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AKTUELLES

Ich möchte kein gefangener Vogel im Käfig sein. Annemirl Bauer
Gegen den Strich
dkw. extern. Die dkw.-Sammlung auf Reisen

Ich möchte kein gefangener Vogel im Käfig sein
Annemirl Bauer
25.04. - 21.06.2015


Unter dem Titel "Ich möchte kein gefangener Vogel im Käfig sein" zeigt das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus die erste umfassende Museumsausstellung der Malerin Annemirl Bauer.

In drei thematisch ausgerichtete Kapitel eingeteilt, zielt die Ausstellung darauf ab, das bis dato maßgeblich gesellschaftspolitisch eingeordnete Werk der Künstlerin kunsthistorisch zu reflektieren sowie dessen künstlerische Bildmodalitäten und Referenzen zu befragen.
Im ersten Kapitel der Ausstellung werden unter dem Begriff "Sehnsuchtsorte und Projektionsräume" Bildwerke vorgestellt, die mit formalen und inhaltlichen Verweisen auf die französischen Avantgarden des frühen 20sten Jahrhunderts den Mittelmeerraum ins Zentrum des Blicks rücken. Unter dem Titel "Öffentliche Handlungsräume" fokussiert das zweite Ausstellungskapitel auf Arbeiten, die das künstlerische Bild als kommentierten und kommentierenden, erweiterten Raum realen und symbolpolitischen Handelns postulieren. Das dritte Kapitel stellt unter dem Stichwort "Rückzugsräume" Werke vor, die parallel zur öffentlichen Sphäre eine geradezu idealtypische Privatheit festschreiben. Porträts ihrer Tochter Amrei Bauer, ihrer Mutter - der Malerin Tina Bauer-Pezellen - sowie von Freunden und Nachbarn stehen hier im Mittelpunkt. Doch auch hier wird offensichtlich, das dem Privaten das Politische immanent ist.

Annemirl Bauer
Bohley (eingeschlossen, § 99), 1984
Öl auf Holz
© Nachlassarchiv Annemirl Bauer
Annemirl Bauer
Bohley (eingeschlossen, § 99), 1984
Öl auf Holz
© Nachlassarchiv Annemirl Bauer

Ihr Leben lang setzte sich Annemirl Bauer (1939-1989) gegen Militarisierung, für ein Reiserecht aller DDR-Bürger und Selbstbestimmung ein, protestierte gegen gewaltsame Ausbürgerung und Freikaufgeschäfte und lotete kritisch das Geschlechterverhältnis in modernen Gesellschaften aus. Ihre Haltung, die sie über ihre Kunst formulierte, manifestierte sich in der Konsequenz ihres künstlerischen Handelns. In ihren Bildern verknüpft sich ein präziser, kritischer Blick auf gesellschaftliche und politische Bedingungen mit poetischen, aber vielfach auch humorvollen Lebensentwürfen. Die Autonomie ihres Denkens und ihrer Bildsprache, von der jedes ihrer Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Objekte zeugt, hat Annemirl Bauer zu einer Dissidentin gemacht: Marginalisierung, Ausschluss und Isolation waren die Konsequenz.

Annemirl Bauer
Buki, o.J.
Gouache, Collage auf Papier
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Annemirl Bauer
Buki, o.J.
Gouache, Collage auf Papier
© Nachlassarchiv Annemirl Bauer

Das Werk Annemirl Bauers steht für ein politisches Verständnis von Kunst, die aktuell im Zeitgeschehen verankert eine eigene Formensprache fand, um einen kritischen (Bild-)Raum zwischen Wirklichkeitsreflexion und Utopieproduktion herzustellen. Ein Teil ihres Werks verhält sich explizit zu politischen und gesellschaftsrelevanten Themen der DDR und bezieht kritisch Positionen zu Fragen der öffentlichen Sphäre. Ein anderer Teil der Bilder Annemirl Bauers hingegen scheint geradezu eine private Parallelwelt zu reflektieren bzw. gar herzustellen, indem vielfach porträtierte Familienmitglieder und Freunde zu Stellvertretern eines (symbolischen) Frei-, Rückzugs- und Schutzraums werden.

Prologisch zur Einzelausstellung Annemirl Bauers im April 2015 im dkw. präsentierte das Museum bereits zwei kleine, komplementär angelegte Ausstellungen: im Landtag Brandenburg mit dem Titel "eingeschlossen / ausgeschlossen" (14.10. - 31.12.2014) und im dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus mit dem Titel "ausgeschlossen /eingeschlossen" (06.12.2014 - 18.01.2015).

Sämtliche Werke der Ausstellungen sind Leihgaben des Annemirl Bauer- Nachlassarchivs. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

Ausstellungseröffnung: Freitag, 24. April 2015, 19.00 Uhr, Eintritt frei!
Einladungskarte hier...


Gegen den Strich
Zeichnungen, Druckgrafik, Fotografie und Plakat
aus der Sammlung des dkw.
28.03. - 07.06.2015


Als Pendant zur Werkausstellung von Annemirl Bauer (Eröffnung 24. April) werden Arbeiten und Handschriften von Künstlern aus der DDR vereint, die dem kritischen Potential der Kunst auf sehr unterschiedliche Weise immer wieder Raum gaben.

Matthias Leupold
Ohne Titel, 1985
C-Print
Foto: dkw.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Matthias Leupold
Ohne Titel, 1985
C-Print
Foto: dkw.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Ihre Arbeiten fielen entweder ganz aus dem kulturpolitisch vorgegebenen Rahmen oder verließen diesen oftmals unbemerkt, mit hintergründigen Anspielungen und dem Zwischen-den-Zeilen-Lesen, das der geübte DDR-Bürger beherrschte. Zudem wurde dem Experimentellen und Nichtgegenständlichen, wenn überhaupt, im Bannkreis des sozialistischen Realismus, nur eine Randexistenz zugebilligt. Jedoch lassen sich gerade in den 1980er Jahren mehr und mehr unkonventionelle, eben gegen den Strich "gebürstete" künstlerische Haltungen beobachten. Einerseits lenkten sie Perspektiven auf ungeschönte, "übersehene" Alltäglichkeit im Sozialismus und andererseits operierten sie mit ungewöhnlichen Blickwinkeln oder Materialien.

Klaus Hähner-Springmühl
Der Schlaf, 1989
Fotografie, Latex, Fettstift, Klebestreifen auf Karton
Foto: Ludwig Rauch
Klaus Hähner-Springmühl
Der Schlaf, 1989
Fotografie, Latex, Fettstift, Klebestreifen auf Karton
Foto: Ludwig Rauch
Zeichnung/Druckgrafik:
E.R.N.A., Michael Diller, Klaus Hähner-Springmühl, Bernd Schlothauer u.a.

Fotografie:
Gundula Schulz Eldowy, Matthias Leupold, Jens Rötzsch, Rudolf Schäfer u.a.

Plakat:
Manfred Butzmann, Lutz Dammbeck, Jürgen Haufe, Joseph W. Huber u.a.



dkw. extern. Die dkw.-Sammlung auf Reisen

Spuren (des Alltags) - Fotografien aus der Sammlung des dkw.
Januar - Dezember 2015


Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus verantwortet im Jahr 2015 die künstlerische Bespielung des Brandenburgischen Landtags in Potsdam.

Stephanie Steinkopf
Aus der Serie: Manhattan - Straße der Jugend, 2012
Fine Art Print
Foto: Künstlerin
Stephanie Steinkopf
Aus der Serie: Manhattan - Straße der Jugend, 2012
Fine Art Print
Foto: Künstlerin

Die hierzu konzipierte Ausstellung stellt ca. 300 Fotografien aus dem Sammlungsbestand vor, die von künstlerischen Blicken auf 50 Jahre Alltag (in Brandenburg und anderswo) zeugen. Jene Repräsentationen gesellschaftlicher, kultureller und politischer Alltagswelten verweisen auf vielschichtige Lebenswirklichkeiten und Identitätsaspekte, die in individuelle und kollektive Räume eingeschrieben sind. Ein Darstellungsschwerpunkt liegt hierbei auf Abbildungen privater Sphären und Porträts, die Aufschluss über soziale Zusammenhänge geben. Des Weiteren steht der Themenbereich Arbeit im Fokus. Eingebettet werden diese beiden Hauptsujets in mehrteilige fotografische Bilder Brandenburgischer Landschafts- und Stadtansichten, die von den Veränderungen eines Flächenlandes in verschiedenen zeitlichen und politischen Epochen sprechen.


(Änderungen vorbehalten)

 

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