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AKTUELLES

Im Vorbeigehen: Von Städten, Frauen und Männern
Otto Dix
Cottbus / Dieselkraftwerk
2.9. - 19.11.2017

Wie kaum ein anderer deutscher Künstler fing der Maler und Grafiker Otto Dix (1891 - 1969) in seinen kraftvollen Werken die brüchigen Zeiten der 1920er-Jahre in all ihrer Widersprüchlichkeit ein. Seine realistischen, manchmal hart überzeichneten Bildwelten prägen das kollektive Gedächtnis an die Weimarer Republik bis ins Heute. Im neuen Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst zeigen zwei Ausstellungen an den Standorten Cottbus und Frankfurt (Oder) Arbeiten von Otto Dix, seiner Zeitgenossin Erna Schmidt-Caroll (1896 - 1964) sowie aus der neu vereinten Sammlung aus den 1970er- und 1990er-Jahren.

Die beiden zeitlich parallel laufenden Ausstellungen "Im Vorbeigehen: Von Städten, Männern und Frauen" in Cottbus und "(Quer)Köpfe" in Frankfurt (Oder) bilden den Auftakt der Programmverzahnung beider Standorte durch thematische, künstlerische und kunsthistorische Zusammenhänge sowie die gemeinsamen Kontextualisierung der gesamten Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst.

In der Ausstellung im Dieselkraftwerk in Cottbus wird Malerei und Grafik von Otto Dix aus den 1920er-Jahren zu sehen sein. Die Werke zeigen den künstlerischen Blick von Otto Dix auf seine Zeit.
Seine Kunst spiegelt sowohl das hedonistische Lebensgefühl der sogenannten Goldenen Zwanziger, wie die Verwerfungen der Gesellschaft und der folgenden Weltwirtschaftskrise. Eine besondere Rolle spielt die veränderte Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, die sich als vollkommen neues Thema in Kunst und Gesellschaft niederschlägt. Dix' Bildwelten zeigen das urbane Sozialgefüge der Weimarer Republik, nächtliche Stadtansichten zu Prostitution, Erotik und Gewalt und das illustre Freizeit- und Kulturleben sowie das Arbeiterleben in den Metropolen der 1920er-Jahre.

Das Spektrum der rund 60 in Cottbus vereinten Ausstellungsexponate von Otto Dix reicht von selten gezeigten Gemälden zu Klassikern seiner grafischen Werkzyklen sowie vergleichsweise unbekannten Holzschnitten.

(Quer)Köpfe
Otto Dix, Erna Schmidt-Caroll und Sammlung
Frankfurt (Oder) / Rathaushalle
03.09.2017 - 19.11.2017


In der Ausstellung (Quer) Köpfe in der Rathaushalle in Frankfurt (Oder) treffen ca. 25 Porträts von Otto Dix auf 45 Werke seiner Zeitgenossin Erna Schmidt-Caroll sowie auf mehr als 50 Arbeiten der 1970er- und 1990er-Jahre aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst.

Für seine entwaffnenden Porträts der Neuen Sachlichkeit war Otto Dix schon zu Lebzeiten berühmt, er galt als Meister dieser traditionsreichen Gattung, der er ganz neue Impulse verlieh. Seine Malerkollegin Erna Schmidt-Caroll wirft einen feineren, psychologisierenden Blick auf die von ihr festgehaltenen Gesichter. Die Künstlerin wirkte auch als Modezeichnerin und Buchillustratorin in Berlin und München. Sie arbeitete in den 1920er-Jahren an einer facettenreichen Darstellung der Gesellschaft, insbesondere das pulsierende Leben der Großstadt war ihr Thema. Skizzenhaft stellt sie Menschen im Café dar, Passanten auf der Straße sowie im Getriebe der Metropole.
Vor allem widmet sie sich der modischen und modernen Frau der 1920er-Jahre, die als "Neue Frau" in die Geschichte einging.

Die unterschiedlichen Positionen aus den 1920er- und 1930er-Jahren werden mit Werken aus der Sammlung (u.a. von Lutz Friedel, Clemens Gröszer, Herta Günther, Ulrich Hachulla, Harald K. Schulze, Volker Stelzmann, Doris Ziegler u.v.m.) kontrastiert, die aus den 1970er- und 1990er-Jahren stammen und sowohl die Differenzen wie Analogien in ihren Porträtauffassungen zeigen. Mit vielen selten gezeigten Werken aus der Sammlung wirft die Ausstellung einen präzisen wie kritischen Blick auf eines der zentralen Themen der Kunstgeschichte. Fragen nach sozialer Repräsentation und identitärer (Selbst-)Vergewisserung spielen in dieser Bildgattung eine ebenso wichtige Rolle wie eine kritische Gesellschaftsbetrachtung.


Zwischen/Schritte
Hans-Georg Wagner
2.9. - 19.11.2017

Die Ausstellung stellt eine explizite und räumliche Verbindung zwischen Skulpturen und großformatigen Drucken aus dem Werk des in Cottbus ansässigen Künstlers Hans-Georg Wagner (1962, Havelberg) her. Im Zentrum seines künstlerischen Interesses stehen Fragen nach Repräsentationsmodalitäten des menschlichen Körpers. Ausgehend von klassischen Aktauffassungen lotet der Künstler über Holz-, Bronze- und Papierarbeiten unterschiedliche Möglichkeiten der künstlerischen Ausformulierungen der Figur sowie des Verhältnisses von Figur und Raum aus. Bereits in der Werkstoffwahl und ihrer jeweiligen Bearbeitung liegt hier eine bewusste Entscheidung für die Produktion sensibler Ambivalenzen. Die präzise Bearbeitung des Materials der Holz- oder Bronzeskulpturen zielt nie auf naturalistische, sondern vielmehr schematische Darstellungen meist fragmentierter Körper ab. Die in dezenten Farben auf dünnem, japanischem Papier gedruckten Holzschnitte zeigen ebenfalls formal reduzierte Körperformen, die immer die Fragilität des Einzelnen und die Zerbrechlichkeit der Zweisamkeit thematisieren. In allen Ausdrucksvarianten beruht Hans-Georg Wagners Ansatz auf dem permanenten Versuch, vermeintlich Gegensätzliches in ein Spannungsverhältnis zu bringen.


Innerlich frei bleiben
Christa Böhme und Lothar Böhme
Malerei
16.9. - 19.11.2017

Glücklicherweise ist es gelungen, nach über 30 Jahren die Werke von Christa Böhme (1940-1991) und Lothar Böhme (* 1938) wieder in einer Ausstellung zu vereinen. Ihre Handschiften zählen zur sogenannten "Berliner Schule", die sich Ende der 1960er Jahre in Abkehr von der geforderten genrehaften Alltagsschilderung wie dem Heldenpathos in der Ostberliner Kunstlandschaft formierte. Im bewusst gewählten Rückzug auf wenige "private" Motive wie Stilleben, Figur, Interieur und gelegentlich (Stadt-)Landschaft suchten die Künstlerinnen und Künstler jener Strömung, insbesondere in der Positionierung zu Cézanne, ihr Werk zu entwickeln. So unterschiedlich ihre Bildauffassung erscheinen mag, so blieben Christa Böhme und Lothar Böhme doch in der Kunstauffassung seelenverwandt. Beide thematisieren auf divergierende Art die grundlegende Problematik des Bildes: von Gegenstand / Figur und Grund. In der Wiederbegegnung und spannungsvollen Gegenüberstellung wird dieser Umstand eindringlich erlebbar. Existentiell hervorkehrende Schwärze und Schwere steht gegen lyrisch leuchtende Transparenz der Bilddinge. Lothar Böhmes Gemälde zeichnen sich durch eine starke Verinnerlichung aus, die in erdig gebundenen Farbtönen den existentiellen Grund der Figur erforscht. Seine äußerste Reduzierung in den letzten Jahren auf Kopf und Halbakt, birgt ein erstaunliches Maß an Lebensenergie, trotz der hermetischen Formauffassung. In den Bildern von Christa Böhme hingegen löst die Leichtigkeit des Farbvortrags die Präsenz der Bilddinge auf, ein poetisches Schweben entfaltet sich. Die oft dünnflüssig vorgetragenen Pinselspuren gewinnen in der Verstärkung durch den weißen Bildgrund erst ihre Eigenheit. Während die Malerei von Lothar Böhme eine ausgewiesene Instanz nicht nur der ostdeutschen Gegenwartskunst ist, harrt die Kunst der Christa Böhme immer noch der Entdeckung.


Von Trinkern und Träumern
Jakob Hinrichs
16.9. - 19.11.2017

Der Berliner Künstler und Illustrator Jakob Hinrichs zeigt in der Ausstellung "Von Trinkern und Träumern" Zeichnungen, Drucke und Plakate. Im Zentrum stehen hierbei die "Der Trinker" von Hans Fallada und "Traumnovelle" von Arthur Schnitzler. Seine bildgewaltigen Arbeiten sind weniger klassische Buchillustrationen, als vielmehr visuelle Interpretationen großer literarischer Werke. Grafische Anleihen aus den 1920er-Jahren treffen hier auf aktuelle Bezüge und Erzählmethoden aus dem zeitgenössischen Comic.

"Ich habe natürlich nicht immer getrunken, es ist sogar nicht sehr lange her, dass ich mit dem Trinken angefangen habe." So erinnert sich Erwin Sommer, die Hauptfigur aus Hans Falladas Roman "Der Trinker", an seinen rasanten Abstieg vom erfolgreichen Lebensmittelgrossisten zum realitätsverleugnenden Alkoholabhängigen. Während Erwin den Weg in die Gosse antritt, nimmt seine Frau Magda die Zügel in die Hand und organisiert ihre Existenz beruflich und privat neu. Der Protagonist hingegen beschließt, sich zu Tode zu saufen und fristet sein Leben in der Anstalt. Hans Fallada wusste, wovon er schrieb, denn er verfasste das sogenannte Trinkermanuskript in der Landesanstalt Neustrelitz-Strelitz, woselbst er wegen mutmaßlichen Totschlags an seiner Frau inhaftiert war.
In seiner graphischen Neuinterpretation des Romans "Der Trinker" lässt Jakob Hinrichs seine Recherchen über den Autor und seine Biographie einfließen und führt somit eine Ebene ein, die die Realität des Schriftstellers Fallada mit dem Leben seiner Romanfigur verknüpft.

In einem weiteren Bilderroman widmet sich Jakob Hinrichs der "Traumnovelle" von Arthur Schnitzler. Auch in dieser visuellen Übersetzung einer literarischen Vorlage werden Jakob Hinrichs Inspirationsquellen und kunsthistorischen Bezüge deutlich. Seine Bilder sind geprägt von der Bildauffassung des Bauhauses ebenso wie von Abenteuer- und Superheldencomics. Ebenso unverkennbar sind Anleihen an künstlerische Haltungen wie denen von Otto Dix, Georg Grosz und Josef Lada.
Die Ausstellung von Jakob Hinrichs präsentiert einerseits zweidimensionale Arbeiten wie Siebdrucke, Holzdrucke, Scherenschnitte und Digitaldrucke, andererseits aber auch dreidimensionale Werke sowie eine eigens für die Ausstellung produzierte Zeitung. Sämtliche Arbeiten zeugen von Hinrichs spezifischer Bildsprache, die, angesiedelt zwischen Hoch- und Populärkultur, auf unterschiedliche kunst- und kulturhistorische Epochen und Systeme verweist und immer darauf abzielt, Geschichten und Geschichte in der Gegenwart zu verankern.
Jakob Hinrichs (* 1977) studierte Illustration an der UdK Berlin und arbeitet seither international für Magazine, Zeitungen und Verlage wie Nobrow, The New York Times oder The Guardian.


BLmK extern. Die Sammlung des Landesmuseums auf Reisen

Kalkül & Irritation
Galeria BWA Zielona Gora
18.8. - 10.9.2017

Werke von Norbert Bisky, Jan Brokof, DAG, Michael Geyersbach, Harald Reiner Gratz, Klaus Killisch, Stefan Lenke, Sebastian Reddehase, Adrian Sauer, Paetrick Schmidt, Heinz Schmöller, André Tempel, Jan Thomas, Heinrich Weid, Eva-Maria Wilde

VON (AB)WESENHEITEN
Kunsthalle der Sparkasse Leipzig
28.9.2017 bis 07.01.2018
Fotografie aus den Sammlungen des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst und der Sparkasse Leipzig

Werke von Ursula Arnold, Viktoria Binschtok, Kurt Buchwald, VALIE EXPORT, Kerstin Flake, Grit Hachmeister, Stephanie Kiwitt, Astrid Klein, Ulrich Lindner, Maix Mayer, Jana Müller, Manfred Paul, Ludwig Rauch, Ricarda Roggan, Michael Schade, Sigrid Schmidt, Erasmus Schröter, Maria Sewcz, Anett Stuth, Albrecht Tübke, Arthur Zalewski und anderen


Dauerleihgabe

Im Büro des Präsidenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. DSc. h.c. Jörg Steinbach, werden zwei Kunstwerke aus den Beständen des dkw. als Dauerleihgabe präsentiert. Die beiden ausgewählten Gemälde stammen von Künstlern aus dem Land Brandenburg.
Es handelt sich dabei um die "Teichlandschaft" aus dem Jahre 1979 von Frank Merker (1944 - 2008) und um eine Arbeit der Künstlerin Rosemarie Schulze (*1952) mit dem Titel "Blick auf die Peitzer Teiche" von 1978.


(Änderungen und Ergänzungen vorbehalten/Stand 14.09.2017

 


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