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AKTUELLES

Gemischtes Doppel II
Transformationen
Tschthinzscht. Urban.

Gemischtes Doppel II: Rainer Gottemeier, Beate Rothensee
Stipendiaten 2012 + Kunst-Förderpreisträger 2013
des Landes Brandenburg
30.08. - 26.10.2014


Die Phänomene Licht und Dunkelheit, Zeit und Raum, Farbe und Klang, Bewegung und Ruhe, Schärfe und Unschärfe, Transparenz und Undurchsichtigkeit sind die augenfälligsten Merkmale und verbindenden Elemente in den konzeptionellen Arbeiten von Rainer Gottemeier. Seine Lichtinstallationen und Lichtobjekte, mit minimalistischen Mitteln inszeniert, sind poetische und strukturelle Bilder mit oftmals philosophischem Hintergrund.
Ein zentrales Thema im Werk von Beate Rothensee ist die Transformation vom Profanen zum Sakralen. Dazu verfremdet die Künstlerin Alltagsgegenstände, wie etwa Verpackungsmaterial. Es entstehen neue, überraschende Sichtweisen: auf den ersten Blick kostbare Ikonen, goldene Tempel, wertvolle Schreine. Vornehmlich ist daran die Frage geknüpft, wie sich das Gefühl für das Kostbare, das Heilige verändert hat.


Transformationen.
Körper, Kunst, Medizin - Im Rahmen des Carl-Thiem-Jahres
Elena Acquati, Chris Hinze, Kathrin Karras, David Lehmann,
Orlan, Zsu Szabó
30.08. - 26.10.2014


Anlässlich des Jubiläumsjahres des Carl-Thiem-Klinikums präsentiert das dkw. eine Sonderausstellung, die künstlerische Arbeiten vorstellt, die sich dem Thema der Transformationsprozesse des menschlichen Körpers durch medizinische und künstlerische (Ab-)Bildverfahren widmen. Meist von Bildmaterial aus der Medizin ausgehend - Röntgenaufnahmen, MRT-Scans etc. - entwerfen die Kunstwerke ein Bild des menschlichen Körpers jenseits analytischer Kategorien zur Optimierung oder zum Funktionserhalt. Vielmehr gehen sie der Frage nach, wie sich menschliche Identität(en), soziale Zuschreibungen, psychische Zustände und Bedingungen usw. beschreiben und darstellen lassen. Vielfach tasten die Bilder hierbei den menschlichen Körper geradezu ab, um die Grenze der Physis auszuloten und gleichermaßen auch über die Bildproduktion selbst zu verschieben oder zumindest in Frage zu stellen.


Tschthinzscht. Urban.
I. 6.2. - 9.4.2014 / II. 18.4. - 24.6.2014 / III. 29.8. - 24.10.2014

Annemarie Balden-Wolff, Ursula Döbereiner,
Hermann Glöckner, Stéphanie Nava, Wilhelm Rudolph,
Gwen Rouvillois, Katharina Schmidt, Esther Stocker,
Albert Wigand, Eva-Maria Wilde, Willy Wolff


Das Faszinierende oder Irritierende einer Ausstellung ist nicht einzig in den Werken selbst zu entdecken, sondern ebenso sehr in dem Dazwischen. Die Ausstellungsreihe "Tschthinzscht" zeigt Zeichnungen und Collagen von Künstlerinnen der Gegenwart sowie eine Auswahl grafischer Arbeiten aus dem Bestand des dkw.. Diese konzentrierte Gruppierung versammelt unterschiedlichste Arten künstlerischen Ausdrucks, die sich vielfältig aufeinander beziehen. Alle sprechen sie die Sprache der Moderne, dies jedoch in verschiedenen Dialekten und Modulationen, die Fragen provozieren.
In diesem Sinn ist auch der Ausstellungstitel zu verstehen. In den 1910er Jahren mimt die Soubrette Liesl Karlstadt in einer Komödie mit Karl Valentin Herr Tschthinzscht, einen chinesischen Salonkomiker und singt auf Chinesisch. Tatsächlich verbindet sie Phantasiesprache und bayrischen Volksmund zu einem chinesisch anmutenden Sing-Sang. Das vermeintliche Kauderwelsch dieser Bühnenfigur verdeutlicht wie Sprache zwischen Prägnanz und Obskurität changiert. Die erste Edition - "Tschthinzscht. Urban" - widmet sich künstlerischeren Positionen, welche vor allem das Medium Zeichnung nutzen, um die Ausdrucksformen sprich das Vokabular städtischer Oberflächen zu untersuchen.


Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross
Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross

Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross
Blick in die Ausstellung in der BlackBox des dkw.
Foto: Marlies Kross

"Tschthinzscht" ist ein mehrteiliges Ausstellungsunternehmen, welches auf Initiative Eva-Maria Wildes hin entstand und weiterhin entsteht. Die Künstlerin unterrichtet am Lehrstuhl für Plastisches Gestalten der BTU Cottbus-Senftenberg Architekturstudierende im Zeichnen. Ein Anliegen des Projekts ist nicht nur die Kooperation zwischen Universität und Kunstsammlung zu stärken, sondern vor allem den Studierenden neben der praktischen Arbeit, die Möglichkeit zu geben an Originalen die Gestaltungsoptionen zeichnerischen Ausdrucks zu erfahren und darüber zu sprechen. Generell gilt für "Tschthinzscht", dass der Dialog vor den Werken unverzichtbar ist und im Rahmen eines Begleitprogramms, mit Filmabend, Künstlergespräch u.m., auf verschiedenste Weise initiiert werden soll.

... II. 18.4. - 24.6.2014:

Die Ausstellung in der Black Box geht weiter! Einfach ab- und wieder aufgebaut wird jedoch nicht. Im zweiten Teil der Präsentation transformieren die Künstlerinnen Eva-Maria Wilde und Ursula Döbereiner den Raum samt Ausstellung. Manche der bereits ausgestellten Werke werden entfernt, andere umgehängt und neue hinzugefügt. Zudem fertigen sie raumbezogene Wandarbeiten, arrangieren damit ein Gefüge für alle übrigen Werke und zeigen, dass Zeichnung auch jenseits von Papier existiert. Ziel ist es, Schnittpunkte und Abweichungen, im jeweiligen Umgang mit den Formsprachen der Moderne und Erfahrungen städtischen Lebens, erkennbar zu machen. Aus dem Bestand des dkw. sind Zeichnungen und Collagen von Annemarie Balden-Wolff, Hermann Glöckner, Albert Wigand, Willy Wolff und Hans Kinder zu sehen.

... III. 29.8. - 24.10.2014:
Annemarie Balden-Wolff, Christa Böhme, Kerstin Cmelka, Sylvie Ungauer

Haben sich die ersten beiden Teile der Ausstellungsreihe unter dem Vorzeichen "urban" der Repräsentation von Stadt im künstlerischen Medium der Zeichnung gewidmet, so ändert sich inhaltlich die Perspektive für die dritte und abschließenden Präsentation von "Tschthinzscht". Der Mensch beziehungsweise der weibliche Körper steht nun im Zentrum der Betrachtung. Wie in den übrigen Ausstellungen der Reihe werden historische und zeitgenössische Positionen mit einem zeichnerischen Ansatz vorgestellt. Die skizzenhaften Aktzeichnungen von Christa Böhme und die feinen Tuschearbeiten von Annemarie Balden-Wolff verbildlichen je auf eine eigene Weise das Verhältnis zwischen Figur und Raum und verweisen in ihrer Unterschiedlichkeit auf die Qualität der anderen. Die Zeichnungen von Böhme sind bestimmt durch einen malerischen Einsatz der Kohle. Der Wechsel von Verwischungen und straken schwarzen Linien verleihen den Körpern eine plastische Wirkung. Balden-Wolff hingegen setzt ihre Körper-kompositionen filigran aus vielen kleinen Einzelstrichen zusammen. Die textil anmutenden Oberflächen wirken mal undurchlässig, mal weich. Neben den Arbeiten der DDR-Künstlerinnen sind die zeitgenössischen Zeichnungen von Sylvie Ungauer und die Plakatarbeit von Kerstin Cmelka zu sehen. Die Filzstiftzeichnungen der Serie "Maisons" thematisieren prägnant das Verhältnis von Figur und der Architektur in der sie sich bewegt. Die Protagonistinnen bekannter Filme tragen hier die zentralen Häuser der Handlung auf dem Kopf. Die übrigen ausgestellten Arbeiten zeigen weitere Formen der Umhüllung von Körper. Ähnlich wie bei Böhme und Balden-Wolff geht es um Formen von Intimität, aber auch um Abgrenzung. Hingegen verweist Kerstin Cmelka mit ihrem Plakat darauf das Körper auch öffentliche Oberflächen sind und damit Reproduktionsflächen gesellschaftlicher Erwartungen. Beide Positionen belegen die Aktualität der Frage nach Stellung des weiblichen Körpers im gesellschaftlichen Raum. Wie verhalten sich diese Körper zu ihrem Umfeld, wie wird auf sie geschaut, wer schaut auf sie? Die alle Künstlerinnen nutzen das Medium Zeichnung um ebensolchen Fragen je andere Aspekte abzugewinnen.



Kuratiert von Eva-Maria Wilde und Ulrike Kremeier. Eine Ausstellung in Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg, Fakultät für Architektur, Bauingenieurswesen und Stadtplanung, Lehrstuhl für Plastisches Gestalten.


(Änderungen vorbehalten)

 

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