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AKTUELLES

Im Hinterhof, im Vorderhaus. Heinrich Zille
Transformationen
Gemischtes Doppel II
Tschthinzscht. Urban.

Im Hinterhof, im Vorderhaus. Heinrich Zille
Armut und Sehnsucht in Zilles Fotografien und Zeichnungen
sowie populären Massenmedien des frühen 20. Jahrhunderts
13.09. - 23.11.2014


Die Ausstellung widmet sich einem der wohl bekanntesten Berliner Künstler des frühen 20. Jahrhunderts, dem Grafiker, Maler und Fotografen Heinrich Zille. In seinen "Milljöh"-Darstellungen, entstanden im Kontext der Industrialisierungszeit, setzt sich Zille mit den prekären Lebensbedingungen der damaligen Arbeiterschicht auseinander. Armut, harte Arbeit und miserable Wohnverhältnisse, aber auch damit einhergehende Sehnsüchte prägten deren Alltagsrealität.
Die Ausstellung verknüpft auf neuartige Weise Zeichnungen und Fotografien des Künstlers miteinander und zeigt auf, wie Tragik und Sozialkritik in beiden künstlerischen Medien reflektiert werden und welche Wechselwirkungen dabei zutage treten. Darüber hinaus sollen andere zeithistorische Dokumente verdeutlichen, wie sich in populären Medien - Film und Literatur - eine sozialkritische Auseinandersetzung äußerte.

Transformationen.
Körper/Kunst/Medizin - Im Rahmen des Carl-Thiem-Jahres
Elena Acquati, Klaus Elle, Chris Hinze, Kathrin Karras,
David Lehmann, ORLAN, Zsu Szabó
30.08. - 26.10.2014


Zum 100-jährigen Jubiläum des Carl-Thiem-Klinikums präsentiert das dkw. eine Ausstellung, die sich Verwandlungen des menschlichen Körpers durch medizinische und künstlerische Bildverfahren widmet. Die Künstlerinnen und Künstler entwerfen Bilder des menschlichen Körpers jenseits analytischer Kategorien zur Optimierung oder zum Funktionserhalt. Sie gehen dabei der Frage nach, wie sich menschliche Identität(en), soziale Zuschreibungen, psychische Zustände und Bedingungen spezifizieren und darstellen lassen. Vielfach tasten die Bilder hierbei den menschlichen Körper geradezu ab, um die Grenze der Physis auszuloten und diese Grenze gleichermaßen auch über die Bildproduktion zu verschieben oder zumindest in Frage zu stellen.

Blick in die Ausstellung
Bildmitte: Chris Hinze, Transformation, 2014
links: Elena Acquati, INTRO und END, 2014
rechts: David Lehmann, Abbadon sleeps tonight, 2014
Blick in die Ausstellung
Bildmitte: Chris Hinze, Transformation, 2014
links: Elena Acquati, INTRO und END, 2014
rechts: David Lehmann, Abbadon sleeps tonight, 2014
Zsu Szabó
Aus der Serie Seelenbilder, 2012
Fotografie
© Zsu Szabó
Zsu Szabó
Aus der Serie Seelenbilder, 2012
Fotografie.
© Zsu Szabó

In der Ausstellung treffen die Arbeiten signifikanter regionaler Künstlerinnen und Künstler sowie international renommierter Kunstschaffender aufeinander, ebenso sind die künstlerischen Positionen aber auch in drei unterschiedlichen Generationen verankert. Als historische Einschübe fungieren die fotografischen Arbeiten der Französin ORLAN, die seit den 1970er Jahren als Lebendskulptur international Aufsehen erregt. Zusammen mit den durch die Malerei geprägten Experimentalfotografien von Klaus Elle zeugen die Arbeiten von der Bildsprache einer Generation, die formale und inhaltliche Grenzüberschreitungen am eigenen Ich auslotet. Obschon die Arbeiten von Elena Acquati, Chris Hinze, Kathrin Karras, David Lehmann und Zsu Szabó großenteils von autobiographischen Motivationen durchzogen sind, steht hierbei nicht die individuelle Erfahrung im Vordergrund.
Die Fotocollagen von ORLAN sowie die Experimentalfotografien von Klaus Elle stammen aus den 1990er Jahren und sind Bestandteile der Sammlung des dkw. Eigens für diese Schau entstanden Malereien von Elena Acquati und David Lehmann, Skulpturen von Chris Hinze, Fotografien von Zsu Szabó und eine Videoarbeit von Kathrin Karras.

Mit freundlicher Unterstützung des Carl-Thiem-Klinikum Cottbus

Zudem wurde das Kunstwerk "Transformation" von Chris Hinze realisiert mit der Unterstützung der Building Trust SIKA AG, Betontransporte Tom Rasch und
Dr. sc. med. Wilfried Dschietzig

Unter folgendem Link gibt es Einblick in den Entstehungsprozeß der Arbeit "Transformation" von Chris Hinze, inklusive Transport und Aufbau im dkw.:
chrishinzeblog.tumblr.com


Gemischtes Doppel II: Rainer Gottemeier, Beate Rothensee
Stipendiaten 2012 + Kunst-Förderpreisträger 2013
des Landes Brandenburg
30.08. - 26.10.2014


Die Phänomene Licht und Dunkelheit, Zeit und Raum, Farbe und Klang, Bewegung und Ruhe, Schärfe und Unschärfe, Transparenz und Undurchsichtigkeit sind die augenfälligsten Merkmale und verbindenden Elemente in den konzeptionellen Arbeiten von Rainer Gottemeier. Seine Lichtinstallationen und Lichtobjekte, mit minimalistischen Mitteln inszeniert, sind poetische und strukturelle Bilder mit oftmals philosophischem Hintergrund.

Rainer Gottemeier
Dunkel / Licht / Resonanz
Lichtboxmodul
Rainer Gottemeier
Lichtboxmodul "Medusa", 2013
Dunkel / Licht / Resonanz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Blick in die Ausstellung
im Vordergrund: Beate Rothensee
Blick in die Ausstellung
im Vordergrund: Beate Rothensee "Mutter Kirche", 2012
im Hintergrund: Rainer Gottemeier, "Origo", 2014
im Hintergrund rechts: Beate Rothensee / Rainer Gottemeier, "Schwarze Milch", Zweiteiliges Lichtobjekt, 2014

Ein zentrales Thema im Werk von Beate Rothensee ist die Transformation vom Profanen zum Sakralen. Dazu verfremdet die Künstlerin Alltagsgegenstände, wie etwa Verpackungsmaterial. Es entstehen neue, überraschende Sichtweisen: auf den ersten Blick kostbare Ikonen, goldene Tempel, wertvolle Schreine. Vornehmlich ist daran die Frage geknüpft, wie sich das Gefühl für das Kostbare, das Heilige verändert hat.

Beate Rothensee
Tempel (Felsendom), 2012
Verpackung Aldi Forellenfilet u. a.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Beate Rothensee
Tempel (Felsendom), 2012
Verpackung Aldi Forellenfilet u. a.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014


Tschthinzscht. Urban.
I. 6.2. - 9.4.2014 / II. 18.4. - 24.6.2014 / III. 29.8. - 24.10.2014

Annemarie Balden-Wolff, Ursula Döbereiner,
Hermann Glöckner, Stéphanie Nava, Wilhelm Rudolph,
Gwen Rouvillois, Katharina Schmidt, Esther Stocker,
Albert Wigand, Eva-Maria Wilde, Willy Wolff


Das Faszinierende oder Irritierende einer Ausstellung ist nicht einzig in den Werken selbst zu entdecken, sondern ebenso sehr in dem Dazwischen. Die Ausstellungsreihe "Tschthinzscht" zeigt Zeichnungen und Collagen von Künstlerinnen der Gegenwart sowie eine Auswahl grafischer Arbeiten aus dem Bestand des dkw.. Diese konzentrierte Gruppierung versammelt unterschiedlichste Arten künstlerischen Ausdrucks, die sich vielfältig aufeinander beziehen. Alle sprechen sie die Sprache der Moderne, dies jedoch in verschiedenen Dialekten und Modulationen, die Fragen provozieren.
In diesem Sinn ist auch der Ausstellungstitel zu verstehen. In den 1910er Jahren mimt die Soubrette Liesl Karlstadt in einer Komödie mit Karl Valentin Herr Tschthinzscht, einen chinesischen Salonkomiker und singt auf Chinesisch. Tatsächlich verbindet sie Phantasiesprache und bayrischen Volksmund zu einem chinesisch anmutenden Sing-Sang. Das vermeintliche Kauderwelsch dieser Bühnenfigur verdeutlicht wie Sprache zwischen Prägnanz und Obskurität changiert. Die erste Edition - "Tschthinzscht. Urban" - widmet sich künstlerischeren Positionen, welche vor allem das Medium Zeichnung nutzen, um die Ausdrucksformen sprich das Vokabular städtischer Oberflächen zu untersuchen.


Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross
Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross

Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross
Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross

"Tschthinzscht" ist ein mehrteiliges Ausstellungsunternehmen, welches auf Initiative Eva-Maria Wildes hin entstand und weiterhin entsteht. Die Künstlerin unterrichtet am Lehrstuhl für Plastisches Gestalten der BTU Cottbus-Senftenberg Architekturstudierende im Zeichnen. Ein Anliegen des Projekts ist nicht nur die Kooperation zwischen Universität und Kunstsammlung zu stärken, sondern vor allem den Studierenden neben der praktischen Arbeit, die Möglichkeit zu geben an Originalen die Gestaltungsoptionen zeichnerischen Ausdrucks zu erfahren und darüber zu sprechen. Generell gilt für "Tschthinzscht", dass der Dialog vor den Werken unverzichtbar ist und im Rahmen eines Begleitprogramms, mit Filmabend, Künstlergespräch u.m., auf verschiedenste Weise initiiert werden soll.

... II. 18.4. - 24.6.2014:

Die Ausstellung in der Black Box geht weiter! Einfach ab- und wieder aufgebaut wird jedoch nicht. Im zweiten Teil der Präsentation transformieren die Künstlerinnen Eva-Maria Wilde und Ursula Döbereiner den Raum samt Ausstellung. Manche der bereits ausgestellten Werke werden entfernt, andere umgehängt und neue hinzugefügt. Zudem fertigen sie raumbezogene Wandarbeiten, arrangieren damit ein Gefüge für alle übrigen Werke und zeigen, dass Zeichnung auch jenseits von Papier existiert. Ziel ist es, Schnittpunkte und Abweichungen, im jeweiligen Umgang mit den Formsprachen der Moderne und Erfahrungen städtischen Lebens, erkennbar zu machen. Aus dem Bestand des dkw. sind Zeichnungen und Collagen von Annemarie Balden-Wolff, Hermann Glöckner, Albert Wigand, Willy Wolff und Hans Kinder zu sehen.

... III. 29.8. - 24.10.2014:
Annemarie Balden-Wolff, Christa Böhme, Kerstin Cmelka, Sylvie Ungauer

Haben sich die ersten beiden Teile der Ausstellungsreihe unter dem Vorzeichen "urban" der Repräsentation von Stadt im künstlerischen Medium der Zeichnung gewidmet, so ändert sich inhaltlich die Perspektive für die dritte und abschließenden Präsentation von "Tschthinzscht". Der Mensch beziehungsweise der weibliche Körper steht nun im Zentrum der Betrachtung. Wie in den übrigen Ausstellungen der Reihe werden historische und zeitgenössische Positionen mit einem zeichnerischen Ansatz vorgestellt. Die skizzenhaften Aktzeichnungen von Christa Böhme und die feinen Tuschearbeiten von Annemarie Balden-Wolff verbildlichen je auf eine eigene Weise das Verhältnis zwischen Figur und Raum und verweisen in ihrer Unterschiedlichkeit auf die Qualität der anderen. Die Zeichnungen von Böhme sind bestimmt durch einen malerischen Einsatz der Kohle. Der Wechsel von Verwischungen und straken schwarzen Linien verleihen den Körpern eine plastische Wirkung. Balden-Wolff hingegen setzt ihre Körper-kompositionen filigran aus vielen kleinen Einzelstrichen zusammen. Die textil anmutenden Oberflächen wirken mal undurchlässig, mal weich. Neben den Arbeiten der DDR-Künstlerinnen sind die zeitgenössischen Zeichnungen von Sylvie Ungauer und die Plakatarbeit von Kerstin Cmelka zu sehen. Die Filzstiftzeichnungen der Serie "Maisons" thematisieren prägnant das Verhältnis von Figur und der Architektur in der sie sich bewegt. Die Protagonistinnen bekannter Filme tragen hier die zentralen Häuser der Handlung auf dem Kopf. Die übrigen ausgestellten Arbeiten zeigen weitere Formen der Umhüllung von Körper. Ähnlich wie bei Böhme und Balden-Wolff geht es um Formen von Intimität, aber auch um Abgrenzung. Hingegen verweist Kerstin Cmelka mit ihrem Plakat darauf das Körper auch öffentliche Oberflächen sind und damit Reproduktionsflächen gesellschaftlicher Erwartungen. Beide Positionen belegen die Aktualität der Frage nach Stellung des weiblichen Körpers im gesellschaftlichen Raum. Wie verhalten sich diese Körper zu ihrem Umfeld, wie wird auf sie geschaut, wer schaut auf sie? Die alle Künstlerinnen nutzen das Medium Zeichnung um ebensolchen Fragen je andere Aspekte abzugewinnen.



Kuratiert von Eva-Maria Wilde und Ulrike Kremeier. Eine Ausstellung in Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg, Fakultät für Architektur, Bauingenieurswesen und Stadtplanung, Lehrstuhl für Plastisches Gestalten.


(Änderungen vorbehalten)

 

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