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AKTUELLES Farbwelten. Von Monet bis Yves Klein.
Werke der klassischen Moderne aus den Kunstmuseen Krefeld Seit mehr als einhundert Jahren sammelt das Krefelder Kaiser Wilhelm Museum Werke der jeweils zeitgenössischen Kunst. 1897 wurde Friedrich Deneken (1857-1927) als erster Direktor des Museums von der rheinischen Stadt Krefeld berufen. Konsequent und behutsam führte er das Museum seither mit der Erwerbung von Kunstwerken aus Frankreich in die Moderne. 1907 kaufte er Monets Gemälde "Das Parlament. Sonnenuntergang" und von wohlhabenden Unternehmern ließ er sich Werke von Rodin für seine Sammlung schenken. Mit seinen Ankäufen modernster französischer Werke löste Deneken damals einen Skandal aus. Auf Beschluss der Stadtverordneten wurde er 1909 gezwungen, künftig auf Ankäufe und Ausstellungen "fremdländischer und moderner Bilder" zu verzichten.
Doch die Begeisterung für die Moderne hielt an: Seine Nachfolger im Amt, Max Creutz und Paul Wember, setzten in den zwanziger Jahren die avantgardistische Ankaufspolitik fort und erwarben Werke der expressionistischen und ungegenständlichen Kunst. In Krefeld ist somit eine exquisite Sammlung entstanden, die ihresgleichen sucht. Sie umfasst Spitzenwerke von Claude Monet und Auguste Rodin, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, Laszlo Moholy-Nagy, Piet Mondrian und Yves Klein, die teilweise zu den frühesten Arbeiten gehören, die von diesen Künstlern in ein Museum gelangt sind.
Zugleich markieren diese Werke den Triumph und die Emanzipation der Farbe in der Malerei: von Monets impressionistischer Farblandschaft an der Themse, über die kraftvollen Farben des Expressionismus bis zu der Autonomie der Farbe in den Werken Piet Mondrians und Yves Kleins. Konsequenterweise bildet eine Reihe monochrom weißer Bilder, von Piero Manzoni, Antoni Tàpies und Lucio Fontana, die Paul Wember in den 1950er und 1960er Jahren für die Sammlung erworben hat, die Coda der Ausstellung und den Übergang zum Informel.
Anlässlich der Renovierung des Kaiser Wilhelm Museums gehen dessen Hauptwerke der Moderne aus sechs Jahrzehnten erstmals auf Reisen. Während dieser Ausstellungstournee wird die einzigartige Sammlung der Krefelder Kunstmuseen 2009/2010 in Bremen, Erfurt, Würzburg, Freiburg, Rotterdam und auch in Cottbus zu Gast sein. Erstmalig wird eine Ausstellung von so zahlreichen hochkarätigen Kunstwerken im Cottbuser Kunstmuseum präsentiert, das nun die optimalen Rahmenbedingungen für eine solche Ausstellung der Superlative anbieten kann. Eröffnung 15. August / 11.00 Uhr Es gelten für die Dauer dieser Ausstellung Sondereintrittspreise. Johannes Geccelli Johannes Geccelli, der 2010 seinen 85. Geburtstag feiert, ist einer der bedeutendsten Farbfeldmaler in Deutschland. In der ländlichen Abgeschiedenheit seines Ateliers in Jühnsdorf entstehen Bilder, die ein sinnliches Eigenleben besitzen. Sie leben von der Totalität und der Musikalität der Farbe und ihrer Verlebendigung durch das Licht. Bei seiner Entscheidung für die Farbe eines Bildes lässt sich Johannes Geccelli oft von farbigen Objekten anregen. Schon bevor das Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus zum Museum umgebaut wurde, faszinierte ihn bei einer Begehung auf der Baustelle das Türkis, das für den zwei Meter hohen Fliesenspiegel im Innenraum des Maschinenhauses ausgesucht worden war. Architekt Werner Issel wählte damals Spaltviertel aus Ullersdorf.
Die glasierten türkisfarbenen Fliesen wurden für den Maler Geccelli nun zum Auslöser für eine intensive Beschäftigung mit dieser Farbe. Er beschreibt seine Begeisterung mit folgenden Worten: "In dieser Farbe sprang mich etwas an, das gemalt werden wollte. Das Türkis ist schwebend hell, kaum zu bestimmen, durch eine Glasur fast entmaterialisiert. Die Farbe transzendiert die Stofflichkeit der recht massiven Fliese. Farbe als Licht befreit sich vom Objekt. Das ist mein Thema! Dieses Türkisgrün hat mich aufgefordert, durch mich in eine Bildlichkeit gebracht zu werden." So realisierte der Künstler seit 2008 in sorgfältiger Arbeit mehrere Bilder, die sich durch feinste, für das Auge kaum wahrnehmbare Farbabstufungen auszeichnen. Diese werden in dieser Ausstellung mit zahlreichen Farbstudien und Skizzen - in unmittelbarer Nähe zu den Fliesen - präsentiert. Änderungen vorbehalten |
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