• dkw. Kunstmuseum
    Dieselkraftwerk Cottbus
    Uferstraße/Am Amtsteich 15
    03046 Cottbus
    Tel. +49(0)355 494940 40

    www.museum-dkw.de
    info@museum-dkw.de

  • Dienstag - Sonntag
    10.00 - 18.00 Uhr
    Montag geschlossen

AKTUELLES

Ulrich Wüst. In der Stadt. Aus der Sammlung des dkw
16.7. - 11.9.2016


Das Cottbuser Kunstmuseum beherbergt ein größeres Konvolut an Fotografien von Ulrich Wüst (Jahrgang 1949), die bisher nur selten gezeigt wurden. Die Ausstellung stellt nun zwei Werkgruppen des Fotografen aus den 1980er Jahren in den Mittelpunkt, die den Zustand ostdeutscher Städte zeigen und den Umgang mit Plakaten im öffentlichen Raum erkunden.
Ulrich Wüst, der etliche Jahre als Stadtplaner gearbeitet hatte ehe er sich Ende der 1970er Jahre gänzlich der Fotografie zuwandte, konzentriert sich in seinen Aufnahmen ausschließlich auf urbane Räume und überprüft diese auf ihre Qualität als Lebensraum für die Menschen. So beispielsweise in der dokumentarisch angelegten umfangreichen Serie "Stadt-Bilder" (1979 bis 1987). Mit klarem, nüchternem Blick fixiert der Fotograf seine Umwelt und entlarvt vielerorts architektonische Stupidität, Uniformität und Banalität, genauso den allmählichen Zerfall und die Vernachlässigung historischer Bausubstanz.

Ulrich Wüst, Aus der Serie: Stadtbilder; Berlin, Lichtenberger Straße, 1980,© Ulrich Wüst
Ulrich Wüst
Aus der Serie: Stadtbilder; Berlin, Lichtenberger Straße, 1980
© Ulrich Wüst

Während in Wüsts Bildern die Bewohner der Städte zumeist abwesend sind, richtet er in den Schwarzweißfotografien des Leporellos "Automat-Imbiss" seine Aufmerksamkeit gezielt auf die Menschen in einer Selbstbedienungsgaststätte. Mit wachem Auge spürt Wüst auch hier unterschiedlichste Konstellationen im Alltag auf und offenbart Brüche, Widersprüche und Unzulänglichkeiten der Gesellschaft.


Roland Nicolaus. ZwischenWelten
16.7. - 25.9.2016


Die Einzelausstellung des Malers Roland Nicolaus (geb. 1954, lebt und arbeitet in Blumberg bei Berlin) fokussiert auf Werkreihen seit den 1980er Jahren.
Hierbei wird der Blick der Präsentation auf Themenkomplexe gelenkt, die das Werk des Künstlers konsequent durchziehen, aber mit formalen Brüchen durchzogen in unterschiedliche Bildsprachen gefasst werden. Ob mit Collagen, Gemälden, Materialbildern oder Skulpturen erzählt Roland Nicolaus Bildgeschichten, die sehr explizit auf die Kunsthistorie und ihren (kritischen) Bezug zur Gesellschaft verweisen. Doch deutlich wird in seinem gesamten Œuvre, dass Kunst - und vor allem die Malerei - immer als symbolischer und poetischer Raum begriffen wird, der die Möglichkeit zur Wirklichkeitsreflexion bietet, ohne doktrinäre Positionen und Handlungsanweisungen vorzugeben. Vielmehr wird die bildende Kunst als ein Feld ästhetischer Denkräume ausgeprägt. Fundstücke, die Spuren der Geschichte tragen wie auch Überreste urbaner Alltags- und Arbeitskultur sind ebenso Teile des ikonographischen Systems und des Bildprogramms, mit dem Roland Nicolaus die ironische Romantik als wehmütige - wohlgemerkt nicht nostalgische - Reflexion der Vergangenheit herstellt.

Roland Nicolaus, Wir sind ein Volk, und was für eins!1990, Öl auf Holz, Privatbesitz. Foto und ©: Künstler
Roland Nicolaus
Wir sind ein Volk, und was für eins! 1990, Öl auf Holz, Privatbesitz. Foto und ©: Künstler

Das methodische Denken und die formalen Modalitäten der bildenden Kunst ermöglichen Roland Nicolaus eine kritische Distanz zur Wirklichkeit der Gegenwart, ebenso wie zu den Realitäten der Vergangenheit. Sein Werk eröffnet Räume zwischen unterschiedlichen Zeiten und Epochen sowie politischen und gesellschaftlichen Systemen, ist aber gleichermaßen an just jenen Schnittstellen angesiedelt.


Manfred Paul. Werkzyklen
28.5. - 28.8.2016


Manfred Paul (Jahrgang 1942) zählt zu den wichtigen Vertretern der DDR-Autorenfotografie. Er ist in den 1980er Jahren der Fotograf, der die Moderne der 1920er Jahre am deutlichsten reflektierte und dem durch seinen liebevollen und poetischen Blick auf die Welt immer wieder atmosphärisch-dichte Aufnahmen gelingen.
Von Anfang an setzt sich Manfred Paul in seinen Arbeiten mit den existentiellen Fragen des menschlichen Daseins auseinander. Die Darstellung des Subjektiven steht bei ihm stets stärker im Vordergrund als das Abbild einer objektiven Realität. Seine große Sensibilität und sein ausgeprägter Sinn für eine klassische Bildsprache bringen Bilder von Dingen, Menschen und Landschaften hervor, die in ihrer Intensität und Stille vollkommen zeitlos erscheinen.
Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl an Fotografien aus einzelnen Werkzyklen, die aus verschiedenen Schaffensjahren stammen und u.a. Pauls langjährige Beschäftigung mit Ostberliner Stadtlandschaften und Hinterhöfen im Prenzlauer Berg, Stillleben und Meereslandschaften belegen. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Stillleben, eines der bevorzugten Genres des Fotografen. Etliche der zwischen 1983 und 1985 entstanden Aufnahmen von Alltagsobjekten gehören neben vielen anderen Bildern des Künstlers seit seiner Einzelausstellung im Jahr 1985 zum Bestand des dkw.

Manfred Paul
Aufgeschnittene Birne, 1996
Silbergelatineabzug auf Barytpapier
© Manfred Paul, Berlin

Manfred Paul
Aufgeschnittene Birne, 1996. Silbergelatineabzug auf Barytpapier
© Manfred Paul, Berlin

Dem Zyklus der Stillleben widmet der Leipziger Verlag spector books eine Publikation, die zur Ausstellung erschienen ist.



David Lehmann. Die Menschen sind Teufel und leben im Kino.
Arbeiten auf Papier
28.5. - 28.8.2016


Der Titel der Ausstellung nimmt Bezug auf "Die acht Weltsätze" des Dadaisten Johannes Baader, der seinen 1918 veröffentlichen Text als neues Kapitel der "Göttlichen Komödie" ausweist und die Ordnung der Menschheit im Himmel mit dem Satz einleitet: "Die Menschen sind Engel und leben im Himmel".
In der Einzelausstellung von David Lehmann werden Papierarbeiten gezeigt, die auf Filme der Kinogeschichte des 20. Jahrhunderts verweisen: "Martha" von Rainer Werner Fassbinder, "Belle de Jour" von Luis Bunuel, "American Gigolo" von Paul Schrader, "Alien" von Ridley Scott etc. Jene Arbeiten beziehen sich auf die filmischen Ikonen des Kinos der 1960er-1990er Jahre. Jedes Bild für sich genommen zeichnet eine Art von Quintessenz eines bestimmten Filmes nach, während das Ensemble gleichsam ein Parforceritt durch die existentialistischen Tendenzen der Cinematografie abbildet. Be-/verhandelt werden die Basisthemen des menschlichen Lebens: Liebe, Sexualität, Geschlechterfragen, Exzess, Fremdheit und Vertrautheit, Schuld und Sühne.

David Lehmann: Alien. 2015. Tusche, Gouache, Acryl auf Papier. 100 x 70 cm. Foto/Copyright: Künstler

David Lehmann
Alien. 2015. Tusche, Gouache, Acryl auf Papier. 100 x 70 cm
Foto/Copyright: Künstler

David Lehmann konterkariert und verknüpft das in das kollektive Gedächtnis eingeschriebene Wissen des Massenmediums Film mit der Tradition der Malerei. Seine Werk ist formal und diskursiv an der Schnittstelle von Malerei und Zeichnung angesiedelt. Zwischen jenen Artikulationsformen oszillierend reflektieren seine Bilder nicht nur (klassische) Themen der Malerei und ihrer Verbindung zu anderen künstlerischen Gattungen, wie u.a. dem Kino. Vielmehr wird vor allem das Medium selbst ebenso wie auch dessen Möglichkeiten, aber auch seine Grenzen hinterfragt. Geradezu gedacht wie eine filmische Montage und formal entsprechend angelegt, bilden Überblendungen und motivische Überlagerungen ungewöhnlich tiefe Bildräume, die jenseits der Kategorien von "abstrakt" und "gegenständlich" angelegt sind, diese aber gleichermaßen zur Disposition stellen.
Analog zu den überzeichneten und ironischen Abhandlungen zum Weltall und der Menschheit des Oberdada Johannes Baader blickt der Maler David Lehmann auf das Verhältnis von Imagination, dem Kino als Projektionsraum und der menschlichen Existenz zwischen Realität und Fiktion.
Der Sandstein-Verlag hat aktuell zu den Arbeiten von David Lehmann eine Publikation herausgegeben mit dem Titel "Makula".


Jo Achermann. Von Außen nach Innen. Von Ort zu Ort.
Bis Mitte Oktober 2016


Eine einladende Ortsbestimmung mit seiner begehbaren, halbtransparenten Box im Goethepark am dkw. spricht der Bildhauer Jo Achermann aus. Sie baut sich einerseits gar als Wegsperre auf, kommt man von der Straße Am Amtsteich her. Und betont andererseits die Achse zur Ufertreppe selbst, als meditativ wirkende Linie auf die Wasserfläche hinaus…
Der künstlerische Ansatz basiert auf skulpturaler Markierung und Achsenbildung, auf ästhetischer Irritation und Blickverschiebung. Wie ein Magnet zieht die Holzskulptur die Blicke und Fragen auf sich, genauso, wie von ihm wiederum Verbindungslinien ausstrahlen, so zur Giebelstruktur des dkw.-Schalthauses oder zum Fachwerk der Gerberhäuser im Hintergrund. Das geometrische Gehäuse erweist sich als faszinierende Raum-Neuorientierung.

Jo Achermann: Von Außen nach Innen. Von Ort zu Ort, 2016, Eiche, geschraubt / Foto: Archiv dkw.
Jo Achermann: Von Außen nach Innen. Von Ort zu Ort, 2016, Eiche, geschraubt / Foto: Archiv dkw.

Dem Künstler ist wesentlich, dass sowohl der Prozess der Entstehung als auch der Genehmigung, mit entsprechenden Behördenterminen, und schließlich Aufbau und Alltagsnutzung zum ganzheitlich aufgefassten Werkcharakter dazugehören, was alles sich in einer Dokumentation niederschlagen soll. Und unauffällig wird das Kunstwerk selbst sich verändern, wird das Holz arbeiten, wird sich Schwund zeigen und werden sich ganz allmählich die Witterungseinflüsse und Benutzungsspuren neben den Bearbeitungsspuren einschreiben.


dkw. extern. Die dkw.-Sammlung auf Reisen

Kunst im Landtag Brandenburg

KUNST/PLAKAT/KUNST.
Aus der Sammlung des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
Januar - Dezember 2016. Eröffnung am 20. Januar 2016.


Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus verantwortet im Jahr 2016 die künstlerische Bespielung des Brandenburgischen Landtags in Potsdam.

Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus präsentiert in der Jahresausstellung 2016 des Brandenburgischen Landtags Plakatkunst aus dem Zeitraum 1965 bis heute. Die Ausstellung eröffnet sowohl Rückblicke auf die Entwicklungslinien im Bereich der Plakatkunst als auch Einblicke in die gegenwärtige Produktion. Gleichermaßen dokumentiert sie ein Stück Sammlungsgeschichte und Profil der Abteilung Plakatkunst des Museums.

Helmut Brade
Das Plakat als Kunstgegenstand, 1979
Siebdruck, 99,8 x 69,5 cm
Helmut Brade
Das Plakat als Kunstgegenstand, 1979.
Siebdruck, 99,8 x 69,5 cm
Copyright: Helmut Brade

Die Exposition zeigt vorrangig Kulturplakate, aber auch Arbeiten zu sozialen Themen und Umweltproblemen aus Ländern wie Deutschland, Frankreich, Finnland, Japan, China, Polen, Russland und der Schweiz.
Beginnend mit künstlerischen Plakaten der 1960er Jahre aus der DDR konzentriert sich die Auswahl auf Beispiele der 1980er und 1990er Jahre, die von einem spürbaren Aufschwung der Plakatkunst in Ostdeutschland gekennzeichnet waren. Bereits in den siebziger Jahren profilierten sich die meisten der heute für die Sammlung wichtigen Plakatkünstler, die über viele Jahre das Bild des DDR-Plakates prägten. Sie brachten Experimentierfreude und frische Ideen in das Plakatschaffen ein. Mit neuen konzeptionellen Ansätzen und eigenen Stilmitteln haben diese Künstler, deren Hauptbetätigungsfeld im Bereich der Kunst und Kultur lag, auf sehr unterschiedliche und höchst eigenwillige Weise zur Belebung der Plakatlandschaft beigetragen.
KUNST/PLAKAT/KUNST zeigt nicht nur einen repräsentativen Querschnitt nationaler und internationaler Plakatkunst aus den Beständen des Museums, vielmehr präsentiert sie auch eines der wesentlichen öffentlichen Museen des Landes Brandenburg mit seinem überregional renommieren Sammlungsbestand.

Die Ausstellung ist vom 20. Januar bis 19. Dezember 2016, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr (außer an gesetzlichen Feiertagen) im Brandenburgischen Landtag in Potsdam zu sehen.



Dauerleihgabe

Im Büro des Präsidenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. DSc. h.c. Jörg Steinbach, werden zwei Kunstwerke aus den Beständen des dkw. als Dauerleihgabe präsentiert. Die beiden ausgewählten Gemälde stammen von Künstlern aus dem Land Brandenburg.
Es handelt sich dabei um die "Teichlandschaft" aus dem Jahre 1979 von Frank Merker (1944 - 2008) und um eine Arbeit der Künstlerin Rosemarie Schulze (*1952) mit dem Titel "Blick auf die Peitzer Teiche" von 1978.


(Änderungen und Ergänzungen vorbehalten/Stand 08.08.2016)

 


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