• dkw. Kunstmuseum
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AKTUELLES

Rudi Meisel. Landsleute 1977 - 1987. Two Germanys
26.11.2016 - 15.1.2017


Biedere Behaglichkeit, unwirtliche Wohnsiedlungen, nachbarlicher Schwatz, bierselige Stammtische, jugendliche Rebellion, kurzweilige Volksfeste, baufällige Straßenzüge - der westdeutsche Fotograf Rudi Meisel (Jahrgang 1949) hat über einen Zeitraum von elf Jahren das alltägliche Leben der kleinen Leute hüben wie drüben eingefangen. Seine bildjournalistischen Dokumente fügen sich zu einem einzigartigen zeitgeschichtlichen Archiv zusammen und irritieren und erstaunen ob der Ähnlichkeit der Sujets. Was ist spezifisch West, was Ost? Oft geben erst die Bildtitel eine verlässliche Sicherheit bei der Zuordnung.
Als einer der wenigen westdeutschen Fotografen bereiste Rudi Meisel mehrmals im Jahr die DDR. Im Auftrag zahlreicher Medien konnte er dort den Alltag dokumentieren - eine Besonderheit zu jener Zeit. In der Tradition der Street Photography interessiert ihn der Alltag jenseits staatlich gelenkter Propaganda und Inszenierung. Sein Blick auf den sozialistischen Staat ist offen, neugierig und frei von Polemik, Häme oder Herablassung. An sich schon wertvolle visuelle Primärquellen und authentisches Anschauungsmaterial, erhalten diese Bilder in der Gegenüberstellung mit seinen Fotografien aus Westdeutschland eine zusätzliche Bedeutungsebene. Denn sie geben in ihrem Zusammenspiel und Vergleich Aufschluss über die Frage nach Prägungen, die so etwas wie "Das Deutsche" oder Eigenheiten des deutschen Volkes ausmachen.

Rudi Meisel. Aus dem Zyklus
Rudi Meisel. Aus dem Zyklus "Landsleute 1977 - 1987. Two Germanys." Wildstraße, Essen-Vogelheim, 1977. Silbergelatineabzug.
Copyright: Rudi Meisel

Die Ausstellung wurde 2015 für C/O Berlin von Felix Hoffmann kuratiert. Sie zeigt zum Teil nie ausgestellte Fotografien von Rudi Meisel. Zur Ausstellung erschien eine Publikation im Kehrer Verlag Heidelberg.


Aus Anlass der aktuellen globalen politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse und Debatten hat das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus eine kurzfristige Programmänderung vorgenommen und zeigt zwei Ausstellungen und eine Projektpräsentation zum Thema Krieg und seine Folgen.
Die vom dkw. konzipierten und organisierten Ausstellungen werden ebenso wie die Projektpräsentation im Sommer 2017 in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau gezeigt.

Zu den drei Expositionen erscheint eine Ausstellungsbroschüre mit umfangreichem Bildmaterial und Texten.


Los desastres de la guerra / Die Schrecken des Krieges
Francisco de Goya
8.10.2016 - 1.1.2017 / Eröffnung 7.10.2016, 19.00 Uhr


Der aus 82 Radierungen bestehende Zyklus "Los desastres de la guerra" von Francisco de Goya entstand in den Jahren 1810 - 1814 unter dem Titel "Fatales consequencias de la sangriente guerra en Espana con Buonaparte" (Verhängnisvolle Folgen von Spaniens blutigem Krieg gegen Bonaparte).
Als Goya 1823/24 nach Bordeaux emigrierte, blieben die Druckplatten des Werks in Spanien. Jenseits der von Goya selbst als Probedruck gefertigten Mappe wurden die "Desastres" erst 35 Jahre nach seinem Tod, also im Jahr 1863, erstmalig veröffentlicht. Die Auflage belief sich auf sechs Exemplare der vollständigen Mappe.

Francisco de Goya, Los desastres de la guerra / Die Schrecken des Krieges, 1810-1840 / 1863, Blatt 72: Die Resultate, Radierung, Anhaltische Gemäldegalerie Dessau
Francisco de Goya
Los desastres de la guerra / Die Schrecken des Krieges, 1810-1840 / 1863, Blatt 72: Die Resultate
Radierung
Anhaltische Gemäldegalerie Dessau

Mit den 80 Motiven schuf Goya Bilder, die von Krieg als einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit aller Beteiligten zeugen und die dessen Gräuel ebenso anklagen, wie sie sich gegen die Fremdherrschaft aussprechen.
Francisco de Goya, Erster Maler des spanischen Hofes, war einerseits dem herrschenden Machtgefüge zugehörig, andererseits Maler des Volkes, spanischer Patriot und zugleich Träger der französischen (Revolutions-)Ideen. Goyas über die Kunst formulierte Kritik an den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen seiner Zeit durchziehen das gesamte Œuvre des Künstlers, werden aber im Verlauf seines Schaffens inhaltlich zunehmend vehementer und im Hinblick auf die Bildsprache drastischer. Dies zeigt sich insbesondere in seinen Grafikzyklen. Während die "Caprichos" (1797-1799) eine erste Bilanz der Auseinandersetzung mit der Spätphase der höfischen Kultur in Madrid sind, sind die "Desastres" zu einem Plädoyer geraten, welches Karl Marx als eine eindeutige Positionierung wertet: "Imperialismus und Emanzipation der Völker sind unvereinbar." (K. Marx: Das revolutionäre Spanien. In: MEW, Bd. 10, Berlin 1982, S. 431)

Der Zyklus "Los desastres de la guerra" ist eine Leihgabe der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau.


Parallel zur Ausstellung mit Werken von Francisco de Goya im dkw. präsentiert die Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus unter dem Titel DAS KOMMT UNS SPANISCH VOR vom 5.10. bis 30.12.2016 in einer "Ausstellung zum Mitnehmen" spanische Literatur, Musik-CDs, DVDs sowie Sachbücher über den Maler und sein Heimatland.
Das Obenkino Cottbus bringt während der Ausstellungslaufzeit mit Aufführungen zweier aktueller Filme der Regisseure Pedro Almodòvar und Iciar Bollain Aspekte des modernen Spaniens ins Bild.


Keiner hat uns gesagt, ihr geht in die Hölle.
Fotografien und Grafiken aus Dresden und Kobane. Robin Hinsch, Richard Peter sen. und Wilhelm Rudolph
8.10.2016 - 1.1.2017 / Eröffnung 7.10.2016, 19.00 Uhr


Die Ausstellung, deren Titel ein Zitat aus Wolfgang Borcherts Theaterstück "Draußen vor der Tür" ist, verknüpft Auszüge aus der 1947 entstandenen Fotoserie "Dresden - Eine Kamera klagt an" von Richard Peter sen. mit Handzeichnungen und Druckgrafiken von Wilhelm Rudolph, die aus derselben Zeit stammen und ebenfalls auf die zerstörte Nachkriegsstadt verweisen sowie mit einer Auswahl von Fotografien aus der Serie "Kobane" von Robin Hinsch. Jene Bilder wurden 2015, ein Jahr nach dem Angriff durch die Terrormiliz IS in der nordsyrischen Stadt Kobane aufgenommen.

Wilhelm Rudolph, Dresden - Lindenstraße, um 1946,Kreide, Bleistift, dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus,Foto: Andreas Kämper
Wilhelm Rudolph
Dresden - Lindenstraße, um 1946
Kreide, Bleistift
dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
Foto: Andreas Kämper

Alle drei Bilderreihen zeugen von einem künstlerischen Blick auf weitgehend menschleere, durch Krieg zerstörte, ehemals städtische Lebensräume, die als solche dysfunktional geworden sind. Festgehalten wurden jene Nullstunden deren Auflösung und Perspektive im Moment der Bildentstehung im Ungewissen ist. Formal konsequent sind die Motive aller Bilder geradezu im Nichts angesiedelt und werden förmlich ortlos, sind nicht mehr verortbar. Die von Robin Hinsch fotografierten urbanen Ruinen lösen sich im gleichförmig gleißenden Weiß eines undefinierten Hintergrundes auf. Wilhelm Rudolphs Zeichnungen und Druckgrafiken setzen die Ansichten zerstörter Straßenzüge ebenfalls hintergrundslos im Nahblick auf das Blatt. Die Fotografien von Richard Peter sen. offenbaren beizeiten einen Blick in Ferne. Doch ist auch hier nicht der Horizont im Fokus, sondern die Horizontlinie, die durch die Ruinenlandschaften gekennzeichnet wird.

Die Exponate der Ausstellung "Keiner hat uns gesagt, ihr geht in die Hölle" stammen aus dem Sammlungsbestand des dkw.


Rechtsruck. Eine fotografische Dokumentation
aus den frühen 1990er Jahren. Ludwig Rauch
Mit einem Text von Michael Freitag,
gelesen von Heidrun Bartholomäus
8.10.2016 - 1.1.2017 / Eröffnung 7.10.2016, 19.00 Uhr


Die Serie "Neonazis in Deutschland" von Ludwig Rauch, fotografiert in den Jahren 1991-1993, zeigt Menschen, die sich eindeutig erkennbar als Neonazis positionieren, aber auch solche, die nicht auf den ersten Blick identifizierbar einem rechten politischen Spektrum zuzuordnen sind. Mehr als 20 Jahre sind seit dem Entstehen jener Serie vergangen.

Ludwig Rauch, Aus der Serie Neonazis in Deutschlad, 1991-1993, Foto und © Ludwig Rauch
Ludwig Rauch
Aus der Serie "Neonazis in Deutschlad", 1991-1993
Foto und © Ludwig Rauch

Zwischenzeitlich hat sich nicht nur die gesellschaftspolitische Weltlage neuerlich verschoben, sondern auch das Parteiengefüge Europas massiv verändert. Nicht nur in Deutschland hat in den vergangenen Jahren der Zuzug von Geflüchteten die Unsicherheit der Mehrheitsgesellschaft zu einem erneuten Aufkeimen nationalistischer und rassistischer Ideen geführt. Jene Tendenz, die heute vielfach als neues Phänomen verhandelt und mediatisiert wird, zeichnete sich bereits in den frühen 1990er Jahren ab. Doch während sich damals Menschen am rechten politischen Rand in ihrem Selbstverständnis und ihrer ikonographischen Selbstinszenierung an ihren Vorbilder der Nazizeit ausrichteten, ist der rechte Diskurs heute in der Mitte unserer Gesellschaft angelangt und dort gedanklich sowie sprachlich als faschistoide Latenz salonfähig geworden. Diese ist zwar nicht zwangsläufig mit einer gefestigten faschistischen Ideologie zu verwechseln, doch die realpolitische Trennlinie ist hauchdünn.
Die fotografische Dokumentation von Ludwig Rauch erinnert an die ersten sichtbaren, deutschlandweiten Anzeichen des Rechtsrucks im vereinten Deutschland.

dkw. extern. Die dkw.-Sammlung auf Reisen

Kunst im Landtag Brandenburg

KUNST/PLAKAT/KUNST.
Aus der Sammlung des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
Januar - Dezember 2016. Eröffnung am 20. Januar 2016.


Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus verantwortet im Jahr 2016 die künstlerische Bespielung des Brandenburgischen Landtags in Potsdam.

Das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus präsentiert in der Jahresausstellung 2016 des Brandenburgischen Landtags Plakatkunst aus dem Zeitraum 1965 bis heute. Die Ausstellung eröffnet sowohl Rückblicke auf die Entwicklungslinien im Bereich der Plakatkunst als auch Einblicke in die gegenwärtige Produktion. Gleichermaßen dokumentiert sie ein Stück Sammlungsgeschichte und Profil der Abteilung Plakatkunst des Museums.

Helmut Brade
Das Plakat als Kunstgegenstand, 1979
Siebdruck, 99,8 x 69,5 cm
Helmut Brade
Das Plakat als Kunstgegenstand, 1979.
Siebdruck, 99,8 x 69,5 cm
Copyright: Helmut Brade

Die Exposition zeigt vorrangig Kulturplakate, aber auch Arbeiten zu sozialen Themen und Umweltproblemen aus Ländern wie Deutschland, Frankreich, Finnland, Japan, China, Polen, Russland und der Schweiz.
Beginnend mit künstlerischen Plakaten der 1960er Jahre aus der DDR konzentriert sich die Auswahl auf Beispiele der 1980er und 1990er Jahre, die von einem spürbaren Aufschwung der Plakatkunst in Ostdeutschland gekennzeichnet waren. Bereits in den siebziger Jahren profilierten sich die meisten der heute für die Sammlung wichtigen Plakatkünstler, die über viele Jahre das Bild des DDR-Plakates prägten. Sie brachten Experimentierfreude und frische Ideen in das Plakatschaffen ein. Mit neuen konzeptionellen Ansätzen und eigenen Stilmitteln haben diese Künstler, deren Hauptbetätigungsfeld im Bereich der Kunst und Kultur lag, auf sehr unterschiedliche und höchst eigenwillige Weise zur Belebung der Plakatlandschaft beigetragen.
KUNST/PLAKAT/KUNST zeigt nicht nur einen repräsentativen Querschnitt nationaler und internationaler Plakatkunst aus den Beständen des Museums, vielmehr präsentiert sie auch eines der wesentlichen öffentlichen Museen des Landes Brandenburg mit seinem überregional renommieren Sammlungsbestand.

Die Ausstellung ist vom 20. Januar bis 19. Dezember 2016, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr (außer an gesetzlichen Feiertagen) im Brandenburgischen Landtag in Potsdam zu sehen.



Dauerleihgabe

Im Büro des Präsidenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. DSc. h.c. Jörg Steinbach, werden zwei Kunstwerke aus den Beständen des dkw. als Dauerleihgabe präsentiert. Die beiden ausgewählten Gemälde stammen von Künstlern aus dem Land Brandenburg.
Es handelt sich dabei um die "Teichlandschaft" aus dem Jahre 1979 von Frank Merker (1944 - 2008) und um eine Arbeit der Künstlerin Rosemarie Schulze (*1952) mit dem Titel "Blick auf die Peitzer Teiche" von 1978.


(Änderungen und Ergänzungen vorbehalten/Stand 22.11.2016)

 


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