrer jüngsten Arbeitsprozesse. Der Fotograf Kläber wählte hierfür Bilder aus der Serie "Kopfgeburten" und dem umfangreichen Landschaftsthema "Nutzland" (Arbeitstitel) aus. Hans-Georg Wagner, der Bildhauer, zeigte ausgesuchte Bronze- und Holzskulpturen. Die Werkschau verstand sich als kleine Verkaufsausstellung und regte zum Kauf eines dauerhaft begeisternden Weihnachtsgeschenkes an. Die Initiative hierzu ging auf den Verein der Freunde und Förderer des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus zurück, der im Jahr 2010 auch Atelierbesuche bei den beiden Künstlern organisiert hatte.


Träume finden in der Vergangenheit statt / Sny o przeszlosci
Aktuelle Polnische Videokunst
VideoArt zum 20. FilmFestival Cottbus - Festival des osteuropäischen Films
2.11. - 21.11.2010

Längst ist die Video-Art zu einem integralen Bestandteil der zeitgenössischen Kunst geworden. Als Brückenschlag zwischen Filmkunst und Bildender Kunst eröffnet sich hier ein experimentelles Spannungsfeld. Zusehends verwischt die digitale Revolution mediale Grenzen und so spricht man inzwischen von "Medienkunst" oder "digitaler Kunst". Aus der kleinen Schwester des Films ist längst ein kaum überschaubarer Kosmos von technischen Möglichkeiten erwachsen. "VideoArt" wird als Gemeinschaftsproduktion des FilmFestival Cottbus, des Polnischen Institut Berlin und des Kunstmuseum Dieselkraftwerk ins Leben gerufen und findet alljährlich im Rahmen des Filmfestivals des osteuropäischen Films in Cottbus statt. Die erste Präsentation mit sieben Videoarbeiten aus dem Nachbarland wurde gemeinsam mit der Galerie Zak | Branicka, Berlin, vorbereitet. In der Black Box und im Schalthausraum S 3 wurden Werke von Olaf Brzeski, Pawel Ksiazek, Robert Kusmirowski, Agnieszka Polska, Joanna Rajkowska, Iwo Rutkiewicz und Konrad Smolenski gezeigt.


Agnieszka Polska
DECADES
12.09.2010 - 21.11.2011

Seit Eröffnung des Kunstmuseum Dieselkraftwerk im Mai 2008 wurde der Raum M 1 im Maschinenhaus wiederholt von Künstlern auf sehr eigene Weise "bespielt". Dieses Mal nun warte die junge polnische Medienkünstlerin Agnieszka Polska (Jg. 1985) mit einem Ensemble aus Fotoarbeiten und Videoprojektionen in räumlicher Verschränkung auf. Das übergreifende Thema ihrer jüngsten Werke lässt sich vielleicht als eine besondere Kunst des Erinnerns umschreiben. Wobei es der Künstlerin vor allem um das Kommunizieren von Kunstwerken geht oder besser deren Präsenz in den verschiednen Medien und als Bildergedächtnis in unseren Köpfen. Und zwar beschäftigt sie jener Umschlagpunkt, wenn Kunstäußerungen hinter dem Horizont der Aktualität verblasst sind und sich deren Kontexte aufgelöst haben. So zielen ihre Interventionen auf zweierlei ab: Sie hinterfragt die scheinbar so gewichtige, ja oftmals als Werk begründende Kategorie der Aktualität genauso, wie den überbordenden Hang zur Erklärungsbedürftigkeit von Kunstwerken. Es ist eine gewisse Skepsis, die sich im spielerischen Auflösen und Neuzusammenfügen bekundet, die aber auch einen neuen Blick auf die Kunstgeschichtsschreibung der letzten Dekaden, etwa der letzten 50 Jahre eröffnet.
Mit Slow-Motion-Bildern und befremdlichen Animationen steuert Agnieszka Polska in ihren Videoarbeiten gegen die Schnelllebigkeit unserer Zeit. Dabei bedient sie sich der Schwarz-Weiß-Ästhetik und Grobkörnigkeit alten Bildmaterials. Sie treibt ein aberwitziges, teils paradoxes Spiel mit den Werken und Wirkungen, mit den Reproduktionen und Strukturen - sie löst dergestalt das scheinbar feste System der Wahrnehmungs- und Kunstvermittlung auf. Die Künstlerin sagt dazu: "Wie ein lebendiger Organismus lebt und verändert sich das Archiv unablässig, endlos multipliziert es Bilder seiner selbst. Elemente, die während des Archivierungsprozesses verneint oder abgelehnt werden, treten später als schwarze Materie unseres Unterbewusstseins wieder hervor". Damit stellt sie die These von André Malraux’ "imaginären Museum", das in unserem Bewußtsein recht statisch existieren soll, in Frage, bzw. bette diese in einen ganzheitlich gesehenen Kontext wieder ein. Die einstmals als "Klassiker" gesetzten Werke entwickeln ein neues, absurdes Eigenleben und werden zu belastungsfreien Spielzeugen. Wie etwa im Video "Meine Lieblingssachen" (2010). Wobei sich hier kunstgeschichtlich hochgradig "kontaminierte" Objekte - wie das "Fahrradrad" von Marcel Duchamp - und Alltagsdinge bunt durcheinander mischen.


Farbwelten. Von Monet bis Yves Klein. Werke der klassischen Moderne aus den Kunstmuseen Krefeld
15.8 - 24.10.2010

Seit mehr als einhundert Jahren sammelt das Krefelder Kaiser Wilhelm Museum Werke der jeweils zeitgenössischen Kunst. 1897 wurde Friedrich Deneken (1857-1927) als erster Direktor des Museums von der rheinischen Stadt Krefeld berufen. Konsequent und behutsam führte er das Museum seither mit der Erwerbung von Kunstwerken aus Frankreich in die Moderne. 1907 kaufte er Monets Gemälde "Das Parlament. Sonnenuntergang" und von wohlhabenden Unternehmern ließ er sich Werke von Rodin für seine Sammlung schenken. Mit seinen Ankäufen modernster französischer Werke löste Deneken damals einen Skandal aus. Auf Beschluss der Stadtverordneten wurde er 1909 gezwungen, künftig auf Ankäufe und Ausstellungen "fremdländischer und moderner Bilder" zu verzichten.
Doch die Begeisterung für die Moderne hielt an: Seine Nachfolger im Amt, Max Creutz und Paul Wember, setzten in den zwanziger Jahren die avantgardistische Ankaufspolitik fort und erwarben Werke der expressionistischen und ungegenständlichen Kunst. In Krefeld ist somit eine exquisite Sammlung entstanden, die ihresgleichen sucht. Sie umfasst Spitzenwerke von Claude Monet und Auguste Rodin, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, Laszlo Moholy-Nagy, Piet Mondrian und Yves Klein, die teilweise zu den frühesten Arbeiten gehören, die von diesen Künstlern in ein Museum gelangt sind.
Zugleich markieren diese Werke den Triumph und die Emanzipation der Farbe in der Malerei: von Monets impressionistischer Farblandschaft an der Themse, über die kraftvollen Farben des Expressionismus bis zu der Autonomie der Farbe in den Werken Piet Mondrians und Yves Kleins. Konsequenterweise bildet eine Reihe monochrom weißer Bilder, von Piero Manzoni, Antoni Tàpies und Lucio Fontana, die Paul Wember in den 1950er und 1960er Jahren für die Sammlung erworben hat, die Coda der Ausstellung und den Übergang zum Informel.
Anlässlich der Renovierung des Kaiser Wilhelm Museums gingen dessen Hauptwerke der Moderne aus sechs Jahrzehnten erstmals auf Reisen. Während dieser Ausstellungstournee wurde die einzigartige Sammlung der Krefelder Kunstmuseen 2009/2010 in Bremen, Erfurt, Würzburg, Freiburg, Rotterdam und auch in Cottbus zu Gast sein. Erstmalig wurde eine Ausstellung von so zahlreichen hochkarätigen Kunstwerken im Cottbuser Kunstmuseum am neuen Standort präsentiert, der nun die optimalen Rahmenbedingungen für eine solche Ausstellung der Superlative anbieten kann.


Johannes Geccelli
COTTBUSGRÜN. Die Entwicklung einer Farbe
30.5. bis 29.8.2010

Johannes Geccelli, der 2010 seinen 85. Geburtstag feierte, ist einer der bedeutendsten Farbfeldmaler in Deutschland. In der ländlichen Abgeschiedenheit seines Ateliers in Jühnsdorf entstehen Bilder, die ein sinnliches Eigenleben besitzen. Sie leben von der Totalität und der Musikalität der Farbe und ihrer Verlebendigung durch das Licht.
Bei seiner Entscheidung für die Farbe eines Bildes lässt sich Johannes Geccelli oft von farbigen Objekten anregen. Schon bevor das Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus zum Museum umgebaut wurde, faszinierte ihn bei einer Begehung auf der Baustelle das Türkis, das für den zwei Meter hohen Fliesenspiegel im Innenraum des Maschinenhauses ausgesucht worden war. Architekt Werner Issel wählte damals Spaltviertel aus Ullersdorf.
Die glasierten türkisfarbenen Fliesen wurden für den Maler Geccelli nun zum Auslöser für eine intensive Beschäftigung mit dieser Farbe. Er beschreibt seine Begeisterung mit folgenden Worten: "In dieser Farbe sprang mich etwas an, das gemalt werden wollte. Das Türkis ist schwebend hell, kaum zu bestimmen, durch eine Glasur fast entmaterialisiert. Die Farbe transzendiert die Stofflichkeit der recht massiven Fliese. Farbe als Licht befreit sich vom Objekt. Das ist mein Thema! Dieses Türkisgrün hat mich aufgefordert, durch mich in eine Bildlichkeit gebracht zu werden." So realisierte der Künstler seit 2008 in sorgfältiger Arbeit mehrere Bilder, die sich durch feinste, für das Auge kaum wahrnehmbare Farbabstufungen auszeichnen. Diese wurden in dieser Ausstellung mit zahlreichen Farbstudien und Skizzen - in unmittelbarer Nähe zu den Fliesen - präsentiert.


Michael van Ofen
Der Abschied der Braut
2.5. - 25.7.2010

Der Düsseldorfer Maler Michael van Ofen entwickelt seine Position in der Auseinandersetzung mit der Malerei des 19. Jahrhunderts, so mit Carl Blechen oder Ferdinand Georg Waldmüller. In neuerer Zeit beschäftigt ihn die Kunst des Hofmalers Anton von Werner, dessen pathetische Spuren er bis in die Studienblätter hinein verfolgt. In einer äußerst starken Reduzierung auf manchmal nur ein oder zwei Farbwerte und gestische Pinselschwünge erschafft der Künstler eine neuartige Sicht auf den herkömmlichen, teils antiquiert wirkenden Motivkreis und deren malerische Feinbehandlung. Dabei muten van Ofens Gemälde wie minimalistische Farbtafeln an. Ein charakteristischer Zug leuchtet auf und verliert sich zugleich als Bildgegenstand in einer anderen, abstrakten Welt. Bekannt geworden ist Michael van Ofen vor allem durch seine Landschaftsgemälde, deren Struktur und Tiefenraum sich durch sparsam gesetzte Farbzüge zusammenfügt, die zugleich aber immer das Konstruierte sichtbar belassen.


Arno Fischer
Retrospektive
18.2. - 2.5.2010

Arno Fischer zählt zu den bedeutendsten deutschen Fotografen. In den 1950er Jahren arbeitete er in Ostberlin und reflektierte als Grenzgänger zwischen Ost und West die Situation der geteilten Stadt. Seine Fotografien für die legendäre ostdeutsche Zeitschrift "Sibylle - Zeitschrift für Mode und Kultur" gelten bis heute als stilprägend. Neben ausdrucksstarken Porträtaufnahmen sind es vor allem die eindringlichen Reisebilder aus der DDR, Polen, Indien, New York, Afrika, die Fischers scharfe Beobachtungsgabe und sein Talent als feinsinniger Geschichtenerzähler offenbaren.
Seit 1978 lebt Arno Fischer zurückgezogen auf dem Land. Während der vergangenen 30 Jahre dokumentierte er mit einer Polaroid-Kamera anscheinend zufällig entdeckte Stillleben und Details in seinem Garten. Mit diesen sehr privaten Bildern scheint der Fotograf sich selbst treu geblieben zu sein: "Man muss nicht komponieren, die Welt ist die Komposition". Die Retrospektive würdigte das außerordentliche künstlerische Lebenswerk des 1927 in Berlin geborenen Arno Fischer. Sie stellte seine wichtigsten Werkgruppen vor und umfasste rund 130 Aufnahmen, darunter zahlreiche Vintage-Prints.
Die Ausstellung, zusammengestellt vom Institut für Auslandsbeziehungen e. V., Stuttgart, wurde in Deutschland nur in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus präsentiert. Nach Cottbus geht die Retrospektive auf eine weltweite Tournee.


MARKierungen
Künstler sehen Brandenburg
31.1. - 11.4.2010

Verschiedenste Positionen mit landschaftsbestimmenden Momenten, dokumentarischen Ansätzen, historischen Überarbeitungen oder auch sozialkritischen Komponenten kamen zu einer spannungsvollen Ausstellung mit dem bewusst offen gehaltenen Titel "MARKierungen" zusammen. Allen lag eine Auseinandersetzung mit Gegebenheiten im Land Brandenburg zugrunde. Dies war auch initiiert, als sich das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus und der Brandenburgische Verband Bildender Künstler (BVBK e. V.)zu diesem Projekt zusammen taten.
Auf die Ausschreibung hin kamen exakt sechzig Einreichungen ins Haus, querbeet durch alle bildkünstlerischen Ausdrucksformen, wie Malerei, Plastik, Grafik, Fotografie, Performance, Installationen. Die aus beiden Institutionen besetzte Jury hat Arbeiten von zwölf Künstlern ausgewählt, die in ihrer Gesamtheit ein äußerst spannungsvolles Spektrum von "Markierungen" ergeben.


2009

mukk-Ausstellung SommerKunstWerkstatt 2009
27.11.2009 - 31.01.2010

Seit 17 Jahren bietet das Kunstmuseum, unterstützt vom Staatlichen Schulamt Cottbus, eine Lehrerfortbildung für Kunst- und Kulturpädagogen in der ersten Sommerferienwoche an. In diesem Jahr trafen sich Interessierte im Landschulheim Bademeusel, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten. Unter Anleitung der Cottbuser Künstler Bettina Winkler und Günther Rechn entstanden Collagen, Flachdrucke und Tiefdrucke (Aquatinta).
Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl der Ergebnisse dieses Workshops, ca. sechzig Arbeiten. Mit unterschiedlichsten Motiven und Techniken zeigen sie die Vielfalt künstlerischen Schaffens innerhalb einer sehr interessanten und arbeitsreichen Woche.


Voller Leben
Aus der Sammlung
6.3.2009 - 31.1.2010

Die rund 100 Gemälde, Fotografien und Plastiken aus den 1920er Jahren bis in die Gegenwart waren in dieser Präsentation in ein vierfarbiges Spektrum untergliedert: Markierungen an den Kunstwerken hoben die einzelnen Themen, quer durch die Ausstellungsräume, hervor.
Rot - in Farbe: Dafür stand A.R. Pencks düster-bedrohliches Gemälde "Nachtschattenacht" (1990).
Grün - im Stillen, wurde durch das klassische, ja zeitlos wirkende Stillleben "Brot und Tasse" (1958) des Dresdners Theodor Rosenhauer präsentiert.
Blau - in persona: Der Fotograf Thomas Florschuetz brachte in seinen Künstlerporträts aus den 1980er Jahren mit hart auf den unteren Bildrand gesetzten Köpfen prägnant Individualität zur Anschauung.
Und letztendlich als größte Gruppe: Gelb - mittendrin. Eines der Lieblingsbilder des Publikums rückte hier ins Zentrum: Clemens Gröszers "Café Liolet" (1986) entfaltet seine exotisch-weibliche Aura in der Nische eines Ostberliner Szenecafés.


Die Erinnerung ist oft das Schönste.
Fotografische Porträts von Romy Schneider
18.10.2009 - 17.1.2010

Von kaum einem anderen Star existieren so viele verschiedene und so widersprüchliche Bilder. Romy Schneider wurde tausendfach fotografiert - und doch ist sie immer rätselhaft geblieben.
Ein besonderer Schatz sind die teilweise bis heute unveröffentlichten Aufnahmen der neun international renommierten Fotografen Werner Bokelberg, Peter Brüchmann, Roger Fritz, F.C. Gundlach, Helga Kneidl, Robert Lebeck, Herbert List, Will McBride und Max Scheler. Sie trafen nur einmal auf Romy - Herbert List etwa hielt den Teenager um 1954 auf bisher unbekannten Bildern fest - oder begleiteten sie durch ihr Leben, wie Robert Lebeck, der seit den 1950er Jahren bis kurz vor ihrem Tod beeindruckend persönliche Aufnahmen schoss. Romy als junges Mädchen, in ihren Filmrollen, an der Seite von Alain Delon, in inniger Umarmung mit ihren Kindern, scheinbar unbeobachtet im Alltag oder in Posen und Verkleidungen, fröhlich oder nachdenklich, verführerisch schön oder verletzlich: Die Momentaufnahmen lassen den Mythos Romy lebendig werden - und machen zugleich die Vergänglichkeit des Daseins auf eindrückliche Weise sichtbar.
Die Ausstellung zeigte über 140 Fotografien in Schwarzweiß und Farbe aus den Jahren 1950 bis 1981.
Das ausstellungsbegleitende Buch (Verlag Hatje Cantz) sowie das Plakat zur Ausstellung sind bereits ausverkauft.


Wendezeiten. 20 Jahre danach
Aus der Sammlung Plakat
08.10.2009 - 17.1.2010

Plakate reflektieren die ästhetischen und gesellschaftlichen Prozesse ihrer Zeit. Gebunden an politische, ökonomische und kulturelle Strukturen ist ihr tiefer Sinn stets einem bestimmten Zweck verhaftet.
Die Ausstellung ging anhand verschiedener künstlerischer Positionen der Frage nach, welchen Einfluss zwanzig Jahre deutsche Einheit auf die Arbeit der Künstler aus Ost und West genommen haben, welche neuen inhaltlichen und formalen Ansätze es gibt. Es ist zu beobachten, dass Plakate, die soziale Themen zum Inhalt haben, stärker in Erscheinung treten. Die Probleme haben sich angeglichen. Themen wie Arbeitslosigkeit, Solidarität, Rechtsradikalismus und die Suche nach der eigenen Identität stehen dabei an erster Stelle.
Zu sehen waren Plakate, die bei den jährlichen Wettbewerben "Die 100 besten Plakate" ausgezeichnet wurden. Als Teil unseres visuellen Alltags dokumentierten sie unter gestalterisch-ästhetischen Gesichtspunkten das kulturelle, politische und soziale Geschehen in Deutschland von der Systemwende bis heute.


Förster. Heisig. Metzkes. Stötzer
im Land Brandenburg
12.7. - 4.10.2009

Vier klangvolle Namen, die lange schon für Qualität und Kontinuität, aber auch für die Streitbarkeit figurativer ostdeutscher Kunst standen und stehen, vereinigten sich zu einer ungewöhnlichen Begegnung. Vermutet man doch zunächst kaum, dass sich diese Künstler, deren Schaffen mit entscheidenden kulturellen und geistigen Räumen in Verbindung gebracht wird, gerade das Flachland Brandenburg, teils seit längerem schon, als Arbeitsort und oder Rückzugsraum auserwählt haben. Bei näherer Betrachtung bleibt die eine oder andere Spur im Werk der vier Altmeister zu entdecken, die direkt oder indirekt auf Märkisches verweist.
Ausgehend von den eigenen Sammlungsbeständen kamen zwanzig Jahre nach der Wende insbesondere Arbeiten aus den letzten beiden Jahrzehnten von den Malern Bernhard Heisig (geb. 1925) und Harald Metzkes (geb. 1929) und von den Bildhauern Wieland Förster (geb. 1930) und Werner Stötzer (geb. 1931) zusammen. Rund achtzig Kunstwerke, Malerei und Skulptur, entfalteten in den drei Räumen des Maschinenhauses ein spannungsvolles figürliches Panorama.
Der ausstellungsbegleitende reich bebilderte Katalog (72 Seiten) erschien im be.bra.verlag Berlin.


Arno Schmidt. Der Schriftsteller als Fotograf
Fotografien von Arno und Alice Schmidt aus drei Jahrzehnten
Arno Schmidt. Vier mal vier. Fotografien aus Bargfeld - SchwarzWeißAufnahmen
14.6. - 13.9.2009

Arno Schmidt (1914-1979) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Moderne. Die norddeutsche Landschaft inspirierte Schmidts fotografische Arbeit ebenso wie sein literarisches Schaffen. Hier sind die Romane "Kaff auch Mare Crisium" (1960) und "Zettel's Traum" (1970) angesiedelt, in denen traditioneller Erzählstil und avantgardistische Schreibtechnik einmalig kombiniert wurden.
In den farbigen Landschaftsaufnahmen Arno Schmidts, publiziert in "Vier mal Vier", wechselten stille Detailbetrachtungen mit flächigen Kompositionen aus Waldrändern, Kornfeldern und Wolkengetümmel. Das Kompendium "SchwarzWeißAufnahme" zeigt dagegen frühere Bilder Schmidts, die ihre Wirkung aus einer unendlichen Skala von Grautönen und der Ausgewogenheit der bildnerischen Mittel von malerischer Fläche und grafischem Lineament ziehen.
Aus den beiden Konvoluten stellte das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus einen aussagekräftigen Querschnitt zusammen, der in ausgewählten Textpassagen eine entsprechende Ergänzung fand. Seinen Bezug zur Lausitz beschrieb Schmidt in einem autobiografischen Fragment. Ausschnitte aus dem Radioessay „Der Waldbrand“ verdeutlichen Schmidts Beziehung zu Leopold Schefer (1784-1862), dem Dichter, Komponisten, Naturphilosophen und Gutsverwalter von Hermann Fürst Pückler in Muskau.
Die Ausstellung wurde durch die Arno Schmidt Stiftung Bargfeld unterstützt.


Humor.
Plakate aus aller Welt
8.4. - 28.6.2009

Lachen ist gesund, sagt der Volksmund, aber nicht alle können über das Gleiche lachen. Humor ist in allen Kulturen, auf allen Kontinenten und in allen Entwicklungsstufen einer Gesellschaft anzutreffen. Er hat etwas Urmenschliches, wird aber entscheidend vom kulturellen Nährboden, in dem man aufwächst, beeinflusst.
Humor hat viele Facetten. Wir lächeln aus Verlegenheit, witzeln über eine nicht komische Realität, übertönen Angst mit Galgenhumor. Er kann aber auch Ausdruck einer allgemeinen Lebensfreude sein. Studien haben gezeigt, dass der Mensch geradezu begierig auf Humor ist. Mit Humor kann Witz gemeint sein, jene geistreiche Überspitzung, die zum Lachen reizt. Diese wird auf Grund ihrer komprimierten Form - etwas mit Witz sprichwörtlich auf den Punkt bringen - häufig im Plakat verwendet, denn Humorvolles bleibt nachgewiesenermaßen nachhaltiger in der Erinnerung haften.
Die Ausstellung, die rund 150 Plakate von Künstlern aus Brasilien, China, Hongkong, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Israel, Japan, Mexiko, den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und den USA umfasst, zeigte Heiteres, Hintergründiges und auch Schwarzhumoriges. Zu sehen waren internationale Plakate aus den letzten 30 Jahren, darunter Plakate aus Wirtschaft, Kultur, Politik und dem sozialen Bereich.


Voller Leben
Aus der Sammlung
6.3. - 7.6.2009

Die Sammlungspräsentation unter dem Titel "Voller Leben" folgte der Idee der Museumspädagogik, einmal die facettenreichen, bunten Aspekte des menschlichen Daseins auszubreiten, wie sie sich vielgestaltig in den Museumsbeständen wieder finden.
Mit rund 100 Gemälden, Fotografien und Plastiken aus den 1920er Jahren bis in die Gegenwart entstand ein besonders Spektrum: Vom „Strandleben“ (Hans Vent) zum "Besuch im Atelier" (Horst Leifer), von "Live im Keller" (Johannes Heisig) bis zum "Zirkus" (Heinz-Karl Kummer) , von poetischen Momenten "Im Garten" (Carl Marx) bis zum "Café Liolet" (Clemens Gröszer) reichte die Auswahl.
Darin kamen auch zum Teil selten oder noch nie gezeigte Werke ans Tageslicht und spannungsvolle Begegnungen waren im Nebeneinander unterschiedlicher Handschriften vorprogrammiert. Farbige Markierungen an den Kunstwerken hoben vier Gruppen, quer durch die Ausstellungsräume, hervor: Rot - in Farbe, Grün - im Stillen, Blau - in persona und Gelb - mittendrin.


Mit Abstand - Ganz nah.
Fotografie aus Leipzig
25.1. - 29.3.2009

Obwohl man Leipzig im Kunstbereich häufig zuerst mit traditionsreicher Malerei verbindet, war und ist die Stadt schon immer ein Ort, an dem die Fotografie als künstlerische Disziplin wie als akademisches Lehrfach eine wichtige Rolle spielt.
Die Ausstellung gab mit Werken von 25 Künstlern, die alle an der Hochschule für Grafik und Buchkunst ein Studium absolviert haben, einen Überblick zur Leipziger Fotografie seit den späten 1970er Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart hinein.
Ausgehend von der Sammlung Fotografie des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus wurden markante Werke ostdeutscher Fotokunst vorgestellt (Tina Bara, Christian Borchert, Klaus Elle, Thomas Kläber, Werner Mahler, Jens Rötzsch, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter, Gundula Schulze Eldowy, Maria Sewcz) und exemplarische Arbeiten der nachrückenden Künstlergeneration(en) seit 1990 gezeigt (Viktoria Binschtok, Yvon Chabrowski, Ulrich Gebert, Göran Gnaudschun, Matthias Hoch, Susanne Huth, Bertram Kober, Ricarda Roggan, Adrian Sauer, Andreas Schulze, Grit Schwerdtfeger, Esperanza Spierling, Anett Stuth, Albrecht Tübke, Tobias Zielony).
Die kritische Distanz zur Wirklichkeit, sowohl unter den Perspektiven privat-alltäglicher wie öffentlicher, globaler Zusammenhänge markiert bis heute einen wesentlichen Bestandteil der Leipziger Fotografie. Es erschien ein Katalog im Kerber Verlag, Bielefeld/Leipzig.
Die Ausstellung wurde gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Künstlerliste:
Werke vor 1989 aus der Sammlung Fotografie des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus:
Christian Borchert, Klaus Elle, Thomas Kläber, Werner Mahler, Jens Rötzsch, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter, Gundula Schulze Eldowy, Maria Sewcz, Tina Bara

Werke nach 1990 bis 2008:
Viktoria Binschtok, Yvon Chabrowski, Ulrich Gebert, Göran Gnaudschun, Matthias Hoch, Susanne Huth, Bertram Kober, Ricarda Roggan, Adrian Sauer, Andreas Schulze, Grit Schwerdtfeger, Esperanza Spierling, Anett Stuth, Albrecht Tübke, Tobias Zielony
Projektpartner:
Kunstsammlungen der Städtischen Museen Zwickau
Museum der Stadt Ratingen


2008

Neulanderkundung
Stipendiaten für Bildende Kunst des
Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur
des Landes Brandenburg
2006 / 2007 / 2008
9.11.2008 - 8.2.2009

In den Räumen des Schalthauses fügte sich die Stipendiaten-Ausstellung, seit 1999 kontinuierlich vom Kunstmuseum veranstaltet, bestens mit ihren unterschiedlichen Werkaspekten ein. Auffällig erschien diesmal eine hohe Qualität, insbesondere der fotografischen Beiträge, so von Ingar Krauss, der unter dem Titel "Zugvögel" eine Bildnisfolge osteuropäischer Wanderarbeiter in klassischem Schwarz-Weiß zeigte und von Göran Gnaudschun, der mit "Neue Portraits" vertreten war, die durch ihre Offenheit uns Betrachter als Gegenüber unmittelbar herauszufordern. Daneben standen prononcierte Beiträge von Daniel Klawitter, der im faszinierenden Zusammenspiel von Organoidem und Konstruktivem seine Formsprache entfaltete sowie Jan Beumelburg, mit aberwitzigen Forschungen zur Welt der Käfern. Die drei Stipendiatenkataloge von 2008 liegen in einem neuen, individuelleren Outfit vor.


Jan Wawrzyniak
Zeichnerische Aporien
17.10.2008 - 11.1.2009

Jan Wawrzyniaks aktuelle Arbeiten, die eigens für die Cottbuser Ausstellung entstanden, suggerieren leere Innenräume. Die großformatigen Kohlezeichnungen führen den Betrachter an unbestimmte, nicht benennbare imaginäre Orte. Gekonnt gesetzte Linien und Flächen evozieren zwar ein perspektivisches Sehen, aber insgesamt entsteht bei der Betrachtung dennoch kein plausibles Gesamtgefüge. Das räumliche Sehen wird einmal durch die Verwendung geometrischer Formen angeregt, gleichermaßen aber auch irritiert, da sich das bildlich Gezeigte für den Betrachter nicht als real denkbarer dreidimensionaler Raum erschließt und auch nicht von einem solchen abgeleitet zu sein scheint. Die Unmöglichkeit, eine perspektivische Eindeutigkeit durchzuhalten, drückte sich auch im Titel der Ausstellung aus. Gewissheit stellt sich nicht ein.
Es erschien ein 68-seitiger Katalog mit einem Textbeitrag von Prof. Karen van den Berg.


day by day
Amerikanische Fotografie
aus der Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung
17.10.2008 - 11.1.2009

Die Ausstellung präsentierte aus der bedeutenden Sammlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung eine Reihe wegweisender Positionen der amerikanischen Fotografie seit den 1960er Jahren. Sie zeigte einen prägnanten Querschnitt aus dem Schaffen von Robert Adams, Stephen Shore, Judith Joy Ross, Garry Winogrand, William Eggleston, Lee Friedlander, Diane Arbus, Nicholas Nixon und William Christenberry. Die Fotografen, die allesamt in Serien arbeiten, verbindet eine dokumentarisch registrierende Haltung. Indem die Künstler auf fotografische Effekte verzichten, nähern sie sich der Realität direkt und unverstellt. Die Bilder sind politisch, symbolisch, stets subjektiv, aber nie ideologisch oder vordergründig auf Sensation bedacht.
Die Ausstellung vermittelte ein aufmerksames und vielschichtiges Bild von Zuneigung und Vertrauen in die Menschen, sich der Chancen des Lebens und des Reichtums der Natur immer wieder bewusst zu werden. Das zeigte sich u.a. in den überraschenden Alltagsnotizen bei Garry Winogrand, in den Impressionen der Farben des Westens bei Stephen Shore, in den Familienporträts bei Nicholas Nixon und in Bildern nationaler Trauer am Vietnam-Memorial in Washington bei Judith Joy Ross.


Vorhang auf!
Zum 100. Geburtstag des Staatstheaters Cottbus
Aus der Sammlung Plakat
9.9. - 26.10.2008

Das Staatstheater Cottbus beging am 1. Oktober 2008 seinen 100. Geburtstag.
Aus Anlass des 100. Geburtstages des Staatstheaters Cottbus wurden aus der Sammlung des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus Theaterplakate zu ausgewählten Inszenierungen gezeigt. Die Ausstellung umfasste vorwiegend Plakate von Grafikern, die für das Staatstheater Cottbus gearbeitet haben. Dazu gehören Walter Böhm, Meinhard Bärmich, Rudolf Sittner, Andreas Wallat und Andreas Klose.
Die Auswahl der Plakate, die im Kunstmuseum zu sehen waren, erfolgte ausschließlich nach künstlerischen bzw. gestalterischen Kriterien.
Etwa zeitgleich präsentierte sich das Stadtmuseum Cottbus mit einer Dokumentation über die Baugeschichte des Cottbuser Theaters im Gebäude der Stadtverwaltung. Diese Ausstellung wurde mit Dokumenten der Zeitgeschichte erweitert.


[Märkischer] Sand
Spuren zwischen Sujet, Werkstoff und Landschaftsraum
5.7. - 5.10.2008

Aus dem Blickwinkel der modernen Kunst entpuppt sich der unscheinbare Stoff Sand als spannendes Material, was bislang wenig Beachtung fand. Rund 100 Kunstwerke - 50 Malereien, 30 Fotoarbeiten, 10 Objekte, 5 Installationen, 10 Arbeiten auf Papier und eine Videoarbeit - wurden aus namhaften Museen wie der Nationalgalerie Berlin, dem Sprengel Museum Hannover und dem Kunstmuseum Stuttgart, von Künstlern und Sammlern zusammengetragen, um gleichsam das aus der Region Berlin-Brandenburg erwachsene Thema in vielen Facetten erstmals auszubreiten. Neben landschaftlichen Motiven gilt dem Sand als Malstoff und in den Materialbildern genauso Beachtung, wie seine Verwendung bei Objekten, in der Aktionskunst und Land Art. Der kunsthistorische Bogen spannte sich von Carl Blechen über Heinrich Zille und Max Beckmann, zu Willi Baumeister und Ernst Schumacher, über Hermann Glöckner bis zu Günther Uecker und zur Gegenwart mit Thoralf Knobloch, Wolfgang Petrovsky und Moritz Götze. Ergänzt wurde das durch verschiedene Dokumente und geologische Sachzeugen.
Der reichbebilderte Katalog erschien im Verlag Koehler & Amelang, Leipzig, und enthält Beiträge zur Kunstgeschichte, Geologie, Technikgeschichte, Literatur und zu Projekten der Internationalen Bauausstellung Fürst Pückler Land (Preis 29,90 EUR).
Die Ausstellung fand vom im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2008 "Provinz und Metropole | Metropole und Provinz" statt.


Paco Knöller
Schnitte. Riskante Euphorien
8.5. – 22.6.2008

Für die Institution Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus war die Ausstellung von Paco Knöller die erste Einzelpräsentation eines zeitgenössischen Künstlers im restaurierten und zum Museum umgebauten Industriegebäude Dieselkraftwerk.
Paco Knöller gehört zu den wichtigsten Künstlern, die in den achtziger Jahren begannen, sich mit dem traditionsreichen Medium Holzschnitt neu auseinanderzusetzen und in ihm schließlich ein Ausdrucksmittel fanden. Knöllers kraftvoll leuchtende Arbeiten sind Holzschnitte, die großflächig organisiert sind. Eine spezifische Verschmelzung des fragilen Lineaments mit den impulsiven Farbsetzungen ist charakteristisch für die Bildsprache des Künstlers.
In dem neuen acht Meter hohen Raum M 1 des Maschinenhauses waren Blätter aus der Werkgruppe der "Riskanten Euphorien" (2001-2003) in Kombination mit der "Meerischen Arbeit II", einem Monumentalblatt aus dem Jahr 2001, zu sehen.


Paco Knöller
Yuán. Das neue Südportal

Die neu geschaffene Eingangssituation liegt auf der Südseite des Gebäudes. Mit einem auf Glas gedruckten Werk des Berliner Künstlers Paco Knöller kündet das vierflüglige Südportal nun auch in den Außenraum von der Nutzung des Gebäudes durch die Kunst - wenn es nicht sogar auf dem besten Wege ist, zum Zeichen oder Symbol für das Cottbuser Museum zu werden.
Die Transparenz des Werkes veranschaulicht die Wechselwirkung zwischen Innen und Außen sowie Kunst und Realität. Yuán ist das chinesische Wort für Quelle und bezieht sich hier auf das Fließen der Farben. Dass diese farbig überraschende Installation dauerhaft gesichert werden konnte, verdankt sich einer Initiative des Vereins der Freunde und Förderer des Museums sowie vor allem der großzügigen Unterstützung durch die envia M Gruppe un d die Kulturstiftung der Länder.


Angelandet
Die Sammlung im neuen Haus
8.5. – 24.8.2008

Die erste Präsentation unter der Headline "Angelandet. Die Sammlung im neuen Haus" zeigte Hauptwerke der Sammlung, Werke des älteren Teils der Sammlung (1977-1990) sowie des neueren Lebensabschnitts des Museums unter der Verantwortung des Landes Brandenburg (seit 1991). Künstler, die im Land Brandenburg leben und arbeiten oder Landstriche in Brandenburg thematisieren, sind im besonderen Interesse des Museums. In diesem Sinne sind aus der ersten Präsentation im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus die Werke von Johannes Geccelli, Cornelia Schleime, Clemens Gröszer, Werner Stötzer u.a. zu nennen.
Unter den Erwerbungen und Schenkungen der letzten Jahre sind einige Arbeiten in den Sammlungspositionen noch nicht zu sehen gewesen, darunter Fotografien von Barbara Klemm, Andreas Gefeller, Marc Räder, Malerei von Norbert Schwontkowski, Thomas Hartmann u.a. Der Themenbereich von Landschaft und Raum, Natur und Umwelt bestimmt den weitaus größeren Teil der ausgestellten Werke.
Unter dem Titel "Spannungsfelder" wurde eingedenk des Ortes (Kraftwerk) jedem ausgestellten Plakat im Schaltraum S 2 Raum gegeben, seine eigene Magie zu entfalten.
Inhaltlich spiegelt sich der Stand der Sammlung des Hauses im neu erschienenen Museumsführer wider - möglich geworden durch eine Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg und der Sparkasse Spree-Neiße - ein Handbuch, das sich in die bewährten Museumsausgaben des Prestel-Verlages einreiht (9,90 EUR).


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