• dkw. Kunstmuseum
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AKTUELLES

Bilderlust.
Plakate, Theaterarbeit, Grafik und Malerei von Volker Pfüller
13.9. - 13.11.2016


Dem Werk des Illustrators, Plakatgestalters und Bühnenbildners Volker Pfüller ist eine Einzelausstellung gewidmet, die alle drei Räume des Schalthauses bespielt.
Sie gibt einen beeindruckenden Überblick über den Umfang seines künstlerischen Schaffens.

Volker Pfüller setzte Anfang der 1970er Jahre mit seinem individuellen Zeichenstil neue Akzente. Die kraftvolle Expressivität, die seinen Arbeiten innewohnt, wirkte nachhaltig anregend auf viele junge Künstler.
Als gefragter Bühnenbildner arbeitet er an zahlreichen Theatern weltweit.
Sein erster großer Auftraggeber war das Deutsche Theater in Berlin, dessen Gesicht er über viele Jahre prägte. Dort erlebte er 1981 seinen Durchbruch mit dem Bühnenbild zu "Dantons Tod". Seit etwa 25 Jahren entstehen immer wieder Plakate für das Theater 89, einem professionellen Freien Theater, das sich ein unverwechselbares Profil in der deutschen Theaterszene erspielt hat. Auch hier stärkte Volker Pfüller mit Kreativität und Engagement das Erscheinungsbild dieser kleinen Bühne.
Die Erarbeitung von Bühnenbildern und Kostümen macht die Grenzen der Genres fließend, lässt Theateratmosphäre auch im Plakat spüren. Man findet in seinen Arbeiten keine überhöhte Symbolik; Pfüllers pointierte Zeichnung vermag treffend zu charakterisieren. Durch die konzentrierte Ausdruckskraft und die im besten Sinne theatralische Verfremdung schafft er regelrechte Plakatinszenierungen, frisch, originell und intensiv.
Bei der Arbeit an Reprints für alte Plakate entdeckte Volker Pfüller für sich technische Möglichkeiten, die ein direktes Zeichnen auf Platten oder auf Film gestatten, eine Technik, die in ähnlicher Weise von Künstlern wie Toulouse-Lautrec meisterlich beherrscht wurde. Durch die direkte Vorlagearbeit bleiben Strich und Farbton in ihrer Ursprünglichkeit erhalten und erinnern in Frische und Weichheit der Farbtöne an Arbeiten von Klassikern der Plakatkunst. Mit dieser Vorgehensweise zieht sich die kreative Arbeit durch den gesamten Vorgang des Druckens.

Volker Pfüller, Die Ratten, 1977,Offsetdruck / Originallithografie, © Volker Pfüller
Volker Pfüller
Die Ratten, 1977
Offsetdruck / Originallithografie
© Volker Pfüller

Volker Pfüller ist ein hervorragender Porträtzeichner. Mit wenigen Strichen verleiht er einem Gesicht, einer Gestalt etwas Magisches, Suggestives, Direktes, manchmal sogar Zwingendes. Seine Zeichnungen sind überzogen, doch in ihrer Verfremdung nicht verschlüsselt, dabei ist der meist hintergründige Humor eine ganz wesentliche Seite seines Schaffens. Das zeigt sich ebenso in den Illustrationen für verschiedene Verlage und in den Linolschnitten aus Künstlerbüchern, die vom Lubok Verlag Leipzig herausgegeben wurden. In der Ausstellung erhalten zudem seine Szenenbilder, Figurinen und Bühnenbildmodelle, die er für verschiedene Theaterinszenierungen schuf, eine besondere Würdigung.

Im Staatstheater Cottbus gibt es ab 01. September eine Preview Einblicke in die große Volker Pfüller-Ausstellung BILDERLUST. Zu sehen ist diese, ebenfalls bis
13. November, im 2. Rangfoyer des Großen Hauses am Schillerplatz.


Ulrich Wüst. In der Stadt. Aus der Sammlung des dkw
16.7. - 11.9.2016


Das Cottbuser Kunstmuseum beherbergt ein größeres Konvolut an Fotografien von Ulrich Wüst (Jahrgang 1949), die bisher nur selten gezeigt wurden. Die Ausstellung stellt nun zwei Werkgruppen des Fotografen aus den 1980er Jahren in den Mittelpunkt, die den Zustand ostdeutscher Städte zeigen und den Umgang mit Plakaten im öffentlichen Raum erkunden.
Ulrich Wüst, der etliche Jahre als Stadtplaner gearbeitet hatte ehe er sich Ende der 1970er Jahre gänzlich der Fotografie zuwandte, konzentriert sich in seinen Aufnahmen ausschließlich auf urbane Räume und überprüft diese auf ihre Qualität als Lebensraum für die Menschen. So beispielsweise in der dokumentarisch angelegten umfangreichen Serie "Stadt-Bilder" (1979 bis 1987). Mit klarem, nüchternem Blick fixiert der Fotograf seine Umwelt und entlarvt vielerorts architektonische Stupidität, Uniformität und Banalität, genauso den allmählichen Zerfall und die Vernachlässigung historischer Bausubstanz.

Ulrich Wüst, Aus der Serie: Stadtbilder; Berlin, Lichtenberger Straße, 1980,© Ulrich Wüst
Ulrich Wüst
Aus der Serie: Stadtbilder; Berlin, Lichtenberger Straße, 1980
© Ulrich Wüst

Während in Wüsts Bildern die Bewohner der Städte zumeist abwesend sind, richtet er in den Schwarzweißfotografien des Leporellos "Automat-Imbiss" seine Aufmerksamkeit gezielt auf die Menschen in einer Selbstbedienungsgaststätte. Mit wachem Auge spürt Wüst auch hier unterschiedlichste Konstellationen im Alltag auf und offenbart Brüche, Widersprüche und Unzulänglichkeiten der Gesellschaft.


Roland Nicolaus. ZwischenWelten
16.7. - 25.9.2016


Die Einzelausstellung des Malers Roland Nicolaus (geb. 1954, lebt und arbeitet in Blumberg bei Berlin) fokussiert auf Werkreihen seit den 1980er Jahren.
Hierbei wird der Blick der Präsentation auf Themenkomplexe gelenkt, die das Werk des Künstlers konsequent durchziehen, aber mit formalen Brüchen durchzogen in unterschiedliche Bildsprachen gefasst werden. Ob mit Collagen, Gemälden, Materialbildern oder Skulpturen erzählt Roland Nicolaus Bildgeschichten, die sehr explizit auf die Kunsthistorie und ihren (kritischen) Bezug zur Gesellschaft verweisen. Doch deutlich wird in seinem gesamten Œuvre, dass Kunst - und vor allem die Malerei - immer als symbolischer und poetischer Raum begriffen wird, der die Möglichkeit zur Wirklichkeitsreflexion bietet, ohne doktrinäre Positionen und Handlungsanweisungen vorzugeben. Vielmehr wird die bildende Kunst als ein Feld ästhetischer Denkräume ausgeprägt. Fundstücke, die Spuren der Geschichte tragen wie auch Überreste urbaner Alltags- und Arbeitskultur sind ebenso Teile des ikonographischen Systems und des Bildprogramms, mit dem Roland Nicolaus die ironische Romantik als wehmütige - wohlgemerkt nicht nostalgische - Reflexion der Vergangenheit herstellt.

Roland Nicolaus, Wir sind ein Volk, und was für eins!1990, Öl auf Holz, Privatbesitz. Foto und ©: Künstler
Roland Nicolaus
Wir sind ein Volk, und was für eins! 1990, Öl auf Holz, Privatbesitz. Foto und ©: Künstler

Das methodische Denken und die formalen Modalitäten der bildenden Kunst ermöglichen Roland Nicolaus eine kritische Distanz zur Wirklichkeit der Gegenwart, ebenso wie zu den Realitäten der Vergangenheit. Sein Werk eröffnet Räume zwischen unterschiedlichen Zeiten und Epochen sowie politischen und gesellschaftlichen Systemen, ist aber gleichermaßen an just jenen Schnittstellen angesiedelt.


Jo Achermann. Von Außen nach Innen. Von Ort zu Ort.
Bis Mitte Oktober 2016


Eine einladende Ortsbestimmung mit seiner begehbaren, halbtransparenten Box im Goethepark am dkw. spricht der Bildhauer Jo Achermann aus. Sie baut sich einerseits gar als Wegsperre auf, kommt man von der Straße Am Amtsteich her. Und betont andererseits die Achse zur Ufertreppe selbst, als meditativ wirkende Linie auf die Wasserfläche hinaus…
Der künstlerische Ansatz basiert auf skulpturaler Markierung und Achsenbildung, auf ästhetischer Irritation und Blickverschiebung. Wie ein Magnet zieht die Holzskulptur die Blicke und Fragen auf sich, genauso, wie von ihm wiederum Verbindungslinien ausstrahlen, so zur Giebelstruktur des dkw.-Schalthauses oder zum Fachwerk der Gerberhäuser im Hintergrund. Das geometrische Gehäuse erweist sich als faszinierende Raum-Neuorientierung.

Jo Achermann: Von Außen nach Innen. Von Ort zu Ort, 2016, Eiche, geschraubt / Foto: Archiv dkw.
Jo Achermann: Von Außen nach Innen. Von Ort zu Ort, 2016, Eiche, geschraubt / Foto: Archiv dkw.

Dem Künstler ist wesentlich, dass sowohl der Prozess der Entstehung als auch der Genehmigung, mit entsprechenden Behördenterminen, und schließlich Aufbau und Alltagsnutzung zum ganzheitlich aufgefassten Werkcharakter dazugehören, was alles sich in einer Dokumentation niederschlagen soll. Und unauffällig wird das Kunstwerk selbst sich verändern, wird das Holz arbeiten, wird sich Schwund zeigen und werden sich ganz allmählich die Witterungseinflüsse und Benutzungsspuren neben den Bearbeitungsspuren einschreiben.


dkw. extern. Die dkw.-Sammlung auf Reisen

Kunst im Landtag Brandenburg

KUNST/PLAKAT/KUNST.
Aus der Sammlung des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
Januar - Dezember 2016. Eröffnung am 20. Januar 2016.


Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus verantwortet im Jahr 2016 die künstlerische Bespielung des Brandenburgischen Landtags in Potsdam.

Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus präsentiert in der Jahresausstellung 2016 des Brandenburgischen Landtags Plakatkunst aus dem Zeitraum 1965 bis heute. Die Ausstellung eröffnet sowohl Rückblicke auf die Entwicklungslinien im Bereich der Plakatkunst als auch Einblicke in die gegenwärtige Produktion. Gleichermaßen dokumentiert sie ein Stück Sammlungsgeschichte und Profil der Abteilung Plakatkunst des Museums.

Helmut Brade
Das Plakat als Kunstgegenstand, 1979
Siebdruck, 99,8 x 69,5 cm
Helmut Brade
Das Plakat als Kunstgegenstand, 1979.
Siebdruck, 99,8 x 69,5 cm
Copyright: Helmut Brade

Die Exposition zeigt vorrangig Kulturplakate, aber auch Arbeiten zu sozialen Themen und Umweltproblemen aus Ländern wie Deutschland, Frankreich, Finnland, Japan, China, Polen, Russland und der Schweiz.
Beginnend mit künstlerischen Plakaten der 1960er Jahre aus der DDR konzentriert sich die Auswahl auf Beispiele der 1980er und 1990er Jahre, die von einem spürbaren Aufschwung der Plakatkunst in Ostdeutschland gekennzeichnet waren. Bereits in den siebziger Jahren profilierten sich die meisten der heute für die Sammlung wichtigen Plakatkünstler, die über viele Jahre das Bild des DDR-Plakates prägten. Sie brachten Experimentierfreude und frische Ideen in das Plakatschaffen ein. Mit neuen konzeptionellen Ansätzen und eigenen Stilmitteln haben diese Künstler, deren Hauptbetätigungsfeld im Bereich der Kunst und Kultur lag, auf sehr unterschiedliche und höchst eigenwillige Weise zur Belebung der Plakatlandschaft beigetragen.
KUNST/PLAKAT/KUNST zeigt nicht nur einen repräsentativen Querschnitt nationaler und internationaler Plakatkunst aus den Beständen des Museums, vielmehr präsentiert sie auch eines der wesentlichen öffentlichen Museen des Landes Brandenburg mit seinem überregional renommieren Sammlungsbestand.

Die Ausstellung ist vom 20. Januar bis 19. Dezember 2016, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr (außer an gesetzlichen Feiertagen) im Brandenburgischen Landtag in Potsdam zu sehen.



Dauerleihgabe

Im Büro des Präsidenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. DSc. h.c. Jörg Steinbach, werden zwei Kunstwerke aus den Beständen des dkw. als Dauerleihgabe präsentiert. Die beiden ausgewählten Gemälde stammen von Künstlern aus dem Land Brandenburg.
Es handelt sich dabei um die "Teichlandschaft" aus dem Jahre 1979 von Frank Merker (1944 - 2008) und um eine Arbeit der Künstlerin Rosemarie Schulze (*1952) mit dem Titel "Blick auf die Peitzer Teiche" von 1978.


(Änderungen und Ergänzungen vorbehalten/Stand 08.08.2016)

 


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