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AKTUELLES

Helikopter unter den Fingernägeln
Plakate, Comics und andere Drucksachen von Henning Wagenbreth
27.3. - 15.6.2014 (Eröffnung am 4.4.2014)


Henning Wagenbreth gehört zu den Vertretern der deutschen Comic-Avantgarde. Der Berliner Künstler ist bekannt für seine markanten, oft farbenfrohen Illustrationen. Unmittelbar vor dem Fall der Mauer gründete er in Ostberlin mit Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer und Detlef Beck die Gruppe "PGH Glühende Zukunft". Diese alternative "Produktionsgenossenschaft des Handwerks" sorgte nach der Wende auch im Westen für Furore - dank ihrer stilsicheren Verknüpfung von Elementen aus Comics, Illustration, Plakatkunst etc. zu überaus eigenwilligen und unverwechselbaren Bildsprachen.

Henning Wagenbreth
50 Cent Soldaten aus Plastic Dog Comics
© Henning Wagenbreth
Foto: Künstler
Henning Wagenbreth
50 Cent Soldaten aus Plastic Dog Comics
Plastic Dog, elektronische Comic Strips, erschienen gedruckt in der Wochenzeitung "Die Zeit" 2004 und als elektronische Version für die Taschencomputer "Palm Pilot"
2013 erschienen die Plastic Dog Comics als Pappbilderbuch bei Metrolit Berlin.
© Henning Wagenbreth
Foto: Künstler
Henning Wagenbreth
The Car Tree (Autobaum), 2013
Siebdruck
© Henning Wagenbreth
Foto: Künstler
Henning Wagenbreth
The Car Tree (Autobaum), 2013
Siebdruck
© Henning Wagenbreth
Foto: Künstler

Henning Wagenbreths Einflüsse sind mannigfaltig und reichen von den Comics aus Art Spiegelmans Avantgarde-Magazin RAW über sowjetische Plakat- und Propagandakunst, die neue Sachlichkeit, osteuropäische Illustratoren, Expressionismus und Underground bis hin zu den Möglichkeiten und Beschränkungen der Computergrafik. Aus diesen Einflüssen schuf Henning Wagenbreth einen unverwechselbaren Stil, der ihn bald zum begehrten Plakatgestalter und Illustrator machte. Sein Kinderbuch "Mond und Morgenstern" nach einer Erzählung von Wolfram Frommelt wurde 1999 als "Schönstes Buch der Welt" ausgezeichnet. Wagenbreths Stil ist vordergründig direkt, zugleich hintergründig verspielt und detailreich. Seine Figuren bewegen sich an der Grenze zur Abstraktion, die Linien sind klar und dick, die Farben dominant. Er spielt mit Klischees - und versucht herauszufinden, wie weit er sich vom Vertrauten entfernen kann und doch verständlich bleibt. Atmosphärische Zwischentöne und diffuse Zwischenräume fehlen ebenso wie Emotionen. Die einzelnen Bildelemente - Wagenbreth nennt sie "visuelle Begriffe" - sind immer gut erkennbar und leicht lesbar. "Illustration ist kein schmückendes Dekor" sagte Wagenbreth in der Zeitschrift Jitter (Magazin für Bildkultur), sondern müsse, "wie gute Kunst überhaupt, gesellschaftliche Relevanz haben. Illustration an sich ist uninteressant." Ihr Auftrag sei es, "ein Beitrag zur Streitkultur und zur gesellschaftlichen Willensbildung" zu sein. Die Ausstellung ist eine kompakte Präsentation des vielfältigen und erfindungsreichen Werkes von Henning Wagenbreth, sie umfasst Plakate, Comics und Illustrationen.

Henning Wagenbreth
Honky Zombie Tonk, Die blauen Geister von New Orleans
Tolles Heft Nr. 39, Büchergilde Gutenberg, 2013
© Henning Wagenbreth
Foto: Künstler
Henning Wagenbreth
Honky Zombie Tonk, Die blauen Geister von New Orleans
Tolles Heft Nr. 39, Büchergilde Gutenberg, 2013
© Henning Wagenbreth
Foto: Künstler

Henning Wagenbreth, 1962 in Eberwalde geboren, studierte Grafik-Design an der Kunst­hochschule Berlin-Weißensee. Er arbeitet freiberuflich als Illustrator, seit 1994 auch als Professor für Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin.


Noch ein Leben Ludwig Rauch
In Kooperation mit der Lyonel Feininger Galerie, Quedlinburg
05.04. - 25.05.2014


Das dkw. präsentiert die erste umfassende Einzelausstellung mit fotografischen Werken von Ludwig Rauch in einem Museum. Nach Jahrzehnten der künstlerischen Arbeit mit der Kamera, hat Ludwig Rauch ein reichhaltiges Werk entwickelt. Es bedarf der Räume eines Museums, faktisch wie ideell, um die Vielfalt der Aspekte dieser Arbeit sichtbar zu machen, d.h. eine vorläufige fotografische Position zu definieren sowie vielfältig zu diskutieren.

Ludwig Rauch
Berlin, 1989
© Ludwig Rauch
Ludwig Rauch
Berlin, 1989
© Ludwig Rauch

Die Installation der Arbeiten in den Räumen des Schalthauses des dkw. soll es den BesucherInnen ermöglichen, Bildräume zu betreten, die über die einzelnen Serien hinaus weisen und die inhaltlichen wie formalen Bezüge zwischen Fotografien wahrnehmbar machen. Die Ausstellung wird durch die drei Kapitel Bildwelten, Bildarchive und Bildgeschichte(n) strukturiert.

Ludwig Rauch
Herrenschneiderin, 1996
aus der Serie
Ludwig Rauch
Herrenschneiderin, 1996
aus der Serie "Nach der Arbeit"
FineArt-Inkjet
© Ludwig Rauch

Den Ausgangspunkt bildet eine umfangreiche Fotokollektion, die Motive aus verschiedenen Projekten, wie "DDR", "Rentner", "Freunde", auf einer Wand im zentralen Ausstel­lungsraum des Schalthauses vereint. Umfänglich werden die Bildserien in weiteren Räumen des dkw. präsentiert. Weiterhin ist gegenüber der Bildwelten-Wand die Installation einer dreiteiligen Bildkomposition in einem Leuchtkasten geplant, die ein profundes Gegengewicht zur umfassenden Erscheinung der Bildkollektion bildet. Auch dieses Werk ist kein Einzelstück. In einem zusätzlichen Ausstellungsraum sind weitere durchleuchtete Bildkombinationen zu sehen, welche divergierende Impressionen parallelisieren und kontrastieren.

Ludwig Rauch
aus der Serie
Ludwig Rauch
aus der Serie "Triaden", 2013
Fotografien in Leuchtkästen
© Ludwig Rauch

Die Werkschau entsteht in Kooperation mit der Lyonel-Feininger-Galerie, Stiftung Moritzburg die ihrerseits die Arbeiten zwischen dem 12.06. - 02.11.2014 in Quedlinburg präsentiert.


Atze und Mosaik
Das Geschichts- und Politikbild der Zeit von 1914 bis 1989 in DDR-Comics
05.04. - 22.06.2014


Die Ausstellung widmet sich der Vermittlung historischer Ereignisse vom Ausbruch des I. Weltkrieges bis zu den letzten Jahren der DDR in den Comiczeitschriften ATZE und MOSAIK. Die Präsentation umfasst Plakate, Bilderwelten, Spielzeug und andere Objekte. Seit 1955 beeinflussten ATZE und MOSAIK mit einer monatlichen Auflagenhöhe von 1/2 bzw. 1 Million als Teil des Systems der DDR-Kinder- und Jugendzeitschriften Gene­rationen von Lesern in einem prägenden Lebensabschnitt. Die Ausstellung zeigt, wie Geschichte in DDR-Medien als omnipräsente Metaerzählung die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umfasst.


Titelblatt ATZE Nr. 3/1965

Titelblatt ATZE Nr. 3/1965

Im Jahr 2014 gibt es eine Reihe historischer Ereignisse, darunter die Gründung von BRD und DDR vor 65 Jahren oder den Untergang der DDR vor 25 Jahren. Die geplante Ausstellung soll demonstrieren, wie sich diese historischen Ereignisse im Comic widerspiegeln. Je ein Kapitel beschreibt ein historisches Ereignis bzw. Phänomen. Vergrößerte Comicpanels, Sachbücher mit grafischen Vorlagen für die Comiczeichner und dreidimensionale Ausstellungsstücke wie z.B. DDR-Spielzeug unterstreichen das Anliegen und tragen zur größeren Anschaulichkeit bei.


Blick in ein ATZE-Heft

Blick in ein ATZE-Heft

Zum ersten Mal widmet sich eine Ausstellung auf der Grundlage von Archivstudien wissenschaftlich fundiert jenseits fantypischen oder nostalgischen Interesses explizit dem Phänomen Geschichte in diesem an Kinder und Jugendliche adressierten Medium der DDR. ATZE bot vor allem Bildergeschichten mit politischer Thematik. Sie musste neben der Stellungnahme zu aktuellen Ereignissen aus Politik und Wirtschaft auch auf historische Ereignisse und Jubiläen reagieren. Bei MOSAIK handelt es sich um die einzige durchgängig von 1955 bis 1990 erscheinende Comicbook-Reihe der DDR. Im Unterschied zu ATZE mit jeweils mehreren Comics und redaktionellen Beiträgen präsentierte MOSAIK pro Heft jeweils eine in sich geschlossene Geschichte. Seine knollennasigen Helden, die Digedags, erleben über die Jahre die unterschiedlichsten Abenteuer, in denen bildungspolitische Ziele transportiert werden.

Die Präsentation beruht auf Forschungsergebnissen von Dr. Thomas Kramer (Berlin), dem die gesamte Konzeption, Bildauswahl und Autorschaft der Texte oblag. Er habilitierte sich 2001 an der Humboldt-Universität zum DDR-Comic MOSAIK und verfasste neben Monografien und Zeitschriftenpublikationen zu anderen kulturhistorischen Phänomenen (z.B. Karl May. Ein biografisches Porträt. Freiburg 2011) dazu mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze.

Kurator: Thomas Kramer

Ermöglicht aus Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.


Tschthinzscht. Urban.
I. 6.2. - 9.4.2014 / II. 18.4. - 24.6.2014 / III. 29.8. - 24.10.2014

Annemarie Balden-Wolff, Ursula Döbereiner,
Hermann Glöckner, Stéphanie Nava, Wilhelm Rudolph,
Gwen Rouvillois, Katharina Schmidt, Esther Stocker,
Albert Wigand, Eva-Maria Wilde, Willy Wolff


Das Faszinierende oder Irritierende einer Ausstellung ist nicht einzig in den Werken selbst zu entdecken, sondern ebenso sehr in dem Dazwischen. Die Ausstellungsreihe "Tschthinzscht" zeigt Zeichnungen und Collagen von Künstlerinnen der Gegenwart sowie eine Auswahl grafischer Arbeiten aus dem Bestand des dkw.. Diese konzentrierte Gruppierung versammelt unterschiedlichste Arten künstlerischen Ausdrucks, die sich vielfältig aufeinander beziehen. Alle sprechen sie die Sprache der Moderne, dies jedoch in verschiedenen Dialekten und Modulationen, die Fragen provozieren.
In diesem Sinn ist auch der Ausstellungstitel zu verstehen. In den 1910er Jahren mimt die Soubrette Liesl Karlstadt in einer Komödie mit Karl Valentin Herr Tschthinzscht, einen chinesischen Salonkomiker und singt auf Chinesisch. Tatsächlich verbindet sie Phantasiesprache und bayrischen Volksmund zu einem chinesisch anmutenden Sing-Sang. Das vermeintliche Kauderwelsch dieser Bühnenfigur verdeutlicht wie Sprache zwischen Prägnanz und Obskurität changiert. Die erste Edition - "Tschthinzscht. Urban" - widmet sich künstlerischeren Positionen, welche vor allem das Medium Zeichnung nutzen, um die Ausdrucksformen sprich das Vokabular städtischer Oberflächen zu untersuchen.


Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross
Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross

Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross
Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross

"Tschthinzscht" ist ein mehrteiliges Ausstellungsunternehmen, welches auf Initiative Eva-Maria Wildes hin entstand und weiterhin entsteht. Die Künstlerin unterrichtet am Lehrstuhl für Plastisches Gestalten der BTU Cottbus-Senftenberg Architekturstudierende im Zeichnen. Ein Anliegen des Projekts ist nicht nur die Kooperation zwischen Universität und Kunstsammlung zu stärken, sondern vor allem den Studierenden neben der praktischen Arbeit, die Möglichkeit zu geben an Originalen die Gestaltungsoptionen zeichnerischen Ausdrucks zu erfahren und darüber zu sprechen. Generell gilt für "Tschthinzscht", dass der Dialog vor den Werken unverzichtbar ist und im Rahmen eines Begleitprogramms, mit Filmabend, Künstlergespräch u.m., auf verschiedenste Weise initiiert werden soll.

... II. 18.4. - 24.6.2014:

Die Ausstellung in der Black Box geht weiter! Einfach ab- und wieder aufgebaut wird jedoch nicht. Im zweiten Teil der Präsentation transformieren die Künstlerinnen Eva-Maria Wilde und Ursula Döbereiner den Raum samt Ausstellung. Manche der bereits ausgestellten Werke werden entfernt, andere umgehängt und neue hinzugefügt. Zudem fertigen sie raumbezogene Wandarbeiten, arrangieren damit ein Gefüge für alle übrigen Werke und zeigen, dass Zeichnung auch jenseits von Papier existiert. Ziel ist es, Schnittpunkte und Abweichungen, im jeweiligen Umgang mit den Formsprachen der Moderne und Erfahrungen städtischen Lebens, erkennbar zu machen. Aus dem Bestand des dkw. sind Zeichnungen und Collagen von Annemarie Balden-Wolff, Hermann Glöckner, Albert Wigand, Willy Wolff und Hans Kinder zu sehen.



Kuratiert von Eva-Maria Wilde und Ulrike Kremeier. Eine Ausstellung in Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg, Fakultät für Architektur, Bauingenieurswesen und Stadtplanung, Lehrstuhl für Plastisches Gestalten.


(Änderungen vorbehalten)

 

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