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RÜCKBLICK
Wahlverwandtschaft In die aktuellen Kunstentwicklungen im Land Brandenburg kann die Ausstellung mit Beiträgen der neun Stipendiaten spannende Einblicke gewähren. 2009: Frank Gaudlitz zeigt von seinen südeuropäischen Streifzügen Aufnahmen aus dem Porträtzyklus "Warten auf Europa". Mit der Werkfolge "grenznah" provoziert Annette Paul durch spielerisch verfremdende Eingriffe das Erscheinen von Alltagsdingen. Die Malerin Seltmann entspannt einen Weltbogen aus dem brandenburgischen Landleben unter dem Thema "Klabund". 2010: Kathrin Harder erkundet in der Blattfolge "sine loco et anno" mit landschaftlicher und rhythmischer Abstraktion neue Verwebungen. Ingeborg Bachmanns Dichtungen haben Mona Höke zu großformatigen skriptural-ornamenthaften Malereien inspiriert. Steffen Mühle arbeitet mit Fotoirrläufern, die er durch digitale Manipulation in verblüffend neue Bildrealitäten hebt. 2011: Indem Jan Beumelburg der Frage nachgeht: "Sind Pflanzen die besseren Tiere?", durchlöchert er den starren Wirklichkeitsrahmen mit Witz, Satire und Ironie. Frauke Danzer reflektiert mit ihren Körperabguß-Installationen kritisch die Reproduzierbarkeit bzw. Genmanipulation von Leben. In seiner fotografischen Arbeit "MARK/SCHNITTE" untersucht Fred Hüning das brisante Thema Unfalltod auf Brandenburgs Straßen. Ostzeit Bilder, die beobachten statt behaupten. Geschichten, die sich an den Verhältnissen reiben, ihren Protagonisten aber stets zugewandt bleiben. Fotografie, die zeigt was ist: Angehaltene Zeit. In den Bildern der insgesamt 13 Themenkomplexe werden Geschichten von einem Land erzählt, das nicht mehr existiert, aber in diesen Bildern konserviert wurde. Mehr als 160 Schwarzweißfotografien ermöglichen eine Zeitreise und zeichnen ein facettenreiches Bild des Lebens in der DDR. So stehen neben Sibylle Bergemanns vielfach ausgezeichneter Fotodokumentation zur Entstehung und Montage des Marx-Engels-Denkmals ihre unerreicht menschlichen Bilder von "Clärchens Ballhaus" sowie eine weniger bekannte Serie der Fotografin. 1974 erkundete sie in einer konzeptionellen Arbeit den Wohnungstyp P2 in Ostberliner Plattenbauten. Werner Mahler präsentiert in der Ausstellung eine Dokumentation über Steinkohlearbeiter in Zwickau, Milieustudien der Berliner Fußballszene und Bilder aus seiner Diplomarbeit - Alltagskonstellationen, die er im thüringischen Dorf Berka beobachtete. Des Weiteren wird sein Langzeitprojekt über eine Abiturientenklasse aus Oranienburg vorgestellt, das Mahler bis heute weitergeführt hat. Ein fotografischer Essay Harald Hauswalds erzählt von der Tristesse und versteckten Komik des DDR-Alltags, während in seinem Themenblock "Am Rande der Republik" Künstler, Punker und Oppositionelle im Mittelpunkt stehen. Ute Mahler zeigt Modefotos, die für die Zeitschrift "Sibylle" entstanden sowie ganz unmittelbare Aufnahmen der Teilnehmer der Berliner Maiparade von 1980. Außerdem wurde die Serie "Zusammen leben" ausgewählt, in der Ute Mahler über Jahre hinweg in sensiblen Bildern Menschen in ihrem privaten Umfeld porträtierte. Ein Dank für die freundliche Unterstützung der Ausstellung geht an die Vattenfall Europe AG und an OSTKREUZ - Agentur der Fotografen GmbH. An Geschenken wachsen In den beiden Räumen der Ausstellung hielten Werke Zwiesprache, die über verschiedenste Anlässe ins Haus gekommen sind, als Geschenke aus Künstler- oder Sammlerhand oder als Wunschkandidaten der kunstwissenschaftlichen Abteilung. Mit eigenen Mitteln waren sie nicht zu erwerben, so sind sie vielfach über kulturelle Stiftungen und private Kunstanhänger gesponsert worden, insbesondere auch durch den Freundes- und Förderkreis, der sich explizit um das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus schart. Die Präsentation zeigte eine Vielzahl von Kunstwerken aus den Werkgruppen und Konvoluten, die in den letzten 17 Jahren so ans Haus gekommen sind. Eine Ausstellung zum Cottbuser Themenjahr 2011: Wirtschaft und Ehrenamt Damm & Fiedler. Plakate In den 1970er Jahren zeigte sich ein spürbarer Aufschwung in der Plakatkunst der DDR. Zu diesem Zeitpunkt profilierten sich die meisten heute noch für die Sammlung des Museums wichtigen Plakatgestalter, zu denen auch die Leipziger Jutta Damm-Fiedler und Jochen Fiedler zählen. Beide gehören zu der Generation, die das Bild des DDR-Plakates mitprägten. Hervorgetan hat sich Jutta Damm-Fiedler insbesondere mit einfühlsamen Bildkompositionen in ihren Musik- und Theaterplakaten. Das Plakat zum "III. Internationalen Bachfest der DDR" aus dem Jahre 1975 fand Aufnahme in die jährliche Ausstellung des Art Directors Club New York und mit der Verleihung des 1. Preises beim Wettbewerb der besten Plakate markiert es den Beginn eines beachtlichen Aufschwungs im Leipziger Plakatschaffen. Jochen Fiedler gestaltete u. a. für die ersten Ausstellungen des neu gegründeten Cottbuser Museums eine Reihe von Siebdruckplakaten, die einen unerwarteten und ungewöhnlichen Blick zeigten. Der Funke springt über Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus ist in der glücklichen Lage, Besuchern nicht nur interessante Ausstellungen zu bieten, sondern ihnen auch die Möglichkeit zu geben, sich aktiv mit Kunst in verschiedenen Kursen auseinanderzusetzen. Nun schaut das mukk. - museum.kreativ.kraftwerk. - auf ein intensives und spannendes Kursjahr 2011 zurück. Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten sich in den verschiedenen Kurssystemen künstlerischen Welten im eigenen Tun angenähert und dabei so manchen Schweißtropfen gelassen. Die Ergebnisse beflügeln und wecken Lust auf Neues. Max Uhlig, Claus Weidensdorfer Zwei namhafte Altmeister ostdeutscher Kunst, Max Uhlig (Jg. 1937) und Claus Weidensdorfer (Jg. 1931), präsentierte das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus mit seiner Sommerausstellung. Gut 100 Arbeiten auf Papier, hauptsächlich aus den letzten drei Schaffensjahrzehnten, zeigten die beiden Dresdner Künstler. Mit ihrer ausgeprägt individuellen Handschrift haben sie frühzeitig das landläufige Bild von der Kunst in der DDR mit verändert. The Best of Papa Jo's Zu einem außergewöhnlichen Parcours vereinen sich neun aktuelle Positionen, die veranschaulichen, wie weitläufig Bildhauerkunst und plastische Gestaltung heute aufgefasst wird. Das reicht von den klassischen Materialien und Motiven des Genres, über Objektkunst und Installation bis zur Videokunst. Ein Grundzug tritt zutage, wo in den Arbeiten von Jo Achermann, Katrin Günther, Heike Klussmann und Ingo Vetter der Raum - als Um- oder Stadtraum - zum aktiven Bestandteil des Kunstwerkes selbst gehört. Eine spielerische und zugleich verfremdende Annäherung an Alltagsobjekte eröffnet sich in den Beiträgen von Nora Fuchs, Marcus Jansen und Heinrich Weid. Indes hinterfragen Gert Bendel und Yvonne Wahl auf unterschiedliche Weise den Umgang mit kunstgeschichtlichen "Ikonen". Im Ganzen zeigt Kunst sich hier als Grenzgängerin, zumal sie partizipatorisch den Betrachter und seine Aktivitäten integriert. Hans-Christian Schink Die Ausstellung gab einen exemplarischen Überblick über verschiedene Werkgruppen des Fotografen Hans-Christian Schink seit Mitte der 1990er Jahre. Sie begann mit einer repräsentativen Auswahl aus der Serie "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" (1995 - 2003), die national wie auch international große Beachtung fand. Die großformatigen Bilder der umfassenden Fotoserie zeigen menschenleere Landschaften mit Autobahnen, Gleistrassen oder skulptural monströs wirkende Brückenbauten. Schinks hochästhetische Aufnahmen dokumentieren gewalttätige Eingriffe in Umgebung und Natur und prägen eine neue Sicht auf die radikalen Veränderungen der ostdeutschen Landschaften. Himmelweiter Unterschied Wie die Präsentation der Sammlung Landschaft, Natur, Raum, Umwelt folgte auch die Plakatsammlung unter dem Titel "Himmelweiter Unterschied" dem Prinzip der Gegenüberstellung. Die Plakate zur Nord-Süd-Problematik von Nous Travaillons Ensemble und Klaus Staeck weisen durch die Aufteilung des Blattes in ein Oben und Unten Analogien auf, ganz unterschiedlich ist jedoch die Wahl ihrer Mittel. In den Plakaten der Ausstellung ging es um thematische Bezugspunkte, die von unterschiedlichen gestalterischen Positionen aus behandelt wurden. Das waren Plakate zu Natur und Umwelt, und es waren kulturelle Plakate, die das thematische Spektrum gleichermaßen berührten bzw. in der Wahl des Bildmotivs einen Bezug zu Landschaft, Natur, Raum, Umwelt herstellten. Unterschied und Ähnlichkeit zeigten sich in Farbe und Form, in den Handschriften, im Einsatz der künstlerischen Mittel, häufig auch in einem anders gearteten gedanklichen Ansatz. Darüber hinaus assoziierte der Begriff "himmelweit" Weltumspannendes. Dieser Gedanke verwirklicht sich im Gegenüber der Nationalitäten, hierin lag auch ein besonderer Reiz der Ausstellung. Himmelweiter Unterschied Vielleicht wohnt der Begegnung zwischen dem Gemälde „Das Matterhorn in frischem Schnee“ aus dem Jahre 1910 von Eugen Bracht (1842-1921) und der großformatigen Farbfotografie „Maloja“ (1989) von Andreas Gursky (Jg. 1955) etwas Ungewöhnliches inne. Ganz unbeabsichtigt war das nicht, wie der Titel „Himmelweiter Unterschied“ der neuen Sammlungspräsentation schon andeutete. Die Hängung in den drei Schalthausräumen folgte diesmal einem Prinzip der Gegenüberstellung. Und um die Besucher anzuregen, im Vergleich der Bildpaare Unterschiede und Ähnlichkeiten zu entdecken, wurden, wie im Falle der beiden genannten Kunstwerke, jeweils einige Stichworte mitgeliefert: Schräg gegenüber. Plakate In dieser Ausstellung wurde das Werk von acht Künstlern aus Ost und West gewürdigt, die ab den 1960er Jahren Bahnbrechendes auf dem Gebiet der Plakatgestaltung geleistet haben und zu deren spürbaren Aufschwung beitrugen. Sie zählen zu jenen Grafikern, die sich etwa zu diesem Zeitpunkt profilierten und für die Sammlung des Museums wichtig wurden. Weihnachtspräsentation Vom 16. Oktober 2010 bis 9. Januar 2011 präsentierten die beiden Cottbuser Künstler Thomas Kläber und Hans-Georg Wagner Ausschnitte aus einigen Werkgruppen ihrer jüngsten Arbeitsprozesse. Der Fotograf Kläber wählte hierfür Bilder aus der Serie "Kopfgeburten" und dem umfangreichen Landschaftsthema "Nutzland" (Arbeitstitel) aus. Hans-Georg Wagner, der Bildhauer, zeigte ausgesuchte Bronze- und Holzskulpturen. Die Werkschau verstand sich als kleine Verkaufsausstellung und regte zum Kauf eines dauerhaft begeisternden Weihnachtsgeschenkes an. Die Initiative hierzu ging auf den Verein der Freunde und Förderer des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus zurück, der im Jahr 2010 auch Atelierbesuche bei den beiden Künstlern organisiert hatte. Träume finden in der Vergangenheit statt / Sny o przeszlosci Längst ist die Video-Art zu einem integralen Bestandteil der zeitgenössischen Kunst geworden. Als Brückenschlag zwischen Filmkunst und Bildender Kunst eröffnet sich hier ein experimentelles Spannungsfeld. Zusehends verwischt die digitale Revolution mediale Grenzen und so spricht man inzwischen von "Medienkunst" oder "digitaler Kunst". Aus der kleinen Schwester des Films ist längst ein kaum überschaubarer Kosmos von technischen Möglichkeiten erwachsen. "VideoArt" wird als Gemeinschaftsproduktion des FilmFestival Cottbus, des Polnischen Institut Berlin und des Kunstmuseum Dieselkraftwerk ins Leben gerufen und findet alljährlich im Rahmen des Filmfestivals des osteuropäischen Films in Cottbus statt. Die erste Präsentation mit sieben Videoarbeiten aus dem Nachbarland wurde gemeinsam mit der Galerie Zak | Branicka, Berlin, vorbereitet. In der Black Box und im Schalthausraum S 3 wurden Werke von Olaf Brzeski, Pawel Ksiazek, Robert Kusmirowski, Agnieszka Polska, Joanna Rajkowska, Iwo Rutkiewicz und Konrad Smolenski gezeigt. Agnieszka Polska Seit Eröffnung des Kunstmuseum Dieselkraftwerk im Mai 2008 wurde der Raum M 1 im Maschinenhaus wiederholt von Künstlern auf sehr eigene Weise "bespielt". Dieses Mal nun warte die junge polnische Medienkünstlerin Agnieszka Polska (Jg. 1985) mit einem Ensemble aus Fotoarbeiten und Videoprojektionen in räumlicher Verschränkung auf. Das übergreifende Thema ihrer jüngsten Werke lässt sich vielleicht als eine besondere Kunst des Erinnerns umschreiben. Wobei es der Künstlerin vor allem um das Kommunizieren von Kunstwerken geht oder besser deren Präsenz in den verschiednen Medien und als Bildergedächtnis in unseren Köpfen. Und zwar beschäftigt sie jener Umschlagpunkt, wenn Kunstäußerungen hinter dem Horizont der Aktualität verblasst sind und sich deren Kontexte aufgelöst haben. So zielen ihre Interventionen auf zweierlei ab: Sie hinterfragt die scheinbar so gewichtige, ja oftmals als Werk begründende Kategorie der Aktualität genauso, wie den überbordenden Hang zur Erklärungsbedürftigkeit von Kunstwerken. Es ist eine gewisse Skepsis, die sich im spielerischen Auflösen und Neuzusammenfügen bekundet, die aber auch einen neuen Blick auf die Kunstgeschichtsschreibung der letzten Dekaden, etwa der letzten 50 Jahre eröffnet. Farbwelten. Von Monet bis Yves Klein.
Werke der klassischen Moderne aus den Kunstmuseen Krefeld Seit mehr als einhundert Jahren sammelt das Krefelder Kaiser Wilhelm Museum Werke der jeweils zeitgenössischen Kunst. 1897 wurde Friedrich Deneken (1857-1927) als erster Direktor des Museums von der rheinischen Stadt Krefeld berufen. Konsequent und behutsam führte er das Museum seither mit der Erwerbung von Kunstwerken aus Frankreich in die Moderne. 1907 kaufte er Monets Gemälde "Das Parlament. Sonnenuntergang" und von wohlhabenden Unternehmern ließ er sich Werke von Rodin für seine Sammlung schenken. Mit seinen Ankäufen modernster französischer Werke löste Deneken damals einen Skandal aus. Auf Beschluss der Stadtverordneten wurde er 1909 gezwungen, künftig auf Ankäufe und Ausstellungen "fremdländischer und moderner Bilder" zu verzichten. Johannes Geccelli Johannes Geccelli, der 2010 seinen 85. Geburtstag feierte, ist einer der bedeutendsten Farbfeldmaler in Deutschland. In der ländlichen Abgeschiedenheit seines Ateliers in Jühnsdorf entstehen Bilder, die ein sinnliches Eigenleben besitzen. Sie leben von der Totalität und der Musikalität der Farbe und ihrer Verlebendigung durch das Licht. Michael van Ofen Der Düsseldorfer Maler Michael van Ofen entwickelt seine Position in der Auseinandersetzung mit der Malerei des 19. Jahrhunderts, so mit Carl Blechen oder Ferdinand Georg Waldmüller. In neuerer Zeit beschäftigt ihn die Kunst des Hofmalers Anton von Werner, dessen pathetische Spuren er bis in die Studienblätter hinein verfolgt. In einer äußerst starken Reduzierung auf manchmal nur ein oder zwei Farbwerte und gestische Pinselschwünge erschafft der Künstler eine neuartige Sicht auf den herkömmlichen, teils antiquiert wirkenden Motivkreis und deren malerische Feinbehandlung. Dabei muten van Ofens Gemälde wie minimalistische Farbtafeln an. Ein charakteristischer Zug leuchtet auf und verliert sich zugleich als Bildgegenstand in einer anderen, abstrakten Welt. Bekannt geworden ist Michael van Ofen vor allem durch seine Landschaftsgemälde, deren Struktur und Tiefenraum sich durch sparsam gesetzte Farbzüge zusammenfügt, die zugleich aber immer das Konstruierte sichtbar belassen. Arno Fischer Arno Fischer zählt zu den bedeutendsten deutschen Fotografen. In den 1950er Jahren arbeitete er in Ostberlin und reflektierte als Grenzgänger zwischen Ost und West die Situation der geteilten Stadt. Seine Fotografien für die legendäre ostdeutsche Zeitschrift "Sibylle - Zeitschrift für Mode und Kultur" gelten bis heute als stilprägend. Neben ausdrucksstarken Porträtaufnahmen sind es vor allem die eindringlichen Reisebilder aus der DDR, Polen, Indien, New York, Afrika, die Fischers scharfe Beobachtungsgabe und sein Talent als feinsinniger Geschichtenerzähler offenbaren. Seit 1978 lebt Arno Fischer zurückgezogen auf dem Land. Während der vergangenen 30 Jahre dokumentierte er mit einer Polaroid-Kamera anscheinend zufällig entdeckte Stillleben und Details in seinem Garten. Mit diesen sehr privaten Bildern scheint der Fotograf sich selbst treu geblieben zu sein: "Man muss nicht komponieren, die Welt ist die Komposition". Die Retrospektive würdigte das außerordentliche künstlerische Lebenswerk des 1927 in Berlin geborenen Arno Fischer. Sie stellte seine wichtigsten Werkgruppen vor und umfasste rund 130 Aufnahmen, darunter zahlreiche Vintage-Prints. Die Ausstellung, zusammengestellt vom Institut für Auslandsbeziehungen e. V., Stuttgart, wurde in Deutschland nur in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus präsentiert. Nach Cottbus geht die Retrospektive auf eine weltweite Tournee. MARKierungen Verschiedenste Positionen mit landschaftsbestimmenden Momenten, dokumentarischen Ansätzen, historischen Überarbeitungen oder auch sozialkritischen Komponenten kamen zu einer spannungsvollen Ausstellung mit dem bewusst offen gehaltenen Titel "MARKierungen" zusammen. Allen lag eine Auseinandersetzung mit Gegebenheiten im Land Brandenburg zugrunde. Dies war auch initiiert, als sich das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus und der Brandenburgische Verband Bildender Künstler (BVBK e. V.)zu diesem Projekt zusammen taten. Auf die Ausschreibung hin kamen exakt sechzig Einreichungen ins Haus, querbeet durch alle bildkünstlerischen Ausdrucksformen, wie Malerei, Plastik, Grafik, Fotografie, Performance, Installationen. Die aus beiden Institutionen besetzte Jury hat Arbeiten von zwölf Künstlern ausgewählt, die in ihrer Gesamtheit ein äußerst spannungsvolles Spektrum von "Markierungen" ergeben. mukk-Ausstellung SommerKunstWerkstatt 2009 Seit 17 Jahren bietet das Kunstmuseum, unterstützt vom Staatlichen Schulamt Cottbus, eine Lehrerfortbildung für Kunst- und Kulturpädagogen in der ersten Sommerferienwoche an. In diesem Jahr trafen sich Interessierte im Landschulheim Bademeusel, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten. Unter Anleitung der Cottbuser Künstler Bettina Winkler und Günther Rechn entstanden Collagen, Flachdrucke und Tiefdrucke (Aquatinta). Voller Leben Die rund 100 Gemälde, Fotografien und Plastiken aus den 1920er Jahren bis in die Gegenwart waren in dieser Präsentation in ein vierfarbiges Spektrum untergliedert: Markierungen an den Kunstwerken hoben die einzelnen Themen, quer durch die Ausstellungsräume, hervor. Die Erinnerung ist oft das Schönste. Von kaum einem anderen Star existieren so viele verschiedene und so widersprüchliche Bilder. Romy Schneider wurde tausendfach fotografiert - und doch ist sie immer rätselhaft geblieben. Wendezeiten. 20 Jahre danach Plakate reflektieren die ästhetischen und gesellschaftlichen Prozesse ihrer Zeit. Gebunden an politische, ökonomische und kulturelle Strukturen ist ihr tiefer Sinn stets einem bestimmten Zweck verhaftet. Förster. Heisig. Metzkes. Stötzer Vier klangvolle Namen, die lange schon für Qualität und Kontinuität, aber auch für die Streitbarkeit figurativer ostdeutscher Kunst standen und stehen, vereinigten sich zu einer ungewöhnlichen Begegnung. Vermutet man doch zunächst kaum, dass sich diese Künstler, deren Schaffen mit entscheidenden kulturellen und geistigen Räumen in Verbindung gebracht wird, gerade das Flachland Brandenburg, teils seit längerem schon, als Arbeitsort und oder Rückzugsraum auserwählt haben. Bei näherer Betrachtung bleibt die eine oder andere Spur im Werk der vier Altmeister zu entdecken, die direkt oder indirekt auf Märkisches verweist. Arno Schmidt. Der Schriftsteller als Fotograf Arno Schmidt (1914-1979) gilt als einer der bedeutendsten deutschen
Schriftsteller der Moderne. Die norddeutsche Landschaft
inspirierte Schmidts fotografische Arbeit ebenso wie sein literarisches
Schaffen. Hier sind die Romane "Kaff auch Mare Crisium"
(1960) und "Zettel's Traum" (1970) angesiedelt, in denen traditioneller Erzählstil und avantgardistische Schreibtechnik einmalig
kombiniert wurden. Humor. Lachen ist gesund, sagt der Volksmund, aber nicht alle können über das Gleiche lachen. Humor ist in allen Kulturen, auf allen Kontinenten und in allen Entwicklungsstufen einer Gesellschaft anzutreffen. Er hat etwas Urmenschliches, wird aber entscheidend vom kulturellen Nährboden, in dem man aufwächst, beeinflusst. Voller Leben Die Sammlungspräsentation unter dem Titel "Voller Leben" folgte der Idee der Museumspädagogik, einmal die facettenreichen, bunten Aspekte des menschlichen Daseins auszubreiten, wie sie sich vielgestaltig in den Museumsbeständen wieder finden. Mit Abstand - Ganz nah. Obwohl man Leipzig im Kunstbereich häufig zuerst mit traditionsreicher Malerei verbindet, war und ist die Stadt schon immer ein Ort, an dem die Fotografie als künstlerische Disziplin wie als akademisches Lehrfach eine wichtige Rolle spielt. Künstlerliste: Neulanderkundung In den Räumen des Schalthauses fügte sich die Stipendiaten-Ausstellung, seit 1999 kontinuierlich vom Kunstmuseum veranstaltet, bestens mit ihren unterschiedlichen Werkaspekten ein. Auffällig erschien diesmal eine hohe Qualität, insbesondere der fotografischen Beiträge, so von Ingar Krauss, der unter dem Titel "Zugvögel" eine Bildnisfolge osteuropäischer Wanderarbeiter in klassischem Schwarz-Weiß zeigte und von Göran Gnaudschun, der mit "Neue Portraits" vertreten war, die durch ihre Offenheit uns Betrachter als Gegenüber unmittelbar herauszufordern. Daneben standen prononcierte Beiträge von Daniel Klawitter, der im faszinierenden Zusammenspiel von Organoidem und Konstruktivem seine Formsprache entfaltete sowie Jan Beumelburg, mit aberwitzigen Forschungen zur Welt der Käfern. Die drei Stipendiatenkataloge von 2008 liegen in einem neuen, individuelleren Outfit vor. Jan Wawrzyniak Jan Wawrzyniak
Zeichnerische Aporien
Noch bis 11.1.2009
Jan Wawrzyniaks aktuelle Arbeiten, die eigens für die Cottbuser Ausstellung entstanden, suggerieren leere Innenräume. Die großformatigen Kohlezeichnungen führen den Betrachter an unbestimmte, nicht benennbare imaginäre Orte. Gekonnt gesetzte Linien und Flächen evozieren zwar ein perspektivisches Sehen, aber insgesamt entsteht bei der Betrachtung dennoch kein plausibles Gesamtgefüge. Das räumliche Sehen wird einmal durch die Verwendung geometrischer Formen angeregt, gleichermaßen aber auch irritiert, da sich das bildlich Gezeigte für den Betrachter nicht als real denkbarer dreidimensionaler Raum erschließt und auch nicht von einem solchen abgeleitet zu sein scheint. Die Unmöglichkeit, eine perspektivische Eindeutigkeit durchzuhalten, drückte sich auch im Titel der Ausstellung aus. Gewissheit stellt sich nicht ein. day by day Die Ausstellung präsentierte aus der bedeutenden Sammlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung eine Reihe wegweisender Positionen der amerikanischen Fotografie seit den 1960er Jahren. Sie zeigte einen prägnanten Querschnitt aus dem Schaffen von Robert Adams, Stephen Shore, Judith Joy Ross, Garry Winogrand, William Eggleston, Lee Friedlander, Diane Arbus, Nicholas Nixon und William Christenberry. Die Fotografen, die allesamt in Serien arbeiten, verbindet eine dokumentarisch registrierende Haltung. Indem die Künstler auf fotografische Effekte verzichten, nähern sie sich der Realität direkt und unverstellt. Die Bilder sind politisch, symbolisch, stets subjektiv, aber nie ideologisch oder vordergründig auf Sensation bedacht. Vorhang auf! Das Staatstheater Cottbus beging am 1. Oktober 2008 seinen 100. Geburtstag. [Märkischer] Sand Aus dem Blickwinkel der modernen Kunst entpuppt sich der unscheinbare Stoff Sand als spannendes Material, was bislang wenig Beachtung fand. Rund 100 Kunstwerke - 50 Malereien, 30 Fotoarbeiten, 10 Objekte, 5 Installationen, 10 Arbeiten auf Papier und eine Videoarbeit - wurden aus namhaften Museen wie der Nationalgalerie Berlin, dem Sprengel Museum Hannover und dem Kunstmuseum Stuttgart, von Künstlern und Sammlern zusammengetragen, um gleichsam das aus der Region Berlin-Brandenburg erwachsene Thema in vielen Facetten erstmals auszubreiten. Neben landschaftlichen Motiven gilt dem Sand als Malstoff und in den Materialbildern genauso Beachtung, wie seine Verwendung bei Objekten, in der Aktionskunst und Land Art. Der kunsthistorische Bogen spannte sich von Carl Blechen über Heinrich Zille und Max Beckmann, zu Willi Baumeister und Ernst Schumacher, über Hermann Glöckner bis zu Günther Uecker und zur Gegenwart mit Thoralf Knobloch, Wolfgang Petrovsky und Moritz Götze. Ergänzt wurde das durch verschiedene Dokumente und geologische Sachzeugen. Paco Knöller Für die Institution Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus war die Ausstellung von Paco Knöller die erste Einzelpräsentation eines zeitgenössischen Künstlers im restaurierten und zum Museum umgebauten Industriegebäude Dieselkraftwerk. Paco Knöller Die neu geschaffene Eingangssituation liegt auf der Südseite des
Gebäudes. Mit einem auf Glas gedruckten Werk des Berliner Künstlers
Paco Knöller kündet das vierflüglige Südportal nun auch in den Außenraum
von der Nutzung des Gebäudes durch die Kunst - wenn es nicht sogar auf
dem besten Wege ist, zum Zeichen oder Symbol für das Cottbuser Museum
zu werden. Angelandet Die erste Präsentation unter der Headline "Angelandet. Die Sammlung im neuen Haus" zeigte Hauptwerke der Sammlung, Werke des älteren Teils der Sammlung (1977-1990) sowie des neueren Lebensabschnitts des Museums unter der Verantwortung des Landes Brandenburg (seit 1991).
Künstler, die im Land Brandenburg leben und arbeiten oder Landstriche in Brandenburg thematisieren, sind im besonderen Interesse des Museums. In diesem Sinne sind aus der ersten Präsentation im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus die Werke von Johannes Geccelli, Cornelia Schleime, Clemens Gröszer, Werner Stötzer u.a. zu nennen. |
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