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AKTUELLES

Farbwelten. Von Monet bis Yves Klein. Werke der klassischen Moderne aus den Kunstmuseen Krefeld
15.8 - 24.10.2010

Seit mehr als einhundert Jahren sammelt das Krefelder Kaiser Wilhelm Museum Werke der jeweils zeitgenössischen Kunst. 1897 wurde Friedrich Deneken (1857-1927) als erster Direktor des Museums von der rheinischen Stadt Krefeld berufen. Konsequent und behutsam führte er das Museum seither mit der Erwerbung von Kunstwerken aus Frankreich in die Moderne. 1907 kaufte er Monets Gemälde "Das Parlament. Sonnenuntergang" und von wohlhabenden Unternehmern ließ er sich Werke von Rodin für seine Sammlung schenken. Mit seinen Ankäufen modernster französischer Werke löste Deneken damals einen Skandal aus. Auf Beschluss der Stadtverordneten wurde er 1909 gezwungen, künftig auf Ankäufe und Ausstellungen "fremdländischer und moderner Bilder" zu verzichten.


Willi Baumeister
Figur mit Streifen auf Rosa, 1920
Öl, Tempera und Pappmaché auf Leinwand
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010


Lucio Fontana
Concetto Spaziale, Attesa, 1962
Wasserfarbe auf Leinwand, eingeschnitten
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010


Alexej von Jawlensky
Abstrakter Kopf. Symphonie Rot-Schwarz, 1929
Öl auf strukturiertem Papier, auf Pappe
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010


Wassily Kandinsky
Sintflut I, 1912
Öl auf Leinwand
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010



Doch die Begeisterung für die Moderne hielt an: Seine Nachfolger im Amt, Max Creutz und Paul Wember, setzten in den zwanziger Jahren die avantgardistische Ankaufspolitik fort und erwarben Werke der expressionistischen und ungegenständlichen Kunst. In Krefeld ist somit eine exquisite Sammlung entstanden, die ihresgleichen sucht. Sie umfasst Spitzenwerke von Claude Monet und Auguste Rodin, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, Laszlo Moholy-Nagy, Piet Mondrian und Yves Klein, die teilweise zu den frühesten Arbeiten gehören, die von diesen Künstlern in ein Museum gelangt sind.


Paul Klee
Stadt emporwachsend,
sich verdüsternd, 1915
Aquarell auf Kupferdruckpapier,
grundiert mit Tempera und Zinkweiß
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010


Yves Klein
Monochrom blau, ohne Titel, 1957
Pigmente in Kunstharz
auf Leinwand auf Hartfaserplatte
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010




Wilhelm Lehmbruck
Frauenbüste (Büste Frau L.), 1910
Bronze




Max Slevogt
Parkansicht von Godramstein
mit blau gedecktem Tisch, 1912
Öl auf Leinwand



Zugleich markieren diese Werke den Triumph und die Emanzipation der Farbe in der Malerei: von Monets impressionistischer Farblandschaft an der Themse, über die kraftvollen Farben des Expressionismus bis zu der Autonomie der Farbe in den Werken Piet Mondrians und Yves Kleins. Konsequenterweise bildet eine Reihe monochrom weißer Bilder, von Piero Manzoni, Antoni Tàpies und Lucio Fontana, die Paul Wember in den 1950er und 1960er Jahren für die Sammlung erworben hat, die Coda der Ausstellung und den Übergang zum Informel.


Paula Modersohn-Becker
Kleines Kind neben einem Birkenstamm, 1904
Tempera auf Karton






Piet Mondrian
Tableau No. XI, mit Rot, Schwarz, Blau und Gelb, 1925
Öl auf Leinwand
© 2010 Mondrian/Holtzman Trust
c/o HCR International Warrenton VA USA



Claude Monet
Das Parlament, Sonnenuntergang, 1904
Öl auf Leinwand


Auguste Rodin
Eva, um 1881
Weißer Marmor


Anlässlich der Renovierung des Kaiser Wilhelm Museums gehen dessen Hauptwerke der Moderne aus sechs Jahrzehnten erstmals auf Reisen. Während dieser Ausstellungstournee wird die einzigartige Sammlung der Krefelder Kunstmuseen 2009/2010 in Bremen, Erfurt, Würzburg, Freiburg, Rotterdam und auch in Cottbus zu Gast sein. Erstmalig wird eine Ausstellung von so zahlreichen hochkarätigen Kunstwerken im Cottbuser Kunstmuseum präsentiert, das nun die optimalen Rahmenbedingungen für eine solche Ausstellung der Superlative anbieten kann.

Eröffnung 15. August / 11.00 Uhr

Es gelten für die Dauer dieser Ausstellung Sondereintrittspreise.

Darüber hinaus wird die Regelung des freien Eintritts an jedem 1. Mittwoch des Monats für die Dauer dieser Ausstellung ausgesetzt.


Johannes Geccelli
COTTBUSGRÜN. Die Entwicklung einer Farbe
30.5. bis 15.8.2010

Johannes Geccelli, der 2010 seinen 85. Geburtstag feiert, ist einer der bedeutendsten Farbfeldmaler in Deutschland. In der ländlichen Abgeschiedenheit seines Ateliers in Jühnsdorf entstehen Bilder, die ein sinnliches Eigenleben besitzen. Sie leben von der Totalität und der Musikalität der Farbe und ihrer Verlebendigung durch das Licht.


Johannes Geccelli
MITTE COTTBUSGRÜN, 2008
Acryl auf Leinwand
© © VG Bild-Kunst Bonn, 2009

Bei seiner Entscheidung für die Farbe eines Bildes lässt sich Johannes Geccelli oft von farbigen Objekten anregen. Schon bevor das Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus zum Museum umgebaut wurde, faszinierte ihn bei einer Begehung auf der Baustelle das Türkis, das für den zwei Meter hohen Fliesenspiegel im Innenraum des Maschinenhauses ausgesucht worden war. Architekt Werner Issel wählte damals Spaltviertel aus Ullersdorf.

Johannes Geccelli
bei der Arbeit, 2008


Johannes Geccelli
in seinem Atelier, 2008

Die glasierten türkisfarbenen Fliesen wurden für den Maler Geccelli nun zum Auslöser für eine intensive Beschäftigung mit dieser Farbe. Er beschreibt seine Begeisterung mit folgenden Worten: "In dieser Farbe sprang mich etwas an, das gemalt werden wollte. Das Türkis ist schwebend hell, kaum zu bestimmen, durch eine Glasur fast entmaterialisiert. Die Farbe transzendiert die Stofflichkeit der recht massiven Fliese. Farbe als Licht befreit sich vom Objekt. Das ist mein Thema! Dieses Türkisgrün hat mich aufgefordert, durch mich in eine Bildlichkeit gebracht zu werden." So realisierte der Künstler seit 2008 in sorgfältiger Arbeit mehrere Bilder, die sich durch feinste, für das Auge kaum wahrnehmbare Farbabstufungen auszeichnen. Diese werden in dieser Ausstellung mit zahlreichen Farbstudien und Skizzen - in unmittelbarer Nähe zu den Fliesen - präsentiert.

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