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AKTUELLES

Fotografien von Thomas Kläber
Plakate und andere Arbeiten von Erhard Grüttner
Weltenwechsel
Annemirl Bauer
dkw. extern. Die dkw.-Sammlung auf Reisen

Am Ende der Zeit
Fotografien von Thomas Kläber
24.01. - 15.03.2015


Dem Bild des Menschen, einem der großen, emotionalen Kernthemen der Fotografiegeschichte, widmet sich Thomas Kläber seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn. Sein großes Interesse an seinen Mitmenschen und ihrem unmittelbaren Lebensumfeld wird auch in dem einfühlsamen Fotoessay "Am Ende der Zeit" deutlich, in dem die Hauptfigur Annemarie Jatzlauk ist.
Die Inhaberin der Cottbuser Bahnhofdrogerie stand fast sechs Jahrzehnte hinter dem Ladentisch ihres kleinen Geschäftes, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein schien. Mehr als sieben Jahre lang, bis zu ihrem Tod, begleitet Thomas Kläber sie mit seiner Kamera und versucht mit den Mitteln der Fotografie das Normale, das Besondere und das Einmalige ihrer Persönlichkeit zu begreifen und darzustellen.
Er erzählt in stillen, teilweise auch poetischen Bildern von einer Frau, die unter sehr einfachen Bedingungen ein genügsames und autarkes Leben führt. Stets spürt man das beidseitige Vertrauen, dass auf gegenseitiger Achtung und Wertschätzung beruht. Insbesondere die anrührenden, manchmal auch emotional aufgeladenen Bilder aus Annemarie Jatzlauks letzten Lebensjahren konnten nur durch dieses Vertrauen gelingen.

Thomas Kläber
Aus der Serie: Am Ende der Zeit, 2006-2013
Injekt Prints
© Thomas Kläber
Thomas Kläber
Aus der Serie: Am Ende der Zeit, 2006-2013
Injekt Prints
© Thomas Kläber


ex usu
Plakate und andere Arbeiten von Erhard Grüttner
24.01. - 15.03.2015


Der Ausstellungstitel "ex usu" (aus dem Gebrauch heraus) baut eine Brücke zum Grafikdesign, das seinem Wesen nach zweckbestimmt ist. Gezeigt werden Plakate zu Film, Theater und gesellschaftlichen Themen sowie Buchgestaltungen, Illustrationen und Fernsehgrafiken aus den letzten fünf Jahrzehnten.
Erhard Grüttner arbeitete nach seinem Studium zunächst als Mitarbeiter, danach als Leiter des Ateliers des Progress Film-Verleih Berlin. Das mag ein Grund gewesen sein, dass der Film für seine frühen Plakate bestimmend ist. In der biederen Plakatlandschaft Anfang der 1960er Jahre sind sie innovativ und neuartig. Später entstehen Plakate vor allem für verschiedene Theater und zu gesellschaftlichen Themen. Anfangs malerischer wandelt sich sein Stil, wird konzentrierter, expressiver. Träger dieser konsequenten Reduktion ist hauptsächlich die Zeichnung, die in seinem gesamten Schaffen ein wesentliches künstlerisches Mittel bleibt. Er beschränkt sich aber nicht allein darauf, sondern bedient sich der Mittel nach Maßgabe ihrer Wirkung im Sinne seiner Absicht. Manchmal zerreißt, durchsticht, verletzt er das Papier, das damit nicht mehr nur ein reiner Bildträger ist, sondern zur Aktionsfläche wird und auf diese Weise eine Ausdruckssteigerung erfährt.

Erhard Grüttner
Sanfte Musen im Kalten Krieg, 2000
Offsetdruck
Foto: Künstler
Erhard Grüttner
Sanfte Musen im Kalten Krieg, 2000
Offsetdruck
Foto: Künstler


Weltenwechsel. Sammlung Seiz:
Figürliche Malerei aus dem letzten Jahrzehnt der DDR und heute
6.12.2014 - 15.02.2015 / 20.02. - 12.04.2015


06.12.2014 - 15.02.2015 Teil 1: Der Blick nach Außen
Hubertus Giebe, Clemens Gröszer, Rolf Händler, Bernhard Heisig,
Klaus Killisch, Konrad Knebel, Harald Metzkes, Roland Nicolaus,
Uwe Pfeifer, Stefan Plenkers, Wolfgang Smy, Heinrich Tessmer

21.02.2015 - 12.04.2015 Teil 2: Der Blick nach Innen
Lothar Böhme, Hartwig Ebersbach, Johannes Heisig, Peter Hoppe,
Walter Libuda, Werner Liebmann, Neo Rauch, Willi Sitte, Heinrich Tessmer,
Max Uhlig, Hans Vent, Jürgen Wenzel

Zum 25. Jahrestag von Mauerfall und Wiedervereinigung präsentiert das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus gemeinsam mit dem Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen und dem Kunstverein Reutlingen das Ausstellungsprojekt "Weltenwechsel".
Ausgewählte Werke aus der Sammlung Siegfried Seiz, Reutlingen, werden mit aktuellen Arbeiten aus den Ateliers bzw. Nachlässen der 23 Künstler verwoben. Die Sammlung selbst vereint Bilder, die den generationsübergreifenden Facetten-reichtum und das teils subversive Potenzial der Kunst in der späten DDR anhand von Werken der bedeutendsten Protagonisten von Bernhard Heisig über Klaus Killisch und Harald Metzkes bis zu Neo Rauch verdeutlicht. Die Ausstellung macht den persönlichen Blick des Reutlinger Sammlers Siegfried Seiz kenntlich und offenbart den auf gegenseitigem Vertrauen beruhenden spezi-fischen Charakter einer im Dialog aufgebauten Sammlung.

Heinrich Tessmer
Große Reitergruppe (Apokalypse), 1986
Öl auf Leinwand, 200 x 200 cm
Sammlung Siegfried Seiz, Reutlingen
Foto: Volker Naumann, Schönaich
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Heinrich Tessmer
Große Reitergruppe (Apokalypse), 1986
Öl auf Leinwand, 200 x 200 cm
Sammlung Siegfried Seiz, Reutlingen
Foto: Volker Naumann, Schönaich
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Roland Nicolaus
Mänadenkollektiv, 2007
Öl auf Leinwand, 170 x 140 cm
Besitz des Künstlers
Roland Nicolaus
Mänadenkollektiv, 2007
Öl auf Leinwand, 170 x 140 cm
Besitz des Künstlers

Insgesamt zielt die Präsentation darauf ab, durch Einbeziehung neuerer Malereien der Künstler, Entwicklungslinien aufzuspüren, die durch den gesellschaftspolitischen Wandel motiviert und/oder durch künstlerische Entwicklungen bedingt sind. Über zwei zeitlich aufeinander folgende Kapitel reflektiert die Ausstellung die beiden Themenschwerpunkte: "Der Blick nach Außen" und "Der Blick nach Innen".

Im ersten Teil wird die zeitkritische Dimension der Malerei reflektiert, mit ihrer differenzierten Wirkung in die vielfach dargestellten städtischen, mithin gesellschaftlichen Räume hinein. Symbolisch verdichtete Mauergemälde, so von Roland Nicolaus und Stefan Plenkers, stehen neben Bildern der Vorahnung und visionären Überhöhung, so von Clemens Gröszer oder Uwe Pfeifer.
Im zweiten Teil rücken die klassischen Malereimotive wie Stillleben, Interieur, Landschaft und Aktdarstellung in Gemälden von Johannes Heisig, Max Uhlig oder Jürgen Wenzel ins Zentrum der Betrachtung. Sinnliche Intensität oder existentielle Ausdrucksstärke bestimmen jene Formen der Rückwendung ins Private.

Die Ausstellung ist ab Mai 2015 im Städtischen Kunstmuseum Spendhaus und im Kunstverein Reutlingen zu sehen.


Annemirl Bauer
06.12.2014 - 18.01.2015


Prologisch zu einer umfassenden Einzelausstellung der Malerin und Zeichnerin Annemirl Bauer (1939-1989), die das dkw. für das kommende Jahr konzipiert, führen im Vorfeld zwei Präsentationen an zwei unterschiedlichen Orten, nämlich dem dkw. als Kunstinstitution und dem Landtag als politischen Raum ein.

Annemirl Bauer
Bildnis einer Hergezogenen, 1982
Öl auf Hartfaser mit bemaltem Rahmen
Nachlassarchiv
Annemirl Bauer
Bildnis einer Hergezogenen, 1982
Öl auf Hartfaser mit bemaltem Rahmen
Nachlassarchiv

Weder als Künstlerin noch als politisch denkendes Subjekt passte Annemirl Bauer in das offizielle Bild der DDR. Ihr umfassendes Werk thematisiert mit unbändigem, expressivem Realismus gesellschaftliche Missstände, Militarismus, Geschlechterdifferenz und das Scheitern von Realpolitik. Ihre Arbeit steht für ein politisches Verständnis von Kunst, die im humorvoll pointierten Rückgriff auf Kunstgeschichte einen kritischen (Bild-)Raum zwischen Wirklichkeitsreflexion und Utopieproduktion herstellt.


dkw. extern. Die dkw.-Sammlung auf Reisen

Die Gemälde "U-Bahn Alexanderplatz" von Harald Metzkes und "Café Liolet" von Clemens Gröszer bereichern als Leihgabe die Ausstellung "Stadtbild / Kunstraum" (7.9. bis 11.1.2015) im Potsdam Museum.

Vom 14.10. bis zum 31.12.2014 präsentiert der Landtag Brandenburg unter dem Titel "eingeschlossen / ausgeschlossen" in seinem Foyer Arbeiten der Malerin Annemirl Bauer(1939 -1989). Das dkw. ist verantwortlich für die Realisierung dieser Schau und zeigt selbst von 06.12.2014 bis 18.01.2015 unter dem gleichen Titel ein Auswahl an Werken der Dissidentin und Künstlerin. Die Ausstellungen ergänzen sich gegenseitig und sind Vorzeichen einer umfassenden Präsentation des Werks Bauers, die das dkw. 2015 unter dem Titel "Ich möchte kein Gefangener im Käfig sein" im Programm hat.

Die im Herbst 2013 vom dkw. produzierte und gezeigte Ausstellung "Irreguläre und andere Tage" des aus Cottbus stammenden Künstlers Michael Schade (1964-2004) ist von 10. Dezember 2014 bis 18. Januar 2015 in Leipzig an der Galerie der Hochschule für Graphik und Buchkunst zu sehen. Die Bilder, die sämtlich aus dem vom dkw. verwalteten Nachlass stammen, sind meist auf Reisen entstanden und zeugen von einer subjektiven Herangehensweise an die Realität. Ganz gleich in welchem Land oder auf welchem Kontinent er unterwegs war, war sein Blick auf Alltäglichkeiten fokussiert, die am Rand der Wahrnehmung liegen. Durch ungewöhnliche Perspektiven, radikale An- und Ausschnitte, unkonventionelle Blickwinkel erscheinen seine Befragungen der Realität wie en passant aufgenommene Bilder.

Und seit dem Sommer befinden sich je eine Malerei von Norbert Schwontkowski und Hans Christoph als Dauerleihgaben im Büro des Gründungsbeauftragten der BTU Cottbus-Senftenberg.


(Änderungen vorbehalten)

 

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